Buchmarketing: Fokussieren auf das, was wirkt!

Buchmarketing ist Autorensache, das ist eine unbestreitbare Tatsache, auch wenn viele Autoren das nicht gerne hören. Schließlich will man sich als Schriftsteller ja in erster Linie ums Planen und Schreiben von Büchern und Geschichten konzentrieren – und nicht aufs schnöde Marketing. Aber solange man seine Bücher nicht nur schreiben und veröffentlichen (was in den Zeiten von Print-on-Demand und eBook-Publishing so einfach wie nie zuvor ist), sondern auch verkaufen möchte, kommt man auch als Schriftsteller ums Marketing nicht herum.

Dabei ist die Fokussierung aufs Online-Buchmarketing meist schnell getroffen. Denn schließlich ist übers Internet die Reichweite wesentlich größer als beim Offline-Marketing mit Flyern, Lesezeichen, Plakten, Zeitschriftenannoncen oder Lesungen. Und es ist natürlich auch finanziell günstiger, da man auf die Produktion von Werbemitteln verzichten kann. Jedenfalls, solange man auf kostspielige PPC- (Pay-Per-Click, wie z.B. Google Adwords) oder PPI-Aktionen (Pay-Per-Impression, also z.B. Einblendung von Werbebannern) verzichtet und alles weitgehend selbst erledigt, ohne dafür externe Dienstleister oder Designer anzuheuern.

Schließlich gibt es eine große Bandbreite an Werbemaßnahmen, die man als Autor in Eigenregie nutzen kann. Vom Blogging über Gastposts in Blogs anderer Autoren über Twitter, Facebook, Pinterest und andere soziale Netzwerke bis hin zu Pressemeldungen, Leseproben und kostenlosen eBooks. Doch auch das scheinbar kostenlose Online-Marketing hat seinen Preis – nämlich die Zeit, die wir dafür aufwenden müssen. Hier passt das Zitat von Henry David Thoreau: „The price of anything is the amount of life you exchange for it“, also: „Der Preis jeder Sache ist die Lebenszeit, die wir dafür eintauschen“.

Marketing, und speziell das Online-Marketing in Sozialen Netzwerken wie Twitter, ist ein Fass ohne Boden. Wenn wir nicht achtgeben, kann dieses bodenlose Fass  wie ein schwarzes Loch unsere gesamte Schreibzeit verschlingen. Und ehe wir uns versehen, sind wir nur noch im Marketing aktiv und müssen feststellen, dass es verdammt lange her ist, seit wir das letzte Mal etwas Neues geschrieben und veröffentlicht haben.

Das Problem ist, dass es so viele Möglichkeiten und Optionen beim Online-Marketing für unsere Bücher gibt. Jede von ihnen kann funktionieren und den Verkauf unserer Bücher ankurbeln, wenn wir es richtig machen und genügend Zeit investieren. Doch um alle Möglichkeiten zu nutzen, fehlt uns ganz klar die Zeit – besonders, wenn wir auch weiterhin selbst noch zum Schreiben kommen wollen.

Die Ausweg aus diesem Dilemma ist klar: Statt uns zu verzetteln und Stunden über Stunden für Marketingmaßnahmen zu vergeuden, die uns unterm Strich bestenfalls eine Handvoll zusätzlich verkaufte Bücher bringen, sollten wir uns auf die Marketing-Maßnahmen beschränken, die gemessen am Zeitaufwand den größten Zuwachs an Buchverkäufen bringen.

Leicht gesagt. Aber woher soll man wissen, welche der eigenen Marketingbemühungen besonders erfolgreich waren und welche eher nicht? Zwar kann man beispielsweise in seinem Amazon KDP-Account zeitnah die eigenen Buchverkäufe abfragen und so manchmal nachvollziehen, dass dies mit einem bestimmten Interview oder Gastpost zu tun haben könnte – aber meist ist es dennoch ein ziemliches Kaffeesatz-Lesen.

Sie haben allerdings zwei Ansatzpunkte, um den Erfolg Ihrer Marketing-Maßnahmen zu prüfen:

Bit.ly-Links

Der wohl verbreitetste Kurz-URL-Anbieter ist Bit.ly. Gerade wenn es um Links für Ihr Buchmarkting geht, sollten Sie diesen unbedingt verwenden, um Ihre Links zu verkürzen – auch wenn z.B. Twitter Links ohnehin über seinen eigenen Kurz-URL-Dienst t.co verkürzt. Bit.ly-Links haben den Vorteil, dass Sie zu jedem dieser Links genaue Statistiken abrufen können, wie oft der Link in welchem Zeitraum angeklickt wurde und sogar, aus welchen Ländern Ihre Besucher kamen. Um diese Statistiken zu sehen rufen Sie einfach Ihren Bit.ly-Link auf und setzen ein + dahinter. Alternativ können Sie auch ein /info zwischen das bit.ly und die eigentliche Kurz-URL setzen, also z.B. http://bit.ly/info/MeineURL. Die Variante mit dem + (also: http://bit.ly/MeineURL+) ist natürlich wesentlich einfacher.

Testen Sie es selbst. Um z.B. für den Bit.ly-Link http://bit.ly/1eVFnNk die Statistiken abzufragen, können Sie alternativ http://bit.ly/1eVFnNk+ oder http://bit.ly/info/1eVFnNk verwenden. Das funktioniert natürlich genauso für die amzn.to-Links, die Bit.ly automatisch generiert, wenn man auf eine Amazon-Seite verlinkt.

Um wirklich eine Aussage darüber treffen zu können, wie viele Interessenten z.B. Ihre Amazon-Buchseite aus Ihrem Blogpost heraus, über eine Twitter-Meldung oder von Facebook aus aufgerufen haben, brauchen Sie natürlich für jeden dieser Zwecke einen eigenen Bit.ly-Link.

Das ist kein Problem, da Sie auf http://Bitly.com zu ein und derselben Seite beliebig viele unterschiedliche Bit.ly-Links generieren können. Sie müssen sich nur gut aufschreiben, welche der Kurz-URLs Sie für welche Werbekampagne verwenden, um später über die Bit.ly-Statistiken verlässliche Infos über den Erfolg oder Misserfolg Ihrer Kampagne zu erhalten.

Achtung: Bei der Auswertung der Klicks für Ihre einzelnen Links müssen Sie unbedingt darauf achten, dass Sie im Bereich „Clicks“ den Schieberegler für „All x bit.ly links“ von ON auf OFF stellen – denn sonst erhalten Sie nicht die Statistiken für diesen einen bit.ly-Link, sondern die für alle Kurz-Links, die zu dieser Webseite führen.

Amazon-Tracking-IDs

Ich würde generell jedem Autor, dessen Bücher über Amazon verkauft werden, empfehlen, Affiliate-Links für die eigenen Bücher zu generieren und diese bei jeder geeigneten Gelegenheit anstelle der „normalen“ Amazon-Links zu verwenden.

Zunächst mal sehen Sie so, wie viele der Bücher, die Sie in einem bestimmten Zeitraum verkaufen, über Ihre eigenen Affiliate-Links verkauft werden. Das lässt zumindest mal ungefähre Rückschlüsse darauf zu, wieviel Prozent Ihrer Buchverkäufe übrig bleiben würden, wenn Sie auf das aktive Bewerben Ihrer Bücher verzichten würden.

Auch den „Nebennutzen“ der Umsatzbeteiligung von Amazon sollte man natürlich nicht unterschätzen. Das sind nochmal mindestens fünf Prozent des Verkaufspreises, die Sie als Vermittlungsprovision gutgeschrieben bekommen. Und das nicht nur für Ihre eigenen Bücher, auf die Sie verlinken, sondern für jeden Artikel, den der Kunde nach dem Klick auf einen Ihrer Links kauft. Landet ein Leser also nach einem Klick auf den Affiliate-Link zu Ihrem Roman bei Amazon, entscheidet sich dann aber, statt (oder zusätzlich zu) Ihrem Roman einen Fernseher zu bestellen, erhalten Sie auch für diesen Prozente. Das sind die kleinen positiven Überraschungen, die man gerne mitnimmt.

Zusätzlich haben Sie bei Amazon die Möglichkeit, mehrere Tracking IDs anzulegen, um so die über verschiedenen „Werbekanäle“ generierten Umsätze sauber voneinander zu trennen. Wenn Sie also beispielsweise eine Tracking-ID für Ihre Homepage / Ihr Blog, eine für Twitter, eine für Facebook und eine für „Sonstiges“ anlegen, können Sie für jedes Ihrer Bücher vier separate Affiliate-Links generieren. Wenn Sie diese auch bei der Verwendung sauber trennen (also z.B. auf Twitter nur mit Ihrer „Twitter-Tracking-ID“ generierte Links posten), können Sie über Amazon genau sehen, wie viele Bücher Sie über Twitter, Facebook oder die Links auf Ihrer Autorenhomepage verkauft haben.

Dafür müssen Sie nur in der Werbekostenrückerstattungs-Übersicht das Häkchen bei „Zusammenfassung“ rausnehmen – und schon sehen Sie nur noch die für die im Dropdown-Feld ausgewählte Tracking-ID generierten Umsätze.

Das Schöne an den Werbekostenrückerstattungs-Statistiken ist auch, dass Sie nicht nur die Anzahl der Verkäufe sehen, sondern auch, wie oft Ihr entsprechender Affiliate-Link angeklickt wurde – mitsamt dem Prozentsatz der Besucher, die Ihr Buch nicht nur angeklickt, sondern anschließend auch gekauft haben.

Alleine diese Information, die Sie ohne die Verwendung von Amazon-Affiliate-Links niemals sehen würden, ist Gold wert. Wenn Sie nun z.B. mit einem geänderten Buchcover oder einer verbesserten, noch ansprechenderen Buchbeschreibung experimentieren, können Sie gleich sehen, ob sich dadurch der prozentuale Anteil der Käufer erhöht. Steigt er, ist die Optimierung gelungen. Sinkt er hingegen, hat man eher etwas verschlimmbessert und sollte rasch die Notbremse ziehen und auf die alte Version zurück wechseln.

Regelmäßige Kontrolle ist wichtig

Sie sollten durch Auswertung Ihrer Amazon-Werbekostenerstattung und Ihrer Bit.ly-Links regelmäßig kontrollieren, über welche Marketing-Maßnahmen Sie wie viele Klicks oder Buchverkäufe erzielen.

Nur so können Sie anschließend entscheiden, was sich gelohnt haben und welche Werbeaktionen eher gefloppt sind. So können Sie zukünftig mehr von dem machen, was sich für Sie gelohnt hat, und die Flops entweder canceln oder zumindest vor dem nächsten Versuch noch einmal optimieren.


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