Leseflatrates – schöne neue eBook-Welt?

“Ich habe die Zukunft gesehen, und sie wird nicht funktionieren.” Dieser Satz des amerikanischen Kolumnisten Paul Krugman (der sich im ursprünglichen Kontext auf seine Bilanz einer China-Reise bezog) würde perfekt zu einem Artikel über die Zukunft des Selfpublishings passen – jedenfalls für Autoren, die das Schreiben nicht nur als schönes Hobby, sondern auch als veritablen Nebenverdienst oder gar als ihr Haupteinkommen sehen. Denn der große Ausverkauf hat bereits begonnen.

Ich kann an dieser Stelle förmlich die skeptisch hochgezogenen Augenbrauen vieler Leser vor mir sehen. Haben wir denn nicht die schöne neue Welt des Selfpublishings, in der es keine mächtigen Schwellenwächter in Form von Lektoren, Literaturagenten und Verlagen mehr gibt, sondern in der jeder Schriftsteller seine Bücher einfach und unkompliziert selbst veröffentlichen kann?

Beides ist korrekt – und es passt leider nur zu gut zusammen. Wir befinden uns, was die Welt der Autoren angeht, gerade mitten in der zweiten digitalen Revolution – einer leisen, unauffälligen Revolution, die schleichend und auf leisen Sohlen die tönernen Füße der schönen neuen Selfpublishing-Welt unterspült und sie nach und nach zusammenbrechen lässt. Nicht mit einem lauten Knall wie ein Hochhaus, das in sich zusammen stürzt, sondern eher wie die kleinen Pfahlbauten einer Siedlung, die nach und nach verrotten, in sich zusammensinken und in den Fluten verschwinden, ohne eine Spur zu hinterlassen.

Wenn man früher ein Buch veröffentlichen wollte, gab es fast nur den Weg über die klassischen Verlage. Selfpublishing gab es zwar auch schon in früheren Jahrhunderten (mit renommierten Beispielen von Gotthold Ephraim Lessing bis zu Marcel Proust), doch war dies damals eine teure und finanziell riskante Unternehmung.

Erst Ende der 90er Jahre kamen Selfpublishing-Anbieter wie BoD, über die die Autoren ihre Werke mit geringem finanziellem Einsatz in gedruckte Bücher verwandeln konnten, die dann (oft mehr theoretisch als praktisch) über jede Buchhandlung bestellt werden konnten.

Doch den wahren Selfpublishing-Boom löste Amazon mit dem Kindle aus, der einen rasanten Vormasch der zuvor eher als Nischenprodukt belächelten eReader auslöste – nicht zuletzt auch durch Amazon KDP. KDP bot erstmals jedem Autor die Möglichkeit, sein Buch völlig kostenlos auf dem weltgrößten Marktplatz für elektronische Bücher anzubieten, und dafür auch noch Tantiemen in der sagenhaften Höhe von 70% des Nettoverkaufspreises zu erhalten. Konditionen, von denen Verlagsautoren nur träumen konnten.

Mit dem Kindle, der ersten digitalen Revolution für Autoren, begann ein wahrer Goldrausch. Und genau wie zu den Zeiten des Goldrauschs im Wilden Westen die Geschichten von Goldsuchern die Runde machten, die auf gewaltige Goldadern stießen und unermesslich reich wurden, boomte das Selfpublishing durch die Geschichten von Autoren wie John Locke oder Amanda Hocking, die durch den Verkauf von 99-Cent-Büchern Millionen eBooks verkauften und damit reich und berühmt wurden.

Immer mehr Autoren strömten mit ihren (leider teils schlecht geschriebenen und noch schlechter lektorierten) Büchern auf den Markt, um sich auch ihr Stück vom großen Kuchen zu sichern. Doch nicht nur das ‘Totholz’, das durch negative Kundenrezensionen recht schnell ausgesiebt wurde, flutete den Markt, sondern auch immer mehr Werke ebenso produktiver wie kompetenter Autoren. Nicht nur neue Namen, die als Selfpublisher-Senkrechtstarter scheinbar aus dem Nichts auftauchten, sondern auch ehemalige Verlagsautoren, die nun als Hybrid-Autoren das Beste beider Welten für sich zu nutzen verstanden und sowohl neue Titel als auch Neuauflagen bereits vergriffener älterer Bücher per Selfpublishing veröffentlichten.

Die Flut der Bücher steigt seitdem schneller an, als irgendjemand diese Bücher lesen kann. Eine schöne neue Welt für Leser, die in ihrem Lieblingsgenre mehr Auswahl haben als je zuvor – doch für die Autoren der Scheitelpunkt der digitalen Revolution.

Mit Büchern ist es wie mit jedem Produkt: wenn das Angebot die Nachfrage übersteigt, fallen die Preise. Wenn es mehrere scheinbar gleichwertige Produkte gibt, wird der Käufer meist zum günstigsten Produkt greifen. Und die Mehrzahl der Autoren ließen sich auf diesen Preiskampf ein, bei dem am Ende keiner von ihnen gewinnen kann.

Um in der Flut an Büchern überhaupt noch gesehen zu werden, sind 99-Cent-Aktionen und Gratis-Aktionen heute an der Tagesordnung. Nicht mehr nur als kurze Sonderaktion für treue Leser, die womöglich auch den Newsletter des Autors abonniert haben, sondern über längere Zeiträume hinweg.

Dieses Verramschen von Büchern fördert meines Erachtens die Gratis-Mentalität vieler Leser, die finden, dass eBooks ohnehin kostenlos sein müssten, da sie ja nicht wie Printbücher teuer gedruckt werden müssen (siehe: Der Wert von eBooks).

Auch wenn es natürlich Selfpublisher gibt, die mittlerweile einen derart hohen Bekanntheitsgrad haben, dass ihre treuen Leser ihre Neuerscheinungen auch zum Normalpreis kaufen, geht die breite Masse der Selfpublisher in dieser 99-Cent-oder-Gratis-Welt sang- und klanglos unter.

Manchen von ihnen ist das egal, da sie das Schreiben lediglich als schönes Hobby betrachten und ihre Bücher auch gratis anbieten würden, nur damit sie jemand liest. Doch für Autoren, die ihre kreative Arbeit finanziell honoriert bekommen möchten, werden die Zeiten immer schlechter.

Dazu trägt auch die anfangs erwähnte zweite digitale Revolution bei: die Flatrates, die mittlerweile jeden Bereich der digitalen Welt überschwemmen.

Wir kaufen keine CDs mehr, auch keine einzelnen MP3-Tracks – stattessen haben wir Spotify, Amazon Prime Music, Ampya, Diggster, Napster und Co.

Wir kaufen keine Filme mehr und fahren auch nicht mehr in die Videothek, um uns physische DVDs auszuleihen – stattdessen haben wir Amazon Prime Instant Video, Netflix, Maxdome, Watchever und Co.

Wir kaufen keine Zeitung mehr, sondern lesen online die Nachrichten von Focus, NTV und wie sie alle heißen. Die Presse wird immer mehr durch das Modell der Huffington Post ersetzt, bei der Autoren gratis Artikel liefern, nur um diese veröffentlicht zu sehen.

Und was ist mit eBooks? Wir haben Amazons Kindle Unlimited, Skoobe, Scribd und Readfy. Dreimal darf man raten, was der Vormarsch der Leseflatrates mitelfristig für Auswirkungen auf den Verkauf von eBooks haben wird. Auf Dauer verdienen an Flatrate-Modellen in erster Linie die Anbieter dieser Flatrates, nicht die Künstler, deren Produkte dort nach dem “All-you-can-eat”-Modell verramscht werden.

Leider kann man das Prinzip von Musik- und Video-Flatrates nicht auf den eBook-Markt übertragen. Denn während Musiker einen guten Teil ihrer Einnahmen über Konzerte und Tourneen erzielen (oder ihre CDs erst dann für Musikflatrates freigeben, wenn diese bereits nicht mehr aktuell sind) und Spielfilme ihre Produktionskosten üblicherweise bereits im Kino wieder einspielen, ist das eBook bei den meisten Autoren das eigentliche Produkt. Wenn dieses nicht mehr für lukrative Einnahmen über die Buchverkäufe sorgt, sondern nur noch mit Ausleih-Tantiemen im Centbereich vergütet wird, ist es wirtschaftlich für Autoren endgültig nicht mehr interessant, qualitativ hochwertige Bücher zu produzieren und dabei aus eigener Tasche drei- bis vierstellige Beträge in Lektorat, Korrektorat und Coverdesign zu investieren.

Bei Amazon erkennt man den Wandel und den damit verbundenen Preisverfall bereits. Hier wird schon seit Mitte 2015 nicht mehr nach ausgeliehenen Büchern bezahlt, sondern nur noch nach gelesenen Seiten – Masse statt Klasse.

Allein in den ersten sechs Monaten seit der Umstellung auf die Bezahlung der Autoren nach gelesenen Seiten sind die Tantiemen pro gelesener Seite um fast 40% gefallen – von anfangs 0,53 Cent im Juli 2015 auf gerade mal noch 0,33 Cent im Januar 2016.

Die wahre Bedeutung dieser Zahlen wird einem erst klar, wenn man diese anhand konkreter Beispiele ausrechnet: Wer als Autor einen 300seitigen Roman zur Ausleihe über Kindle Unlimited zur Verfügung stellt, erhält für eine Ausleihe (unter der Voraussetzung, dass der Roman komplett bis zur letzten Seite gelesen wurde!) nur noch 99 Cent, während er für einen regulären Verkauf schon bei einem VK von 2,99 € immerhin Tantiemen in Höhe von 1,75 € erhalten würde.Im Juli vergangenen Jahres hätte derselbe Autor noch 1,59 € für die Ausleihe seines Buchs erhalten, doch seitdem befinden sich die Tantiemen für Ausleihen über Kindle Unlimited im freien Fall – und ein Ende ist nicht abzusehen.

Doch was kann man als Autor tun, um diesem Trend entgegen zu wirken? Nichts zu tun und dem großen Ausverkauf und dem Schwinden der eigenen Tantiemen wehmütig zuzuschauen ist definitiv der falsche Weg.

Wir Autoren haben es selbst in der Hand: Wir sind es, die entscheiden, ob wir unsere Bücher für die Ausleihe über Leseflatrates freigeben oder nicht. Für diejenigen, die direkt über Amazon KDP veröffentlichen, bedeutet das zwar, auch auf die Vorteile von KDP Select wie Gratisaktionen zu verzichten, doch die Wirksamkeit solcher Gratisaktionen wird meist überschätzt (siehe “Gratis-Aktionen bei Amazon: Sinnvolles Marketing-Instrument oder gefährliches Eigentor?“).

Bei BoD, dem Klassiker unter den Selfpublishing-Dienstleistern, kann man beispielsweise bei der Veröffentlichung eines eBooks frei entscheiden, ob man sein Buch zur Ausleihe freigeben möchte – eine vorbildliche Lösung. Ich persönlich würde niemals ein Buch über einen Anbieter veröffentlichen, der das Buch im Rahmen einer Veröffentlichung zwingend auch für diverse Lese-Flatrates freigibt. So etwas wäre für mich ein K.O.-Kriterium.

Nur wenn Autoren in Hinsicht auf Leseflatrates konsequent bleiben, können eBooks ihren Wert behalten. Je mehr Autoren ihre Bücher aus Kindle Unlimited und anderen Leseflatrates entfernen, desto uninteressanter und unattraktiver werden diese Leseflatrates für Leser.

Natürlich kommt man sich hier ein wenig vor wie die Bewohner des berühmten gallischen Dörfchens: Was kann man selbst als einzelner Autor schon bewirken, wenn um einen herum tausende anderer Autoren ihre Bücher weiterhin zur Ausleihe freigeben? Sollte man dann nicht doch besser mit dem Strom schwimmen und mit den paar Cent zufrieden sein, die man als Almosen für eine Ausleihe erhält?

Nein. Auch über Leseflatrates wird man nicht von alleine gefunden, sondern muss als Autor Werbung für die eigenen Bücher machen. Und wenn man schon einen Interessenten für das eigene Buch gefunden hat, soll dieser es bitte auch kaufen, statt es sich über eine Leseflatrate kostenlos auszuleihen.

Man verliert auf diesem Wege vielleicht ein paar Leser, die partout nur das lesen, was gratis angeboten wird oder in ihrer Flatrate enthalten ist. Doch diejenigen, die sich wirklich für ein Buch interessieren, werden es im Zweifelsfall auch kaufen, wenn sie es nicht gratis lesen können.

Das ist aus meiner Sicht der richtige Weg: Gute Bücher zu produzieren, die ihr Geld wert sind und den Leser ansprechen. Und diese Bücher dann nicht zu verramschen, sondern sie zu einem für beide Seiten – Autor und Leser – fairen Preis anzubieten.


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10 Gedanken zu „Leseflatrates – schöne neue eBook-Welt?

  1. Danke für diesen ausgezeichneten Artikel!
    Und der Satz “Gute Bücher zu produzieren, die ihr Geld wert sind …” sollte für alle Bücher gelten, egal, wo und in welcher Form sie auf den Markt gebracht werden. Dieser Qualitätsanspruch (von Autoren an ihre eigenen Produkte) geht leider immer mehr verloren. Denn die Geiz-ist-geil-Mentalität greift auch hier virulent um sich. Und da viele Leser ganz offensichtlich (sh. die Masse von 5-Sterne-Rezensionen bei Schrott-Büchern) nicht in der Lage sind, die Spreu vom Weizen zu unterscheiden, wird sich diesbezüglich wohl auch nichts ändern. Im Gegenteil …

  2. Vielen Dank für diesen Beitrag! Ich habe noch nicht veröffentlicht, verfolge aber interessiert, was da im Zuge einer Veröffentlichung auf mich zukommen könnte.
    Auch ich habe einen Artikel geschrieben (Tempest/Februar/Gedanken einer noch unveröffentlichten Autrorin v. Heike Sonn), in dem es u. a. auch um diesen Hintergrund geht.
    Dieser Trend Masse statt Klasse ist ungesund, in welchem Bereich auch immer.
    Ich vertraue darauf, dass diese Bewegung sich wieder umkehren wird, wenn die Leser die Schn…. Nase voll davon haben, sich durch Bücher zu quälen, die nicht im Geringsten etwas mit dem Handwerk des Schreibens zu tun haben. Leider ein Prozess, der zu langsam vonstatten geht, so langsam, wie das Altern. Ich vertraue darauf, dass Menschen an einem bestimmten Punkt ihres Lebens erkennen, dass Lebenszeit wertvoll ist und nicht an minderwertige Lektüre verschwendet werden sollte. Das gelingt natürlich nur, wenn möglichst viele Kollegen Ihrem Rat folgen und ihre sorgfältig erarbeiteten Bücher nicht für jedwede Vertriebsmöglichkeit freigeben.
    Ich wäe sehr dafür, Ihren Artikel jedem Buch, das vertrieben wird, wann immer es möglich ist, voranzustellen.
    Vielleicht/Vermutlich ist es der großen Masse der Leser nicht bewusst, was illegales Downloaden, oder Ausleih-Flatrades anrichten und dass sie sich selbst den guten, kräftigen Ast, der gutes Handwerk und damit hochwertigen Lesegenuss bietet, absägen, wenn sie diesem Konsumverhalten für Nichts folgen.

    Schreibende Grüße, Heike Sonn

  3. Sehr interessant und auch meine Meinung. Stimmt es eigentlich, dass die Preisbindung für kostenpflichtig angebotene ebooks im Gespräch ist? ( Zumindest beim Marktführer mit dem a am Anfang? Dann wären 99ct-Aktionen und zeitlich begrenzte Rabatte ja passé …

    • Eine Preisbindung für eBooks gibt es ja – in dem Sinne, dass ein kostenpflichtig angebotenes eBook überall gleich viel kosten muss. Man darf also nicht beispielsweise die Kindle-Version billiger oder teurer anbieten als die ePub-Version. Aber solange man sicherstellt, dass eine Preisänderung in allen Shops umgesetzt wird, in denen das Buch erhältlich ist, ist das unproblematisch.
      Pläne hinsichtlich einer darüber hinausgehenden Preisbindung in dem Sinne, dass der Preis eines eBooks über einen längeren Zeitpunkt gleich bleiben muss, wären mir nicht bekannt. Ein Alleingang von Amazon würde m.E. keinen Sinn machen, da die geltenden Gesetze für alle gelten – insofern könnte Amazon so etwas nur für exklusiv über Amazon erhältliche Titel (also KDP-Select-Titel) einführen. Aber aus meiner Sicht würde sich Amazon damit ins eigene Fleisch schneiden, denn bei 99-Cent-Aktionen (bzw. allen Preisen unter 2,99 Euro) kassiert Amazon 65% statt nur 30% des Netto-Verkaufspreises… ;-)

  4. Ausgezeichneter Artikel, vielen Dank dafür.

    Auch ich beobachte diese Entwicklung mit Sorge. Die digitale Revolution frisst ihre Kinder. Und ihre Kinder machen da noch kräftig mit. Allerdings scheint das nicht nur den Autoren aufzufallen sondern auch den Anbietern. Nicht umsonst haben sich die ersten Anbieter entweder komplett vom Markt zurück gezogen (und ihre Anteile anderen überlassen), bestimmte gängige Genres aus ihren Flatrates ausgeschlossen (womit sie de facto ihren mächtigsten Kundenstamm auf Dauer vergraulen dürften) oder überdenken ihre Politik (Bezahlung pro Seite statt Buch). Sie ließen den Dschinn aus der Flasche und wissen jetzt nicht, wie sie diesen wieder zurück hinein bekommen.

    Dummheit, kurzsichtiges Handeln oder einfach Selbstüberschätzung — man kann es sich auswählen.

    Es bleibt abzuwarten, wann und wo diese Entwicklung ihren stabilen Punkt findet. Doch im Endeffekt mache ich mir keine Illusionen: So, wie Internet die Arbeitswelt der Gestalter (Web-Designer), Programmierer und vieler anderen Berufsgruppen (deren Dienstleistungen sich auslagern ließen) nachhaltig und oft sehr nachteilig verändert hat, wird es auch uns Autoren ergehen.

    Wie so oft entwickelt sich eine neue Technologie vom Hype (über neue Möglichkeiten) über Freude (über wahrgenommene Möglichkeiten) bis zur Ernüchterung (wegen des ruinösen Preiskampfs und Verdrängungswettbewerbs) bis zum stabilen Zustand (wo Einige davon leben können, Andere jedoch sich nach Alternativen umschauen müssen).

    Schade nur, das sich so wenige Menschen (Leser, Autoren und Verantwortliche bei den Anbietern) über diese Tatsache Gedanken machen. Nur wenn wir alle mitziehen, könnte sich etwas ändern. Und das ist leider utopisch.

    Bitte noch mehr solcher Artikel.

  5. Interessanter Artikel, keine Frage. Nur, das Beispiel mit den 300 Seiten und den 99 Cent aufgreifend: Was bekomme ich denn von einem seriösen Verlag, wenn ich ein Taschenbuch mit dieser Seitenzahl veröffentliche? Mit ziemlicher Sicherheit weniger als 99 Cent. Und mittlerweile ist noch nicht mal mehr garantiert, dass das Buch ordentlich lektoriert wird.

    • Da stimme ich Ihnen zu. Ich sehe darin einen der Hauptgründe für die große Beliebtheit des Selfpublishings. Verlage zahlen nur einen Bruchteil der Tantiemen, die man als Selfpublisher erhalten kann. Und warum sollte man als Autor heutzutage noch über einen Verlag veröffentlichen, wenn man sich als Autor dennoch weiterhin selbst um die Vermarktung seiner Bücher kümmern muss und nicht einmal mehr ein ordentliches Lektorat/Korrektorat gewährleistet ist? Wenn die Verlage nicht umdenken und sich als Dienstleister für Autoren positionieren, sind sie auf Dauer genau wie die Dinosaurier vom Aussterben bedroht, da es dann keinen vernünftigen Grund mehr für Autoren gibt, ihnen das größte Stück vom Kuchen zu überlassen.

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