Patchwork-Tutorial: Die Timeline I

Gastartikel von Martin Danesch

PatchworkPatchworks Timeline ist ein mächtiges Instrument. Sie kann sowohl während des Plottens, dann natürlich während des Schreibens selbst genutzt, als auch nachträglich zugewiesen werden. Szenen müssen noch keinen Text enthalten, trotzdem kann man aber mit sogenannten Clips die Struktur des Projekts modellieren.

Weil das Thema für einen Artikel zu umfangreich ist, beschäftigen wir uns in diesem hier mit Grundwissen, die Plot-Schiene heben wir uns für das nächste Mal auf.

Auffallend ist die Anordnung. Im Gegensatz zu Filmschnitt- und Vertonungssoftware ist die Timeline nicht horizontal. Warum? Weil es absolut keinen Sinn macht, im Echtzeitabstand Knöllchen auf einer Linie zu verteilen, von denen man aber nicht weiß, was sie bedeuten. Dafür müsste man ganz tief hineinzoomen, bis man eine Szenenbezeichnung lesen kann, verliert dann aber dafür den Überblick.

Screenshot Patchwork

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Deshalb ist Patchworks Timeline vertikal: So kann man die Szenentitel (1) lesen – zumindest deren Anfang – und hat nebeneinander eine beliebige Anzahl an Erzählsträngen (2).

Wir zäumen nun zum besseren Verständnis das Pferd von hinten auf: zuerst das Ergebnis und später, wie man zu den Daten gelangt.

Den Rahmen der Timeline bilden Start- und Enddatum (3), die jederzeit verändert werden können. Schreibt man eine vorchristliche Geschichte, so wird die Jahreszahl mit einem Minus davor angegeben (13.4.-127); doch Achtung, in diesem Fall ist das Jahres-Von optisch größer als das –Bis: -129 bis -114. Zugang zu diesem Datum erhält man über die Schaltfläche (4), über die man auch Spaltenbreite und Kalendeauswahl erfolgen. Über die Schaltfläche (5) gelangt man zum Kalenderdesigner, wo man nach Herzenslust eigene Fantasy-Kalender entwerfen kann.  Innerhalb des Start- und Enddatums wird pro Tag eine Zeile erzeugt (6), wobei Samstage und Sonntage anders eingefärbt sind, um ein besseres Gefühl für den zeitlichen Rhythmus zu haben. Tage, an denen keine Szenen angesiedelt sind, werden grau dargestellt. Übrigens für die Fans individueller Kalender: Im Kalenderdesigner kann man auch die tagesfarben selbst festlegen. So ist ein blauer Montag kein Hindernis.

Finden an einem Tag mehrere Szenen zu unterschiedlichen Zeiten statt, so werden die weiteren in Unterknoten bei diesem Tag untergebracht. Diese Unterknoten kann man alle auf einmal mit (7) oder einzeln mit dem [+]- oder [-]–Symbol am Zeilenanfang auf- oder zuklappen.

In den allgemeinen Einstellungen (Hauptmenü › ‚Bearbeiten‘ › ‚Einstellungen‘ › Bereich ‚Timeline‘ › Max. Leertage zwischen Szenen) kann man angeben, ab wievielen Tagen nicht mit Szenen belegte Tage ausgeblendet werden – Standard sind zehn. Solche Zeitklüfte sind durch ins Dunklere gehende Drei-Zeilen-Blöcke gekennzeichnet, in deren mittlerem die Dauer ausgegeben wird. Hier: ›dazwischen: 1 Mo 29 Tage‹ Durch diese Maßnahme entfällt ein lästiges Zoomen. Mit der Schaltfläche (8) kann man diese Tage dazwischen aufklappen, um ein besseres Zeitgefühl zu erhalten.

Die Uhrzeit einer Szene wird in der Spalte ›von – bis‹ dargestellt. Neben der numerischen Zeitangabe wird der Zeitraum weiß hervorgehoben, wodurch man auf einen Blick sieht, zu welcher Tageszeit die Szene handelt. Ganztägige Szenen sind demnach ganz weiß und durch das Symbol < ··· > ausgewiesen.

Hat man während der Geschichte Ereignisse, die einfach stattfinden, aber mit keinem Erzählstrang zu tun haben, kann man über die beiden Schaltflächen (10) Events erfassen (rechter Knopf) bzw. in voller Breite anzeigen lassen (linker Knopf). Ist die Anzeige deaktiviert, wird das Vorhandensein von Events trotzdem optisch in einem schmalen Balken angedeutet (11).

Nun noch zu den Symbolen vor den Szenentiteln (12), den blauen Blöcken, die Szenen repräsentieren. Die ersten Pfeilchen zeigen die horizontale Tiefe an, also z.B. Kapitel, Unterkapitel und so weiter und zwar nicht nach Umbruchsart, sondern nach horizontaler Tiefe, so, wie Sie sie links in der Kapitelübersicht angelegt haben: je tiefer, desto mehr.

Rechts daneben können eventuell drei unterschiedliche Symbole auftauchen: » | «. Damit sind Szenen versehen, die länger als einen Tag dauern und es bedeuten: »: an diesem Tag beginnt die Szene, |: während dieses ganzen Tags dauert die Szene an und «: an diesem Tag endet die Szene.

Wie für Events gibt es auch für Schauplätze eine eigene Spalte, die man mit (13) öffnen kann. Dabei handelt es sich um die Schauplätze, die man den Szenenrequisiten zugeordnet hat.

Mit (14) kann man Szenen von der Aufnahme in die Timeline ausnehmen. Der Zustand Schaltfläche ((nicht) gedrückt) ist also immer auf die gerade aktulle Szene bezogen. Die Szene wiederum ist die Zelle und nicht die ganze Zeile, da ja in einer Zeile, wenn die Uhrzeit dieselbe ist, durchaus mehrere Szenen angesiedelt sein können, siehe 29.11.1962.

Steht ein genügend großer Monitor zur Verfügung, kann man die Timeline in ein separates Fenster abkoppeln (15). Dann kann man den Text und die Timeline gleichzeitig sehen. Doch auch wenn der Platz nicht ausreicht, kann man zugleich Text und Pitch sehen – mit ausgeklapptem Datumspflücker (16). Zu dem kommen wir gleich.

Wenn Sie mit Patchwork neu beginnen oder ein neues Projekt anlegt haben und im Text arbeiten (Reiter ›Text und Zubehör‹), steht anstelle der Felder im hier rot umrahmten Bereich (1) noch einer der folgenden Hinweise:

Timelines nicht aktiviert. Klick › zu Einstellungen. Damit wird mitgeteilt, dass Timelines bei Ihnen generell noch nicht aktiviert wurden. Bitte draufklicken und sich führen lassen.

Keine Timeline vorhanden. Klick › Timeline anlegen. Die Meldung kann gleich nach der Anlage eines neuen Projekts kommen, bzw. wenn zu dem Projekt noch keine Timeline aktiviert wurde. Ebenfalls einfach draufklicken. Dann können Sie auswählen, welchen Kalender Sie möchten und einen groben Zeitrahmen für die Geschichte angeben.

Sind diese beiden Sachen geklärt, dann taucht das hier abgebildete Szenarium auf (links oben).

Screenshot PatchworkUnter Strang (rechts neben (1)) wählen Sie – wenn es bereits mehrere gibt – den passenden Erzählstrang für die gerade aktuelle Szene aus. Jeder Erzählstrang bekommt in der Timeline seine eigene Spalte ((2) im ersten Bild). Über (4) können Sie weitere Stränge hinzufügen. Verwalten (löschen, umbenennen) können Sie Stränge über (5), wodurch Sie in das Fenster (5) gelangen. Dort sind alle Schaltflächen selbsterklärend außer (7): Mit Aktivierung dieser Schaltfläche werden links in der Kapitelübersicht all die Szenen hervorgehoben, die demselben Strang zugehören wie die gerade aktuelle. Dasselbe können Sie auch erreichen, indem Sie auf (3) klicken.

Eine Szene nicht an die Timeline übergeben können Sie über (2), das dann rot wird und zum Datumspflücker (8) gelangen Sie über (6).

Der Datumspflücker (8) ermöglicht eine sehr schnelle Eingabe von Datum und Zeit. Der in ihm zur Verfügung gestellte Zeitrahmen bildet den Zeitraum ab, den Sie in der Timeline definiert haben. Der Inhalt wird natürlich anders aussehen, wenn Sie einen eigenen Kalender erstellt haben.

Die Auswahl von Datum und Zeit geschieht von links nach rechts: In jeder Spalte auf das Zutreffende klicken und der Szene zuweisen, indem Sie in der rechtesten Spalte doppelklicken. Dabei muss diese rechteste aber nicht die Minutenspalte sein, sondern die, die für Ihren Zeitraum zur Szene passt. Der (detaillierte) Rest wird aus den Minimal-Maximal-Werten der kleineren Einheiten automatisch gebildet. Bei dem angezeigten Beispiel bedeutet das bei Doppelklick auf:

  1. 1962: vom 1.1.1962 00:00 bis zum 31.12.1962 23:59
  2. · · › Januar: vom 1.1.1962 00:00 bis zum 31.1.1962 23:59
  3. · · › · · · › 1: vom 1.1.1962 00:00 bis zum 1.1.1962 23:59
  4. · · › · · · › · · · › 0: vom 1.1.1962 00:00 bis zum 1.1.1962 00:59
  5. Klicken Sie hingegen auf einen der Fünf-Minuten-Sprünge in der Spalte ganz rechts, dann erhalten Sie die detaillierteste Eingrenzung. Und zwar dieselbe wie unter 4., hingegen ab der gewählten Minute in Länge des Wertes, der direkt darunter, bereits im grauen Bereich, angegeben ist: also 15 Minuten. Bei Doppelklick auf 55: vom 1.1.1962 00:55 bis zum 1.1.1962 01:10

Über den grauen Winkel rechts unten kommen Sie zu noch ein paar Optionen.

Dort, wo von Haus aus 15″ steht (9), können Sie die üblichste Dauer einer Szene angeben, die dann zum Tragen kommt, wenn Sie auf die Spalte ›Min‹ doppelklicken. Klicken Sie übrigens auf (9), dann können Sie diese Standardzeit ändern (siehe Beispiel 5 oben). Über das Fragezeichen gibt es eine kurze Info.

Das Dreieck (10) ist nur dann aktiv (schwarz), wenn Sie nicht im Reiter ›Text und Zubehör‹, sondern im Reiter ›Timeline‹ stehen. Mit ihm können Sie den Datumsplücker nach rechts ausklappen und sehen dort dann auch Text und Pitch der gerade aktuellen Szene.

Ein Klick auf (11) bewirkt, dass Datum und Uhrzeit der aktuellen Szene hierher in den Datumspflücker übernommen werden. Das ist, wenn dieser Knopf (12) aktiv ist, automatisch der Fall, wenn man in der Kapitelübersicht oder der Timeline die Szene wechselt.

Mit der Schaltfläche (13) werden Datum und Zeit der aktuellen Szene direkt an die von der vorhergehenden Szene angehängt.

Wenn ein Doppelklick auf die Spalte ›Min‹ für die Dauer einer Szene unpassend ist, weil sie kürzer oder länger dauert als der unter (9) angegebene Zeitraum, können Sie über [Dauer] (14) eine individuelle Dauer wählen. In diesem Fall nirgends ein Doppelklick zur Übernahme, sondern den grünen Haken rechts wählen um Datum und Dauer an die Szene zu übergeben.

Sie sehen, dass Sie mit der Timeline ein Werkzeug an die Hand bekommen, das Ihnen einerseits eine optimale Sicht auf die zeitlichen Zusammenhänge Ihres Werks gibt und das zugleich die dafür nötigen Eingaben optimiert.

Im nächsten Tutorial erfahren Sie, wie Sie bei Patchwork die Timeline zum Plotten nutzen können.

Viel Spaß beim Gestalten des Zeitgeschehens Ihrer Werke!

Link zum Video

Martin Danesch


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Ein Gedanke zu „Patchwork-Tutorial: Die Timeline I

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