Patchwork-Tutorial: Das Arbeitszimmer – portabel arbeiten

Gastartikel von Martin Danesch

PatchworkSelbst wenn man nur mit einem PC arbeitet, kann dieser Artikel interessant sein. Denn mit dem Arbeitszimmer – wie wir die portable Lösung bezeichnen – ist auch der Umzug auf einen neueren Computer problemlos: einfach umstecken. Außerdem ist es ein beruhigendes Gefühl, alles an einem Ort beisammen zu haben.

Wie wir bereits auf der Grafik sehen, ist die Arbeitszimmer-Struktur einfacher als die der klassischen Installation. Der Grund dafür liegt bei Windows, das es nicht gestattet, dass Daten und Programme im selben Bereich liegen. Freilich könnte man das auch umgehen, indem man die Arbeitszimmer-Struktur an einem anderen Ort auf der Festplatte nachvollzieht. Dann, finde ich, ist es aber hilfreicher, gleich auch den Vorteil einer externen Installation zu nutzen.

Was auf den ersten Blick verwirrend wirken mag, ist es bei genauerem Hinsehen gar nicht.

Screenshot Patchwork

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1. Die Strukturen

Links (1) haben wir die klassische Struktur, die man dann erreicht, wenn man beim Setup einfach immer auf [weiter] klickt. Das Programm erhält seinen Platz im Ordner Programme (3). Gleichzeitig wird in einem von Windows vor normalen Benutzeraugen verborgenen Bereich ein Ordner angelegt, in dem sämtliche Einstellungen abgespeichert werden (4). Warum dieser Bereich nicht eingesehen werden kann, ist mir unklar. Es handelt sich dabei um die drei heller gekennzeichneten Ordner. Diese Ordner kann man sichtbar machen, indem man über Systemsteuerung > Ordneroptionen in das Fenster der Ordneroptionen geht (5) und dort bei dem Eintrag Geschützte Systemdateien ausblenden den Haken herausnimmt. Notwendig wird dieser Vorgang spätestens dann, wenn Sie die Einstellungen (4), die auch die Allgemeine Recherche beinhalten, sichern, also manuell kopieren möchten.

Für Ihre Projekte sollten Sie sich eine grundsätzliche Struktur überlegen, wie hier gezeigt. Der bei Windows übliche Ordner für derlei heißt Dokumente (früher Dokumente und Einstellungen). Sie finden ihn, indem Sie dem hier gezeigten Pfad folgen (8). Dabei ist *Name* zu ersetzen durch den Namen, mit dem Sie unter Windows angemeldet sind.

Unter Arbeitszimmer-Installation (2) sieht die Sache einfacher aus. Um diese Struktur zu erhalten, gehen Sie so vor:

  1. Patchwork direkt auf den externen Datenträger (hier als Beispiel mit dem Laufwerksbuchstaben F:\) installieren. Dafür muss in dem ersten Installationsdialog anstatt
    C:\Program Files (x86)\Patchwork stehen: F: \Patchwork
    Damit wird nicht nur der Programmordner erstellt (9), sondern auch gleich der sonst in den Systemtiefen versteckte Ordner für die Einstellungen und die Allgemeine Recherche als Unterordner zum Programmordner angelegt und erhält den Namen Global.
  2. Nun legen Sie direkt in der Root (Wurzel) des externen Datenträgers den Projektordner mit dem Explorer an: Meine Projekte (10).
  3. Tragen Sie in Patchwork in den Einstellungen diesen Projektordner ein (11).
  4. Setzen Sie einen Haken in den Einstellungen im selben Bereich rechts bei der Checkbox Bereich ‚Allgemein‘ > Arbeitszimmer-Modus (Vorher in der Hilfe informieren!).
    Dieser Haken bewirkt Folgendes:
    Die Projekte sind ja mit einem direkten Pfad gespeichert, also zum Beispiel F:\Meine Projekte\Unter der Linden. Sobald Sie den externen Datenträger bei einem anderen PC anstecken, kann es sein, dass er einen anderen Laufwerksbuchstaben von Windows zugeteilt bekommt. Windows nimmt üblicherweise den ersten freien, den es findet. Natürlich könnte man den anpassen, aber das ist lästig, geht manchmal sogar gar nicht (Firmen-PC) und ist gefährlich, wenn man sich vertut.
    Mit dem Arbeitszimmer-Modus setzt Patchwork automatisch den Pfad für die Projekte immer auf den Laufwerksbuchstaben, wo Patchwork selbst ist. Und das ist logischerweise derselbe, also der externe Datenträger, wo sich auch Meine Projekte
    Wichtig! Diese Option ausschließlich nur bei Verwendung externer Datenträger verwenden, wenn auch die Projekte auf diesem lagern!

Mit den grünen, gestrichelten Linien sehen Sie die Entsprechungen der zwei Systeme.

2. Von einer klassischen Installation auf Arbeitszimmer umsteigen

Dafür gehen Sie als Erstes die eben beschriebenen Punkte 1 bis 3 durch. Sie sollten dabei auch gleich darauf achten, die neueste Patchwork-Version zu installieren. Dann führen Sie folgende Schritte durch:

  1. Übernehmen Sie die Lizenz aus Ihrem Festplattenordner. Dafür wählen Sie Hauptmenü > Bearbeiten > Lizenzdatei übernehmen, geben in dem sich öffnenden Dialog den bisherigen Programmordner an, wahrscheinlich C:\Program Files (x86)\Patchwork. Dort wird dann gleich die Datei Patchwork.lic vorgeschlagen.
  2. Schließen Sie Patchwork
  3. Kopieren Sie die Einstellungen und Allgemeine Recherche auf den externen Datenträger.
    Dafür kopieren Sie den Inhalt des Ordners (4) in den Ordner Global (12). Die auftauchende Frage bezüglich Überschreibens mit Ja bestätigen.
  4. Kopieren Sie alle vorhandenen Projektordner in den Ordner F:\Meine Projekte (Wenn der Laufwerksbuchstaben F ist, ansonsten halt in den entsprechenden).
  5. Nun brauchen Sie lediglich Ihre Projekte je einmal öffnen, um sie in der Liste der zuletzt geöffnet Projekte wiederzufinden.
    Hier erleben Sie eventuell eine kleine Überraschung. Obwohl Sie an diesem Ort noch den projektlosen Urzustand hatten, ist auf einmal ein Projekt offen? Der Grund liegt beim Verschieben des Globalordners. Dort drinnen standen auch die letzten Projekte.
    Dafür gehen Sie so vor:
    Hauptmenü > Datei > Projekt öffnen. Dort wählen Sie einen Projektordner nach dem anderen. Also zum Beispiel so: doppelklicken auf:
    F:\Meine Projekte\Projekt 1\paw
    Mit jedem Projektöffnen wird das Projekt in die Liste der zuletzt geöffneten Projekte übernommen und Sie können weiterarbeiten wie gehabt.
  6. Optional, aber praktisch: Erstellen Sie auf jedem PC, auf dem Sie arbeiten, eine Verknüpfung. Dafür gehen Sie zu dem Programm Patchwork (also z.B. F:\Patchwork\Patchwork.exe), klicken mit der rechten Maustaste darauf und wählen in dem Menü Senden an > Desktop (Verknüpfung erstellen). Damit wird auf dem Desktop eine Verknüpfung angelegt. Wenn Sie mit Patchwork vom externen Datenträger weg arbeiten möchten, brauchen Sie so nicht jedes Mal das Programm mit dem Explorer öffnen, sondern können, wie gewohnt, direkt vom Desktop weg starten.
    Tipp am Rande: Sie sollten immer zuerst den Stick anstecken, bevor Sie Windows hochfahren. Ansonsten geht bei diesem Link das Patchwork-Logo verloren, weil es Windows nicht beim Hochfahren findet.

Zum Abschluss noch ein wichtiger Hinweis: Die Tatsache, dass Ihre Projekte nun auf einem externen Datenträger liegen, bedeutet nicht, dass sie damit auch gesichert sind. Sie liegen dort genauso nur als Original vor, wie das auf der Festplatte der Fall wäre. Fazit: Es ist unerlässlich, den externen Datenträger zu sichern und zwar diese beiden Ordner: F:\Patchwork\Global und F:\Meine Projekte. Der Programmordner braucht nicht gesichert zu werden, weil man das Programm ja im GAU-Fall wieder herunterladen kann.

Wenn jemand an diesem System Interesse hat, hier h zwei Empfehlungen für externe Datenträger:

  1. Normaler, sehr kleiner, in einem Test schnellster Stick (schreiben bis 150MB/Sek.) SanDisk Ultra Fit USB 3.0 mit 64 GB, Kosten unter 20,- Euro
  2. Externe SSD-Platte: Extrem schnell (schreiben bis zu 280MB/Sek): Samsung Portable SSD T1 USB 3.0 250 GB, Kosten dzt. ab etwa 130,- Euro

In diesem Sinne wünschen wir frohes, mobiles Autorenschaffen!

Link zum Video

Martin Danesch