Patchwork-Tutorial: Die Kapitelübersicht

Gastartikel von Martin Danesch

PatchworkAuf den ersten Blick mag es seltsam anmuten, dass der Kapitelübersicht, also der Gliederung eines Dokuments, ein eigenes Tutorial gewidmet wird. Aber sie ist gar nicht so ohne! Über sie wird das gesamte Projekt gesteuert und pro Szene werden dort bis zu 50 Informationen – die meisten versteckt – abgelegt.

Alles zum Tuning dieses Bereichs findet man in den Einstellungen (Hauptmenü › ‚Bearbeiten‘ › ‚Einstellungen‘ › Bereich ‚Linker/rechter Teil‘).

Einige Angaben zu den Spalten kann man ganz einfach durch Eingabe eines Zeichens vornehmen, wenn man auf einer Szene steht. Diese Kürzel werden, so vorhanden, jeweils am Ende der jeweiligen Spaltenbeschreibung angegeben.

Beginnen wir mit dem Offensichtlichsten, der Szenenstruktur. Wir haben zwar schon ein paarmal darüber gesprochen, aber man kann das nicht oft genug tun, wie ich immer wieder bei Supportgesprächen beobachte.

Eine sogenannte Szene hat zwei Aufgaben: sie dient der Gliederung und kann Text enthalten. Wenn ein Kapitel keine weiteren Unterszenen birgt, dann ist sie beides: Als Umbruchstyp gibt man Kapitel oder Unterkapitel an und im Schreibfenster schreibt man den Text dazu.

Sobald aber innerhalb eines Kapitels/Unterkapitels mehr als eine Szene ist – also Leerabsätze oder ***-Absätze, dient die Kapitelszene nur noch der Gliederung und in der Ausgabe natürlich der Überschrift. Mit anderen Worten: Der Text liegt in den untergeordneten Szenen – und zwar komplett – die Kapitelüberschrift aber in der Kapitelszene. Sind Unterszenen vorhanden, was meistens der Fall ist, dann sollte man unbedingt vermeiden, auch in der Kapitelszene Text vorzuhalten, sonst ist nämlich im fertigen Dokument zwischen Kapitel und der nächsten Szene weder ein Leer- noch ein ***-Absatz und man wundert sich, weshalb die fehlen. Das ist deshalb so, weil Haupt- und Unterkapitel nur den Umbruch vor der Szene regeln und nicht auch noch danach, wie es großer Szenenwechsel (***) und mittlerer (Leerabsatz) tun. Da es aber diese Situation trotzdem geben kann – Text nach der Kapitelüberschrift aber vor dem ersten Unterkapitel oder zwischen Teil und erstem Kapitel – wird die Möglichkeit nicht generell unterbunden. Man wird aber durch diese rosa Einfärbung (1) auf die Möglichkeit eines Fehlers hingewiesen.

Was einem sofort ins Auge fällt, sind mehrere Spalten neben dem Szenentitel.

Da man nach aktuellem Bedürfnis oder aus Platzgründen meist nicht alle Spalten sehen möchte, kann man sie einzeln zu- und wegschalten. Dafür geht man mit dem Mauszeiger auf den Tiel der Hauptspalte ›Kapitel/Szene‹ (2), worauf ein Menü mit den zur Verfügung stehenden Spalten aufklappt. So kann man sie schnell anzeigen lassen oder verstecken.

Der Szenentitel selbst lässt sich als einzigeSpalte nicht ausblenden. Fett (3) werden dabei Hauptkapitel dargestellt und, wenn in den Einstellungen angegeben, auch Unterkapitel. In der Titelspalte gibt es drei weitere Anzeigen.

Man kann ein Symbol aus einer Palette von 43 anzeigen lassen (4), um Szenen auf individuelle Weise zu kennzeichnen.

Kürzel zur Szenenmarkierung: x (oder über das Kontextmenü)

Bei manchen Szenen ist es sinnvoll, den automatischen Erstzeileneinzug zu deaktivieren (5). Zum Beispiel bei Hinweisseiten hinten mit Buch- und Autorenfotos und Aufzählungen. (Kontextmenü › ‚Szene ohne Erstzeileneinzug‘)

Und wenn man schließlich in einer Schreibblockade gefangen ist, kann man sich inspirieren lassen, indem man zu Szenen Clustering betreibt (6). Dieses Brainstorming ist oft der richtige Rohrdurchputzer. (Kontextmenü › ‚Cluster und Kreativmatrix für diese Szene (Brain)‘)

Der Titel der Titelspalte liefert eine kleine Zusatzinformation, wenn man für ein Projekt die Timeline nutzt. Fährt man mit der Maus über die Szenen, wird im Titel der Spalte die Tagesdifferenz zur gerade markierten Szene angezeigt (2).

Und schließlich hat der Titel selbst noch zwei Spezialitäten auf Lager.

Alles was innerhalb eckiger Klammern eingegeben wird, ist weder im Gesamtdokument, noch im eBook in der Überschrift sichtbar (alle niederrangigeren Szenenwechsel werden ohnehin nicht angedruckt). Möchte man also zu den Kapiteln ein Stichwort angeben, so lässt sich das auf diese Weise elegant umsetzen. So sieht das aus: Kapitel 4 [Mentor taucht auf].

Manche Autoren lieben es, einzelne Szenen in einem Kapitel durchzunummerieren, ihnen den Namen des Protagonisten voranzustellen oder andere Subüberschriften vor die Szenen zu setzen. Das erzielt man, indem man beim mittleren oder kleinen Szenenwechsel im Titel die anzudruckende Subüberschrift zwischen Rautezeichen setzt. Soll also vor der Szene fett 1 stehen, sieht der Titel dann so aus. Dabei ist der Text ›Am Tag der Ankunft‹ der interne Szenentitel – also der Titel als Info für die Autorin – der nicht gedruckt wird (wie gesagt, bei großem/kleinen Szenenwechsel):
AmTag der Ankunft #1#  Hier wird nun linksbündig vor, also über der Szene 1 angedruckt und dann beginnt wie üblich der Szenentext selbst. Einfach mal ausprobieren, im Gesamtdokument sieht man das Ergebnis ja gleich.

Die zweitwichtigste Spalte dient dem Umnruch (7). Also neues Kapitel, Unterkapitel, großer, mittlerer und kleiner Szenenwechsel. Über sie wird die Gliedrung des Gesamtokuments gesteuert. Die horizontale Gliederung spielt dafür keine Rolle, sondern dient lediglich der eigenen besseren Übersicht und der Möglichkeit, Kapitel oder ganze Teile oder sogar Bände einfach zuklappen zu können.

Hier gibt es auch noch eine kleine Besonderheit für spezielle Fälle. Üblicherweise bedeutet Hauptkapitel automatisch ›neue Seite‹, während ein Unterkapitel mit seiner (etwas kleineren) Überschrift auf der gleichen Seite fortfährt. Wie aber realisiert man Ebenen darüber? Das können in einem Buch Teile sein oder sogar mehrere Bücher einer Reihe, die ihrerseits mehrere Teile haben können. Mehrere Bücher in einem Projekt sind dann praktisch, wenn dieselben Figuren und Schauplätze in allen Bänden zum Einsatz kommen.

Wenn man allerdings ein Kapitel einem andern unterordnet, steht auf einer Seite die Überschrift des ersten und sonst nichts – weil ja Kapitel auf neuen Seiten beginnen. Dieses Verhalten einer neuen Seite kann man über den Menüpunkt (KEINE) Neue Seite übersteuern. Diese Funktion bewirkst also bei Unterkapiteln schon eine neue Seite oder bei Hauptkapiteln keine neue Seite.

Den kleinen Szenenwechsel, der optisch gar keiner ist, weil ja lediglich ein neuer Absatz beginnt, verwendet man immer bei der letzten Szene eines Blocks von untergeordneten Szenen, um eventuelle Leerabsätze im Gesamtdokument zu vermeiden. Das wäre zwar auch kein Drama, aber man muss dort dafür einmal weniger aufpassen. Auch verwendbar, wenn man unterschiedliche Bilder oder andere Szenenrequisiten innerhalb einer nach außen geschlossenen Szene abspeichern möchte.

Kürzel für den Umbruch: h u g m k (Hauptkapitel, Unterkapitel, großer, mittlerer und kleiner Szenenwechsel)

Dann kommen in der Wichtigkeit wohl die drei statistischen Spalten (8): Zeichen, Wörter und Seiten pro Szene. Man möchte schließlich wissen, wieviel man schon geschrieben oder noch zu schreiben hat. Für jede Szene werden diese drei Werte aktuell hochgerechnet. Durch die Kaskadenstruktur von Kapitel zu Unterkapitel zu Szenen erhält man auch die Werte in den übergeordneten Ebenen hochgerechnet. Man sieht also sowohl die Anzahl pro Szene als auch des Unterkapitels, Hauptkapitels und so weiter.

Eigentlich wichtiger wäre ja die Perspektive (9), wenn man ehrlich ist, deshalb die auch gleich als Nächstes. Gesteuert wird die Anzeige über die Angabe in den Einstellungen, ob lang (›Personal‹) oder oder kurz (›Per‹). Wenn man im rechten Teil bei den Szenenrequisiten Figuren einträgt (per Drag & Drop hinüberziehen aus der Figurenliste oder mit dem Figurenschnüffler vorschlagen lassen), dann wird hinter der Perspektivart die oberste Figur angeben – natürlich nur bei den beiden Ein-Figuren-Erzählperspektiven, also Ich-Perspektive und der personalen.

Kürzel für die Perspektive: p i a n (personal, ich, auktorial, neutral)

Der Überarbeitungsstatus (10) ist eine feine Sache, wenn man bei der Überarbeitung nicht dranbleiben kann. So sieht man auf einen Blick, wo man schon durch ist und wo noch nicht. Und auch wie weit. Denn es gibt 6 mögliche Stufen: Skizze, Erstschrift, Überarbeitung 1 bis 3 und fertig überarbeitet.

Kürzel für den Überarbeitungsstatus: 1 2 3 4 5 6 auf der Schreibmaschinentastatur.

Das Kennzeichen Nicht ausgeben (11) wird sowohl in einer Spalte dargestellt als auch durch Abgrauen der Szenenzeile. Diese Spalte ist also vernachlässigbar. Alle so gekennzeichneten Szenen werden weder ins Gesamtdokument noch ins eBook übernommen. Vor allem beim Arbeiten mit Teilen oder Bänden praktisch

Kürzel für ›Nicht ausgeben‹: [Leertaste] oder [Shift+Leertaste], was dann für alle untergeordneten auch gilt.

Neu mit Version 1.72 kommt eine Infospalte dazu, in der man auf einen Blick das Vorhandensein gewisser Szeneninhalte erkennen kann. So können in dieser Spalte pro Szene bis zu sieben Symbole aufscheinen.

In der oberen Reihe vier für die möglichen vier Markerfarben (12). Wenn man die Methode des Markerns von Textstellen nutzen möchte, um zum Beispiel Bearbeitungsbedarf zu vermerken, dann sieht man hier, welche Szenen welche Markierungsfarben beinhalten.

In der unteren Reihe wird angezeigt, ob es zu der Szene Bilder gibt (links), Notiztexte (mittig) und Rechercheelemente (von der Sprachnotiz bis zur Internetadresse – rechts) (13).

Zum Beinahe-Abschluss ein kleiner Tipp: Um aus dem Text in die Kapitelübersicht zu kommen und auch umgekehrt, braucht man nur die [Esc]-Taste zu drücken. Auf diese Weise kann man auch schnell wo anders hin gelangen.

Und zum Ganz-Abschluss noch einer, weil es in der Kapitelübersicht zu sehen ist: Die One-click-Paralellanzeige (14). Sobald der Cursor im Schreibfenster steht und man mit der Maus über die Kapitelübersicht fährt, scheint dieser Hinweis neben dem Mauszeiger auf (außer man schaltet ihn in den Einstellungen weg). Sobald diese Anzeige vorhanden ist, kann man durch Drücken der [Shift]-Taste direkt in die Parallelanzeige der Szene springen, über der die Maus steht und das ohne, dass sich im Schreibfenster irgendetwas ändert.

So, das war’s für diesmal. Wir hoffen, dass dadurch das Arbeiten mit Patchwork nun noch einen Hauch geschmeidiger geht!

Link zum Video

Martin Danesch

Patchwork-Tutorial: Umstieg auf Patchwork und seine Szenen

Gastartikel von Martin Danesch

PatchworkFür alle, die schon mit Scrivener oder yWriter gearbeitet haben, ist die Szenenlogik nicht ungewohnt. Aber für all jene, die mit Word, Open Office, Libre Office, Papyrus oder Textmaker – also den Volltextprogrammen – vertraut sind, hatte die Szene bisher eher eine marginale Bedeutung: man entwirft Kapitel, eventuell Unterkapitel und manchmal Leerabsätze. Bei Patchwork hingegen wird der Szene die Aufmerksamkeit gegeben, die ihr in Wirklichkeit auch gebührt.

In diesem Tutorial wollen wir uns den Fluss ansehen, wie vorhandene Texte nach Patchwork gelangen und was daraus wird und uns mit dem zentralen Element ›Szene‹ sachlich beschäftigen.

AblaufDiese Abbildung zeigt den gesamten möglichen Ablauf vom Import eines bestehenden Projekts bis zur Ausgabe als fertige Publikation.

Zu Szenen im Allgemeinen

Die Bedeutung einer Szene wird am einfachsten klar, indem man sich an ein Theaterstück erinnert. Ein Wohnzimmer, ein Marktplatz, ein Gasthaus. Sobald sich das Szenario – dieser Ausdruck zeigt übrigens, welche einprägsame Rolle Szenen auch in unserem Alltag spielen – ändert, muss ein neues Szenenbild, sprich Bühnenbild, aufgezogen werden. Beim Geschriebenen fällt das nicht so auf, weil wir ja ein Buch vor uns liegen haben, das optisch mäßig gegliedert erscheint. Das Kapitel ist in diesem Zusammenhang üblicherweise der Begriff der Wahl. In Wirklichkeit ist eine Geschichte aber viel feiner unterteilt.

Mit dem Gedanken des Bühnenbildes im Hinterkopf fällt es leichter, sich in den eigenen Geschichten einen Szenenwechsel zu verdeutlichen:

Paul steht morgens auf, frühstückt, liest die Zeitung, kümmert sich um seine Mails und fährt dann ins Büro. Dort sieht er seine Geschäftsmails und den Eingangs-Ablagekorb durch, erledigt ein paar Dinge und hat dann eine Besprechung, bei der es um das Projekt seines Teams geht.

Wenn das nicht nur so wie eben heruntererzählt wird, sondern wir bei jeder dieser Stationen erzählerisch in die Tiefe gehen, haben wir es mit drei Szenen, also drei Bühnenbildern,  zu tun: aufstehen bis Mails, am Arbeitsplatz und dann im Besprechungsraum. Das sind definitiv Szenenwechsel, denn der Leser wird dazu gebracht, sich drei unterschiedliche Umgebungen vorzustellen. Dabei ist der erste Wechsel, von zu Hause in die Firma, ein etwas größerer. Je nachdem wie feinmaschig eine Geschichte ist, das heißt, welchen Raum diese Szenen einnehmen, umso gewichtiger ist der Wechsel. Unser Beispiel könnte also in drei Varianten erscheinen.

  1. Variante: Die Geschehnisse werden nur schnell aufgeführt, um die Zusammenhänge erzählt zu haben. Ein Absatz, kein Szenenwechsel, neutrale, berichterstattende Perspektive.
  2. Variante: Die drei Szenen werden aus Pauls Perspektive beschrieben. Schon beim Aufstehen macht er sich Gedanken über den vergangenen Abend, an dem er mit Jane essen war. Er fühlt sich zu ihr hingezogen. Ob es ihr umgekehrt auch so geht? Seine Gedanken schweifen ab, die Zeitung nimmt er nicht wirklich wahr und er schüttet versehentlich Salz in den Kaffee anstatt des Zuckers.
    Hier könnte ein großer Szenenwechsel angebracht sein mit einem ***-Absatz.
    Im Büro angekommen zwingt er sich zu klaren Gedanken, konzentriert sich auf seine Arbeit und versucht, so schnell wie möglich, ein paar Dinge zu erledigen.
    Hier genügt ein mittlerer Szenenwechsel (Leerabsatz).
    Dann die Besprechung. Noch ein wenig emotionaler als die Szene zu Hause, denn – Jane ist auch in seinem Team und er wird sie während der ganzen Besprechung sehen.
    Hier haben wir drei Szenen, mit ähnlicher Rangigkeit. Eventuell ist der Wechsel von 1 nach 2 nachdrücklicher zu sehen, weil ja ein größerer Ortswechsel stattfindet.
  3. Variante: Der Roman heißt 24 Stunden aus dem Leben des Paul K. Damit füllen diese Szenen schon vielleicht ein Sechstel der ganzen Geschichte. In diesem Fall haben also die Szenenwechsel noch einen größeren Stellenwert. Sie würden zu einzelnen Kapiteln.

Auf den ersten Blick mag es wie Erbsenzählerei aussehen, so sehr ins Detail zu gehen. Aber es handelt sich immerhin um die Bilder, die wir zum Leser transportieren. Wenn dieser Vorgang missglückt – und auch der Wechsel – dann hat man als Autor verloren. Auch im Theater wird gut überlegt, wie man Bühnenbildwechsel für das Publikum so gestaltet, dass es gut folgen kann; den Wechsel zwar bemerkt, aber nicht aus dem Stück gerissen wird. Neben der dramaturgischen Struktur (Dreiakter, Fünf-Punkte-System, Heldenreise und so weiter) spielt auch die Mikro-Dramaturgie eine Rolle für den jeweiligen Augenblick. Und da kommen die Szenen ins Spiel.

Um den Anforderungen gerecht zu werden, die beim näheren Betrachten des Bauteils ›Szene‹ deutlich werden, ist Patchwork szenenorientiert aufgebaut. Jede Szene hat nicht nur ihr eigenes Textdokument, sondern sogar ihren eigenen Ordner.

PatchworkMit Kanonen auf Spatzen geschossen? Das mag auf manche Szenen eventuell zutreffen, aber sehen Sie sich die szenenbezogen Aspekte an und urteilen Sie dann. Alles nun Folgende hängt mit der Szene zusammen (und ist in Patchwork umgesetzt) – ist doch gar nicht so wenig oder?

  • Pitch (Kurzbeschreibung) der Szene
  • Epigraph: kurzer Spruch oder Gedicht nach dem Seitenwechsel, aber vor der Überschrift
  • Die Perspektive der Szene (Ich, personal, auktorial, neutral)
  • Die Figuren, die in der Szene auftreten
  • Bei Ich- und personaler Perspektive: der point of view, also der Perspektivträger, durch dessen Augen erzählt wird
  • Der Schauplatz, wo die Szene spielt
  • Zeit und Dauer – Zuordnung zur Timeline
  • Zuordnung zu einem Erzählstrang
  • Die Gewichtigkeit des Szenenwechsels: Kapitel? Unterkapitel? ***-Absatz oder Leerabsatz? Das steuert auch später die Formatierung.
  • Der Überarbeitungsstatus: Rohschrift – Überarbeitung – fertig überarbeitet
  • Notizen
  • Bilder, Video-Clips, Internet-Recherchen
  • Szenentyp : Die dramaturgische Dichte kann eine Spannungskurve erzeugen
  • Diverse Spezialitäten wie optische Kennzeichnungen, ob die Szene deaktiviert ist, ob sie keinen Erstzeileneinzug aufweist und ob sie in der Timeline überhaupt aufscheinen soll
  • Informationen zur Anzahl Zeichen, Wörter und Seiten
  • Sehr einfaches Verschieben und Umgliedern aller Szenen
  • Szenen-Kreativmatrix
  • Verknüpfung zur Konzeptarbeit (Projektrecherche)
  • Verknüpfung zur Allgemeinen Recherche
  • Verknüpfung zum Kreativboard und der allgemeinen Kreativmatrix

Man sieht, dass es doch eine ganze Menge an szenengebundenen Informationen gibt. Und da manche mit Daten zusammenhängen wie Bilder, Video-Clips oder Pitch- und Epigraphentexten, machen eigene Ordner durchaus Sinn.

Szenen struktur in X- und Y-Achse

Wie wir hier sehen, bestehen zwei Gliederungsachsen. Für unser zukünftiges Buch ist ausschließlich die vertikale Gliederung (1) ausschlaggebend, also von oben nach unten. Genauer: die Reihenfolge, in der Kapitel, eventuelle Unterkapitel und all ihre Szenen angeordnet sind. Genau so wird dann unser Gesamtdokument aussehen, das es natürlich auch in Patchwork gibt.

Screenshot PatchworkDie horizontale Gliederung (2) ist ausschließlich für Sie als Autorin interessant. Idealerweise sollte die zwar auch von den Hauptkapiteln links nach rechts immer mehr ins Detail gehen, Muss ist das aber keines. Man kann also durchaus nur in einer horizontalen Ebene – also alles ist ganz links außen – arbeiten; für das Ergebnis ›Buch‹ spielt das, wie gesagt, keine Rolle. Aber es ist sehr praktisch, wenn man je nach Bedarf Teile des Buchs ausblenden, also zuklappen kann. Ein weiterer Vorteil der horizontalen Gliederung ist die Angabe von Zeichen- Wort- und Seitenzahlen. Die werden nämlich kaskadenmäßig hochgerechnet, man sieht also nicht nur die Anzahl pro Szene, sondern auch aller übergeordneten Ebenen, der Unterkapitel, Kapitel bis hin zu den Projektsummen, die in der Fußzeile des Programmfensters zu finden sind.

Im hier vorliegenden Romanprojekt haben wir sogar drei Teile (3). Sie haben zwar das Kennzeichen ›Hauptkapitel‹, sind aber übergeordnete Teile-Überschriften. Das ist sehr praktisch, weil die Teile, die man gerade nicht benötigt, einfach durch Zuklappen auf eine Zeile reduziert werden können. Mit dieser Logik können wir mühelos noch eine Ebene höher gehen und sogar mehrere Bände einer Reihe in einem Projekt beherbergen; einfach, indem wir davor noch eine weitere Ebene anlegen. Der Vorteil davon liegt auf der Hand: Wir haben sämtlich Figuren, Schauplätze und weitere Requisiten stets zur Hand, egal, ob Band 1 oder 7.

Arbeitet man mit mehreren Teilen, haben diese Hauptkapitelcharakter und die eigentlichen Kapitel sind Unterkapitel. Damit diese trotzdem auf einer neuen Seite starten, verpasst man allen außer dem ersten das Kennzeichen Seitenwechsel (Kontextmenü (re. Maustaste) Kapitelübersicht › ‚Seitenwechsel bei Unterkapitel‘). Optisch wird dieser Seitenwechsel durch den blauen Hintergrund angezeigt (4).

Die Kapitelüberschriften sind vielseitiger als bei Volltextprogrammen, also nicht nur eine reine Überschrift. Haupt- und Unterkapitelüberschriften werden angedruckt, das Hauptkapitel auf einer neuen Seite, das Unterkapitel auf der gleichen Seite mit etwas Abstand. Wir können aber auch bei diesen zwei Umbruchsarten Zusatzinformationen unterbringen. Das geschieht ganz einfach so, indem wir diese in eckige Klammern setzen. Alles in diesen [Klammern] wird hier zwar angezeigt (5), aber weder in das Gesamtdokument noch ins eBook ausgegeben.

Bei den weiteren Ebenen (Szenenwechsel groß, mittel, klein (***-Absatz, Leerabsatz und nur Absatz) wird die Überschrift nicht angedruckt, sondern ist reine Information für den Autor (6), was sich in der Praxis als sehr hilfreich erweist. Allerdings kann man trotzdem Ausnahmen von der Regel erzwingen: Gibt man nämlich bei einem großen Szenenwechsel (***-Absatz), mittleren (Leerabsatz) oder kleinen (nur neuer Absatz, also nicht als Wechsel erkennbar) im Titel etwas ein, das von je einem Nummernzeichen flankiert wird – etwa #1# – dann wird in diesem Fall die 1 vor der Szene wie eine Unterkapitelüberschrift ausgegeben.

Das Denken in Szenen bedeutet zwar eine kleine Umstellung, wenn man von einem der Volltextprogramme kommt, diese Mühe wird aber schnell durch viel flexibleres Arbeiten belohnt und bald mehr als ausgeglichen.

Umstieg von einem Volltextprogramm auf Patchwork

Nachdem wir uns nun mit der Szenenlogik angefreundet haben, stellt sich die Frage, wie man ein Projekt, das schon zu einem Teil oder ganz vorhanden ist, am einfachsten nach Patchwork übernimmt. Das bedeutet in der Tat auch bei dreihundert Seiten kaum mehr Aufwand als eine Viertelstunde.

Das Wichtige dabei ist die Frage, wie man den ganzen Text in Szenen aufteilt. Natürlich könnte man das per Kopieren-und-Einfügen, aber das ist mühsam und ließe sich nicht in fünfzehn Minuten erledigen. Um es schnell zu bewerkstelligen, gibt es den Programmpunkt Smart-Import. Dafür sind zwei Schritte zu tun.

  1. Im zu übernehmenden Projekt sollen die Haupt- und eventuellen Unterkapitelüberschriften fett formatiert sein. Der Einfachheit halber, um keinen Word-Konverter installieren zu müssen, sollte man die Datei gleich im RTF-Format speichern.
  2. Ein neues Projekt anlegen und mit dem Programmpunkt Smart-Import übernehmen (Hauptmenü › ‚Datei‘ › ‚Smart Import für große Texte‘).
    Damit hat man den Text in wenigen Minuten in Patchwork vorliegen.
    Zum Smart-Import gibt es auch ein eigenes Tutorial und Video.

Das Gesamtdokument in Patchwork

Natürlich gibt es auch in Patchwork ein Gesamtdokument, wie man es von den Volltextprogrammen her kennt. Dieses wird allerdings immer erst auf Bedarf per Mausklick neu generiert. Der große Vorteil davon besteht in der automatischen Formatierung. Mit Patchwork zu arbeiten bedeutet, sich nie wieder groß um die Formatierung seiner Bücher kümmern zu müssen. Wie funktioniert das?

Bei der Generierung des Gesamtdokuments (Hauptmenü › ‚Datei‘ › ‚Als Gesamtdokument ausgeben: Druck, Export, PDF‘) und des eBooks (Hauptmenü › ‚Datei‘ › ‚Als eBook ausgeben (nicht bei Drehbuch)‘) geht Patchwork folgende Schritte durch. Die Punkte sind rein informativ, für eine genauere Beschreibung des Publizierens gibt es ein eigenes Tutorial.

  1. Patchwork nimmt die voreingestelle Seitenvorlage, die es sich dann bei Änderung, wie auch alles andere, projektbezogen merkt. Diese Seitenvorlagen – es geht dabei lediglich um die Seiten- und Rändermaße – kann man in den Einstellungen im Bereich eBook/Druckausgabe auswählen beziehungsweise eigene hinzufügen. Für das normale Printbuch bei CreateSpace oder BoD ist bereits alles vorhanden. Für eBooks sowieso.
  2. Dann wird die Titelei eingespielt, die man ebenfalls in den Einstellungen im selben Bereich adaptieren kann. Dabei handelt es sich um ein vorgeschlagenes Schema, das man mit dem Neueinstieg in Patchwork einmal geringfügig im Bereich des Impressums anpassen muss. Es gibt vier solche Titelei-Vorlagen, eine für das eBook, zwei für Print und eine fürs Drehbuch.
  3. In den Titeleien sind Platzhalter, einige davon mit Codes zwischen Prozentzeichen gekennzeichnet (z.B. %titel%) Diese Platzhalter werden durch die Eckdaten aus den Eckdaten des Projekts ersetzt: Buch- und Autorenname, eventuelle ISBN, Impressumserweiterung, Widmung.
  4. Anschließend werden alle Szenen in der vertikalen Reihenfolge übernommen (Menü ‚Projekt‘ › ‚Gesamtdokument‘ (= Textausgabe/Druck/PDF für Print) bzw. ‚eBook erstellen‘), wie sie in der Kapitelübersicht festgelegt wurde. Das Feld Titel wird dabei zur Kapitelüberschrift, die Epigraphen werden eingearbeitet. In der Szene braucht man deshalb nur reinen Text einzugeben und keine Überschriften, wie man das von den Volltextprogrammen her gewöhnt ist.
  5. Im letzten Schritt wird – so angegeben – beim Gesamtdokument für den Druck das optionale Inhaltsverzeichnis generiert und vorne oder hinten eingefügt. Beim eBook geschieht das automatisch immer, und zwar so, wie es die eBook-Konventionen fordern. Beim eBook muss allerdings auch das Cover mit eingearbeitet werden (Hauptmenü › ‚Datei‘ › ‚Projekt-Eckdaten und Exposé‘ und dort dann beim Reiter ‚Cover‘).
  6. Dieses Gesamtdokument sollte man unbedingt kontrollieren, bevor man es als PDF-Datei zum Druck weitergibt! Aber dafür gibt es eigenes Tutorial.

Beim Gesamtdokument, das 1:1 für den Druck verwendet wird, in Form einer PDF-Datei, ist etwas mehr zu tun. Für den Druck hat man mehr Einfluss auf die Gestaltung – und auch die Notwendigkeit (rechte Seiten korrekt, Umbrüche kontrollieren …). All das spielt beim eBook keine Rolle, da ja die Optik readerabhängig ist. Deshalb ist auch die eBook-Erzeugung (epub- und mobi-Format) nur ein Knopfdruck – oder besser: Mausklick.

Zu dem gesamten Veröffentlichungsprozess gibt es aber ein eigenes Tutorial unter dem Titel Bücher und eBooks publizieren.

Wie man sieht, braucht man sich lediglich ums Schreiben zu kümmern, während Patchwork die Ausgabe für Print und eBook praktisch zur Gänze übernimmt.

Trotz Szenen direkt eine Art Gesamtdokument

Natürlich ist es viel zu mühsam, jedesmal ein Gesamtdokument zu generieren, wenn man den ganzenText durchblättern möchte – abgesehen davon, dass dort gemachte Änderungen nicht in die Szenen zurück-übernommen werden.

Um dennoch das Feeling des Blätterns durch den gesamten Text haben zu können, bietet Patchwork eine simple, speziell dafür gemachte Blättermethode:

Innerhalb einer Szene kann man ja mit [Bild hoch] und [Bild runter] blättern.

Steht man unten an, so gelangt man mit [Strg+Bild runter] zum Beginn der nächsten Szene.

Blättert man hingegen zurück, also mit [Bild hoch] bis zum Szenenanfang, kann man von dort aus mit [Strg+Bild hoch] zum Ende der vorhergehenden Szene gelangen. So kann man also ebenfalls per Tastatur durchblättern, hat aber trotzdem alle Szenenfeatures zur Verfügung.

Sie haben nun eine Menge über Szenen gelesen, auch, über welche Funktion ein ganz oder teilweise bestehender Text nach Patchwork hereinkommt und auch, was schließlich daraus wird. Sie haben gesehen, dass sich das kleine Umdenken vielfach auszahlt und Sie mit der Szenenorganisation von Patchwork einen effizienten Helfer zur Seite haben. Abgesehen davon haben wir von vielen Anwendern gehört, dass das Schreiben auf diese Weise einfach mehr Spaß macht.

Im Video zu diesem Tutorial können Sie den Ablauf zurückgelehnt bei einer Tasse Tee in entspannter Form auch visuell-akustisch zu sich nehmen.

Wir freuen uns auf unser nächstes tutoriales Beisammensein!

Link zum Video

Martin Danesch

Patchwork-Tutorial: Outline – Die Projektübersicht

Gastartikel von Martin Danesch

PatchworkZweck der Outline-Ansicht ist eine bessere Übersicht über die Szenen eines Werks.

Screenshot Patchwork

Bild zum Vergrößern anklicken

Es wird dafür kein eigenes Fenster geöffnet, sondern die Kapitelübersicht erweitert und zwar – außer man gibt es in den Einstellungen anders an – zu Ungunsten der Reiter mit Text, Timelines und Kreativboard.

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Patchwork-Tutorial: Szenencheck, -typ und Spannungskurve

Gastartikel von Martin Danesch

PatchworkMit diesem Tutorial begeben wir uns ein wenig in die Lüfte. So, als ob wir, wie von einer Wolke aus, die Landschaft unseres Texts betrachten würden. Die drei in der Überschrift erwähnten Fähigkeiten sind über ein einziges Fenster zugänglich. Doch es handelt sich um zwei Themen: den Szenentyp mit der daraus resultierenden Spannungskurve hier und den Szenencheck dort.

Die Funktionen Szenencheck, -typ und Spannungskurve sind nicht nur ein reizvolles Feature, sondern sie bringen uns dazu, uns auf einer anderen Ebene mit den Szenen zu beschäftigen – und das, ohne dass es groß auffällt. In der Folge tragen sie erheblich dazu bei, den zukünftigen Leser besser an die Szenen zu binden, was wiederum stark zum Erfolg unseres Werks beiträgt. Dies sind Funktionen in Patchwork, die zu Unrecht ihr Dasein meist unerkannt oder doch nur im Verborgenen fristen. Weiterlesen

Patchwork-Tutorial: Kontexte und Figurenwissen

Gastartikel von Martin Danesch

PatchworkKontexte und Figurenwissen – den Durchblick behalten

Kontexte – was ist das denn?

Die Küche ist zum Tatort geworden. Nicht für einen Apfelstrudel oder ein Curryhühnchen, sondern Bruno liegt am Boden, das Tranchiermesser in der Brust, eine Lache Blutes ist von dem Fleckerlteppich aufgesogen worden und mittlerweile dunkelrot geronnenen.

Der Frau des Hauses scheinen die Nerven durchgegangen zu sein ob der Ignoranz ihres seit dreißig Jahren Angetrauten – und das bei all ihren hingebungsvollen Bemühungen.

Dieser Entladung im Affekt gehen einige Szenen voran, in denen der Leser das Zunehmen des Innendrucks Adelheid Kruses miterleben kann. Doch so einfach der Fall auf den ersten Blick scheint, als so verworren wird er sich im Verlauf der Geschichte herausstellen. Denn Adelheid schien gar nicht zu Hause gewesen zu sein. Auch stand ein Gericht auf dem Herd, das nicht zu ihrem Repertoire gehört. Eine Trittbrettköchin? Brunos Geliebte? Die Nachbarin, die Zugleich Brunos Ex ist? Tja …

Egal, auf jeden Fall wird viel um den Tatort geschehen. Die Nachbarn werden befragt, der Kommissar wird ein paar Mal dort sein, die Küche wird amtlich versiegelt, das Siegel wird aufgebrochen und eine Bombe wird in der Küche explodieren.

Nicht nur Krimileser denken mit, glaube ich. Wenn bei der ersten Szene Küchentür und Fenster gegenüber liegen und beim Kommissarbesuch über Eck, wenn es bei der ersten Auseinandersetzung eine Anrichte dort gab, wo später der Kühlschrank steht oder wenn der Fleckerlteppich im Laufe der Geschichte einmal blau, einmal gestreift und dann wieder beige ist – das alles sind Sachen, die den Leser zu einem ungewollten Stirnrunzeln verleiten. So etwas sollte nicht passieren.

Tut es auch nicht, denn als gewissenhafte Autorin blättern wir immer wieder brav zurück und suchen, wie wir den Tatort beschrieben haben. Nur – auf welcher Seite stand das? War das beim ersten Streit? Oder beim Besuch von Schöttlers, die schon damals den Kopf schüttelten wegen Bruno Kruses Reaktion auf die süßsauren Nieren, die doch sein Lieblingsgericht waren?

Speziell wenn man ein Buch nicht in einem Rutsch durchschreibt, hat man nicht mehr alles im Kopf, was wann wie aussah, geschah, gesagt oder verstanden worden war. Bei mir hilft selbst der Rutsch nicht, denn ich bin mir auch so mitunter nicht mehr ganz sicher.

Fazit: Um sicherzugehen, was wann, wie, wo und warum geschah, muss man immer wieder nachschlagen. Und das ist lästig und eigentlich sinnlose Zeitverschwendung.

Und genau hier kommen, nach langer Einleitung, die Kontexte ins Spiel.

Nehmen wir die Krusesche Küche als Beispiel. Wir legen einen Kontext an mit der Bezeichnung ›Küche Kruse‹. Ein Kontext ist sozusagen eine Schachtel, in die wir Zettelchen sammeln, die damit zusammenhängen. Dank IT geht das aber einfacher. Wir brauchen lediglich im Text überall dort eine Nadel einpieksen, wo die Küche zur Sprache kommt. Ergänzen kann man den Link idealerweise mit einem Hinweis, was gerade geschieht: ›Erstmals‹, ›Erste Auseinandersetzung‹, › Schöttlers Besuch‹, ›Der Tote wird entdeckt‹, ›Kommissar Hagedorn am Tatort‹, ›Tatort versiegelt‹ und so weiter. Einfach bei jedem Vorkommen des Tatorts, an dem es Beschreibungen geben kann, fügen wir eine Kontextverknüpfung ein. Entweder gleich beim Schreiben – wenn wir den Nerv dazu haben – oder beim ersten Durchgehen.

In Patchwork einen Kontext anlegen

Konkret können wir das im Demoprojekt verfolgen. Dabei handelt es sich um eine Geschichte, die aus einer flachen Patchwork-Beschreibung steigt und zu einem kleinen realen Krimi wird. An einigen Stellen merkt man, dass mit der flachen Story vom Anfang etwas nicht ganz mit rechten Dingen zugeht. Hätte man die Möglichkeit der Kontexte nicht, müsste man an jede dieser Stellen eine Notiz einfügen. Nur fehlte dann trotzdem der Zusammenhang.

Screenshot Patchwork 1

(Klick auf das Bild zum Vergrößern)

»Ich verrate Ihnen etwas …«, (1) sagt Figlia Due in der Geschichte und das ist einer dieser Momente.  Wir wollen uns diese Stelle merken. Also positionieren wir den Cursor dort im Text und klicken auf den Button für die Kontexte (2). Das Kontextfenster (3) öffnet sich, beim ersten Mal ist es leer.

Ein Kontext (4) ist ein Überbegriff für zusammenhängende Geschichtenteile, sozusagen ein Ordner, wie vorhin gesagt eine Sammelschachtel. Bevor wir ihm unseren Textteil zuordnen können, müssen wir diesen Kontextordner anlegen. Wir klicken also auf den dafür vorgesehenen Knopf (5) und geben in dem folgenden Dialog ›Vorahnungen‹ ein, womit der Ordner angelegt und auch gleich beschriftet wird. Ist der Ordner schon vorhanden, können wir bei einem weiteren Mal mit dem nächsten Schritt fortfahren:

Wir ordnen unsere Textstelle dem Kontext Vorahnungen zu. Ein Klick auf den Button (6) und der Eingabedialog (7) öffnet sich. Spätestens jetzt taucht der Cursor-Marker (das rote Plus neben (1)) auf, damit wir sehen, wo wir den Kontextbezug im Text verankern. Gleichzeitg ist die neue Kontextzeile (8) bereits angelegt worden, die in der Spalte Kontext/Fundort auf die Szene verweist, in der sich der Text befindet. In dem Dialog geben wir einen kurzen (!) Kommentar ein, worum es geht. Hier plaudert Figlia Due etwas zur Vorahnung aus. Mit [Enter] oder Klick auf [Ok] wird die Zeile vervollständigt (8).

Der Umgang mit Kontexten

… ist simpel: Das Fenster lässt sich jederzeit über die Schaltfläche (2) abrufen; man kann aber auch im Text einfach auf den Pin klicken, womit man sogar direkt zu diesem Kontextverweis gelangt.

Kontextreferenzen lassen sich mit der Maus verschieben, um die Reihenfolge zu verändern. Mit einem Doppelklick auf die Kontextzeile (8) gelangt man direkt zu dieser Textstelle. Den Infotext kann man jederzeit ändern, indem man ihn überschreibt.

Rechts neben Knopf (6) ist die Schaltfläche zum Löschen von Kontextzuordnung und, wenn der Ordner leer ist, auch des Kontexts selbst. Der Pfeil daneben bewirkt dasselbe wie ein Doppelklick auf die Kontextzeile: in den Text springen. Und mit der Schaltfläche mit den Linien kann man sich auch mehrzeilige Kontext-Infotexte anzeigen lassen. Lange Infotexte sollte man aber vermeiden, in der Kürze liegt die Würze – auch wenn man etwas nachdenken muss, immer eine gute Übung.

Figurenwissen

Auf die Idee zu dieser Erweiterung brachte mich Richard Nordens Artikel »Wer darf was wann wissen – und was weiß der Leser?« Schon während des Lesens wurde ich mir dieser praktischen Erweiterung der Kontexte bewusst. Bereits in Version 1.63 gab es deshalb das ›Figurenwissen‹. Diese Kontexterweiterung ermöglicht die Angabe, wann wer von dem Kontext erfährt. Dabei kann ›wer‹ jede angelegte Figur sein und auch der Leser.

Auf diese Weise kann man eben mal nachsehen, wer bereits schon von etwas wusste oder wann jemand davon erfährt. Wer bereits etwas wusste bezieht sich auf den Anfang der Geschichte. So weiß zum Beispiel die Mutter von der Geburt ihrer Tochter und der Freund vom aktuellen Wohnort des Protagonisten. Der Leser hingegen weiß noch gar nichts, wenn er das Buch zur Hand nimmt. Aber auch Figuren erfahren vieles erst im Verlauf der Geschichte und es ist oft ausschlaggebend, wann eine Figur davon erfährt. Speziell bei kniffligen Geschichten wie Krimis spielt das eine große Rolle.

Screenshot Patchwork 2

(Klick auf das Bild zum Vergrößern)

Los geht es, indem man mindestens eine Figur in den Kontextbereich zieht; einfach links in der Figurenliste nehmen und irgendwo im Kontextfenster fallen lassen (1). Die Spalte ›Leser‹ (2) wird mit der ersten Figurenspalte automatisch miterzeugt. Jede Figur, die man so herüberzieht, erhält ihre eigene Spalte. Wir ziehen aber nur die Figuren in die Kontexte, die für diese Übersicht infrage kommen.

Für die Arbeit ist es übersichtlicher, alle Kontexte zuzuklappen (ein + vor jedem Kontext). Denn die Angaben betreffen üblicherweise den Kontext selbst und nur selten die Referenzzeilen, wie bei unserem Tatort-Beispiel.

Nun geht es um zwei Aspekte:

  1. Weiß eine Figur bereits von dem Kontext (vor der Geschichte?)
  2. In welcher Szene erfährt die Figur (der Leser) davon?

Der Leser wird immer nur durch die Geschichte davon erfahren, für ihn kommt a) nie in Betracht.

Die Durchführung selbst der zwei Kennzeichnungen ist einfach. Wenn eine Figur bereits zu Beginn der Geschichte davon weiß, dann stellen wir uns auf diese Zelle in der Matrix Kontext/Figur und drücken auf die Leertaste. Damit wird ein Haken in der Zelle eingetragen (3). Auf die gleiche Weise machen wir eine Zelle auch wieder leer.

Wenn eine Figur / der Leser erst im Lauf der Geschichte davon erfährt, dann ziehen wir diese betreffende Szene aus der Kapitelübersicht auf die Zelle (4). Da in einer Zelle wenig Platz zur Verfügung steht, kann man, um einen ausführlicheren Hinweis zu erhalten, auf die Zelle klicken. Dann wird in der nun erschienenen zweiten Fußzeile die ganze Herkunft angezeigt (5). Im konkreten Fall ist es das Kapitel ›3D‹ und darin das Unterkapitel ›Frühstück‹.

Wenn in einer Zelle ein solcher Szenenverweis steht, kann man durch Doppelklick zur dazugehörenden Szene springen.

Kontexte waren für mich eine der wichtigsten Erweiterungen gegenüber allen anderen Textprogrammen, weshalb sie bereits in Version 1.20 zum Einsatz kamen. Sie werden begeistert sein, wie Kontexte die Sucherei vereinfachen und das Figurenwissen Logikfehler verhindern hilft!

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Martin Danesch

Patchwork-Tutorial: Die Timeline II

Gastartikel von Martin Danesch

PatchworkDie Timeline + Clips = organisches Plotten

Vor der Lektüre dieses Tutorials empfehle ich, sich das erste Timeline-Tutorial einzuverleiben, weil dieses hier Kenntnisse von der Timeline voraussetzt. In dem ersten haben wir erfahren, wie wir eine Timeline anlegen, den Zeitrahmen des gesamten Projekts festlegen, den Szenen ihre eigenen Zeitabschnitte zuweisen, was die Symbole bei den Szenenzellen bedeuten und wie man mit dem Datumspflücker effizient Daten ändert.

Nun soll es um ein wichtiges weiteres Instrument der Timeline gehen, eine große Hilfestellung für das Herstellen eines plastischen Gerüsts zu einem Projekt.

Vermutlich haben Sie zum Thema Timeline bisher allgemein, beziehungsweise aus dem Tutorial ›Timeline I‹, erfahren, dass man Szenen ein Datum und eine Zeit verpassen kann, wodurch diese dann in einer Zeit-Erzählstrang-Matrix dargestellt werden. Man erhält somit eine Übersicht zur zeitlichen Abfolge, sowie eine Gegenüberstellung der Aktionen in den einzelnen Erzählsträngen. Diese Zeitzuordnung geschieht üblicherweise während der Entstehung bis zur Fertigstellung der Geschichte und hat Kontrollfunktion, dient gewöhnlich weniger dem Entwurf.

Bei Patchwork lässt sich die Timeline aber bereits zum Plotten einsetzen, also bevor ein einziges Wort des eigentlichen Texts geschrieben wurde. Man kann so ein Werk bereits im abstrakten Planungsstadium mehrdimensional vor sich sehen.

Screenshot PatchworkErinnern wir uns an einen idealen Entwurfsablauf einer Geschichte mit Patchwork und komplettieren wir ihn nun um den Zeitaspekt:

Wir beginnen ganz vorne bei der Ideensammlung. Um unseren zentralen Begriff (in der Mitte) gruppieren zuerst die einzelnen Akte der Geschichte – drei, fünf oder mehr, je nach Umfang, Thematik und Komplexität. Um diese Planeten, die um das zentrale Thema kreisen, ordnen wir anschließend die Assoziationen an. Das geschieht im Clustering (Brainstorming) (1) und der Kreativmatrix (Auswertung der generierten Ideenpaare), wozu es auch ein eigenes Tutorial gibt.

Aus den so entstandenen Bildern lassen wir uns das Kreativboard bestücken (2), auf dem nun die einzelnen Geschichtenhäppchen auf Weiterverarbeitung warten. Hier wird nach Herzenslust ergänzt, erweitert, gelöscht, verschoben. Figuren gesellen sich dazu, ebenso Schauplätze und wichtige Objekte. Für diesen Prozess sollte man sich ausreichend Zeit lassen.

Nun lernen Sie etwas Neues kennen: Bereits hier kann ein weiteres Instrument ins Spiel kommen, der sogenannte ›Clip‹. Dabei handelt es sich um eine Art dritter Dimension zu den zwei bekannten: ›Szene‹ und ›Zeit‹.

Einen Clip können wir als Klammer betrachten, die  wir an unsere Szenen klemmen. Nehmen wir an, in unserer Geschichte ginge es unter anderem um ein geheimnisvolles Buch. Dieses Buch wird in einer Szene erstmals erwähnt, wird in einer anderen gesucht, wieder wo anders gefunden, geht verloren, wird wiedergefunden, gestohlen und so weiter. An jede Szene, in der etwas zum Buch geschieht, klemmen wir einen solchen Clip und schreiben darauf, was damit passiert. Weil wir jedoch nicht nur das Thema ›Buch‹ in unserer Geschichte haben, wird es eine ganze Menge Clips geben, die Personen repräsentieren, sich wiederholende Rituale, Orte, Gegenstände, ja sogar das Wetter, wenn es eine besondere Rolle spielt.

Wir haben also eine Anzahl verschiedener Clip-Themen, die wir verfolgen wollen: das Buch, Mister X, ein Voodoo-Ritual und so weiter. Weiter hinten werden Sie sehen, wie wir jedem dieser Themen eine unterschiedliche Farbe zuweisen, die sie uns auseinanderhalten lässt.

Nun zurück zum Kreativboard (2): Bereits hier können wir die Clips in den Text einflechten, denn wir wissen ja, wann der Leser von dem Buch erfährt und wann dazu die weiteren Ereignisse stattfinden.

Das Einfügen eines Clips in den Text erledigen wir, indem wir es irgendwo im Text innerhalb einer geschweiften Klammer notieren. Hier die Syntax dazu: {Buch: erstmals erwähnt}. Dabei spielt die Form eine Rolle: Thema – Doppelpunkt – Ereignis.

Der Text eines Elements im Kreativboard, in dem sich ja auch der Clip aufhält, wird beim Erstellen von Szenen an diese weitergereicht. Wenn wir also aus dem Kreativboard Szenen generieren lassen, finden wir bei ihnen im Pitch, dem Szeneninhalt, diesen Text wieder vor – mitsamt den darin eingestreuten Clips. Ab diesem Zeitpunkt werden der Szenenpitch und der Text im Element des Kreativboards beim Bearbeiten wechselseitig synchronisiert, es kann daher der Clip an beiden Orten bearbeitet (dazuerfasst, geändert, gelöscht) werden.

Zum Tragen kommen die Clips dann in der Timeline (4). Dort werden sie rechts an die Szenen angehängt (5).

In der Timeline weisen wir den Szenen, die zu Beginn noch alle am Startdatum hängen, ihre Zeitfenster zu und verlinken sie mit dem passenden Erzählstrang, woraus sich die klassische Timeline ergibt. Treu wandern die Clips mit ihrer Szene in jede Zeit mit, wohin Sie sie beordern.  Im Gegensatz zu Volltextprogrammen (wie Word, OpenOffice, LibreOffice, Papyrus, Textmaker) kann man sehr elegant mit Szenen arbeiten, ohne dass sie noch ein einziges Wort Text enthalten müssen. Und: Später, wenn wir dann schreiben, bleibt der Pitch erhalten und wir können kontrollieren und regulieren. Das ermöglicht uns, auf abstrakter Ebene ein detailliertes Projektgerüst zu bauen und es erst danach mit Fleisch zu füllen. Aber auch später liefern uns Timeline und Clips eine perfekte Übersicht.

Screenshot PatchworkHier sehen Sie die Zusammenhänge mit Bildausschnitten aus den betreffenden Programmbereichen:

Optional entwerfen wir unsere Geschichte im Kreativboard (1), aus dem wir automatisch Szenen generieren lassen können. Natürlich kann man auch direkt bei den Szenen beginnen; das Kreativboard ist aber flexibler, außerdem kann man dort auch Figuren, Schauplätze und Objekte einbeziehen, sowie derer aller Beziehungen visualisieren.

In der Kapitelübersicht verschieben wir sie dann beliebig, dem Ablauf angepasst. Zu jeder Szene gehört (rechts oben im Schreibfenster) der sogenannte Pitch (2), also eine straffe Zusammenfassung des Szeneninhalts. Dort taucht der Text aus dem Kreativboard-Element wieder auf. Wir können ihn hier ebenfalls bearbeiten. Beim Aufbau der Timeline pickt Patchwork die Clips heraus und klammert sie rechts an die jeweilige Szene (3), was im Detail so aussieht (4). Es können pro Szene auch mehrere Clips eingefügt werden (aber immer nur im Pitch-Text, nicht im eigentlichen Szenentext).

Wie wir dieser Grafik entnehmen können, gibt es drei Orte, an denen wir Clips bearbeiten können: im Kreativboard-Element (1), im Pitch der Szene (2) und im Datumspflücker in der Timeline (5), den wir schon aus dem ersten Timeline-Tutorial kennen. Ein Clipthema springt durch seine Farbgebung sofort ins Auge: Mamma im Demoprojekt zum Beispiel in Rot. Sehen wir uns an, wie die Clipthemen zu ihrer individuellen Farbe kommen.

Rechts oben in der Timeline-Werkzeugleiste finden wir eine Schaltfläche mit einem runden Farbsymbol (1). Ein Klick darauf öffnet das Fenster für die Farbzuweisung (2). Die Themen, die wir hier antreffen, wurden automatisch aus den Clips gebildet. Würde man sich dort einmal bei der Themenbezeichnung vertippen, gäbe es hier beim nächsten Aufruf zwei Themeneinträge, etwa ›Mamma‹ und ›Mama‹.

Screenshot PatchworkBei erstmaligem Betreten des Fensters waren alle vier Clipthemen (3) weiß wie hier Olga. Mit einem Doppelklick auf ein Thema öffnen wir die Farbtabelle (6). Dort stehen zwei Farbpaletten zur Verfügung. Die Standardpalette (7) und die Patchwork-Empfehlung (8), die auf Clips abgestimmt ist; die sollten nicht zu hell sein, um sich von den Pastellfarben der Timeline abzuheben.

Mit der Leertaste auf ein Clipthema lässt es sich deaktivieren – der Haken verschwindet (4); es werden in der Folge in der Timeline alle Clips zu diesem Thema nicht mehr angezeigt. Mit der Checkbox alle (5) können sämtliche Clipthemen aktiviert oder deaktiviert werden. Beide Funktionen kombiniert erlauben es schnell, nur ein bestimmtes Thema in der Timeline verfolgen zu können: alle wegschalten und ein bestimmtes wieder anzeigen lassen.

Da es möglich ist, bei einer Szene mehrere Clips einzutragen, kann es zu Bündeln kommen wie hier (9). Die Pfeile links dokumentieren die Zugehörigkeit. Liegen Szenen nahe beisammen, kann dadurch ein Clip oder eine benachbarte Szenenbezeichnung verdeckt werden. Um trotzdem nachlesen zu können, was dort steht, kann man Clips mit der Maus beiseiteziehen. Lässt man sie los, schnappen sie wieder an ihren angestammten Platz zurück.

Clips sind ein Missing Link zur professionellen Storyplanung. Sie erlauben Ihnen bereits auf der abstrakten Ebene des Konzipierens eine umfassende Sicht auf Ihr zukünftiges Werk: die Bausteine des Inhalts (Szenen), deren zeitliches Zusammenspiel (Timeline mit Erzählsträngen) und nun auch das Erscheinen wichtiger Figuren, Schauplätze, Gegenstände und Zustände durch die Clips.

Es lohnt sich, in diese Materie einzusteigen – ganz abgesehen davon, dass es Spaß macht!

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Martin Danesch


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Patchwork-Tutorial: Die Timeline I

Gastartikel von Martin Danesch

PatchworkPatchworks Timeline ist ein mächtiges Instrument. Sie kann sowohl während des Plottens, dann natürlich während des Schreibens selbst genutzt, als auch nachträglich zugewiesen werden. Szenen müssen noch keinen Text enthalten, trotzdem kann man aber mit sogenannten Clips die Struktur des Projekts modellieren.

Weil das Thema für einen Artikel zu umfangreich ist, beschäftigen wir uns in diesem hier mit Grundwissen, die Plot-Schiene heben wir uns für das nächste Mal auf.

Auffallend ist die Anordnung. Im Gegensatz zu Filmschnitt- und Vertonungssoftware ist die Timeline nicht horizontal. Warum? Weil es absolut keinen Sinn macht, im Echtzeitabstand Knöllchen auf einer Linie zu verteilen, von denen man aber nicht weiß, was sie bedeuten. Dafür müsste man ganz tief hineinzoomen, bis man eine Szenenbezeichnung lesen kann, verliert dann aber dafür den Überblick.

Screenshot Patchwork

Bild anklicken zum Vergrößern

Deshalb ist Patchworks Timeline vertikal: So kann man die Szenentitel (1) lesen – zumindest deren Anfang – und hat nebeneinander eine beliebige Anzahl an Erzählsträngen (2).

Wir zäumen nun zum besseren Verständnis das Pferd von hinten auf: zuerst das Ergebnis und später, wie man zu den Daten gelangt.

Den Rahmen der Timeline bilden Start- und Enddatum (3), die jederzeit verändert werden können. Schreibt man eine vorchristliche Geschichte, so wird die Jahreszahl mit einem Minus davor angegeben (13.4.-127); doch Achtung, in diesem Fall ist das Jahres-Von optisch größer als das –Bis: -129 bis -114. Zugang zu diesem Datum erhält man über die Schaltfläche (4), über die man auch Spaltenbreite und Kalendeauswahl erfolgen. Über die Schaltfläche (5) gelangt man zum Kalenderdesigner, wo man nach Herzenslust eigene Fantasy-Kalender entwerfen kann.  Innerhalb des Start- und Enddatums wird pro Tag eine Zeile erzeugt (6), wobei Samstage und Sonntage anders eingefärbt sind, um ein besseres Gefühl für den zeitlichen Rhythmus zu haben. Tage, an denen keine Szenen angesiedelt sind, werden grau dargestellt. Übrigens für die Fans individueller Kalender: Im Kalenderdesigner kann man auch die tagesfarben selbst festlegen. So ist ein blauer Montag kein Hindernis.

Finden an einem Tag mehrere Szenen zu unterschiedlichen Zeiten statt, so werden die weiteren in Unterknoten bei diesem Tag untergebracht. Diese Unterknoten kann man alle auf einmal mit (7) oder einzeln mit dem [+]- oder [-]–Symbol am Zeilenanfang auf- oder zuklappen.

In den allgemeinen Einstellungen (Hauptmenü › ‚Bearbeiten‘ › ‚Einstellungen‘ › Bereich ‚Timeline‘ › Max. Leertage zwischen Szenen) kann man angeben, ab wievielen Tagen nicht mit Szenen belegte Tage ausgeblendet werden – Standard sind zehn. Solche Zeitklüfte sind durch ins Dunklere gehende Drei-Zeilen-Blöcke gekennzeichnet, in deren mittlerem die Dauer ausgegeben wird. Hier: ›dazwischen: 1 Mo 29 Tage‹ Durch diese Maßnahme entfällt ein lästiges Zoomen. Mit der Schaltfläche (8) kann man diese Tage dazwischen aufklappen, um ein besseres Zeitgefühl zu erhalten.

Die Uhrzeit einer Szene wird in der Spalte ›von – bis‹ dargestellt. Neben der numerischen Zeitangabe wird der Zeitraum weiß hervorgehoben, wodurch man auf einen Blick sieht, zu welcher Tageszeit die Szene handelt. Ganztägige Szenen sind demnach ganz weiß und durch das Symbol < ··· > ausgewiesen.

Hat man während der Geschichte Ereignisse, die einfach stattfinden, aber mit keinem Erzählstrang zu tun haben, kann man über die beiden Schaltflächen (10) Events erfassen (rechter Knopf) bzw. in voller Breite anzeigen lassen (linker Knopf). Ist die Anzeige deaktiviert, wird das Vorhandensein von Events trotzdem optisch in einem schmalen Balken angedeutet (11).

Nun noch zu den Symbolen vor den Szenentiteln (12), den blauen Blöcken, die Szenen repräsentieren. Die ersten Pfeilchen zeigen die horizontale Tiefe an, also z.B. Kapitel, Unterkapitel und so weiter und zwar nicht nach Umbruchsart, sondern nach horizontaler Tiefe, so, wie Sie sie links in der Kapitelübersicht angelegt haben: je tiefer, desto mehr.

Rechts daneben können eventuell drei unterschiedliche Symbole auftauchen: » | «. Damit sind Szenen versehen, die länger als einen Tag dauern und es bedeuten: »: an diesem Tag beginnt die Szene, |: während dieses ganzen Tags dauert die Szene an und «: an diesem Tag endet die Szene.

Wie für Events gibt es auch für Schauplätze eine eigene Spalte, die man mit (13) öffnen kann. Dabei handelt es sich um die Schauplätze, die man den Szenenrequisiten zugeordnet hat.

Mit (14) kann man Szenen von der Aufnahme in die Timeline ausnehmen. Der Zustand Schaltfläche ((nicht) gedrückt) ist also immer auf die gerade aktulle Szene bezogen. Die Szene wiederum ist die Zelle und nicht die ganze Zeile, da ja in einer Zeile, wenn die Uhrzeit dieselbe ist, durchaus mehrere Szenen angesiedelt sein können, siehe 29.11.1962.

Steht ein genügend großer Monitor zur Verfügung, kann man die Timeline in ein separates Fenster abkoppeln (15). Dann kann man den Text und die Timeline gleichzeitig sehen. Doch auch wenn der Platz nicht ausreicht, kann man zugleich Text und Pitch sehen – mit ausgeklapptem Datumspflücker (16). Zu dem kommen wir gleich.

Wenn Sie mit Patchwork neu beginnen oder ein neues Projekt anlegt haben und im Text arbeiten (Reiter ›Text und Zubehör‹), steht anstelle der Felder im hier rot umrahmten Bereich (1) noch einer der folgenden Hinweise:

Timelines nicht aktiviert. Klick › zu Einstellungen. Damit wird mitgeteilt, dass Timelines bei Ihnen generell noch nicht aktiviert wurden. Bitte draufklicken und sich führen lassen.

Keine Timeline vorhanden. Klick › Timeline anlegen. Die Meldung kann gleich nach der Anlage eines neuen Projekts kommen, bzw. wenn zu dem Projekt noch keine Timeline aktiviert wurde. Ebenfalls einfach draufklicken. Dann können Sie auswählen, welchen Kalender Sie möchten und einen groben Zeitrahmen für die Geschichte angeben.

Sind diese beiden Sachen geklärt, dann taucht das hier abgebildete Szenarium auf (links oben).

Screenshot PatchworkUnter Strang (rechts neben (1)) wählen Sie – wenn es bereits mehrere gibt – den passenden Erzählstrang für die gerade aktuelle Szene aus. Jeder Erzählstrang bekommt in der Timeline seine eigene Spalte ((2) im ersten Bild). Über (4) können Sie weitere Stränge hinzufügen. Verwalten (löschen, umbenennen) können Sie Stränge über (5), wodurch Sie in das Fenster (5) gelangen. Dort sind alle Schaltflächen selbsterklärend außer (7): Mit Aktivierung dieser Schaltfläche werden links in der Kapitelübersicht all die Szenen hervorgehoben, die demselben Strang zugehören wie die gerade aktuelle. Dasselbe können Sie auch erreichen, indem Sie auf (3) klicken.

Eine Szene nicht an die Timeline übergeben können Sie über (2), das dann rot wird und zum Datumspflücker (8) gelangen Sie über (6).

Der Datumspflücker (8) ermöglicht eine sehr schnelle Eingabe von Datum und Zeit. Der in ihm zur Verfügung gestellte Zeitrahmen bildet den Zeitraum ab, den Sie in der Timeline definiert haben. Der Inhalt wird natürlich anders aussehen, wenn Sie einen eigenen Kalender erstellt haben.

Die Auswahl von Datum und Zeit geschieht von links nach rechts: In jeder Spalte auf das Zutreffende klicken und der Szene zuweisen, indem Sie in der rechtesten Spalte doppelklicken. Dabei muss diese rechteste aber nicht die Minutenspalte sein, sondern die, die für Ihren Zeitraum zur Szene passt. Der (detaillierte) Rest wird aus den Minimal-Maximal-Werten der kleineren Einheiten automatisch gebildet. Bei dem angezeigten Beispiel bedeutet das bei Doppelklick auf:

  1. 1962: vom 1.1.1962 00:00 bis zum 31.12.1962 23:59
  2. · · › Januar: vom 1.1.1962 00:00 bis zum 31.1.1962 23:59
  3. · · › · · · › 1: vom 1.1.1962 00:00 bis zum 1.1.1962 23:59
  4. · · › · · · › · · · › 0: vom 1.1.1962 00:00 bis zum 1.1.1962 00:59
  5. Klicken Sie hingegen auf einen der Fünf-Minuten-Sprünge in der Spalte ganz rechts, dann erhalten Sie die detaillierteste Eingrenzung. Und zwar dieselbe wie unter 4., hingegen ab der gewählten Minute in Länge des Wertes, der direkt darunter, bereits im grauen Bereich, angegeben ist: also 15 Minuten. Bei Doppelklick auf 55: vom 1.1.1962 00:55 bis zum 1.1.1962 01:10

Über den grauen Winkel rechts unten kommen Sie zu noch ein paar Optionen.

Dort, wo von Haus aus 15″ steht (9), können Sie die üblichste Dauer einer Szene angeben, die dann zum Tragen kommt, wenn Sie auf die Spalte ›Min‹ doppelklicken. Klicken Sie übrigens auf (9), dann können Sie diese Standardzeit ändern (siehe Beispiel 5 oben). Über das Fragezeichen gibt es eine kurze Info.

Das Dreieck (10) ist nur dann aktiv (schwarz), wenn Sie nicht im Reiter ›Text und Zubehör‹, sondern im Reiter ›Timeline‹ stehen. Mit ihm können Sie den Datumsplücker nach rechts ausklappen und sehen dort dann auch Text und Pitch der gerade aktuellen Szene.

Ein Klick auf (11) bewirkt, dass Datum und Uhrzeit der aktuellen Szene hierher in den Datumspflücker übernommen werden. Das ist, wenn dieser Knopf (12) aktiv ist, automatisch der Fall, wenn man in der Kapitelübersicht oder der Timeline die Szene wechselt.

Mit der Schaltfläche (13) werden Datum und Zeit der aktuellen Szene direkt an die von der vorhergehenden Szene angehängt.

Wenn ein Doppelklick auf die Spalte ›Min‹ für die Dauer einer Szene unpassend ist, weil sie kürzer oder länger dauert als der unter (9) angegebene Zeitraum, können Sie über [Dauer] (14) eine individuelle Dauer wählen. In diesem Fall nirgends ein Doppelklick zur Übernahme, sondern den grünen Haken rechts wählen um Datum und Dauer an die Szene zu übergeben.

Sie sehen, dass Sie mit der Timeline ein Werkzeug an die Hand bekommen, das Ihnen einerseits eine optimale Sicht auf die zeitlichen Zusammenhänge Ihres Werks gibt und das zugleich die dafür nötigen Eingaben optimiert.

Im nächsten Tutorial erfahren Sie, wie Sie bei Patchwork die Timeline zum Plotten nutzen können.

Viel Spaß beim Gestalten des Zeitgeschehens Ihrer Werke!

Link zum Video

Martin Danesch


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Patchwork-Tutorial: Mit Patchwork Freundschaft schließen

Gastartikel von Martin Danesch

PatchworkDieses Tutorial unterstützt Sie dabei, Patchwork kennenzulernen, während Sie zurückgelehnt ein Glas Wein trinken – oder Kaffee oder Tee.

Im Gegensatz zu sogenannten Volltextprogrammen wie Word, Open Office, Libre Office, Papyrus und TextMaker hält Patchwork Ihre Werke in kleinen Häppchen vor. Unter anderem deshalb auch der Name Patchwork.

Hier sehen Sie links das bekannte Volltextprogramm Word und rechts daneben Patchwork. Ich verwende im Folgenden ‚die Words‘ als Synonym für die oben genannten Volltextprogramme, denn sie ähneln einander.

(Klick auf das Bild, um es zu vergrößern)

(Klick auf das Bild, um es zu vergrößern)

Bei beiden Programmen ist der Text (1) der Mittelpunkt des Geschehens. Jeweils auf der linken Seite ein Navigator (2), mit dem man durch die Szenen springen kann. Bei den Words und bei Patchwork lassen sich gleichermaßen im Navigator Kapitel mit der Maus anfassen und an einen anderen Ort verschieben.

Doch bereits ab hier driften die Philosophien auseinander. Während bei den Words der Navigator hauptsächlich der Übersicht dient, zeigt er bei Patchwork auch noch auf detailliertere Einheiten: auf Szenen; denn ein Kapitel – oder Unterkapitel – kann aus feineren Segmenten bestehen.

Bei den Words ist ein Kapitel eine Anzahl Absätze, die durch Überschriften Struktur erhalten. Bei Patchwork steckt hinter jedem Navigatoreintrag ein eigener Container. Dieser Ordner enthält zum Einen als eigenes Dokument den Szenentext (Der Vorteil daraus am Rande: Patchwork ist es egal, wie groß ein Projekt ist. Man kann also auch eine ganze Reihe in einem Projekt beheimaten, was viele Vorteile hat), aber es ist auch Refugium für die ganze Menge weiterer Ingredienzien (3), die zu diesen Teilen einer Geschichte gehören: Figuren, Schauplätze und herausragende Gegenstände, Notizen, Bilder, Recherchedaten (alle zusammen kurz als ‚Requisiten‘ bezeichnet) und verschiedene Kennzeichen: Überarbeitungsstatus, die Perspektive, in der die Szene gehalten ist – sogar den Kamerastandpunkt kann man einstellen – die Art der Szene (die dann die Spannungskurve ergibt) und Kennzeichen zu Besonderheiten. Auch können Sie Szenen individuelle Kennzeichen zuweisen.

Zu einer Szene kann es sogar ein eigenes Brainstorming geben, was bei Schreibblockaden hilfreich ist (Näheres dazu im Tutorial 3 – Patchwork-Einstieg 2: Kreativer Projektstart).

Bei einer Szene kann man auch angeben, an welchem Tag und zu welcher Zeit sie spielt. Das schlägt sich dann in einer Timeline nieder. Der Zeitrahmen der Geschichte kann übrigens sogar im vorchristlichen Bereich liegen (Minus-Jahreszahlen) und man kann eigene Fantasy-Kalender entwerfen.

Schließlich kann man sich pro Szene anzeigen lassen, wieviele Zeichen, Wörter und Seiten lang sie ist. Übergeordnete Elemente beinhalten die Summe ihrer Kinder, wodurch man sowohl die Anzahl pro Szene sieht als auch die Summen in den höherrangigen Kapiteln. Das ist praktisch, wenn man auf ein vorgegebenes Ziel hinschreibt. Die verschiedene Szeneninformationen (4) kann man in den Einstellungen zu- und wegschalten.

Im Videoclip (Link am Ende des Artikels) wird nun beschrieben, wie wir zu unserem ersten Text, den Sie im nächsten Bild sehen, gelangen.

Sehen wir uns beim folgenden Bild den linken Bereich an. Wir können schnell den Doppelzweck davon ausmachen: die Reiter ‚Kapitelübersicht‘ und ‚Requisiten‘ (1) bieten alternativ zwei Informationspools an. Wer einen großen (oder zweiten) Monitor besitzt, kann per Mausklick auf den Reiter mit gedrückter [Strg]-Taste die Requisiten in ein eigenes Fenster auslagern.

(Klick auf das Bild, um es zu vergrößern)

(Klick auf das Bild, um es zu vergrößern)

Damit sind wir bei der Aorta unserer Werke gelandet: Requisiten und deren Integrierung in die Geschichte. Wir wählen die Requisitenart (Figur, Schauplatz, Gegenstand) Figur aus (2). Wir legen eine Figur nach der anderen an und zwar alle, die in der Geschichte vorkommen (3). Das kann natürlich auch während des Schreibens geschehen, je nachdem ob man Planer oder Bauchschreiber ist.

Wir erfassen die notwendigen Informationen wie Name (übrigens: über das Kontextmenü, also rechte Maustaste in der Figurenliste, kann man den Namensgenerator mit Zigtausend Vorschlägen aus aller Herren Länder befragen), Alternativname und Bemerkung, um uns dann den Details (4) zuzuwenden: fünf Reiter gliedern die Informationen in eine Figurenbeschreibung (Erscheinung, Auftreten usw.), die Biografie, freie Notizen und die Entwicklung, die diese Figur im Laufe der Geschichte durchmacht. Im letzten Reiter können wir bis zu 7 Bilder hinterlegen. Wer es ganz genau möchte, was wenigstens für die Protagonisten empfehlenswert ist, begibt sich ins Figurenblatt (5), um dort mit knapp 300 Fragen die jeweilige Figur wie in einem Interview näher kennenzulernen.

Zieht man Figuren aus der Liste links mit der Maus zu den Szenenrequisiten rechts (6), so wird automatisch bei der Szene angezeigt, wer bei gewählter Ich- und der personalen Perspektive der Hauptakteur ist, also der Perspektivträger: es ist bei mehreren Figuren in der Szene immer die oberste; die Reihenfolge lässt sich per Drag&Drop verändern. Will man Figuren automatisch in die Szenenrequisiten übernehmen, aktiviert man den Figurenschnüffler (10), der die vorhandenen Figuren im Text sucht und zum Eintrag in die Szenenrequisiten gleich vorschlägt.

Über die Schaltfläche (7) kann man die Figuren hervorheben lassen. Aktiviert man auch noch die Schaltfläche (9), so wird immer diejenige Figur links in den Vordergrund geholt, die sich im Text unter dem Mauszeiger befindet.

Es gibt zu Patchwork noch eine Menge zu erzählen, was aber den Rahmen dieses Artikels sprengen würde. Für Vieles gibt es hier auch Artikel beziehungsweise auf der Patchworkseite Video-Clips. Heute wollten wir uns ja nur einmal mit Patchwork anfreunden.

Wenn Sie schnuppern möchten, was es noch alles gibt, empfehle ich Ihnen diese beiden Anlaufstellen:

  1. Tippen Sie [F1] für den Aufruf der Hilfe Dort wählen Sie links oben den zweiten Punkt ‚Themeneinstieg‘. Fahren Sie mit der Maus über die Bereiche, um sich über deren Aufgaben zu informieren oder klicken Sie darauf, wenn Sie Näheres erfahren möchten
  2. Nach einer Neuinstallation wird Patchwork im Minimalzustand gestartet, um den Neueinsteiger nicht mit seiner Vielfalt zu verwirren. Sie können nun nach Ihrem Gutdünken bis zu 22 weitere, teils umfassende Features zuschalten. Begeben Sie sich dafür in die Einstellungen (Hauptmenü > ‚Bearbeiten‘ > ‚Einstellungen‘ oder der rechteste Knopf in der Werkzeugleiste). Gleich der oberste Abschnitt bietet diese Zusatzoptionen an. Neben jeder der Kurzbeschreibungen können Sie auf [mehr] klicken und so zu einer ausführlichenBeschreibung gelangen

Screenshot 3Wir hoffen, Ihnen mit diesem kurzen Abriss den Mund wässrig zu machen – wenn Sie Patchwork noch nicht kennen – oder den Einstieg zu erleichtern, wenn Sie gerade Ihr Patchwork-Debüt feiern.

Link zum Video

Martin Danesch


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Patchwork-Tutorial: Recherche, Teil 2: Internetrecherche

 Gastartikel von Martin Danesch

PatchworkWährend wir uns bei unserem ersten Recherche-Tutorial grob mit der Thematik Recherche in Patchwork beschäftigt haben, geht es nun in die Tiefe. Genauer: in die Recherche im Internet und das Sammeln der dort gefundenen Informationen.

Die bekannten Speichermöglichkeiten

Wie speichert man Informationen aus dem Internet? Dafür gibt es drei gängige Methoden:

  1. Seite als HTML-Seite speichern
    Diese Variante ist die umständlichste: Die Seite selbst wird als reine HTML-Seite gespeichert. Für Bilder wird am Speicherort ein eigener Ordner angelegt, worin diese abgelegt werden. Umständlich und unhandlich.
  2. Seite als MHT-Datei speichern
    Voraussetzung ist die Installation von Plug-ins in dem jeweiligen Browser. Diese Möglichkeit ist bereits fortschrittlicher, da der HTML-Inhalt inklusive der Bilder in einer einzigen Datei gesichert wird. Nachteil: Sämtliche Menüs, Werbebanner und weitere unnötige Informationen werden ebenfalls mitgenommen; das kann oft ein Vielfaches der gewünschten Recherchedaten ausmachen. Einen weiteren Nachteil entdeckt man darin, dass man einen Browser braucht, um die Datei anzuzeigen. Das wiederum bedeutet Ladezeit.
  3. Seite als PDF-Datei speichern
    Das scheint auf den ersten Blick ideal zu sein. Wer es schon gemacht hat, wird aber die Tücken bereits kennengelernt haben. Abgesehen von demselben Effekt wie bei den beiden anderen Varianten – man hat keine Wahl, was man übernimmt, also ist alles dabei – kommt noch unangenehm dazu, dass sich mitunter entweder der gewollte Text seitenlang als schmaler, schwer lesbarer Streifen hinzieht, flankiert von Unmengen an Unnützem; oder dass ein Teil des Texts einfach abgeschnitten wird.

Patchworks Speicherlösung von Internet-Inhalten

Patchwork geht einen anderen Weg: Man wählt aus, was man möchte und setzt sich so mit wenigen Mausklicks einen individuellen Rechercheartikel zusammen. Zusatzbonus: spätere Volltextsuche.

Screenshot PatchworkVorgehensweise

Man sucht links im Organisationsbaum der Konzeptarbeit (brauner Koffer, projektbezogen) oder Allgemeinen Recherche (grüner Koffer, projektunabhängig) den Bereich, in dem man den zukünftigen Beitrag ablegen möchte. Eventuell muss man einen neuen Bereich schaffen. Man markiert also den Bereich, indem man einfach drarauf klickt.

Nun wählt man auf der Internetseite den gewünschten Ausschnitt mit der Maus aus – inklusive eventueller Bilder – speichert ihn in die Zwischenablage ([Strg+c] oder über das Kontextmenü) und klickt auf die Schaltfläche (1). Damit wird in dem links markierten Bereich des Organisationsbaums ein neuer Artikel angelegt (2) (in unserem konkreten Fall war vorher ‚Mensch und Natur‘ markiert). Patchwork stellt nun zwei Fragen:

  1. Will man die erste Zeile aus dem markierten Ausschnitt der Internetseite als Titel für den neuen Beitrag nehmen (2)? Wenn man bei der Auswahl des Texts auf der Internetseite bereits darauf geachtet hat, als ersten Absatz einen Überschriftsabsatz am Beginn auszuwählen, gibt es danach nichts mehr zu tippen.
  2. Soll die Internetadresse der Site zu dem Beitrag eingetragen werden (3)? Damit kann man später mit einem Mausklick zum Original gelangen

Nun ist der erste Teil bis zur rot gepunkteten Linie (4) übernommen.

Nicht selten will man aber weitere Bereiche einer Seite in denselben Artikel übernehmen. Dafür markiert man auf der Internetseite einen weiteren Ausschnitt, ebenfalls inklusive eventueller Bilder, kopiert ihn abermals in die Zwischenablage und klickt nun mit gedrückter [Strg]-Taste wieder auf die Schaltfläche (1). Damit wird der neue Text samt Bildern an den vorhandenen angehängt. Auf diese Weise kann man bei manchen Seiten einen eleganten Slalom zwischen all den Werbeinformationen laufen und sich die wirklichen Infos herauspicken.

Zwischen bestehendem und neuem Text werden automatisch sechs Striche (- – – – – -) eingefügt, die das Ende dieses Abschnitts markieren. Gleichzeitig dienen sie als Marker für einen neuen, eventuell folgenden Teil. Dieser Marker (6) ist es, der die Aufnahme der ihm folgenden Zeile in ein Inhaltsverzeichnis des Artikels auslöst. Das kann man später über die Schaltfläche (5) öffnen. Es handelt sich dabei um ein Sprungmenü; klickt man auf einen der Menüpunkte, springt Patchwork zu dem dazugehörenden Abschnitt.

Man kann also einen längeren Artikel mit dem Striche-Marker ganz einfach in mehrer Teile gliedern, die dann handlich über ein Menü erreicht werden.

Beiträge gliedern

Diese Absatzmarker kann man auch nachträglich einfügen, theoretisch auch manuell, aber besser mit der Schaltfläche (7). Dabei sollte man Folgendes beachten:

  • Der Ort, an dem man den Marker setzen lässt, sollte ausschließlich der Beginn eines Absatzes sein – also nicht irgendwo mitten im Text auf die Schaltfläche (7) klicken.
  • Mit Klick auf die Schaltfläche (7) wird man zur Eingabe einer Überschrift aufgefordert. Hier gibt es zwei Möglichkeiten:
    • Der darunterstehende Absatz ist ein längerer Text. In diesem Fall gibt man eine kurze Überschrift ein. Diese wird dann als fetter Überschrifts-Absatz unter dem Trenner, aber über dem folgenden Text eingefügt
    • Der darunterstehende Absatz ist bereits die neue Überschrift. Dann gibt man keinen Text ein und klickt bei leerem Eingabefeld auf [Ok]. Damit wird dieser folgende Absatz fett als Überschrift formatiert
  • Die Zusammenstellung des Überschriftenmenüs (5) erfolgt automatisch bei jeder Textänderung eines Beitrags, die mit dem Trenner (- – – – – -) zusammenhängt. Man kann also, wie bereits gesagt, Trenner auch manuell erfassen oder entfernen.
  • Die Überschriften in dem automatisch aufgrund der Trenner generierten Menüs entstammen immer dem Absatz, der dem Trenner folgt. Deshalb sollte man den Überschriftentext immer möglichst kurz halten.

Bilder

Bilder in der Web-Recherche werden gleich behandelt wie Bilder im Text eines Werks selbst: Mit der rechten Maustaste auf ein Bild geklickt, gelangt man in ein Fenster, in dem man diverse Parameter einstellen kann. Erwähnenswert der Wert ‚Relative Breite‘. Dabei handelt es sich um einen Prozentsatz, der die relative Breite des Bildes im Vergleich zur aktuellen Breite des Texts steuert. Sobald man die Textbreite ändert, werden sämtliche Bilder diesem Prozentsatz gemäß angepasst.

Manchmal ist es sinnvoll, ein Bild auf die gesamte Textbreite auszudehnen, zum Beispiel wegen darunter stehender Untertitel, die eben darunter, aber nicht daneben stehen sollen. Um nicht via Kontextmenü die Bildparameter umstellen zu müssen, kann man mit gedrückten [Strg+Shift]-Tasten auf das Bild klicken. Damit wird es auf die volle Breite ausgedehnt.

Volltextsuche

Sämtliche Webrecherche-Artikel, TXT-, RTF, sowie PDF-Dateien werden bei der Aufnahme in die Recherche auch gleich in die Volltext-Datenbank übernommen. Das bedeutet eine Suchmöglichkeit nach allen Begriffen im Text, exklusive rund 2000 häufiger und irrelevanter Wörter wie zum Beispiel die, der, das, ein, in, auf usw.

Diese Suche (8) kann über die Schaltfläche (9) oder [F2] eingeleitet werden. Dort Eingabe des Suchbegriffs und 2x [Enter] oder auf [finden] klicken.

Die Suche kann auf ganze Wörter eingeschränkt werden (10) (das wäre hier dann: ‚Kohle‘ aber nicht ‚Kohlehafen‘) und man kann dann im gefundenen Dokument mit den Schaltflächen (11) zwischen den Fundstellen navigieren.

(12) Zeigt an, wo zu der Fundzeile die Treffer sind: links in der Überschrift (wie hier), unten im eigentlichen Artikel oder im zu einem Artikel möglichen Infotext. Letzteres wird hauptsächlich bei Bildern bzw. andern Nicht-Text-Elementen der Fall sein.

Chronologie

Mit dem Knopf (13) kann die Spalte sichtbar gemacht werden, die das Erstellungsdatum des jeweiligen Beitrags enthält (Datum rechts neben dem Beitragstitel).

Detaillierter ist die Historie zur Nutzung der Beiträge. Hier wird chronologisch mitprotokolliert, wann ein Beitrag erstellt, geändert oder erweitert wurde.

So, nun steht der Anlage einer effizienten Bibliothek mit recherchiertem Material nichts mehr im Weg.

Es wird noch einen weiteren Artikel zum Thema Recherche geben. In dem sprechen wir dann darüber, wie man Daten in der Recherche mit Szenen, aber auch dem Kreativboard verbinden kann, um schnell aus diesen Orten heraus darauf zugreifen zu können. Aber das ist eine andere Geschichte.

Link zum Video

Martin Danesch


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Patchwork-Tutorial: Tricks zum schnellen Schreiben

 Gastartikel von Martin Danesch

PatchworkPatchwork ist nicht nur ein komplettes Paket für Autoren, sondern es wird zusätzlich viel Wert auf möglichst reibungsloses Schreiben gelegt. Demnach geht es in diesem Tutorial einmal nicht um einen speziellen Themenbereich, sondern darum, wie man möglichst reibungslos Text erfassen kann. Sie meinen: einfach schneller schreiben? Bingo!

Zehnfingerpraxis ist ein Hit. Aber darüber hinaus gibt es noch eine ganze Menge an Optimierungsmöglichkeiten – lassen Sie sich nun von ein paar davon überraschen.

Umgang mit Figuren

Figuren sind ja das A und O unserer Storys. Über sie schreiben wir primär, wir brauchen sie unentwegt. Es erleichtert daher die Effizienz des Schreibens, wenn beim Umgang mit ihnen rationeller gearbeitet werden kann.

Voraussetzung für die folgenden Ausführungen sind angelegte Figuren. Zu ihnen finden Sie Informationen in bereits bestehenden Tutorials und Clips: Video Figuren 1 und Video Figuren 2.

Sehen wir uns gemeinsam an, wie die Nutzung der Figureninformationen einfacher möglich ist:

Wir haben unsere Figuren (4) angelegt. Sichtbar mit einem lichtgrünen Rahmen wie hier im Bild (1) werden sie gemacht durch das Drücken der Schaltfläche (2). Wird auch der Knopf rechts daneben (3) aktiviert, dann holt Patchwork automatisch immer die Figur nach vorne, auf der im Text gerade der Cursor steht. Nun, das ist ja aus den beiden Figuren-Tutorials bekannt. Ab jetzt geht es mit Spezialistenwissen weiter.

Screenshot Patchwork

Navigation in den Figurendaten

Sie möchten bei der aktuellen Figur links unten den Reiter (6) ändern oder der Figur einen (weiteren) Alternativnamen verpassen oder die Figur sehen, die gerade in der Figurenliste zwei Zeilen weiter unten steht oder das Größenverhältnis Liste/untere Infos (7) ändern? Kein Problem, für was gibt es die Maus. Stimmt. Nur: Dafür müssen Sie die Hand von der Tastatur nehmen, um sie der Maus widmen zu können. Das hier geht schneller:

  1. Mit [Esc] aus dem Text in die Figurenliste springen
  2. – [Strg+Pfeil hinauf/hinunter] verändert das Größenverhältnis
    – [b] aktiviert den Reiter ‚Beschreibung‘
    – [o] aktiviert den Reiter ‚biOgrafie‘
    – [n] aktiviert den Reiter ‚Notizen‘
    – [e] aktiviert den Reiter ‚Entwicklung‘
    Wenn Sie stattdessen Großbuchstaben nehmen, dann steht der Cursor sogar in dem jeweiligen Text. Weiterhin:
    – [1] bis [7] zeigt Bild 1 bis 7
    – [K] (groß!) setzt den Cursor in das Feld ‚Kurzname‘
    – [V] (groß!) setzt den Cursor in das Feld ‚Voller Name‘
    – [A] (groß!) setzt den Cursor in das Feld ‚Alternativbezeichnung‘
    – [G] (groß!) setzt den Cursor in das Feld ‚bemerkunG‘
  3. Von überall mit [Esc] zurück in den gerade aktuellen Text im Schreibfenster, exakt zur Ausgangsposition im Text.

Beispiel 1: Sie stehen im Text und wollen von der gerade aktuellen Figur Bild2 sehen anstatt der Beschreibung? Drücken Sie: [Esc], [2], [Esc]

Beispiel 2: Sie möchten der Vita der Figur etwas hinzufügen? Drücken Sie: [Esc], [E], schreiben den gewünschten Text, dann wieder mit [Esc] in den Szenentext.

Nebenbei: Sie sollten Figuren immer sofort aktualisieren, sobald Sie im Text neue Beschreibungselemente dazu erfassen! Auf diese Weise wachsen die Figureninformationen mit – sofern Sie kein Planer sind, der die Charaktere vorher genau kennenlernt.

Figurennamen über Kürzel abrufen

Bereits ab vier Buchstaben liebe ich diese Option! Die Figur heißt Bernhard. Tippen Sie einfach #be und dann das normal darauf folgende Zeichen, meistens ein Leerzeichen, aber auch Punkt, Komma, Anführungszeichen und so weiter. Sobald sie also einen solchen Delimiter (=Abgrenzungszeichen) eingegeben haben, wird zum Beispiel ‚#be,‘ auf ‚Bernhard,‘ erweitert. Sie werden sehen, diese Funktion ist von unschätzbarem Nutzen, dazu muss ihre polnische Protagonistin nicht gleich Agnieszka-Bugoslawa Knasniewska-Brzezinski heißen, Lhakyi Chödrön genügt durchaus. Nicht nur, weil es schneller geht, es geht vor allem tippfehlerfrei.

Folgende Möglichkeiten bestehen in diesem Zusammenhang, gezeigt am Beispiel der Figur La Mamma aus dem Demoprojekt:

#la › La Mamma (Kurzname)
#la2 › Margarita della Colletto (Voller name)
#la2 › Mamma, Margarita (Alternativnamen)
#la3 › Die graue Eminenz (Bemerkung)

Für mehreren Namen mit denselben beiden ersten Buchstaben verwenden Sie ab dem zweiten Namen das Feld ‚Kürzel‘ (5): dort geben Sie einfach die zwei gewünschten alternativen Kleinbuchstaben ein.

Thesaurus

Nichts ging mir bei allen gängigen Schreibprogrammen früher mehr auf die Nerven, als für Synonyme mit der Maus im Kontextmenü herumfuhrwerken zu müssen. Deshalb gab es ja schon seit Anbeginn bei Patchwork den Thesaurus seitlich rechts. Für ihn gibt es in den Einstellungen (Hauptmenü › ‚Bearbeiten‘ › ‚Einstellungen‘ › Bereich ‚Prüfung/Thesaurus‘) drei Anwendungsmodi:

Der Standard-Modus:
Ein Klick auf den Knopf (oder [Strg+t]) holt den Thesaurus in den Vordergrund und er zeigt die Synonyme zu dem gerade markierten Wort im Text an.

Der intelligente Modus:
lässt den Thesaurus solange im Hintergrund – die Requsitenliste ist also sichtbar – bis man ein Wort markiert. Dann kommt er automatisch solange in den Vordergrund, bis nichts mehr markiert ist.

Der automatische Modus:
Gleich wie der Standard-Modus – also der Bediener entscheidet, ob der Thesaurus in Vordergrund ist – nur dass der Thesaurus immer arbeitet, sobald man mit der Maus über den Text fährt und man nicht dezidiert markieren muss.

Ich selbst verwende den automatischen Modus, womit der Thesaurus offen bleibt und automatisch bei jedem Wort seine Synonyme zum Besten gibt. Man kann ja ohnehin schnell mit [Strg+r] und [Strg+t] zwischen Szenenrequisiten und Thesaurus hin- und herschalten.

Fallbeispiel: Sie stehen bei dem Wort ‚müde‘ und blicken nach rechts zu den Synonymen. Angezeigt werden abgeschlafft, ausgelaugt, ausgepowert, ausgepumpt, entkräftet, erledigt, ermattet und 28 weitere Alternativbegriffe. Sie entscheiden sich für ‚erledigt‘.

Sie können zur Maus greifen und ‚erledigt‘ doppelklicken. Erledigt ;-)

Sie können aber auch ohne Maus arbeiten, bleiben im Text bei ‚müde‘ stehen und …

  1. [Alt]-Taste drücken und gedrückt halten
  2. Mit [Pfeil hinauf/hinunter] navigiert Patchwork nun in der Synonymliste (wenn der Thesaurus sichtbar ist). Gehen Sie zu ‚erledigt‘
  3. [Enter] ([Alt] ist immer noch gedrückt!) ersetzt ‚müde‘ im Text durch ‚erledigt‘.
  4. [Alt]-Taste loslassen

Es gibt noch einige weitere Bequemlichkeiten, aber wir wollen Ihnen die Gelegenheit geben, diese in Fleisch und Blutz zu übernehmen, bevor wir sie Ihnen verraten.

Bis dahin: Viel Spaß bei mehr Schreiben durch weniger Maus!

Link zum Video

Martin Danesch


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