Blendfrei schreiben im Freien

Schreiben Sie gerne im Freien? Egal ob im Garten, auf der Terrasse oder im Biergarten – im Sommer macht es auch mal Spaß, das gute Wetter zu nutzen und zur Abwechslung öfter mal im Freien zu schreiben. Schließlich will man sich nicht zwischen dem Schreiben und der Möglichkeit, das schöne Wetter draußen genießen zu können, entscheiden müssen.

Die Werbung zeigt einem gerne, wie mobil man mit modernen Laptops oder Netbooks ist: zufriedene Menschen, die mit ihrem Laptop auf dem Schoß auf einer Parkbank sitzen und ganz entspannt daran schreiben oder arbeiten. Mit Akkulaufzeiten von oft deutlich über fünf Stunden und (wenn man es mal braucht) WLAN via Smartphone scheinen die Voraussetzungen dafür ja geradezu perfekt zu sein.

Doch wer in der Praxis schon einmal versucht hat, mit seinem Laptop oder Netbook im Freien zu schreiben, weiß aus eigener Erfahrung, wie sehr die Werbung lügt. In vielen Fällen kann man im Freien auf dem Bildschirm seines Laptops kaum etwas erkennen. Der in geschlossenen Räumen so gut ausgeleuchtete Bildschirm wirkt im Freien selbst bei diffusem Licht dunkel und kontrastarm, so dass man nur mit Anstrengung erkennen kann, was auf dem Bildschirm steht – also muss man die Bildschirmhelligkeit auf Maximum hochregeln (was zu Lasten der Akkulaufzeit geht) und/oder in den Windows-Einstellungen die Darstellung auf ein Theme mit hohem Kontrast umschalten.

Die Alternative zu einer solchen Quälerei ist ein Blendschutz für den Laptop: Für 50-60 Euro erhält man beispielsweise hier einen aufklappbaren Kasten, in den man den Laptop hinein stellen kann und der das Display von oben und den Seiten vor Lichteinfall schützt. Offen bleibt nur die vordere Seite, so dass man weiterhin bequem davor sitzen und die Tastatur bedienen kann.

Wer allerdings unterwegs bzw. draußen nicht an einem großen Laptop (15″ aufwärts), sondern an einem kleineren Gerät mit maximal 14″-Bildschirm arbeiten möchte, kann zu einer deutlich günstigeren und ebenso guten Alternative greifen – und zwar von IKEA. Dort bekommt man für gerade mal 4,99 € die Klappbox „Dröna“ in schwarz (http://www.ikea.com/de/de/catalog/products/30219281/) – und diese ist (auch wenn die Produktentwickler von IKEA diese Verwendung ihrer Box wohl nie vorausgesehen hätten) ein exzellenter Ersatz für einen teuren Blendschutz. Gegenüber einem teuren Klapp-Blendschutz für über 50 Euro spart man über 90%, ohne dabei Abstriche bei der Qualität machen zu müssen.

Ob Ihr Laptop in einer Dröna-Box ausreichend Platz findet, können Sie leicht nachmessen. Die Box hat aufgestellt eine Breite von 38 cm – wenn Ihr Laptop also schmaler als 38 cm ist, passt es (wobei es beim Schreiben etwas eng werden könnte, wenn Ihr Laptop fast die gesamte Breite der Box ausfüllt).

Im Gegensatz zu vielen billigen Klappboxen, die oft recht schlabbrig und instabil wirken, hat die Dröna-Box stabile, mit Stoff bezogene Wände, die keinen Lichtstrahl durchlassen, und wirkt von der ganzen Verarbeitung her sehr hochwertig. Auch der Aufbau geht schön schnell: aufklappen, den diagonalen Reißverschluss an der Rückseite zuziehen und die Rückwand hochklappen – und schon kann man seinen Laptop in die aufgestellte Box hinein stellen und ohne blendende Lichtreflexe los schreiben.

Dröna-Box als BlendschutzIch selbst habe meine „Dröna“-Box im Sommer stets griffbereit und lasse sie meist sogar aufgebaut, so dass ich sie rasch mitnehmen kann, wenn ich mich mal wieder mit meinem Netbook zum Schreiben auf die Terrasse oder in den Garten setzen möchte.

Gerade aufgrund des günstigen Preises und der sehr guten Qualität kann ich der „Dröna“-Box als Laptop-Blendschutz eine uneingeschränkte Kaufempfehlung geben – aus meiner Sicht die am besten angelegten 5 Euro dieses Sommers. ;-)

Kindle Storyteller Award 2016: 30.000 Euro für das beste Manuskript

Schreibwettbewerbe gibt es viele, die meisten davon für Kurzgeschichten. Schreibwettbewerbe für komplette Romane sind da schon seltener – und erst recht solche, bei denen sich das Gewinnen so richtig lohnt.

In diese seltene Kategorie fällt der Kindle Storyteller Award, der zur Zeit wie bereits im vergangenen Jahr von Amazon in Zusammenarbeit mit Focus und dem Freien Deutschen Autorenverband organisiert wird.

Noch bis zum 15.09.2016 haben ambitionierte Selfpublisher die Möglichkeit, ihr Manuskript über Amazon KDP zu veröffentlichen und damit gleichzeitig am diesjährigen Kindle Storyteller Wettbewerb teilzunehmen.

Die Teilnahmevoraussetzungen, die man hier im Detail nachlesen kann, sind recht einfach: Teilnehmen kann man, etwas vereinfacht ausgedrückt, wenn man mindestens 18 Jahre alt ist und eine bislang unveröffentlichte Geschichte einreichen kann. Im Gegensatz zum letzten Jahr gibt es diesmal keine Mindestlänge – wer möchte, kann also auch eine Novelle oder einen Kurzroman für den Wettbewerb anmelden.

Um sein bis zum Teilnahmeschluss hochgeladenes Buch für den Storyteller Award anzumelden, muss man einfach beim Hochladen des Manuskripts im Feld „Suchstichwörter“ das Schlagwort „kindlestoryteller2016“ angeben – und natürlich den Einsende- (bzw. Hochlade-)Schluss nicht verpassen. ;-)

Der Autor des von der Jury (Schauspieler Christian Ulmen, die Autorinnen Astrid Korten und Poppy J. Anderson sowie Dr. Uwe Kullnick (Präsident des Freien Deutschen Autorenverbandes), Jobst-Ulrich Brand (Focus) und Andreas von der Heydt (Amazon)) zum Sieger gekürten Manuskripts darf sich über ein üppiges Preis-Paket freuen: 10.000 Euro als Preisgeld sowie ein Amazon-Marketing-Paket im Wert von weiteren 20.000 Euro – womit man in der Summe auf den von Amazon als Wert des Hauptpreises genannten 30.000 Euro kommt.

Als kleines Sahnehäubchen wird der Siegertitel auch noch von HarperCollins Germany als gedrucktes Buch im deutschsprachigen Raum verlegt und vertrieben – also ein wirklich lohnender Gewinn.

Doch es gibt nicht nur einen Gewinner, sondern die Bücher aller fünf Finalisten, die es in die Endrunde geschafft haben, werden in Zusammenarbeit mit der Amazon-Tochter Audible als Hörbuch veröffentlicht.

Wenn Sie also ein noch unveröffentlichtes Roman-Manuskript in der Schublade haben (vielleicht vom letzten NaNoWriMo im November?), haben Sie noch fast drei Monate Zeit, um Ihr Manuskript auf Hochglanz zu polieren und es veröffentlichungsreif zu machen. Das lässt sich manchmal sogar ganz gut mit dem ohnehin geplanten Sommerurlaub kombinieren.

Natürlich ist bei einem solchen Wettbewerb mit einem enormen Andrang zu rechnen, so dass selbst mit einem wirklich guten Manuskript die Chancen auf den Hauptgewinn äußerst gering sind. Man sollte sich hier also eher den olympischen Gedanken aneignen: dabei sein ist alles. Denn selbst wenn man beim eigentlichen Wettbewerb mit seinem Manuskript in der Masse der Einsendungen untergeht, ist man mit einer Teilnahme am Wettbewerb dennoch einen großen Schritt näher am potentiellen Bestseller. Denn nun ist das Buch veröffentlicht und kann Leser (und Käufer) finden – etwas, das man definitv nicht erreicht hatte, wenn das Manuskript weiterhin in der Schublade bzw. in einem Verzeichnis auf der Festplatte vor sich hin schlummern würde.

Selbst wenn der Storyteller-Wettbewerb einen nur dazu motiviert, den eigenen inneren Schweinehund zu bändigen und die Geschichte endlich fertig zu überarbeiten und zu veröffentlichen, hat es sich allein dafür schon gelohnt. Und ein bisschen hofft man insgeheim natürlich doch auf einen Überraschungserfolg – ähnlich wie man bei der Ziehung der Lottozahlen mitfiebert, obwohl man die Wahrscheinlichkeiten nur zu gut kennt.

Wenn Sie am Wettbewerb teilnehmen, drücke ich Ihnen die Daumen. Es würde mich sehr freuen, wenn Sie mit Ihrem Manuskript den Kindle-Storyteller-Award gewinnen würden – oder wenn Ihr für den Wettbewerb hochgeladenes Manuskript es auch ohne den prestigeträchtigen Titel weit nach oben in die Amazon-Bestsellerlisten schafft.

Fragen und Themenvorschläge

Wie letzte Woche angekündigt werde ich Anfang Juli mit der neuen Artikelserie zum Thema „Protagonisten“ starten. Wer also noch Fragen und/oder Anregungen rund ums Thema Protagonisten hat, kann mir diese noch über mein Konktaktformular schicken. Am kommenden Freitag, dem 24.06.16, ist Einsendeschluss für Fragen zum Thema „Protagonisten“, da ich nächstes Wochenende endgültig die Struktur und die Inhalte für die Artikelserie festlegen muss.

Gleichzeitig können Sie natürlich (ebenfalls über mein Konktaktformular) immer noch mit abstimmen, mit welchem Thema es nach der Artikelserie zu den Protagonisten weiter gehen soll.

Nach einer Woche mit reger Leserbeteiligung (dafür vielen Dank!) liegen momentan folgende Themen vorne:

  1. Wie plottet man einen Roman?
  2. Recherche für Romanautoren
  3. Die Erzählperspektive
  4. Überarbeitung eines Romans
  5. Worldbuilding
  6. Fantasy-Romane planen und schreiben

(Statt einer Top-5 ist es eine Top-6, da die Plätze 5 und 6 nach heutigem Stand mit gleicher Stimmenzahl Kopf an Kopf liegen…)

Ob Sie nun ein ganz anderes Thema vorschlagen möchten oder einen der Vorschläge von der Liste mit Ihrer Stimme „nach vorne pushen“ wollen – ich freue mich über Ihre Mails (gerne auch mit ganz konkreten Fragen zu dem Thema, das Sie besonders interessiert).

Ende des Monats wird das Thema mit den meisten Stimmen für die nächste Artikelserie ausgewählt, alle anderen Themenvorschläge bleiben (mit den dafür abgegebenen Stimmen) für die nächste Abstimmungsrunde erhalten.

In diesem Sinne hoffe ich weiterhin auf rege Beteiligung und einen interessanten Gedankenaustausch.

Fokus-Artikel: Schreibratgeber „scheibchenweise“

Ich habe mir in letzter Zeit verstärkt Gedanken über die zukünftige Ausrichtung des WritersWorkshop Autorennewsletters gemacht. In den letzten Jahren habe schon alle möglichen Themen rund ums Schreiben behandelt – doch allmählich komme ich damit an einen Punkt, an dem das Hin- und Herspringen zwischen unterschiedlichen Themen in dieser Form immer schwieriger wird.

Kurze, wöchentliche Artikel (wobei meine Artikel mit meist über 1.000 Wörtern schon im längeren Bereich liegen), können ein etwas komplexeres, umfangreicheres Thema niemals erschöpfend behandeln – jedenfalls nicht, wenn man nicht nur an der Oberfläche kratzen, sondern etwas mehr in die Tiefe gehen möchte.

Ein in einem Artikel angerissenes Thema später noch einmal aufzugreifen und auf einen anderen Aspekt einzugehen, ist auch nicht ganz unproblematisch: Wenn man direkt wieder in der „Tiefe“ einsteigt, bis zu der man beim letzten Mal gekommen war, hängt man diejenigen Leser ab, die den früheren Artikel entweder gar nicht gelesen hatten oder ihn zumindest nicht mehr im Detail in Erinnerung haben. Wiederholt man hingegen erst noch einmal die Grundlagen, um diesen Lesern einen leichteren Einstieg zu ermöglichen, langweilt man diejenigen, die den ursprünglichen Artikel noch sehr gut in Erinnerung haben.

Ich habe mich daher entschieden, ab Anfang Juli längere Serien von Blogposts zu ein- und demselben Thema zu bringen, die dann wie die Kapitel eines Schreibratgebers die einzelnen Aspekte dieses Themas im Detail behandeln. Jede solche Artikelserie läuft dann (je nachdem, wie umfangreich/komplex das Thema ist) zwischen 4 und 10 Wochen, bevor es dann mit der nächsten Artikelserie zu einem ganz anderen Thema weiter geht.

Natürlich wird es trotzdem weiterhin immer wieder Gastartikel wie die beliebten Patchwork-Tutorials von Martin Danesch, Berichte zu aktuellen Themen oder auch Software-Tipps für Schriftsteller geben – lediglich die gewohnten Artikel rund ums Schreiben werden sich jeweils über einen Zeitraum von einigen Wochen im Detail mit dem aktuellen „Fokus-Thema“ beschäftigen.

Das mag zwar etwas weniger abwechslungsreich als die bisherigen Artikel klingen, aber dafür geht es auch mehr in die Tiefe. Die einzelnen wöchentlichen Artikel rund um das jeweilige „Fokus-Thema“ entsprechen eher den Kapiteln eines Schreibratgebers rund ums Thema – und genau das ist auch der Gedanke, der dahinter steht. Denn wenn eine Artikelserie abgeschlossen ist, wird anschließend auch noch eine überarbeitete und erweiterte Zusammenfassung der Artikelserie als kompletter Schreibratgeber für Kindle, Tolino etc. erscheinen. Abonnenten des WritersWorkshop Autorennewsletters erhalten die einzelnen Kapitel also vorab im Wochenrhythmus per Email und haben somit die Gelegenheit, den Inhalt meines nächsten Schreibratgebers schon vor allen anderen zu lesen.

Jetzt ist Ihre Meinung gefragt!

Natürlich möchte ich, dass diese Artikelserien für Sie als Leser einen maximalen Nutzen bieten. Daher würde ich mich freuen, wenn Sie mir über mein Konktaktformular Themenvorschläge nennen, über die Sie gerne mehr lesen möchten (z.B. Worldbuilding, Dialoge, Plotting oder das Entwerfen glaubwürdiger, vielschichtiger Romancharaktere…). Ich sammele alle Vorschläge und werde die Themen, die besonders häufig vorgeschlagen wurden, natürlich als erste angehen.

Der zweite Punkt, an dem Sie mitwirken können, sind Fragen zum Thema. Ich werde jedes kommende Fokus-Thema rechtzeitig ankündigen (diesmal ist es vielleicht etwas kurzfristig, aber zukünftig werde ich die kommenden Themen jeweils mindestens einen Monat im Voraus ankündigen), so dass Sie mir über mein Konktaktformular Ihre Fragen und Probleme rund um dieses Thema schicken können. Das ermöglicht es mir, diese Punkte bei der Planung meiner Artikelserie zu berücksichtigen und gezielt darauf einzugehen kann (natürlich anonymisiert – ich werde selbstverständlich weder aus Ihren Mails zitieren noch Namen nennen!). Auch Tipps und Erkenntnisse aus Ihren eigenen Erfahrungen, die Sie auf diesem Wege weitergeben möchten, sind als Anregungen gerne willkommen.

Und last not least haben Sie natürlich als Leser auch die Möglichkeit, mir über die Kommentarfunktion zum jeweiligen Artikel Anregungen und ergänzende Hinweise zu geben, die ich dann ggf. bei der Umwandlung der Artikelserie in einen kompletten Schreibratgeber mit einfließen lassen kann.

Mitmachen lohnt sich

Wer mir über mein Konktaktformular, per Email oder über die Kommentarfunktion zum Artikel gute Anregungen gibt, die tatsächlich ins fertige Buch einfließen, bekommt von mir kurz vor der Veröffentichung als kleines Dankeschön ein persönliches Vorab-Exemplar des fertigen Schreibratgebers per Mail gesendet.

Erstes Fokus-Thema: Protagonisten

Als erstes „Fokus-Thema“, mit dem es Anfang Juli losgehen soll, habe ich „Protagonisten“ geplant – also die Hauptfiguren des Romans. Wenn Ihnen Fragen zum Thema einfallen oder wichtige Punkte, auf die man eingehen sollte, können Sie mir diese gerne mit dem Stichwort „Protagonisten“ über mein Konktaktformular oder per Mail an „richard PUNKTnordenATrichardnordenPUNKTde“ (PUNKT und AT natürlich durch die jeweiligen Zeichen ersetzen) senden. Abonnenten des WritersWorkshop Autorennewsletters können auch einfach auf die Mail antworten, mit der sie den aktuellen Newsletter erhalten haben.

Wenn Sie Anregungen für zukünftige Fokus-Themen geben möchten, können Sie diese auf demselben Wege (also per Kontaktformular oder per Email) mit dem Betreff „Themenvorschlag“ senden. Der Betreff ist natürlich nicht zwingend, aber er erleichtert es mir, die Mails vorzusortieren und einfacher auszuwerten. ;-)

Ich würde mich über eine rege Beteiligung sehr freuen – schließlich sollen die Artikelserien für alle Leser den größtmöglichen Nutzen bieten.

Patchwork-Tutorial: Kontexte und Figurenwissen

Gastartikel von Martin Danesch

PatchworkKontexte und Figurenwissen – den Durchblick behalten

Kontexte – was ist das denn?

Die Küche ist zum Tatort geworden. Nicht für einen Apfelstrudel oder ein Curryhühnchen, sondern Bruno liegt am Boden, das Tranchiermesser in der Brust, eine Lache Blutes ist von dem Fleckerlteppich aufgesogen worden und mittlerweile dunkelrot geronnenen.

Der Frau des Hauses scheinen die Nerven durchgegangen zu sein ob der Ignoranz ihres seit dreißig Jahren Angetrauten – und das bei all ihren hingebungsvollen Bemühungen.

Dieser Entladung im Affekt gehen einige Szenen voran, in denen der Leser das Zunehmen des Innendrucks Adelheid Kruses miterleben kann. Doch so einfach der Fall auf den ersten Blick scheint, als so verworren wird er sich im Verlauf der Geschichte herausstellen. Denn Adelheid schien gar nicht zu Hause gewesen zu sein. Auch stand ein Gericht auf dem Herd, das nicht zu ihrem Repertoire gehört. Eine Trittbrettköchin? Brunos Geliebte? Die Nachbarin, die Zugleich Brunos Ex ist? Tja …

Egal, auf jeden Fall wird viel um den Tatort geschehen. Die Nachbarn werden befragt, der Kommissar wird ein paar Mal dort sein, die Küche wird amtlich versiegelt, das Siegel wird aufgebrochen und eine Bombe wird in der Küche explodieren.

Nicht nur Krimileser denken mit, glaube ich. Wenn bei der ersten Szene Küchentür und Fenster gegenüber liegen und beim Kommissarbesuch über Eck, wenn es bei der ersten Auseinandersetzung eine Anrichte dort gab, wo später der Kühlschrank steht oder wenn der Fleckerlteppich im Laufe der Geschichte einmal blau, einmal gestreift und dann wieder beige ist – das alles sind Sachen, die den Leser zu einem ungewollten Stirnrunzeln verleiten. So etwas sollte nicht passieren.

Tut es auch nicht, denn als gewissenhafte Autorin blättern wir immer wieder brav zurück und suchen, wie wir den Tatort beschrieben haben. Nur – auf welcher Seite stand das? War das beim ersten Streit? Oder beim Besuch von Schöttlers, die schon damals den Kopf schüttelten wegen Bruno Kruses Reaktion auf die süßsauren Nieren, die doch sein Lieblingsgericht waren?

Speziell wenn man ein Buch nicht in einem Rutsch durchschreibt, hat man nicht mehr alles im Kopf, was wann wie aussah, geschah, gesagt oder verstanden worden war. Bei mir hilft selbst der Rutsch nicht, denn ich bin mir auch so mitunter nicht mehr ganz sicher.

Fazit: Um sicherzugehen, was wann, wie, wo und warum geschah, muss man immer wieder nachschlagen. Und das ist lästig und eigentlich sinnlose Zeitverschwendung.

Und genau hier kommen, nach langer Einleitung, die Kontexte ins Spiel.

Nehmen wir die Krusesche Küche als Beispiel. Wir legen einen Kontext an mit der Bezeichnung ›Küche Kruse‹. Ein Kontext ist sozusagen eine Schachtel, in die wir Zettelchen sammeln, die damit zusammenhängen. Dank IT geht das aber einfacher. Wir brauchen lediglich im Text überall dort eine Nadel einpieksen, wo die Küche zur Sprache kommt. Ergänzen kann man den Link idealerweise mit einem Hinweis, was gerade geschieht: ›Erstmals‹, ›Erste Auseinandersetzung‹, › Schöttlers Besuch‹, ›Der Tote wird entdeckt‹, ›Kommissar Hagedorn am Tatort‹, ›Tatort versiegelt‹ und so weiter. Einfach bei jedem Vorkommen des Tatorts, an dem es Beschreibungen geben kann, fügen wir eine Kontextverknüpfung ein. Entweder gleich beim Schreiben – wenn wir den Nerv dazu haben – oder beim ersten Durchgehen.

In Patchwork einen Kontext anlegen

Konkret können wir das im Demoprojekt verfolgen. Dabei handelt es sich um eine Geschichte, die aus einer flachen Patchwork-Beschreibung steigt und zu einem kleinen realen Krimi wird. An einigen Stellen merkt man, dass mit der flachen Story vom Anfang etwas nicht ganz mit rechten Dingen zugeht. Hätte man die Möglichkeit der Kontexte nicht, müsste man an jede dieser Stellen eine Notiz einfügen. Nur fehlte dann trotzdem der Zusammenhang.

Screenshot Patchwork 1

(Klick auf das Bild zum Vergrößern)

»Ich verrate Ihnen etwas …«, (1) sagt Figlia Due in der Geschichte und das ist einer dieser Momente.  Wir wollen uns diese Stelle merken. Also positionieren wir den Cursor dort im Text und klicken auf den Button für die Kontexte (2). Das Kontextfenster (3) öffnet sich, beim ersten Mal ist es leer.

Ein Kontext (4) ist ein Überbegriff für zusammenhängende Geschichtenteile, sozusagen ein Ordner, wie vorhin gesagt eine Sammelschachtel. Bevor wir ihm unseren Textteil zuordnen können, müssen wir diesen Kontextordner anlegen. Wir klicken also auf den dafür vorgesehenen Knopf (5) und geben in dem folgenden Dialog ›Vorahnungen‹ ein, womit der Ordner angelegt und auch gleich beschriftet wird. Ist der Ordner schon vorhanden, können wir bei einem weiteren Mal mit dem nächsten Schritt fortfahren:

Wir ordnen unsere Textstelle dem Kontext Vorahnungen zu. Ein Klick auf den Button (6) und der Eingabedialog (7) öffnet sich. Spätestens jetzt taucht der Cursor-Marker (das rote Plus neben (1)) auf, damit wir sehen, wo wir den Kontextbezug im Text verankern. Gleichzeitg ist die neue Kontextzeile (8) bereits angelegt worden, die in der Spalte Kontext/Fundort auf die Szene verweist, in der sich der Text befindet. In dem Dialog geben wir einen kurzen (!) Kommentar ein, worum es geht. Hier plaudert Figlia Due etwas zur Vorahnung aus. Mit [Enter] oder Klick auf [Ok] wird die Zeile vervollständigt (8).

Der Umgang mit Kontexten

… ist simpel: Das Fenster lässt sich jederzeit über die Schaltfläche (2) abrufen; man kann aber auch im Text einfach auf den Pin klicken, womit man sogar direkt zu diesem Kontextverweis gelangt.

Kontextreferenzen lassen sich mit der Maus verschieben, um die Reihenfolge zu verändern. Mit einem Doppelklick auf die Kontextzeile (8) gelangt man direkt zu dieser Textstelle. Den Infotext kann man jederzeit ändern, indem man ihn überschreibt.

Rechts neben Knopf (6) ist die Schaltfläche zum Löschen von Kontextzuordnung und, wenn der Ordner leer ist, auch des Kontexts selbst. Der Pfeil daneben bewirkt dasselbe wie ein Doppelklick auf die Kontextzeile: in den Text springen. Und mit der Schaltfläche mit den Linien kann man sich auch mehrzeilige Kontext-Infotexte anzeigen lassen. Lange Infotexte sollte man aber vermeiden, in der Kürze liegt die Würze – auch wenn man etwas nachdenken muss, immer eine gute Übung.

Figurenwissen

Auf die Idee zu dieser Erweiterung brachte mich Richard Nordens Artikel »Wer darf was wann wissen – und was weiß der Leser?« Schon während des Lesens wurde ich mir dieser praktischen Erweiterung der Kontexte bewusst. Bereits in Version 1.63 gab es deshalb das ›Figurenwissen‹. Diese Kontexterweiterung ermöglicht die Angabe, wann wer von dem Kontext erfährt. Dabei kann ›wer‹ jede angelegte Figur sein und auch der Leser.

Auf diese Weise kann man eben mal nachsehen, wer bereits schon von etwas wusste oder wann jemand davon erfährt. Wer bereits etwas wusste bezieht sich auf den Anfang der Geschichte. So weiß zum Beispiel die Mutter von der Geburt ihrer Tochter und der Freund vom aktuellen Wohnort des Protagonisten. Der Leser hingegen weiß noch gar nichts, wenn er das Buch zur Hand nimmt. Aber auch Figuren erfahren vieles erst im Verlauf der Geschichte und es ist oft ausschlaggebend, wann eine Figur davon erfährt. Speziell bei kniffligen Geschichten wie Krimis spielt das eine große Rolle.

Screenshot Patchwork 2

(Klick auf das Bild zum Vergrößern)

Los geht es, indem man mindestens eine Figur in den Kontextbereich zieht; einfach links in der Figurenliste nehmen und irgendwo im Kontextfenster fallen lassen (1). Die Spalte ›Leser‹ (2) wird mit der ersten Figurenspalte automatisch miterzeugt. Jede Figur, die man so herüberzieht, erhält ihre eigene Spalte. Wir ziehen aber nur die Figuren in die Kontexte, die für diese Übersicht infrage kommen.

Für die Arbeit ist es übersichtlicher, alle Kontexte zuzuklappen (ein + vor jedem Kontext). Denn die Angaben betreffen üblicherweise den Kontext selbst und nur selten die Referenzzeilen, wie bei unserem Tatort-Beispiel.

Nun geht es um zwei Aspekte:

  1. Weiß eine Figur bereits von dem Kontext (vor der Geschichte?)
  2. In welcher Szene erfährt die Figur (der Leser) davon?

Der Leser wird immer nur durch die Geschichte davon erfahren, für ihn kommt a) nie in Betracht.

Die Durchführung selbst der zwei Kennzeichnungen ist einfach. Wenn eine Figur bereits zu Beginn der Geschichte davon weiß, dann stellen wir uns auf diese Zelle in der Matrix Kontext/Figur und drücken auf die Leertaste. Damit wird ein Haken in der Zelle eingetragen (3). Auf die gleiche Weise machen wir eine Zelle auch wieder leer.

Wenn eine Figur / der Leser erst im Lauf der Geschichte davon erfährt, dann ziehen wir diese betreffende Szene aus der Kapitelübersicht auf die Zelle (4). Da in einer Zelle wenig Platz zur Verfügung steht, kann man, um einen ausführlicheren Hinweis zu erhalten, auf die Zelle klicken. Dann wird in der nun erschienenen zweiten Fußzeile die ganze Herkunft angezeigt (5). Im konkreten Fall ist es das Kapitel ›3D‹ und darin das Unterkapitel ›Frühstück‹.

Wenn in einer Zelle ein solcher Szenenverweis steht, kann man durch Doppelklick zur dazugehörenden Szene springen.

Kontexte waren für mich eine der wichtigsten Erweiterungen gegenüber allen anderen Textprogrammen, weshalb sie bereits in Version 1.20 zum Einsatz kamen. Sie werden begeistert sein, wie Kontexte die Sucherei vereinfachen und das Figurenwissen Logikfehler verhindern hilft!

Link zum Video

Martin Danesch

Warum man als Schriftsteller ein Erfolgstagebuch führen sollte

Ich weiß ja nicht, wie es Ihnen geht, aber ich bin ein ziemlich ungeduldiger Mensch. Wenn ich etwas angehe, möchte ich möglichst schnell damit Erfolg haben. Dass ich mit dieser Ungeduld nicht alleine bin, sehe ich an den vielen Schriftstellern, die auf halbem Wege aufgeben, obwohl sie eigentlich das Potential gehabt hätten, wesentlich mehr aus sich zu machen.

Doch Erfolg als Schriftsteller ist nichts, was sich innerhalb weniger Monate oder auch nur weniger Jahre erreichen lässt. Als Schriftsteller muss man über Jahrzehnte immer weiter an seinen Fähigkeiten arbeiten und an jedem neuen Projekt wachsen. Dieser Prozess ist niemals abgeschlossen.

Die beste Methode, um den dafür notwendigen langen Atem zu entwickeln, ist, den Weg als das Ziel zu betrachten. Es geht nicht darum, möglichst schnell ein bestimmtes Ziel (z.B. eine Platzierung in den Top-10 der Bestsellerlisten oder gar den Punkt, an dem man ausschließlich vom Schreiben leben kann) zu erreichen, sondern in erster Linie darum, den Weg in Richtung dieses Ziels zu genießen – egal, wie lang er auch sein mag.

Das bedeutet natürlich nicht, dass man trödelt und sich unnötig viel Zeit lässt – aber es bedeutet auch nicht, dass man sich abhetzt und wie mit Scheuklappen den Blick starr auf das weit entfernte Ziel gerichtet hält.

Eine verkrampfte Fokussierung auf ein Ziel, auf dessen Erreichung wir nur sehr begrenzten Einfluss haben, ist ein sicheres Rezept für Frustration und Verbitterung. Nichts, was wir tun, kann garantieren, dass wir irgendwann mal mit einem unserer Bücher ganz oben in den Bestseller-Listen stehen oder gar, dass wir irgendwann unseren Brotjob aufgeben und einzig und allein vom Schreiben leben können.

Das einzige, worauf wir als Schriftsteller Einfluss haben, ist, dass jeder unserer Schritte uns nach Möglichkeit in die richtige Richtung führt: dass wir die Projekte in Angriff nehmen, die uns unseren Zielen näher bringen, und konsequent daran arbeiten, jeden Tag ein bisschen besser zu werden.

Es sind nicht die großen Quantensprünge, die uns zum Erfolg bringen, sondern das langsame, aber stetige Wachstum. Sie kennen bestimmt die Auswirkung von Zins und Zinseszins in der Finanzwelt, die selbst relativ kleine Beträge im Laufe der Jahre durch kontinuierliche Verzinsung zu einem beträchtlichen Vermögen anwachsen lassen. Doch die wenigsten von uns sind sich darüber im Klaren, dass dasselbe auch für das eigene Wachstum in den unterschiedlichsten Bereichen gilt – auch beim Schreiben.

Setzen wir unsere Erwartungen bewusst niedrig an: Stellen Sie sich vor, dass Sie jeden Tag nur 1 Promille besser werden als am Vortag. Kein ganzes Prozent, nur ein Promille – ein Tausendstel. Eine solche Veränderung ist doch so marginal, dass sie eigentlich überhaupt keine Auswirkungen haben kann – oder doch?

Wenn Sie konsequent an Ihren eigenen Fähigkeiten und Projekten arbeiten und tatsächlich jeden Tag ein Tausendstel besser werden als am Vortag, haben Sie nach einem Jahr Ihre Fähigkeiten bereits um 44% gesteigert.

Das wirkt nach relativ wenig und in der Praxis sind gerade zu Beginn auch deutlich größere Steigerungen möglich. Anfangs haben Sie so viele Möglichkeiten, zu wachsen und besser zu werden, dass Sie durch konsequente Weiterentwicklung Ihrer Fähigkeiten enorme Fortschritte machen können. Doch genau wie beim Abnehmen kann man diese Geschwindigkeit auf lange Sicht nicht durchhalten. Auch beim Abnehmen purzeln die ersten Pfunde schnell, doch danach verlangsamt sich der Fortschritt so stark, dass viele frustriert aufgeben. Doch ein Wachstum von einem lächerlichen Promille pro Tag ist etwas, das man auch auf lange Sicht durchhalten kann.

Schon nach wenigen Jahren hat das eine, scheinbar lächerliche Promille pro Tag zu unübersehbaren Fortschritten geführt: nach zwei Jahren haben sich Ihre Fähigkeiten mehr als verdoppelt, nach fünf Jahren versechsfacht und nach zehn Jahren sind Sie fast 40mal so gut wie damals, als Sie begonnen haben.

Das Problem dabei ist, dass Sie selbst es nicht mehr merken. Genau wie nur Verwandte, die nur einmal im Jahr während der Feiertage zu Besuch kommen, jedes Mal erstaunt bemerken, wie sehr die Kinder gewachsen sind, während es den Eltern, die ihre Kinder tagtäglich sehen, kaum auffällt, fällt auch uns das Wachstum unserer eigenen Fähigkeiten überhaupt nicht auf.

Als Schriftsteller haben wir das Gefühl, auf der Stelle zu treten und unserem immer noch weit entfernten Ziel kaum einen Schritt näher gekommen zu sein, während unbeteiligte Zuschauer vielleicht den berechtigten Eindruck haben, dass wir bereits enorme Fortschritte und Erfolge erzielt haben.

Das beste Motivationstool, das ich jedem Schriftsteller empfehlen kann, ist ein Erfolgstagebuch – eine chronologische Aufzeichnung aller kleinen und großen Erfolge, auf die Sie stolz sein können.

Je früher Sie mit dem Führen eines solchen Erfolgstagebuchs anfangen, umso besser. Anfangs notieren Sie vielleicht als Erfolg, dass Sie Ihre erste Kurzgeschichte fertig geschrieben haben, auch wenn diese noch nicht gut genug war, um irgendwo veröffentlicht zu werden. Im Laufe der Zeit werden die Erfolge größer: Kurzgeschichten, die in Anthologien abgedruckt werden, die Wettbewerbe gewinnen oder fürs Radio als Hörspiele adaptiert werden. Die Fertigstellung des ersten Romans. Die Veröffentlichung des ersten eigenen Buchs, egal ob über einen Verlag oder als Selfpublisher. Die ersten Einnahmen aus der Tätigkeit als Schriftsteller. Die erste Bestseller-Platzierung eines eigenen Buchs in einer bestimmten Kategorie bei Amazon.

Wenn wir konsequent an unseren eigenen Fähigkeiten arbeiten, unsere Projekte fertigstellen und anschließend immer ehrgeizigere Projekte in Angriff nehmen, die unseren mittlerweile gestiegenen Fähigkeiten gerecht werden, werden auch die Erfolge, die wir in unserem Buch notieren können, im Laufe der Jahre immer größer.

Wenn man dann doch einmal demotiviert ist und das Gefühl hat, seit Jahren auf der Stelle zu treten und seinen Zielen keinen Schritt näher zu kommen, ist es extrem motivierend und hilfreich, in seinem eigenen Erfolgstagebuch zu blättern.

Nicht nur, weil man sich so vor Augen führt, was man in den letzten Jahren schon alles erreicht hat, sondern auch, weil man sieht, auf was für kleine, aus heutiger Sicht fast schon lächerlich wirkende Erfolgserlebnisse man in der Anfangsphase schon stolz war. Genau wie man an seinen eigenen Kinderbildern sieht, wie sehr man seitdem gewachsen ist und sich verändert hat, hilft einem das Erfolgstagebuch, den eigenen Fortschritt realistisch zu betrachten und zu erkennen, wie weit man bereits gekommen ist.

Ein weiteres wirksames Motivationstool ist, größere Erfolge, die man zu diesem Zeitpunkt für sich selbst als Meilenstein betrachtet, als Jahrestage in den eigenen elektronischen Kalender einzutragen. So werden Sie im Kalender Ihres Smartphones immer wieder an frühere Erfolge erinnert – zum Beispiel, dass Sie heute vor drei Jahren bei einem renommierten Schreibwettbewerb einen der ersten Plätze belegt haben, oder dass Sie heute vor X Jahren Ihr erstes Buch veröffentlicht haben. Das motiviert nicht nur, sondern ist in vielen Fällen auch ein Grund zum Feiern, genau wie man die Jahrestage anderer bedeutsamer Ereignisse feiert.

Wenn Sie noch kein Erfolgstagebuch haben, sollten Sie sich unbedingt eines anlegen. Versuchen Sie, rückblickend die bisher wichtigsten Etappen zu rekonstruieren und tragen Sie diese dann mit dem jeweiligen Datum chronologisch in Ihr Erfolgstagebuch ein, bis Sie beim heutigen Datum angekommen sind. Notieren Sie am besten alle Erfolge, die Ihnen einfallen, zunächst auf Karteikarten oder losen Zetteln, da Sie diese später einfach chronologisch sortieren können, bevor Sie alles in Ihr Erfolgstagebuch übertragen.

Gewöhnen Sie sich ab jetzt an, jeden kleinen Erfolg einzutragen: die Fertigstellung eines neuen Manuskripts bzw. dessen Veröffentlichung, einen Blogpost mit extrem vielen positiven Kommentaren, eine besonders hohe Tantiemenabrechnung oder eine gute Platzierung eines Ihrer Bücher in den Amazon-Bestsellerlisten.

Je mehr solche kleinen und größeren Erfolge Sie im Laufe der Zeit zusammentragen, desto besser kann das Blättern in diesem Erfolgsbuch Sie motivieren, wenn Sie wieder mal das Gefühl haben, auf der Stelle zu treten und Ihren Zielen nicht wirklich näher zu kommen. Probieren Sie es einfach einmal aus – es lohnt sich.


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KeepWriting – die virtuelle Schreibmaschine

Ich liebe gutes Arbeitswerkzeug. Das geht von Stiften, Blöcken und Notizbücher über PC-Hardware (ich kann beim Kauf eines Laptops Stunden damit verbringen, die Tastaturen unterschiedicher Modelle zu testen und zu vergleichen, bevor ich mich für ein Modell entscheide) bis hin zu Schreibprogrammen.

So bin ich kürzlich beim Stöbern im Internet wieder mal auf ein interessantes Schreibtool gestoßen, das ich mir direkt einmal näher ansehen musste: KeepWriting – eine Simulation einer klassischen Schreibmaschine am PC.

Gerade unter den Programmen für ablenkungsfreies Schreiben wie WriteMonkey gibt es einige, die einen „Schreibmaschinenmodus“ eingeführt haben. Üblicherweise versteht man darunter, dass im Schreibmaschinenmodus alle Editierfunktionen wie Löschen, Entfernen, alle Copy&Paste-Funktionen und natürlich auch das Überschreiben deaktiviert sind. Sämtliche anderen Funktionen des Schreibprogramms wie der automatische Zeilenumbruch, der ein angefangenes Wort, das nicht mehr komplett in die laufende Zeile passt, automatisch in die nächste Zeile verschiebt, funktionieren weiterhin wie gewohnt.

Doch KeepWriting geht einen anderen Weg und simuliert das Schreiben an einer klassischen Schreibmaschine mit all seinen Vor- und Nachteilen. Mit „klassisch“ meine ich wirklich wie zu Zeiten von Charles Dickens, lange vor der Erfindung des Korrekturbands oder auch nur der guten alten Tipp-Ex-Korrekturstreifen – jener kleinen weißen Blättchen, die man von Hand über dem zu löschenden Buchstaben positionieren und dann nochmal denselben Buchstaben mit Tipp-Ex drüber hämmern musste.

KeepWriting (das es übrigens nur für Windows gibt) können Sie als kleine ZIP-Datei von gerade mal 353 KB herunter laden – weniger als 10% der Größe eines durchschnittlichen MP3-Songs. Entpacken Sie die ZIP-Datei (die ohnehin nur das Programm selbst und eine ReadMe-Datei enthält) in ein beliebiges Verzeichnis, starten Sie die kw.exe und schon kann es los gehen!

Der richtige Zoomfaktor für den richtigen Bildschirm

Zunächst können Sie mit STRG und „BILD HOCH“/“BILD RUNTER“ den Zoomfaktor (also die Größe, in der die Seite am Bildschirm dargestellt wird) beliebig anpassen und mit dem Scrollbalken am unteren Rand die Seite mittig auf Ihrem Bildschirm ausrichten.

Wenn Sie KeepWriting auf einem großen 24″-Widescreen-Monitor verwenden, können Sie den Zoomfaktor so einstellen, dass drei komplette Seiten nebeneinander dargestellt werden. Dabei wird die Seite, auf der Sie momentan schreiben, stets zentriert in der Mitte des Bildschirms angezeigt.

KeepWriting

Wenn Sie auf einem kleineren Gerät wie einem Laptop oder gar einem Netbook arbeiten, können Sie den Zoomfaktor entsprechend größer einstellen – beispielsweise so, dass Sie Ihre aktuelle Seite fast in Bildschirmbreite sehen und so wie bei anderen Schreibprogrammen den kompletten Bildschirm zum Schreiben nutzen können.

Stapel und Seiten – eine Alternative zur klassischen Datei

KeepWriting organisiert die Manuskripte nicht in klassischen Dateien, sondern in „Stacks“, also in Stapeln von Blättern. Denn hier schreiben Sie wirklich Seite für Seite, und zwar mit allen damit verbundenen Vor- und Nachteilen. Sie können den Cursor jederzeit an jede beliebige Position auf der Seite manövrieren, genau wie Sie früher bei einer Schreibmaschine mit der Walze und der Leertaste (beispielsweise beim Ausfüllen von Formularen mit der Schreibmaschine) mit etwas Übung sehr präzise jede beliebige Stelle auf dem Blatt ansteuern konnten.

Dieses Ansteuern einer bestimmten Position ist bei KeepWriting deutlich einfacher gelöst, da Sie nicht nur die Cursortasten verwenden können, sondern den Cursor auch einfach per Mausklick an die gewünschte Stelle setzen können.

Mit „Bild runter“ und „Bild hoch“ wechseln Sie zwischen den einzelnen Seiten Ihres Manuskripts hin und her. Blättern Sie dabei über die letzte Seite hinaus, wird automatisch eine neue leere Seite ans Manuskript angehängt.

Sie können auch Seiten aus Ihrem Manuskript entfernen (also löschen), aber Sie können keine Seiten nachträglich einfügen. Das liegt auch daran, dass KeepWriting intern jede Schreibmaschinenseite als eigene Datei behandelt.

Wenn Sie also einen Manuskript-Stapel „Mein Roman“ anlegen, legt KeepWriting einen Ordner namens „Mein Roman“ im Unterverzeichnis „stacks“ (also Stapel) an, der dann für jede Seite eine separate Textdatei enthält – also beispielsweise „2.txt“ für die zweite Seite.

Durch diesen pragmatischen Ansatz kann das Programm auch auf älteren Rechnern mit wenig RAM umfangreiche Manuskripte mit hunderten von Seiten in Sekundenbruchteilen öffnen, da immer nur die aktuellen Seiten geladen werden müssen.

Retro-Writing: Ausixen statt korrigieren und manueller Zeilenumbruch

Wie Sie beim Schreiben mit KeepWriting schnell feststellen werden, fehlen (logischerweise) die ganzen nützlichen Funktionen wie das Zentrieren von Überschriften und anderer „moderner Schnickschnack“ wie ein automatischer Zeilenumbruch.

Wenn Sie also beispielsweise eine Überschrift auf der Seite zentrieren wollen, müssen Sie diese wie früher durch mehrfaches Drücken der Leertaste einrücken und dabei abschätzen, an welcher Position Sie mit dem Tippen anfangen müssen, um Ihre Überschrift ungefähr zu zentrieren.

So richtig fällt einem auf, das man an einer virtuellen Schreibmaschine arbeitet, wenn man am Ende der Zeile ankommt. Es ist zwar nicht so, dass Sie wie bei einer mechanischen Schreibmaschine nicht eher weiter tippen können, bis Sie Return gedrückt haben (bei einer klassischen Schreibmaschine wäre das das TSCHING!, wenn man mit dem Hebel den Wagen zum Anfang der nächsten Zeile vorschiebt), doch das angefangene Wort bleibt unvollständig am rechten Bildschirmrand kleben.

Beim Schreiben muss man also stets im Auge behalten, ob das nächste Wort noch komplett in die aktuelle Zeile passt. Wenn nicht, sollte man rechtzeitig mit der RETURN-Taste in die nächste Zeile wechseln.

Beim Schreiben fällt einem auch schnell auf, dass es keine Rückwärts-Taste mehr zum Löschen des bzw. der letzten Buchstaben gibt. Diese Taste funktioniert wie „Cursor links“ und positioniert den Cursor nur über dem bereits geschriebenen Buchstaben, ohne ihn zu löschen. Denn bei KeepWriting kann man Buchstaben nur „übertippen“ und dadurch unlesbar machen. Wie bei einer echten Schreibmaschine überlagert der neu getippte Buchstabe den zuvor geschriebenen und macht ihn unlesbar – aber er bleibt als hässlicher schwarzer Klumpen auf der Seite stehen.

Beim späteren Export des Textes ins reine Textformat wird jeweils nur der letzte Buchstabe exportiert, den Sie an eine bestimmte Position der Seite geschrieben haben. Ich würde daher empfehlen, zum Überschreiben von Tippfehlern das # zu verwenden: So können Sie später im exportierten Text alle # per Suchen/Ersetzen ersatzlos löschen und so sämtliche überschriebenen Passagen auf einen Schlag bereinigen.

Ein nettes und zeitgemäßes Feature von KeepWriting ist der Live-Wordcount am unteren Bildschirmrand, durch den Sie jederzeit im Blick haben, wie lang Ihr aktuelles Manuskript bereits ist.

Export fertiger Manuskripte

Fertig geschriebene Manuskripte bzw. „Stapel“ können Sie mit F5 jederzeit ins HTML- und ins Text-Format exportieren.

Beim Bearbeiten dieser exportierten Texte werden Sie merken, dass Sie am Ende jeder Zeile des ursprünglichen Manuskripts wie bei einer klassischen Schreibmaschine einen festen Zeilenumbruch haben, den Sie beim Überarbeiten von Hand entfernen müssen. Das ist zwar etwas lästig, aber durchaus zu verschmerzen.

KeepWriting in der Praxis

Das Schreiben mit KeepWriting ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig. Das Anlegen neuer Dokumente/Stapel funktioniert über die Funktion „Öffnen“ mit STRG+O: Gibt man hier den Namen eines bereits vorhandenen Manuskripts/Stapels an, wird dieses geöffnet; ist das Manuskript noch nicht vorhanden, wird es unter diesem Namen neu angelegt.

Beim Schreiben dürfte man in den ersten Stunden ziemlich häufig fluchen, da man instinktiv gewohnt ist, Tippfehler direkt korrigieren zu können und auch „on the fly“ Passagen umzuformulieren und abzuändern. All das geht mit KeepWriting nicht – aber das ist gerade die Stärke dieses Programms. Gerade zu Beginn wird man sehr häufig Tippfehler und ganze Textpassagen ausixen, bis die Seiten schließlich aussehen wie Kraut und Rüben.

Doch je länger man mit KeepWriting arbeitet, desto mehr merkt man, wie sich dadurch die eigene Arbeitsweise ändert – und zwar zum Besseren.

Zunächst einmal lernt man, seinen inneren Korrektor ruhigzustellen. Gerade wenn man gewohnt ist, ansonsten mit einer Office-Textverarbeitung wie Microsoft Word zu arbeiten, die selbst die Rohfassung eines Manuskripts direkt im sauber formatierten Buch-Layout anzeigt, passiert es einem schnell, dass man das Schreiben der Rohfassung und deren Überarbeitung gedanklich miteinander vermischt. Ein großer Fehler, der sich aber in der Praxis schnell einschleicht, da es ja so einfach ist, Tippfehler oder unsaubere Formulierungen, die einem bereits während des Schreibens ins Auge springen, direkt zu korrigieren.

KeepWriting zwingt einen dazu, die Rohfassung als solche zu akzeptieren. Man kann zwar Tippfehler und ganze Passagen ausixen und neu schreiben, doch das Blatt sieht dann aus wie Kraut und Rüben. Mit KeepWriting sieht Ihr Manuskript wesentlich sauberer aus, wenn Sie gar nicht erst versuchen, Fehler schon während des Schreibens der Rohfassung zu korrigieren, sondern sich dies ganz bewusst für die spätere Überarbeitung aufheben. Diese Ruhe und Gelassenheit, die man durch die Arbeit mit KeepWriting entwickelt, ist allein schon Gold wert.

Der zweite Effekt ist, dass man bereits nach kurzer Zeit ganz automatisch damit beginnt, seine Sätze gedanklich vorzuformulieren, bevor man sie in die Maschine tippt. Man kann eben nicht einen angefangenen Satz einfach nochmal löschen und neu beginnen, wenn man erst beim Schreiben merkt, dass man sich gedanklich verzettelt hat.

Dieses gedankliche Vorformulieren bremst einen während der ersten Stunden etwas aus – aber nur, weil es ungewohnt ist. Schon nach den ersten Stunden mit KeepWriting merkt man, dass der eigene „innere Erzähler“ und die Finger, die alles in die Maschine hämmern, sich langsam aber sicher auf einen gemeinsamen Rhythmus einspielen. Während man mechanisch noch den letzten Satz in die Tasten hämmert, arbeitet der „innere Erzähler“ bereits am nächsten Satz, so dass man ohne große Verzögerungen weiter schreiben kann.

Das muss ein ähnliches Schreibgefühl sein wie das der früheren Groschenroman-Autoren, die Anfang des 20. Jahrhunderts oft innerhalb weniger Tage die Rohfassung eines neuen Groschenromans in ihre mechanischen Schreibmaschinen hämmerten und nur deshalb von der mageren Bezahlung nach Wörtern leben konnten, weil sie immer nur eine Rohfassung schrieben, die dann bereits vom Verlag ohne größere Änderungen übernommen und gedruckt wurde.

Auch mit KeepWriting merkt man, dass sich die Qualität der Rohfassung durch den Zwang zum gedanklichen Vorformulieren innerhalb weniger Wochen deutlich verbessert, ohne dass man dabei wesentlich langsamer würde. Dieses scheinbare Paradoxon resultiert daraus, dass man die Zeit für die „schnellen Korrekturen“ einspart, die einen mit einer normalen Textverarbeitung bisher immer wieder aus dem Schreibfluss gerissen haben.

Schreibmaschinengeräusche gefällig?

Der einzige Punkt, der mir persönlich noch bei KeepWriting fehlt, sind zuschaltbare Schreibmaschinen-Geräusche – ähnlich wie es das bei WriteMonkey, Patchwork und Q10 gibt.

Doch wer so ein Feature gerne nachrüsten möchte, kann immer noch zum kostenlosen Programm Qwertick (http://www.nattyware.com/qwertick.php) greifen, das ebenfalls portabel ist und auf Wunsch direkt vom USB-Stick läuft.

Wenn man zum Schreiben ohnehin schon eine mechanische Tastatur verwendet, braucht man natürlich keine zusätzlichen Schreibmaschinengeräusche. Es geht doch nichts über das angenehme Klicken der blauen Mikroschalter einer guten mechanischen Tastatur. ;-)

Fazit

Als ich KeepWriting mehr oder weniger durch Zufall entdeckt hatte, habe ich es mehr aus Neugier ausprobiert, als um es wirklich zum Schreiben zu benutzen. Doch trotz (oder gerade wegen?) der pragmatischen und minimalistischen Funktionalität des Programms hat sich meine Meinung während des Tests gründlich geändert.

Ich kann mir durchaus vorstellen, KeepWriting auch in Zukunft zum Schreiben mancher Rohfassungen zu verwenden. Probieren Sie es einfach selbst einmal aus. Vielleicht stellen ja auch Sie fest, dass der Verzicht auf moderne Korrekturmöglichkeiten für mehr Ruhe und Gelassenheit und zugleich für ein fokussierteres, qualitativ besseres Schreiben sorgt.

Wenn Sie neugierig geworden sind, finden Sie KeepWriting unter http://keepwriting.boxjar.com. Viel Spaß beim Ausprobieren!


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Schreibziele: Warum „Was“ wesentlich wichtiger ist als „Wie“

Die meisten Menschen sind sich darüber einig, dass es wichtig ist, Ziele zu setzen – jedenfalls, wenn man etwas ändern oder erreichen möchte. Schließlich ist es mit dem Erreichen von Zielen ähnlich wie mit dem Bogenschießen: man kann kein Ziel treffen, das man nicht sehen kann.

Auch beim Schreiben sind Ziele wichtig. Ziele sagen uns, was wir erreichen wollen, und sorgen dafür, dass wir diese Ziele in der Hektik und dem Stress des Alltags nicht aus den Augen verlieren.

Doch viele Schriftsteller begehen beim Setzen Ihrer Schreibziele einen entscheidenden Fehler – und das, obwohl sie glauben, es gerade damit besonders gut zu machen. Dieser sehr verbreitete Fehler besteht darin, sich zu sehr auf das „Wie“ zu konzentrieren, statt den Fokus auf dem wesentlich wichtigeren „Was“ zu belassen.

Ein „Was“-Ziel gibt an, was ich erreichen möchte – beispielsweise: „Ich will innerhalb der nächsten 12 Monate einen kompletten Roman schreiben, überarbeiten und veröffentlichen.“

Solange man bei diesem Ziel davon ausgeht, dass man seinen Roman als Selfpublisher veröffentlichen wird, ist das ein durchaus machbares Ziel. Um ein Buch zu schreiben und zu veröffentlichen, sind wir nicht auf die Hilfe oder Zustimmung anderer angewiesen. Ob wir ein solches Ziel erreichen, liegt also voll und ganz in unserer Macht.

Natürlich muss man ein solches Ziel planen, um die Erfolgschancen möglichst weit zu erhöhen. Wenn ich innerhalb eines Jahres einen kompletten Roman planen, schreiben und überarbeiten will, brauche ich einen soliden Plan. Um zu prüfen, ob das Ziel realistisch ist, muss ich den ungefähren Zeitaufwand ermitteln und diese Summe mit den Stunden vergleichen, die mir (ebenso realistisch betrachtet) pro Woche zur Verfügung stehen. Wenn ich also 500 Stunden für die Entstehung des Romans rechne und im Schnitt zehn Stunden pro Woche für die Arbeit an diesem Roman einplanen kann, bin ich in dieser Beziehung schon mal auf der sicheren Seite.

Doch hier ist man schon gefährlich nah an dem Punkt, an dem man vom „Was“-Ziel zum „Wie“-Ziel übergeht. Es mag auf den ersten Blick sinnvoll erscheinen, wenn man das große Ziel „Ich will innerhalb der nächsten 12 Monate einen kompletten Roman schreiben, überarbeiten und veröffentlichen“ in ein kleines, überschaubares Wochenziel wie „Ich werde jede Woche zehn Stunden an meinem Roman arbeiten, um ihn innerhalb der nächsten 12 Monate fertigzustellen“ herunterbricht. Oder womöglich gar: „Ich werde jede Woche von Montag bis Freitag morgens von 4:30 – 5:30 Uhr und an den Wochenenden von 6:00 – 8:30 Uhr an meinem Roman arbeiten, um ihn innerhalb der nächsten 12 Monate fertigzustellen.“

Ein solches „Wie“-Ziel, das neben dem eigentlichen Ziel auch den exakten Weg zur Erreichung dieses Ziels beinhaltet, erscheint einem auf den ersten Blick weitaus besser. Doch in der Praxis limitieren wir uns damit nur selbst, legen uns viel zu eng geschnürte geistige Scheuklappen an und legen zugleich den Grundstein für Frustration, Schreibblockaden und ein mittelfristiges Scheitern.

Straff formulierte „Wie“-Ziele haben in der Praxis gleich drei Nachteile:

1. „Wie“-Ziele fördern den inneren Widerstand. Als Schriftsteller sind wir kreativ und wollen keine rigiden Vorgaben erfüllen. Ich weiß ja nicht, wie es Ihnen geht, aber ich verwende für meine Notizen nicht einmal liniertes oder gar kariertes Papier, weil ich das Gefühl habe, dass sie mich in meiner Kreativität einengen. Ich verwende lieber die deutlich teureren Oxford-Collegeblöcke mit ihrem dicken, rein weißen Papier, auf dem sich die Ideen auch mal in die unterschiedlichsten Richtungen ausbreiten können.

Wenn ich präzise Vorgaben habe, wie ich ein Ziel erreichen soll, verliere ich mit fast hundertprozentiger Sicherheit relativ bald den Spaß daran. Es ist wie im Büro: Auch hier haben die meisten Vorgesetzten mittlerweile erkannt, dass es viel effektiver und für die Mitarbeiter wesentlich motivierender ist, wenn man ihnen nicht als Micromanager jeden Schritt vorgibt, sondern lediglich Zielvorgaben gibt und dem Mitarbeiter (innerhalb eines gewissen Rahmens, der durch Richtlinien abgegrenzt wird) die Freiheit lässt, auf welche Weise er das gesetzte Ziel erreichen will.

2. „Wie“-Ziele machen es leichter, zu scheitern. Wenn ich morgens verschlafe oder aus anderen Gründen nicht dazu komme, wie geplant von 4:30 – 5:30 Uhr an meinem Roman zu arbeiten, bin ich in dieser Hinsicht gescheitert – selbst wenn ich die versäumte Stunde später am Tag nachhole. Oder vielleicht komme ich an diesem Tag gar nicht mehr dazu, die Stunde nachzuholen, habe aber während der Fahrt ins Büro eine so tolle Idee für meine Romanhandlung, dass mich das unterm Strich wesentlich besser voran bringt, als wenn ich morgens wie geplant eine Stunde lang am Schreibtisch gesessen hätte.

Jedes kleine Scheitern und jede kleine Niederlage untergräbt unser Selbstbewusstsein und unsere Motivation und treibt damit einen weiteren Nagel in den Sarg des Schreibprojekts. Wenn wir das Gefühl haben, zu oft gescheitert zu sein, neigen wir dazu, das ganze Ziel aufzugeben und zu begraben. Das muss nicht sein – aber dazu gleich mehr…

3. „Wie“-Ziele machen uns blind für andere Chancen und Möglichkeiten. Wenn wir gemäß unserem „Wie“-Ziel morgens eine Stunde am PC gesessen und an der Handlung unseres Romans gearbeitet haben, haben wir das Gefühl, diese Aufgabe für den heutigen Tag abhaken zu können (unabhängig davon, wie gut oder wie schlecht wir innerhalb dieser Stunde voran gekommen sind).

Dabei kann es durchaus sein, dass sich uns im Laufe des Tages noch mehrere gute Gelegenheiten bieten, die wir dazu nutzen könnten, an unserem Roman zu arbeiten. Doch der Fokus auf dem „Wie“ macht uns für diese Gelegenheiten oft blind – und selbst wenn wir sie erkennen, haben wir vielleicht das Gefühl, sie nicht nutzen zu müssen, da wir durch unsere morgendliche Arbeit ja schon im Plan liegen. Eine gefährliche Fehleinschätzung.

Arbeiten Sie stattdessen lieber mit „Was“-Zielen und einer „CanDo-Liste“ statt einer klassischen „ToDo-Liste“.

Da das große „Was“-Ziel „Ich will innerhalb der nächsten 12 Monate einen kompletten Roman schreiben, überarbeiten und veröffentlichen“ zu unhandlich ist, um damit in der Praxis zu arbeiten, wird man dieses ohnehin (je nachdem, in welcher Phase der Entstehung des Romans man sich gerade befindet) durch ein kleineres Meilenstein-Ziel ersetzen. Wobei wir natürlich darauf achten, auch dieses Ziel als offene „Was“-Vorgabe zu formulieren.

Ein solches Meilenstein-Ziel könnte sein: „Ich werde bis Ende nächsten Monats die Planung meines Romans so weit abgeschlossen haben, dass ich mit dem Schreiben der Rohfassung beginnen kann.“

Daraus ergibt sich dann das Tagesziel „Ich werde heute an der Handlung meines Romans arbeiten“.

Das klingt vielleicht zu unpräzise, um wirklich effektiv damit arbeiten zu kommen, doch da kommt die bereits erwähnte „CanDo-Liste“ ins Spiel. Eine solche Liste gibt uns im Gegensatz zu einer klassischen „ToDo-Liste“ nicht vor, was wir machen MÜSSEN, sondern zeigt uns sinnvolle Möglichkeiten auf, was wir machen KÖNNTEN.

Ich verwende für meine „CanDo-Liste“ gerne linierte Karteikarten im Format A6. Frei nach David Allens „Getting Things Done“ schreibe ich mir die „beweglichen Teile“ meines laufenden Projekts heraus und lege für jedes dieser „beweglichen Teile“ eine eigene Karteikarte an.

Das klingt zugegebenermaßen etwas theoretisch, ist in der Praxis aber ganz einfach. Für das Beispiel-Ziel „Ich werde bis Ende nächsten Monats die Planung meines Romans so weit abgeschlossen haben, dass ich mit dem Schreiben der Rohfassung beginnen kann“ gibt es verschiedene „bewegliche Teile“, die nicht in einer festen Reihenfolge in Angriff genommen werden müssen, sondern zwischen denen ich ganz nach Lust und Laune hin und her wechseln kann:

  • Struktur der Handlung (also alles von der klassischen 3-Akt-Struktur bis hin zu detaillierten Notizen zu einzelnen Szenen).
  • Charaktere (Vorgeschichte, Ziele und Konflikte, Charakterfiles, Beziehungen zu anderen Romanfiguren…)
  • Setting und Worldbuilding (Karten zeichnen, Recherche, Story-Wiki aufbauen, Kulturen und Organisationen entwickeln, Sprache und Schrift…)

Jedes dieser „beweglichen Teile“ bekommt seine eigene Karteikarte. In die oberste Ziele schreibe ich mit Fineliner oder Kugelschreiber (da sich hieran nichts mehr ändert) die Bezeichnung der Teilaufgabe (also z.B. „Setting und Worldbuilding“). In die Zeilen darunter notiere ich mit Bleistift die einzelnen Aufgaben, offenen Fragen et cetera. Hierfür verwende ich einen Bleistift, da ich erledigte Aufgaben einfach ausradiere und damit auf der Karteikarte Platz für neue Ideen / Ansatzpunkte schaffe. Meist lasse ich links einen freien Rand von ungefähr einem Zentimeter. Diesen Platz nutze ich, um mit einem kleinen Bleistiftkreuz maximal drei „Favoriten“ pro Karte zu markieren – die Aufgaben, die mich momentan am besten voran bringen würden oder die mich schlicht und einfach momentan besonders reizen.

Diese Karteikarten habe ich immer in der Jackentasche dabei und ich nutze tagsüber jede passende Gelegenheit, um die Karten durchzusehen, neue Ideen zu notieren oder an einzelnen Aufgaben von der Liste zu arbeiten.

Natürlich habe ich trotz dieses flexiblen Ansatzes weiterhin meine festen Projektzeiten. Ich versuche, nach Möglichkeit jeden Morgen von 4:30 bis 5:30 Uhr am PC zu sitzen, um dort an meinem aktuellen Projekt zu arbeiten. Was genau ich in dieser Zeit mache, picke ich mir meist schon am Vorabend aus meinen „CanDo-Karteikarten“ heraus und markiere meine Favoriten.

Aber wenn mir morgens etwas dazwischen kommt und ich statt einer Stunde vielleicht nur 30 Minuten zum Schreiben komme, ist das nicht tragisch. Schließlich habe ich kein „Wie“-Ziel, sondern ein „Was“-Ziel: Mein Ziel ist nicht, morgens 60 Minuten am PC zu sitzen, sondern, mit der Planung meines Romans voran zu kommen. Und dafür werden sich bis abends noch genügend andere (und vielleicht sogar bessere) Gelegenheiten ergeben.

Probieren Sie es ruhig selbst einmal aus. Nicht nur, dass dieser Ansatz wesentlich stressfreier ist – oft werden Sie sogar überrascht feststellen, dass Sie mit dieser offenen Zielsetzung weitaus besser als zuvor mit Ihren Schreibprojekten voran kommen.


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Patchwork-Tutorial: Die Timeline II

Gastartikel von Martin Danesch

PatchworkDie Timeline + Clips = organisches Plotten

Vor der Lektüre dieses Tutorials empfehle ich, sich das erste Timeline-Tutorial einzuverleiben, weil dieses hier Kenntnisse von der Timeline voraussetzt. In dem ersten haben wir erfahren, wie wir eine Timeline anlegen, den Zeitrahmen des gesamten Projekts festlegen, den Szenen ihre eigenen Zeitabschnitte zuweisen, was die Symbole bei den Szenenzellen bedeuten und wie man mit dem Datumspflücker effizient Daten ändert.

Nun soll es um ein wichtiges weiteres Instrument der Timeline gehen, eine große Hilfestellung für das Herstellen eines plastischen Gerüsts zu einem Projekt.

Vermutlich haben Sie zum Thema Timeline bisher allgemein, beziehungsweise aus dem Tutorial ›Timeline I‹, erfahren, dass man Szenen ein Datum und eine Zeit verpassen kann, wodurch diese dann in einer Zeit-Erzählstrang-Matrix dargestellt werden. Man erhält somit eine Übersicht zur zeitlichen Abfolge, sowie eine Gegenüberstellung der Aktionen in den einzelnen Erzählsträngen. Diese Zeitzuordnung geschieht üblicherweise während der Entstehung bis zur Fertigstellung der Geschichte und hat Kontrollfunktion, dient gewöhnlich weniger dem Entwurf.

Bei Patchwork lässt sich die Timeline aber bereits zum Plotten einsetzen, also bevor ein einziges Wort des eigentlichen Texts geschrieben wurde. Man kann so ein Werk bereits im abstrakten Planungsstadium mehrdimensional vor sich sehen.

Screenshot PatchworkErinnern wir uns an einen idealen Entwurfsablauf einer Geschichte mit Patchwork und komplettieren wir ihn nun um den Zeitaspekt:

Wir beginnen ganz vorne bei der Ideensammlung. Um unseren zentralen Begriff (in der Mitte) gruppieren zuerst die einzelnen Akte der Geschichte – drei, fünf oder mehr, je nach Umfang, Thematik und Komplexität. Um diese Planeten, die um das zentrale Thema kreisen, ordnen wir anschließend die Assoziationen an. Das geschieht im Clustering (Brainstorming) (1) und der Kreativmatrix (Auswertung der generierten Ideenpaare), wozu es auch ein eigenes Tutorial gibt.

Aus den so entstandenen Bildern lassen wir uns das Kreativboard bestücken (2), auf dem nun die einzelnen Geschichtenhäppchen auf Weiterverarbeitung warten. Hier wird nach Herzenslust ergänzt, erweitert, gelöscht, verschoben. Figuren gesellen sich dazu, ebenso Schauplätze und wichtige Objekte. Für diesen Prozess sollte man sich ausreichend Zeit lassen.

Nun lernen Sie etwas Neues kennen: Bereits hier kann ein weiteres Instrument ins Spiel kommen, der sogenannte ›Clip‹. Dabei handelt es sich um eine Art dritter Dimension zu den zwei bekannten: ›Szene‹ und ›Zeit‹.

Einen Clip können wir als Klammer betrachten, die  wir an unsere Szenen klemmen. Nehmen wir an, in unserer Geschichte ginge es unter anderem um ein geheimnisvolles Buch. Dieses Buch wird in einer Szene erstmals erwähnt, wird in einer anderen gesucht, wieder wo anders gefunden, geht verloren, wird wiedergefunden, gestohlen und so weiter. An jede Szene, in der etwas zum Buch geschieht, klemmen wir einen solchen Clip und schreiben darauf, was damit passiert. Weil wir jedoch nicht nur das Thema ›Buch‹ in unserer Geschichte haben, wird es eine ganze Menge Clips geben, die Personen repräsentieren, sich wiederholende Rituale, Orte, Gegenstände, ja sogar das Wetter, wenn es eine besondere Rolle spielt.

Wir haben also eine Anzahl verschiedener Clip-Themen, die wir verfolgen wollen: das Buch, Mister X, ein Voodoo-Ritual und so weiter. Weiter hinten werden Sie sehen, wie wir jedem dieser Themen eine unterschiedliche Farbe zuweisen, die sie uns auseinanderhalten lässt.

Nun zurück zum Kreativboard (2): Bereits hier können wir die Clips in den Text einflechten, denn wir wissen ja, wann der Leser von dem Buch erfährt und wann dazu die weiteren Ereignisse stattfinden.

Das Einfügen eines Clips in den Text erledigen wir, indem wir es irgendwo im Text innerhalb einer geschweiften Klammer notieren. Hier die Syntax dazu: {Buch: erstmals erwähnt}. Dabei spielt die Form eine Rolle: Thema – Doppelpunkt – Ereignis.

Der Text eines Elements im Kreativboard, in dem sich ja auch der Clip aufhält, wird beim Erstellen von Szenen an diese weitergereicht. Wenn wir also aus dem Kreativboard Szenen generieren lassen, finden wir bei ihnen im Pitch, dem Szeneninhalt, diesen Text wieder vor – mitsamt den darin eingestreuten Clips. Ab diesem Zeitpunkt werden der Szenenpitch und der Text im Element des Kreativboards beim Bearbeiten wechselseitig synchronisiert, es kann daher der Clip an beiden Orten bearbeitet (dazuerfasst, geändert, gelöscht) werden.

Zum Tragen kommen die Clips dann in der Timeline (4). Dort werden sie rechts an die Szenen angehängt (5).

In der Timeline weisen wir den Szenen, die zu Beginn noch alle am Startdatum hängen, ihre Zeitfenster zu und verlinken sie mit dem passenden Erzählstrang, woraus sich die klassische Timeline ergibt. Treu wandern die Clips mit ihrer Szene in jede Zeit mit, wohin Sie sie beordern.  Im Gegensatz zu Volltextprogrammen (wie Word, OpenOffice, LibreOffice, Papyrus, Textmaker) kann man sehr elegant mit Szenen arbeiten, ohne dass sie noch ein einziges Wort Text enthalten müssen. Und: Später, wenn wir dann schreiben, bleibt der Pitch erhalten und wir können kontrollieren und regulieren. Das ermöglicht uns, auf abstrakter Ebene ein detailliertes Projektgerüst zu bauen und es erst danach mit Fleisch zu füllen. Aber auch später liefern uns Timeline und Clips eine perfekte Übersicht.

Screenshot PatchworkHier sehen Sie die Zusammenhänge mit Bildausschnitten aus den betreffenden Programmbereichen:

Optional entwerfen wir unsere Geschichte im Kreativboard (1), aus dem wir automatisch Szenen generieren lassen können. Natürlich kann man auch direkt bei den Szenen beginnen; das Kreativboard ist aber flexibler, außerdem kann man dort auch Figuren, Schauplätze und Objekte einbeziehen, sowie derer aller Beziehungen visualisieren.

In der Kapitelübersicht verschieben wir sie dann beliebig, dem Ablauf angepasst. Zu jeder Szene gehört (rechts oben im Schreibfenster) der sogenannte Pitch (2), also eine straffe Zusammenfassung des Szeneninhalts. Dort taucht der Text aus dem Kreativboard-Element wieder auf. Wir können ihn hier ebenfalls bearbeiten. Beim Aufbau der Timeline pickt Patchwork die Clips heraus und klammert sie rechts an die jeweilige Szene (3), was im Detail so aussieht (4). Es können pro Szene auch mehrere Clips eingefügt werden (aber immer nur im Pitch-Text, nicht im eigentlichen Szenentext).

Wie wir dieser Grafik entnehmen können, gibt es drei Orte, an denen wir Clips bearbeiten können: im Kreativboard-Element (1), im Pitch der Szene (2) und im Datumspflücker in der Timeline (5), den wir schon aus dem ersten Timeline-Tutorial kennen. Ein Clipthema springt durch seine Farbgebung sofort ins Auge: Mamma im Demoprojekt zum Beispiel in Rot. Sehen wir uns an, wie die Clipthemen zu ihrer individuellen Farbe kommen.

Rechts oben in der Timeline-Werkzeugleiste finden wir eine Schaltfläche mit einem runden Farbsymbol (1). Ein Klick darauf öffnet das Fenster für die Farbzuweisung (2). Die Themen, die wir hier antreffen, wurden automatisch aus den Clips gebildet. Würde man sich dort einmal bei der Themenbezeichnung vertippen, gäbe es hier beim nächsten Aufruf zwei Themeneinträge, etwa ›Mamma‹ und ›Mama‹.

Screenshot PatchworkBei erstmaligem Betreten des Fensters waren alle vier Clipthemen (3) weiß wie hier Olga. Mit einem Doppelklick auf ein Thema öffnen wir die Farbtabelle (6). Dort stehen zwei Farbpaletten zur Verfügung. Die Standardpalette (7) und die Patchwork-Empfehlung (8), die auf Clips abgestimmt ist; die sollten nicht zu hell sein, um sich von den Pastellfarben der Timeline abzuheben.

Mit der Leertaste auf ein Clipthema lässt es sich deaktivieren – der Haken verschwindet (4); es werden in der Folge in der Timeline alle Clips zu diesem Thema nicht mehr angezeigt. Mit der Checkbox alle (5) können sämtliche Clipthemen aktiviert oder deaktiviert werden. Beide Funktionen kombiniert erlauben es schnell, nur ein bestimmtes Thema in der Timeline verfolgen zu können: alle wegschalten und ein bestimmtes wieder anzeigen lassen.

Da es möglich ist, bei einer Szene mehrere Clips einzutragen, kann es zu Bündeln kommen wie hier (9). Die Pfeile links dokumentieren die Zugehörigkeit. Liegen Szenen nahe beisammen, kann dadurch ein Clip oder eine benachbarte Szenenbezeichnung verdeckt werden. Um trotzdem nachlesen zu können, was dort steht, kann man Clips mit der Maus beiseiteziehen. Lässt man sie los, schnappen sie wieder an ihren angestammten Platz zurück.

Clips sind ein Missing Link zur professionellen Storyplanung. Sie erlauben Ihnen bereits auf der abstrakten Ebene des Konzipierens eine umfassende Sicht auf Ihr zukünftiges Werk: die Bausteine des Inhalts (Szenen), deren zeitliches Zusammenspiel (Timeline mit Erzählsträngen) und nun auch das Erscheinen wichtiger Figuren, Schauplätze, Gegenstände und Zustände durch die Clips.

Es lohnt sich, in diese Materie einzusteigen – ganz abgesehen davon, dass es Spaß macht!

Link zum Video

Martin Danesch


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SoftMaker FreeOffice 2016

Vor ein paar Tagen hat die deutsche Softwarefirma SoftMaker ihr kostenloses Office-Paket FreeOffice auf den neuesten Stand gebracht. Während das bisherige FreeOffice noch auf dem alten „SoftMaker Office 2012“ basierte, handelt es sich beim neuen FreeOffice um eine leicht abgespeckte Version des aktuellen „SoftMaker Office 2016“, über das ich in diesem Artikel schon einmal ausführlich berichtet hatte.

Auch wenn ich zum eigentlichen Schreiben von Büchern spezialisierte Schreibsoftware wie Scrivener, Patchwork oder WriteMonkey jedem Office-Paket vorziehe, braucht man als Autor dennoch eine gute „Office-Textverarbeitung“, wenn es an die Veröffentlichung des eigenen Manuskripts geht.

Für diesen Zweck würde ich SoftMaker Office sogar dem Paket des Marktführers Microsoft vorziehen – und erst recht der kostenlosen Konkurrenz LibreOffice bzw. OpenOffice.

Ob Sie nun Ihr Manuskript an einen Verlag schicken wollen oder es als Selfpublisher zur Konvertierung in ein eBook-Format hochladen möchten – fast überall sind Dateien im Microsoft-Word-Format erwünscht oder sogar gefordert. Und während gerade bei kompexen Dokumenten mit Formatvorlagen, Illustrationen o.ä. die Kompatibilität von LibreOffice / OpenOffice oft zu wünschen übrig lässt, bietet SoftMaker Office eine unerreicht hohe Kompatibiltität zu Microsoft Office und erzeugt Word-Dateien, die sich problemlos weiterverarbeiten lassen.

Auch wenn das kostenlose FreeOffice beim Speichern auf die „alten“ Office-Formate wie .doc begeschränkt ist und das neue .docx-Format (ab Office 2007) nur lesen kann, reicht das in den allermeisten Fällen aus.

Doch so richtig punkten kann FreeOffice, wenn es um die Generierung von eBooks geht. Denn während andere Office-Pakete nur im PDF-Format exportieren können (was FreeOffice natürlich auch beherrscht), können Sie aus FreeOffice heraus Ihr eBook auch direkt im EPUB-Format exportieren – samt Titelbild, Metadaten und allem, was dazu gehört.

Natürlich handelt es sich bei FreeOffice nur um eine abgespeckte Version des kommerziellen SoftMaker Office, der bestimmte Features wie die zusätzlichen Wörterbücher oder der leistungsstarke Duden-Korrektor der Professional-Version fehlen. Dennoch dürfte die kostenlose FreeOffice-Version für viele Schriftsteller völlig ausreichend sein.

Und selbst wenn Sie beim Testen von FreeOffice auf den Geschmack kommen und doch lieber zur „Professional“-Version mit Duden-Korrektor, Thesaurus und zusätzlichen Wörterbüchern greifen möchten, sparen Sie als FreeOffice-Anwender satte 50%, da Sie statt der Vollversion für 99,95 € einfach die günstige Upgrade-Version für 49,95 € kaufen können.

Sie finden das kostenlose FreeOffice 2016 für Windows und Linux unter http://www.freeoffice.com/de.


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