Patchwork-Tutorial: Requisiten-Timeline

 Gastartikel von Martin Danesch

PatchworkWährend Timelines üblicherweise die zeitliche Anordnung von Szenen innerhalb einer Zeitleiste visualisieren, wird die Requisiten-Timeline aus Ereignissen der Requisiten automatisch generiert.

Mit ihr bekommt man ein klares Feedback, wie sich die Handlungen der Figuren auf dem Plan der Schauplätze abspielen und zeitlich zueinanderpassen. Auch kann man diese Vorgänge beliebigen Ereignissen gegenüberstellen, seien es Messen, Feste, Kriege, was auch immer.

Die Handhabung ist einfach.

Screenshot PatchworkWie ja bekannt ist, hat Requisit (also Figur, Schauplatz und Gegenstand) (1) im Fußbereich bis zu fünf Eingabefelder (2), in denen beliebig viel Text eingegeben werden kann. Hier hinein schreibt mann all das, was man während des Verfassens seiner Geschichte im Blick haben möchte. Dazu gehören natürlich auch Ereignisse mit ihrer zeitlichen Verankerung – was man ohnehin meistens macht. Um eine Gegenüberstellung all dieser Ereignisse zu erhalten, braucht man lediglich das jeweilige Datum zu markieren.

Die Markierung erfolgt auf bestimmte Weise: Klick vor die erste Ziffer des Datums, dann [Strg+Shift] gemeinsam drücken und gedrückt halten, mit der Maus über das gesamte Datum fahren und dann die beiden Tasten wieder loslassen. Was sich verändert hat, ist die Hintergrundfarbe des Datums: sie ist nun lichtblau (3). Da der Text, der vor/hinter diesem Datum steht, in die Timeline-Zelle übernommen wird, empfiehlt es sich, möglichst kurze Aussagen zu wählen, da man sonst die Spaltenbreite zu groß wählen müsste, um den Text gänzlich lesen zu können – was wiederum bei kleineren Monitoren zu Ungunsten der Übersicht geht.

Sobald man nun in ein anderes Eingabefeld außerhalb des gerade aktuellen klickt, generiert Patchwork für dieses Datum einen Eintrag in der Requisiten-Timeline. Dabei wird automatisch für jede Figur eine Spalte eingerichtet (4).

Die vertikale Gliederung der Timeline sind die Jahre (5). Pro Jahr wird eine Zeile generiert, gleichgültig, ob sich darin ein Ereignis befindet oder nicht. Sind in einem Jahr mehrere Ereignisse, dann werden für alle weiteren nach dem ersten eigene Unterknoten gebildet (6).

Sind mehr als 10 Jahre ohne Ereignis (die Anzahl kann man in den Einstellungen angeben: Hauptmenü > ‚Bearbeiten‘ > ‚Einstellungen‘ > Bereich ‚Timeline‘ > Max. Leerjahre (Requisiten-Timeline)), wird stattdessen eine graue Leerzeile eingefügt (7). Dieses Verbergen kann man aber in den Optionen der Requisiten-Timeline (8) ausschalten.

Wenn man umgekehrt auf eine der belegten Zellen klickt, wird dieses Ereignis in den Requisiten gesucht und angezeigt. Klickt man auf eine leere Zelle, wird auf den Bilderreiter der betroffenen Figur umgeschaltet.

Die Breite der Spalten lässt sich verändern (9).

Wie bereits gestreift, kann man nicht nur Figuren, sondern auch die beiden anderen Requisitentypen Schauplatz und Gegenstand verwenden. So könnte man die Renovierungsdauer einer Wohnung ebenso einbinden, wie Anfang und Ende eines Urlaubs. Wie lange eine bestimmte Arbeit benötigt oder den Zeitraum einer Schwangerschaft. Zu allem hat man hier eine Übersicht.

Zeitdifferenzen: ein sehr praktisches Feature ist dir Möglichkeit, sich die Differenz zwischen zwei Zeilen anzeigen zu lassen. Dafür klickt man auf eine Zeile. Sobald man dann mit der Maus auf- oder abfährt, wird im Titel der Jahresspalte in Klammern die Differenz angezeigt. Das brauche ich zum Beispiel oft, um nachzusehen, wie alt ein Protagonist war, als sich etwas Bestimmtes ereignete.

In der Werkzeugleiste (8) warten noch folgende Optionen auf den Anwender (von links nach rechts):

Timeline neu aufbauen: üblicherweise nicht nötig, da dies automatisch geschieht, wenn man in einem der Notizfenster der Requisiten geändert hat.

Szenen integrieren: Wenn aktiv, werden auch die Daten der Szenen in einer neuen Spalte ganz vorne mit eingebunden.

Alle Knoten immer geöffnet: Damit werden all die Knoten der Jahre geöffnet oder geschlossen, bei denen es mehrere Daten gibt.

Datumsspalte anzeigen: Damit kann man das genau Datum, also den Tag, ausblenden.

Datum im Text anzeigen: Sinnvoll gemeinsam mit dem vorherigen Knopf: Das Datum wird direkt in der Requisitenspalte angezeigt.

Leerjahr-Segmente doch anzeigen: Damit werden auch mehrere aktionslose Jahre angezeigt anstatt des grauen Balkens.

Spaltenübersicht zweizeilig: Wenn aktiv, wird in der zweiten Titelzeile die Bemerkung zur Figur angezeigt.

Hat man sich einmal an die Requisiten-Timeline gewöhnt, würde sich manch einer vielleicht – so wie ich – etwas amputiert vorkommen, hätte er sie mit einem Mal nicht mehr.

Link zum Video

Martin Danesch


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