Buchtipp: Plot & Struktur: Dramaturgie, Szenen, dichteres Erzählen

Im WritersWorkshop E-Zine und meinem Blog habe ich im Laufe der Jahre schon mehrfach Schreibratgeber aus der Feder von Stephan Waldscheidt (http://Schriftzeit.de) vorgestellt. Diesmal möchte ich Ihnen seinen im April 2016 erschienenen Ratgeber “Plot & Struktur: Dramaturgie, Szenen, dichteres Erzählen” empfehlen.

Wie man es schon von Waldscheidts anderen Schreibratgebern kennt, handelt es sich auch bei diesem Buch nicht etwa um ein durchgängig strukturiertes Nachschlagewerk, sondern um eine bunte Mischung von über 60 Artikeln rund ums Thema “Plot & Struktur”, in denen diese komplexe Thematik ebenso kompetent wie humorvoll von den unterschiedlichsten Seiten aus beleuchtet wird.

Regelmäßige Leser des Schriftzeit-Blogs und des WritersWorkshop E-Zines, in dem manche der Kapitel dieses Buchs bereits als Gastartikel erschienen waren, werden Teile des Inhalts bereits kennen – aber das macht überhaupt nichts. Denn im Gegensatz zu so manchem drögen Lehrbuch, das einen beim Lesen eher einschläfert als beflügelt, kann man Waldscheidts Ratgeber auch rein zur Unterhaltung lesen (und dabei als Nebeneffekt eine Menge über die Struktur und den Aufbau guter Romane lernen).

Mit Waldscheidts lockerem Schreibstil, seinem augenzwinkernden Humor und einem enormen Fachwissen über das Handwerk des Romanschreibens fällt auch “Plot & Struktur” für mich ganz klar unter “Edutainment”: Man lernt eine Menge, bekommt interessante neue Anregungen und Einsichten, die anhand konkreter Beispiele aus Romanen und Filmen belegt und erläutert werden, und fühlt sich dabei die ganze Zeit prächtig unterhalten. Ich kann das Buch jedem Romanschriftsteller nur ans Herz legen – äußerst lesenswert!

“Plot & Struktur: Dramaturgie, Szenen, dichteres Erzählen” ist unter https://www.amazon.de/Plot-Struktur-Dramaturgie-dichteres-Meisterkurs-ebook/dp/B01DS1HZUA wahlweise als eBook für 4,99 Euro oder als Taschenbuch für 14,98 Euro erhältlich.


Tipp: Abonnieren Sie den kostenlosen WritersWorkshop Autorennewsletter und erhalten Sie alle neuen Beiträge direkt am Erscheinungstag ganz bequem per Mail.

Buchtipp (englisch): “When Every Month Is NaNoWriMo”

In wenigen Tagen beginnt der diesjährige NaNoWriMo: der “National Novel Writing Month” – unter Nicht-Roman-Autoren eher als “November” bekannt. Grund genug für mich, diesmal ein Buch vorzustellen, dessen Fokus ganz klar auf dem NaNoWriMo liegt: “When Every Month Is NaNoWriMo” von Larry Brooks.

Wer gerne englischsprachige Schreibratgeber (oder Blogs übers Schreiben) liest, kennt Larry Brooks vermutlich als den Autor von Büchern wie “Story Engineering”, “Story Physics” und “Story Fix” oder aus seinem Blog Storyfix.com, in dem er regelmäßig interessante Artikel über die Struktur und Planung von Romanen veröffentlicht.

Aber widerspricht ein so strukturierter Ansatz, der den Fokus auf die Konstruktion einer Geschichte legt, nicht dem Gedanken des NaNoWriMo, innerhalb von nur 30 Tagen einen kompletten Roman (wenngleich nur als Rohfassung) herunter zu schreiben?

Um zu beweisen, dass Struktur und Geschwindigkeit keinen Widerspruch in sich darstellen, veröffentlichte Larry Brooks Ende 2011 in seinem Blog eine 31-teilige Artikelserie darüber, wie man einen kompletten Roman innerhalb einer knappen Deadline (wie der des NaNoWriMo) schreiben kann.

Aus dieser Serie von Blogposts wurde (mit kleineren Änderungen) der Schreibratgeber “When Every Month is NaNoWriMo”. Auch wenn die ursprünglichen Blogposts für das Buch überarbeitet und in manchen Passagen klarer formuliert wurden, handelt es sich dennoch nicht um ein so strukturiertes Werk wie Brooks andere Schreibratgeber.

Beim Lesen springen einem immer wieder Passagen ins Auge, die wenig mit dem eigentlichen Fokus des Buchs zu tun haben. Solche Abschweifungen sind bei Blogposts nicht unüblich, reißen einen aber hier immer wieder etwas aus dem Lesefluss heraus. Auch die einzelnen Artikel enthalten mehr Wiederholungen und redundante Informationen als ein normaler, sauber strukturierter Schreibratgeber. Und last not least fehlt dem Buch ein übersichtliches Inhaltsverzeichnnis, mit dem man direkt zu bestimmten Themen springen kann. Stattdessen ist das Buch darauf angelegt, in fester Reihenfolge von vorne nach hinten gelesen zu werden.

Wenn man Brooks bereits kennt, weiß man im Groben, was einem in diesem Buch erwartet: Struktur, Struktur und nochmals Struktur als der allein selig machende Weg zu einem guten Roman. Wer sich selbst als ‘Pantser’, ‘Gärtner’ oder ‘organischen Schriftsteller’ sieht und keine Lust hat, sich von Brooks zu missionieren und zum Outliner konvertieren zu lassen, wird an Brooks Werk (ebenso wie an seinen anderen Schreibratgebern) vermutlich relativ wenig Spaß haben.

Doch wenn man dem Ansatz etwas abgewinnen kann, einen Roman erst aus der Vogelperspektive zu planen, bevor man sich auf die eigentliche Reise begibt, ist “When Every Month Is NaNoWriMo” eine wertvolle Ergänzung der eigenen Schreibbibliothek.

Gerade wenn man noch keinen der Schreibratgeber von Larry Brooks gelesen hat, ist dieses verglichen mit seinen anderen Büchern recht günstige eBook ein recht guter Einstieg, um einen Eindruck von Brooks Ansatz zu bekommen und die Konzepte kennenzulernen, die Brooks in seinen anderen Schreibratgebern ausführlicher und mehr in die Tiefe gehend erklärt.

Kurzum: Wenn einem “When Every Month Is NaNoWriMo” gut gefällt, kann man sich recht sicher sein, dass einem auch “Story Engineering”, “Story Physics” und “Story Fix” gefallen werden. Das macht dieses eBook zu einem guten Einstieg in die Storyfix-Schreibrategeber.

Zum jetzigen Zeitpunkt ist das Buch anlässlich des NaNoWriMo auf 99 Cent reduziert – also ein echter “No Brainer”, bei dem man ohne zu zögern zugreifen kann. Wenn das Buch nach dem Ende der Aktion wieder zum vollen Preis verkauft wird, würde ich die Kaufempfehlung hingegen relativieren und eher empfehlen, sich zunächst einmal die Original-Blogposts auf Storyfix.com durchzulesen. Im direkten Vergleich haben die Blogposts gegenüber der eBook-Version den Vorteil, dass man sich hier auch die oft recht interessanten Leserkommentare zu den einzelnen Artikeln zu Gemüte führen kann.

Sie finden die Kindle-Version bei Amazon unter: https://www.amazon.de/When-Every-Month-NaNoWriMo-English-ebook/dp/B0064IE896

Alternativ finden Sie den ersten Blogpost der dem eBook zugrundeliegenden Artikelserie von Larry Brooks auch heute noch in seinem Blog unter http://storyfix.com/nail-your-nanowrmo. Von hier aus können Sie sich über die Links (rechts oberhalb des schwarzen Überschrift-Balkens) der Reihe nach durch die einzelnen Artikel der Serie hangeln.


Tipp: Abonnieren Sie den kostenlosen WritersWorkshop Autorennewsletter und erhalten Sie alle neuen Beiträge direkt am Erscheinungstag ganz bequem per Mail.

Buchtipp: “Scrivener – Romane, Sach- und Drehbücher professionell schreiben” von Christian Fleischhauer

Viele Schriftsteller, die nach einer guten Schreibsoftware suchen, landen früher oder später bei Scrivener. Doch auch wenn die Software selbst inzwischen auf Deutsch erhältlich ist, gibt es das mitgelieferte PDF-Handbuch ausschließlich auf Englisch. Das ist natürlich ein Handicap für diejenigen, die lediglich über ein etwas eingerostetes Schulenglisch verfügen – denn Scrivener ist zwar ein brillantes Schreibwerkzeug, aber alles andere als selbsterklärend.

Diese Lücke schließt nun das Buch “Scrivener – Romane, Sach- und Drehbücher professionell schreiben” von Christian Fleischhauer, das kürzlich bei SmartBooks erschienen ist.

Auf guten 300 Seiten liefert Fleischhauer nicht nur einen Einstieg in Scrivener, sondern geht nach einer kurzen Einführung systematisch auf alle wichtigen Aspekte des Schreibens mit Scrivener ein – von der Projektmappe über den Editor, den Inspektor, Pinnwand und Gliederungsansicht bis hin zur Kompilierung des fertigen Manuskripts in ein eBook.

In weiteren Kapiteln geht Christian Fleischhauer anschließend auf Sonderthemen wie die Arbeit mit Mindmaps und Clustern über Scapple und andere Mindmapping-Programme, Besonderheiten bei der Formatierung von Sachbüchern und Drehbüchern sowie die Formatierung des eigenen Manuskripts mit Multimarkdown und Latex ein. Den Abschluss bildet schließlich ein Kapitel über das Anlegen eigener Projektvorlagen.

Eine weitere Stärke des Buchs ist, dass es sich gleichermaßen mit der Windows- und der Mac-Version von Scrivener beschäftigt, während andere Scrivener-Bücher oft ausschließlich auf die Mac-Version des Programms ausgelegt sind. Aufgrund der immer noch vorhandenen Unterschiede zwischen beiden Versionen ist dies zwar teils ein ziemlicher Spagat, der Herrn Fleischhauer jedoch souverän gelungen ist.

Da der Preisunterschied zwischen der broschierten Ausgabe (26,90 €) und der Kindle-Version (21,90 €) extrem “sparsam” ausfällt, würde ich definitiv zum Kauf der broschierten Ausgabe raten – zumal ein Rezensent bei Amazon kritisiert, dass die Screenshots in der Kindle-Version eine zu geringe Auflösung haben und daher etwas unscharf wirken. Ein Problem, das man bei der broschierten Version definitiv nicht hat.

Sie finden “Scrivener – Romane, Sach- und Drehbücher professionell schreiben” bei Amazon über diesen Link. Wer Scrivener besitzt, aber bisher mit dem Programm nie so richtig warm werden konnte, sollte bei diesem Buch definitiv zugreifen.


Tipp: Abonnieren Sie den kostenlosen WritersWorkshop Autorennewsletter und erhalten Sie alle neuen Beiträge direkt am Erscheinungstag ganz bequem per Mail.

Buchtipp: “Schreibcamp: Emotionen” von Stephan Waldscheidt

Von Stephan Waldscheidt (Schriftzeit.de) gibt es einen neuen Schreibratgeber: Runde neun Monate nach Erscheinen des ersten Schreibcamp-Ratgebers im September 2013 hat nun ein neues Schreibcamp das Licht der Welt erblickt – und zwar eines mit einem relativ eng gesteckten Fokus: Emotionen. Und damit sind nicht nur die Emotionen Ihrer Romancharaktere gemeint, sondern auch Ihre eigenen Emotionen und die Ihrer Leser.

In gewohnt lockerer und unterhaltsamer, aber äußerst fundierter Weise beleuchtet Stephan Waldscheidt die vielfältigen Zusammenhänge zwischen den Emotionen des Autors, des Lesers und der Romancharaktere, die als Bindeglied zwischen Autor und Leser fungieren.

Mit 29 Kapiteln ist das neue Buch noch ein Kapitel umfangreicher geworden als sein sehr guter Vorgänger, was sich auch in der sogar noch etwas höheren Seitenzahl bemerkbar macht.

Falls vielleicht der ein oder andere Leser Sorge hat, durch den eng gesteckten Fokus des Buchs weniger Gegenwert für sein Geld zu bekommen als beim allgemeiner gefassten ersten Schreibcamp – diese Befürchtung ist absolut unbegründet. Dadurch, dass das Thema des neuen Schreibcamps nicht so breit gefächert ist, konnte Stephan Waldscheidt diesmal noch wesentlich mehr in die Tiefe gehen und alle Aspekte des Themas ausführlich und mit einprägsamen Beispielen erläutern.

Fazit: Auch in seinem neuen Schreibcamp-Ratgeber zeigt Stephan Waldscheidt die Grundlagen fesselnder Romane. Durch die Aufteilung in 29 tägliche Lektionen zeigt er dem Leser in jedem Kapitel neue interessante Ansatzpunkte, um die eigenen Romane noch packender und emotionaler zu gestalten. Wer also Romane schreibt und seine Leser gerne tief in seine fiktionale Handlung hinein ziehen möchte (und welcher Autor möchte das nicht?), sollte beim neuen Schreibcamp definitiv zugreifen: Informativ, unterhaltsam und fundiert – also gehaltvolles Aufbaufutter für die eigenen Schreibmuskeln.

Sie finden die Kindle-Version von “Schreibcamp: Emotionen” für 2,99 € bei Amazon.


Tipp: Abonnieren Sie den kostenlosen WritersWorkshop Autorennewsletter und erhalten Sie alle neuen Beiträge direkt am Erscheinungstag ganz bequem per Mail.

Buchtipp: “The Complete Writer’s Guide to Heroes and Heroines”

Das 200seitige englischsprachige Taschenbuch “The Complete Writer’s Guide to Heroes & Heroines: 16 Master Archetypes” der Autorinnen Tami Cowden, Caro LaFever und Sue Viders gehört zu den besten Büchern, das zum Thema Charakterisierung geschrieben worden ist.

In den beiden ersten Teilen des Buchs werden zunächst einmal die Archetypen der Helden und Heldinnen ausführlich analysiert und mit konkreten Beispielen aus Büchern, Filmen und Serien untermauert.

Im dritten Abschnitt zeigen die Autorinnen, wie man diese Archetypen verwendet, um glaubwürdige und faszinierende Charaktere zu erschaffen, bevor sie im vierten Abschnitt die einzelnen Archetypen aufeinander prallen lassen und für jede Kombination aus Held und Heldin aufzeigen, wo das Konfliktpotenzial liegt und wo sich beide ergänzen und sich so im Verlauf der Handlung gegenseitig beeinflussen.

Für jeden Schriftsteller, der in seinen Büchern abgerundete, dreidimensionale Charaktere erschaffen will, ist dieses Buch schon fast eine Pflichtlektüre.


Tipp: Abonnieren Sie den wöchentlichen WritersWorkshop Autorennewsletter und erhalten Sie alle neuen Beiträge direkt am Erscheinungstag ganz bequem per Mail.