Patchwork-Tutorial: Mit Patchwork Freundschaft schließen

Gastartikel von Martin Danesch

PatchworkDieses Tutorial unterstützt Sie dabei, Patchwork kennenzulernen, während Sie zurückgelehnt ein Glas Wein trinken – oder Kaffee oder Tee.

Im Gegensatz zu sogenannten Volltextprogrammen wie Word, Open Office, Libre Office, Papyrus und TextMaker hält Patchwork Ihre Werke in kleinen Häppchen vor. Unter anderem deshalb auch der Name Patchwork.

Hier sehen Sie links das bekannte Volltextprogramm Word und rechts daneben Patchwork. Ich verwende im Folgenden ‚die Words‘ als Synonym für die oben genannten Volltextprogramme, denn sie ähneln einander.

(Klick auf das Bild, um es zu vergrößern)

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Bei beiden Programmen ist der Text (1) der Mittelpunkt des Geschehens. Jeweils auf der linken Seite ein Navigator (2), mit dem man durch die Szenen springen kann. Bei den Words und bei Patchwork lassen sich gleichermaßen im Navigator Kapitel mit der Maus anfassen und an einen anderen Ort verschieben.

Doch bereits ab hier driften die Philosophien auseinander. Während bei den Words der Navigator hauptsächlich der Übersicht dient, zeigt er bei Patchwork auch noch auf detailliertere Einheiten: auf Szenen; denn ein Kapitel – oder Unterkapitel – kann aus feineren Segmenten bestehen.

Bei den Words ist ein Kapitel eine Anzahl Absätze, die durch Überschriften Struktur erhalten. Bei Patchwork steckt hinter jedem Navigatoreintrag ein eigener Container. Dieser Ordner enthält zum Einen als eigenes Dokument den Szenentext (Der Vorteil daraus am Rande: Patchwork ist es egal, wie groß ein Projekt ist. Man kann also auch eine ganze Reihe in einem Projekt beheimaten, was viele Vorteile hat), aber es ist auch Refugium für die ganze Menge weiterer Ingredienzien (3), die zu diesen Teilen einer Geschichte gehören: Figuren, Schauplätze und herausragende Gegenstände, Notizen, Bilder, Recherchedaten (alle zusammen kurz als ‚Requisiten‘ bezeichnet) und verschiedene Kennzeichen: Überarbeitungsstatus, die Perspektive, in der die Szene gehalten ist – sogar den Kamerastandpunkt kann man einstellen – die Art der Szene (die dann die Spannungskurve ergibt) und Kennzeichen zu Besonderheiten. Auch können Sie Szenen individuelle Kennzeichen zuweisen.

Zu einer Szene kann es sogar ein eigenes Brainstorming geben, was bei Schreibblockaden hilfreich ist (Näheres dazu im Tutorial 3 – Patchwork-Einstieg 2: Kreativer Projektstart).

Bei einer Szene kann man auch angeben, an welchem Tag und zu welcher Zeit sie spielt. Das schlägt sich dann in einer Timeline nieder. Der Zeitrahmen der Geschichte kann übrigens sogar im vorchristlichen Bereich liegen (Minus-Jahreszahlen) und man kann eigene Fantasy-Kalender entwerfen.

Schließlich kann man sich pro Szene anzeigen lassen, wieviele Zeichen, Wörter und Seiten lang sie ist. Übergeordnete Elemente beinhalten die Summe ihrer Kinder, wodurch man sowohl die Anzahl pro Szene sieht als auch die Summen in den höherrangigen Kapiteln. Das ist praktisch, wenn man auf ein vorgegebenes Ziel hinschreibt. Die verschiedene Szeneninformationen (4) kann man in den Einstellungen zu- und wegschalten.

Im Videoclip (Link am Ende des Artikels) wird nun beschrieben, wie wir zu unserem ersten Text, den Sie im nächsten Bild sehen, gelangen.

Sehen wir uns beim folgenden Bild den linken Bereich an. Wir können schnell den Doppelzweck davon ausmachen: die Reiter ‚Kapitelübersicht‘ und ‚Requisiten‘ (1) bieten alternativ zwei Informationspools an. Wer einen großen (oder zweiten) Monitor besitzt, kann per Mausklick auf den Reiter mit gedrückter [Strg]-Taste die Requisiten in ein eigenes Fenster auslagern.

(Klick auf das Bild, um es zu vergrößern)

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Damit sind wir bei der Aorta unserer Werke gelandet: Requisiten und deren Integrierung in die Geschichte. Wir wählen die Requisitenart (Figur, Schauplatz, Gegenstand) Figur aus (2). Wir legen eine Figur nach der anderen an und zwar alle, die in der Geschichte vorkommen (3). Das kann natürlich auch während des Schreibens geschehen, je nachdem ob man Planer oder Bauchschreiber ist.

Wir erfassen die notwendigen Informationen wie Name (übrigens: über das Kontextmenü, also rechte Maustaste in der Figurenliste, kann man den Namensgenerator mit Zigtausend Vorschlägen aus aller Herren Länder befragen), Alternativname und Bemerkung, um uns dann den Details (4) zuzuwenden: fünf Reiter gliedern die Informationen in eine Figurenbeschreibung (Erscheinung, Auftreten usw.), die Biografie, freie Notizen und die Entwicklung, die diese Figur im Laufe der Geschichte durchmacht. Im letzten Reiter können wir bis zu 7 Bilder hinterlegen. Wer es ganz genau möchte, was wenigstens für die Protagonisten empfehlenswert ist, begibt sich ins Figurenblatt (5), um dort mit knapp 300 Fragen die jeweilige Figur wie in einem Interview näher kennenzulernen.

Zieht man Figuren aus der Liste links mit der Maus zu den Szenenrequisiten rechts (6), so wird automatisch bei der Szene angezeigt, wer bei gewählter Ich- und der personalen Perspektive der Hauptakteur ist, also der Perspektivträger: es ist bei mehreren Figuren in der Szene immer die oberste; die Reihenfolge lässt sich per Drag&Drop verändern. Will man Figuren automatisch in die Szenenrequisiten übernehmen, aktiviert man den Figurenschnüffler (10), der die vorhandenen Figuren im Text sucht und zum Eintrag in die Szenenrequisiten gleich vorschlägt.

Über die Schaltfläche (7) kann man die Figuren hervorheben lassen. Aktiviert man auch noch die Schaltfläche (9), so wird immer diejenige Figur links in den Vordergrund geholt, die sich im Text unter dem Mauszeiger befindet.

Es gibt zu Patchwork noch eine Menge zu erzählen, was aber den Rahmen dieses Artikels sprengen würde. Für Vieles gibt es hier auch Artikel beziehungsweise auf der Patchworkseite Video-Clips. Heute wollten wir uns ja nur einmal mit Patchwork anfreunden.

Wenn Sie schnuppern möchten, was es noch alles gibt, empfehle ich Ihnen diese beiden Anlaufstellen:

  1. Tippen Sie [F1] für den Aufruf der Hilfe Dort wählen Sie links oben den zweiten Punkt ‚Themeneinstieg‘. Fahren Sie mit der Maus über die Bereiche, um sich über deren Aufgaben zu informieren oder klicken Sie darauf, wenn Sie Näheres erfahren möchten
  2. Nach einer Neuinstallation wird Patchwork im Minimalzustand gestartet, um den Neueinsteiger nicht mit seiner Vielfalt zu verwirren. Sie können nun nach Ihrem Gutdünken bis zu 22 weitere, teils umfassende Features zuschalten. Begeben Sie sich dafür in die Einstellungen (Hauptmenü > ‚Bearbeiten‘ > ‚Einstellungen‘ oder der rechteste Knopf in der Werkzeugleiste). Gleich der oberste Abschnitt bietet diese Zusatzoptionen an. Neben jeder der Kurzbeschreibungen können Sie auf [mehr] klicken und so zu einer ausführlichenBeschreibung gelangen

Screenshot 3Wir hoffen, Ihnen mit diesem kurzen Abriss den Mund wässrig zu machen – wenn Sie Patchwork noch nicht kennen – oder den Einstieg zu erleichtern, wenn Sie gerade Ihr Patchwork-Debüt feiern.

Link zum Video

Martin Danesch


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