Patchwork-Tutorial: Recherche, Teil 2: Internetrecherche

 Gastartikel von Martin Danesch

PatchworkWährend wir uns bei unserem ersten Recherche-Tutorial grob mit der Thematik Recherche in Patchwork beschäftigt haben, geht es nun in die Tiefe. Genauer: in die Recherche im Internet und das Sammeln der dort gefundenen Informationen.

Die bekannten Speichermöglichkeiten

Wie speichert man Informationen aus dem Internet? Dafür gibt es drei gängige Methoden:

  1. Seite als HTML-Seite speichern
    Diese Variante ist die umständlichste: Die Seite selbst wird als reine HTML-Seite gespeichert. Für Bilder wird am Speicherort ein eigener Ordner angelegt, worin diese abgelegt werden. Umständlich und unhandlich.
  2. Seite als MHT-Datei speichern
    Voraussetzung ist die Installation von Plug-ins in dem jeweiligen Browser. Diese Möglichkeit ist bereits fortschrittlicher, da der HTML-Inhalt inklusive der Bilder in einer einzigen Datei gesichert wird. Nachteil: Sämtliche Menüs, Werbebanner und weitere unnötige Informationen werden ebenfalls mitgenommen; das kann oft ein Vielfaches der gewünschten Recherchedaten ausmachen. Einen weiteren Nachteil entdeckt man darin, dass man einen Browser braucht, um die Datei anzuzeigen. Das wiederum bedeutet Ladezeit.
  3. Seite als PDF-Datei speichern
    Das scheint auf den ersten Blick ideal zu sein. Wer es schon gemacht hat, wird aber die Tücken bereits kennengelernt haben. Abgesehen von demselben Effekt wie bei den beiden anderen Varianten – man hat keine Wahl, was man übernimmt, also ist alles dabei – kommt noch unangenehm dazu, dass sich mitunter entweder der gewollte Text seitenlang als schmaler, schwer lesbarer Streifen hinzieht, flankiert von Unmengen an Unnützem; oder dass ein Teil des Texts einfach abgeschnitten wird.

Patchworks Speicherlösung von Internet-Inhalten

Patchwork geht einen anderen Weg: Man wählt aus, was man möchte und setzt sich so mit wenigen Mausklicks einen individuellen Rechercheartikel zusammen. Zusatzbonus: spätere Volltextsuche.

Screenshot PatchworkVorgehensweise

Man sucht links im Organisationsbaum der Konzeptarbeit (brauner Koffer, projektbezogen) oder Allgemeinen Recherche (grüner Koffer, projektunabhängig) den Bereich, in dem man den zukünftigen Beitrag ablegen möchte. Eventuell muss man einen neuen Bereich schaffen. Man markiert also den Bereich, indem man einfach drarauf klickt.

Nun wählt man auf der Internetseite den gewünschten Ausschnitt mit der Maus aus – inklusive eventueller Bilder – speichert ihn in die Zwischenablage ([Strg+c] oder über das Kontextmenü) und klickt auf die Schaltfläche (1). Damit wird in dem links markierten Bereich des Organisationsbaums ein neuer Artikel angelegt (2) (in unserem konkreten Fall war vorher ‘Mensch und Natur’ markiert). Patchwork stellt nun zwei Fragen:

  1. Will man die erste Zeile aus dem markierten Ausschnitt der Internetseite als Titel für den neuen Beitrag nehmen (2)? Wenn man bei der Auswahl des Texts auf der Internetseite bereits darauf geachtet hat, als ersten Absatz einen Überschriftsabsatz am Beginn auszuwählen, gibt es danach nichts mehr zu tippen.
  2. Soll die Internetadresse der Site zu dem Beitrag eingetragen werden (3)? Damit kann man später mit einem Mausklick zum Original gelangen

Nun ist der erste Teil bis zur rot gepunkteten Linie (4) übernommen.

Nicht selten will man aber weitere Bereiche einer Seite in denselben Artikel übernehmen. Dafür markiert man auf der Internetseite einen weiteren Ausschnitt, ebenfalls inklusive eventueller Bilder, kopiert ihn abermals in die Zwischenablage und klickt nun mit gedrückter [Strg]-Taste wieder auf die Schaltfläche (1). Damit wird der neue Text samt Bildern an den vorhandenen angehängt. Auf diese Weise kann man bei manchen Seiten einen eleganten Slalom zwischen all den Werbeinformationen laufen und sich die wirklichen Infos herauspicken.

Zwischen bestehendem und neuem Text werden automatisch sechs Striche (- – – – – -) eingefügt, die das Ende dieses Abschnitts markieren. Gleichzeitig dienen sie als Marker für einen neuen, eventuell folgenden Teil. Dieser Marker (6) ist es, der die Aufnahme der ihm folgenden Zeile in ein Inhaltsverzeichnis des Artikels auslöst. Das kann man später über die Schaltfläche (5) öffnen. Es handelt sich dabei um ein Sprungmenü; klickt man auf einen der Menüpunkte, springt Patchwork zu dem dazugehörenden Abschnitt.

Man kann also einen längeren Artikel mit dem Striche-Marker ganz einfach in mehrer Teile gliedern, die dann handlich über ein Menü erreicht werden.

Beiträge gliedern

Diese Absatzmarker kann man auch nachträglich einfügen, theoretisch auch manuell, aber besser mit der Schaltfläche (7). Dabei sollte man Folgendes beachten:

  • Der Ort, an dem man den Marker setzen lässt, sollte ausschließlich der Beginn eines Absatzes sein – also nicht irgendwo mitten im Text auf die Schaltfläche (7) klicken.
  • Mit Klick auf die Schaltfläche (7) wird man zur Eingabe einer Überschrift aufgefordert. Hier gibt es zwei Möglichkeiten:
    • Der darunterstehende Absatz ist ein längerer Text. In diesem Fall gibt man eine kurze Überschrift ein. Diese wird dann als fetter Überschrifts-Absatz unter dem Trenner, aber über dem folgenden Text eingefügt
    • Der darunterstehende Absatz ist bereits die neue Überschrift. Dann gibt man keinen Text ein und klickt bei leerem Eingabefeld auf [Ok]. Damit wird dieser folgende Absatz fett als Überschrift formatiert
  • Die Zusammenstellung des Überschriftenmenüs (5) erfolgt automatisch bei jeder Textänderung eines Beitrags, die mit dem Trenner (- – – – – -) zusammenhängt. Man kann also, wie bereits gesagt, Trenner auch manuell erfassen oder entfernen.
  • Die Überschriften in dem automatisch aufgrund der Trenner generierten Menüs entstammen immer dem Absatz, der dem Trenner folgt. Deshalb sollte man den Überschriftentext immer möglichst kurz halten.

Bilder

Bilder in der Web-Recherche werden gleich behandelt wie Bilder im Text eines Werks selbst: Mit der rechten Maustaste auf ein Bild geklickt, gelangt man in ein Fenster, in dem man diverse Parameter einstellen kann. Erwähnenswert der Wert ‘Relative Breite’. Dabei handelt es sich um einen Prozentsatz, der die relative Breite des Bildes im Vergleich zur aktuellen Breite des Texts steuert. Sobald man die Textbreite ändert, werden sämtliche Bilder diesem Prozentsatz gemäß angepasst.

Manchmal ist es sinnvoll, ein Bild auf die gesamte Textbreite auszudehnen, zum Beispiel wegen darunter stehender Untertitel, die eben darunter, aber nicht daneben stehen sollen. Um nicht via Kontextmenü die Bildparameter umstellen zu müssen, kann man mit gedrückten [Strg+Shift]-Tasten auf das Bild klicken. Damit wird es auf die volle Breite ausgedehnt.

Volltextsuche

Sämtliche Webrecherche-Artikel, TXT-, RTF, sowie PDF-Dateien werden bei der Aufnahme in die Recherche auch gleich in die Volltext-Datenbank übernommen. Das bedeutet eine Suchmöglichkeit nach allen Begriffen im Text, exklusive rund 2000 häufiger und irrelevanter Wörter wie zum Beispiel die, der, das, ein, in, auf usw.

Diese Suche (8) kann über die Schaltfläche (9) oder [F2] eingeleitet werden. Dort Eingabe des Suchbegriffs und 2x [Enter] oder auf [finden] klicken.

Die Suche kann auf ganze Wörter eingeschränkt werden (10) (das wäre hier dann: ‘Kohle’ aber nicht ‘Kohlehafen’) und man kann dann im gefundenen Dokument mit den Schaltflächen (11) zwischen den Fundstellen navigieren.

(12) Zeigt an, wo zu der Fundzeile die Treffer sind: links in der Überschrift (wie hier), unten im eigentlichen Artikel oder im zu einem Artikel möglichen Infotext. Letzteres wird hauptsächlich bei Bildern bzw. andern Nicht-Text-Elementen der Fall sein.

Chronologie

Mit dem Knopf (13) kann die Spalte sichtbar gemacht werden, die das Erstellungsdatum des jeweiligen Beitrags enthält (Datum rechts neben dem Beitragstitel).

Detaillierter ist die Historie zur Nutzung der Beiträge. Hier wird chronologisch mitprotokolliert, wann ein Beitrag erstellt, geändert oder erweitert wurde.

So, nun steht der Anlage einer effizienten Bibliothek mit recherchiertem Material nichts mehr im Weg.

Es wird noch einen weiteren Artikel zum Thema Recherche geben. In dem sprechen wir dann darüber, wie man Daten in der Recherche mit Szenen, aber auch dem Kreativboard verbinden kann, um schnell aus diesen Orten heraus darauf zugreifen zu können. Aber das ist eine andere Geschichte.

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Martin Danesch


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Patchwork-Tutorial: Tricks zum schnellen Schreiben

 Gastartikel von Martin Danesch

PatchworkPatchwork ist nicht nur ein komplettes Paket für Autoren, sondern es wird zusätzlich viel Wert auf möglichst reibungsloses Schreiben gelegt. Demnach geht es in diesem Tutorial einmal nicht um einen speziellen Themenbereich, sondern darum, wie man möglichst reibungslos Text erfassen kann. Sie meinen: einfach schneller schreiben? Bingo!

Zehnfingerpraxis ist ein Hit. Aber darüber hinaus gibt es noch eine ganze Menge an Optimierungsmöglichkeiten – lassen Sie sich nun von ein paar davon überraschen.

Umgang mit Figuren

Figuren sind ja das A und O unserer Storys. Über sie schreiben wir primär, wir brauchen sie unentwegt. Es erleichtert daher die Effizienz des Schreibens, wenn beim Umgang mit ihnen rationeller gearbeitet werden kann.

Voraussetzung für die folgenden Ausführungen sind angelegte Figuren. Zu ihnen finden Sie Informationen in bereits bestehenden Tutorials und Clips: Video Figuren 1 und Video Figuren 2.

Sehen wir uns gemeinsam an, wie die Nutzung der Figureninformationen einfacher möglich ist:

Wir haben unsere Figuren (4) angelegt. Sichtbar mit einem lichtgrünen Rahmen wie hier im Bild (1) werden sie gemacht durch das Drücken der Schaltfläche (2). Wird auch der Knopf rechts daneben (3) aktiviert, dann holt Patchwork automatisch immer die Figur nach vorne, auf der im Text gerade der Cursor steht. Nun, das ist ja aus den beiden Figuren-Tutorials bekannt. Ab jetzt geht es mit Spezialistenwissen weiter.

Screenshot Patchwork

Navigation in den Figurendaten

Sie möchten bei der aktuellen Figur links unten den Reiter (6) ändern oder der Figur einen (weiteren) Alternativnamen verpassen oder die Figur sehen, die gerade in der Figurenliste zwei Zeilen weiter unten steht oder das Größenverhältnis Liste/untere Infos (7) ändern? Kein Problem, für was gibt es die Maus. Stimmt. Nur: Dafür müssen Sie die Hand von der Tastatur nehmen, um sie der Maus widmen zu können. Das hier geht schneller:

  1. Mit [Esc] aus dem Text in die Figurenliste springen
  2. – [Strg+Pfeil hinauf/hinunter] verändert das Größenverhältnis
    – [b] aktiviert den Reiter ‘Beschreibung’
    – [o] aktiviert den Reiter ‘biOgrafie’
    – [n] aktiviert den Reiter ‘Notizen’
    – [e] aktiviert den Reiter ‘Entwicklung’
    Wenn Sie stattdessen Großbuchstaben nehmen, dann steht der Cursor sogar in dem jeweiligen Text. Weiterhin:
    – [1] bis [7] zeigt Bild 1 bis 7
    – [K] (groß!) setzt den Cursor in das Feld ‘Kurzname’
    – [V] (groß!) setzt den Cursor in das Feld ‘Voller Name’
    – [A] (groß!) setzt den Cursor in das Feld ‘Alternativbezeichnung’
    – [G] (groß!) setzt den Cursor in das Feld ‘bemerkunG’
  3. Von überall mit [Esc] zurück in den gerade aktuellen Text im Schreibfenster, exakt zur Ausgangsposition im Text.

Beispiel 1: Sie stehen im Text und wollen von der gerade aktuellen Figur Bild2 sehen anstatt der Beschreibung? Drücken Sie: [Esc], [2], [Esc]

Beispiel 2: Sie möchten der Vita der Figur etwas hinzufügen? Drücken Sie: [Esc], [E], schreiben den gewünschten Text, dann wieder mit [Esc] in den Szenentext.

Nebenbei: Sie sollten Figuren immer sofort aktualisieren, sobald Sie im Text neue Beschreibungselemente dazu erfassen! Auf diese Weise wachsen die Figureninformationen mit – sofern Sie kein Planer sind, der die Charaktere vorher genau kennenlernt.

Figurennamen über Kürzel abrufen

Bereits ab vier Buchstaben liebe ich diese Option! Die Figur heißt Bernhard. Tippen Sie einfach #be und dann das normal darauf folgende Zeichen, meistens ein Leerzeichen, aber auch Punkt, Komma, Anführungszeichen und so weiter. Sobald sie also einen solchen Delimiter (=Abgrenzungszeichen) eingegeben haben, wird zum Beispiel ‘#be,’ auf ‘Bernhard,’ erweitert. Sie werden sehen, diese Funktion ist von unschätzbarem Nutzen, dazu muss ihre polnische Protagonistin nicht gleich Agnieszka-Bugoslawa Knasniewska-Brzezinski heißen, Lhakyi Chödrön genügt durchaus. Nicht nur, weil es schneller geht, es geht vor allem tippfehlerfrei.

Folgende Möglichkeiten bestehen in diesem Zusammenhang, gezeigt am Beispiel der Figur La Mamma aus dem Demoprojekt:

#la › La Mamma (Kurzname)
#la2 › Margarita della Colletto (Voller name)
#la2 › Mamma, Margarita (Alternativnamen)
#la3 › Die graue Eminenz (Bemerkung)

Für mehreren Namen mit denselben beiden ersten Buchstaben verwenden Sie ab dem zweiten Namen das Feld ‘Kürzel’ (5): dort geben Sie einfach die zwei gewünschten alternativen Kleinbuchstaben ein.

Thesaurus

Nichts ging mir bei allen gängigen Schreibprogrammen früher mehr auf die Nerven, als für Synonyme mit der Maus im Kontextmenü herumfuhrwerken zu müssen. Deshalb gab es ja schon seit Anbeginn bei Patchwork den Thesaurus seitlich rechts. Für ihn gibt es in den Einstellungen (Hauptmenü › ‘Bearbeiten’ › ‘Einstellungen’ › Bereich ‘Prüfung/Thesaurus’) drei Anwendungsmodi:

Der Standard-Modus:
Ein Klick auf den Knopf (oder [Strg+t]) holt den Thesaurus in den Vordergrund und er zeigt die Synonyme zu dem gerade markierten Wort im Text an.

Der intelligente Modus:
lässt den Thesaurus solange im Hintergrund – die Requsitenliste ist also sichtbar – bis man ein Wort markiert. Dann kommt er automatisch solange in den Vordergrund, bis nichts mehr markiert ist.

Der automatische Modus:
Gleich wie der Standard-Modus – also der Bediener entscheidet, ob der Thesaurus in Vordergrund ist – nur dass der Thesaurus immer arbeitet, sobald man mit der Maus über den Text fährt und man nicht dezidiert markieren muss.

Ich selbst verwende den automatischen Modus, womit der Thesaurus offen bleibt und automatisch bei jedem Wort seine Synonyme zum Besten gibt. Man kann ja ohnehin schnell mit [Strg+r] und [Strg+t] zwischen Szenenrequisiten und Thesaurus hin- und herschalten.

Fallbeispiel: Sie stehen bei dem Wort ‘müde’ und blicken nach rechts zu den Synonymen. Angezeigt werden abgeschlafft, ausgelaugt, ausgepowert, ausgepumpt, entkräftet, erledigt, ermattet und 28 weitere Alternativbegriffe. Sie entscheiden sich für ‘erledigt’.

Sie können zur Maus greifen und ‘erledigt’ doppelklicken. Erledigt ;-)

Sie können aber auch ohne Maus arbeiten, bleiben im Text bei ‘müde’ stehen und …

  1. [Alt]-Taste drücken und gedrückt halten
  2. Mit [Pfeil hinauf/hinunter] navigiert Patchwork nun in der Synonymliste (wenn der Thesaurus sichtbar ist). Gehen Sie zu ‘erledigt’
  3. [Enter] ([Alt] ist immer noch gedrückt!) ersetzt ‘müde’ im Text durch ‘erledigt’.
  4. [Alt]-Taste loslassen

Es gibt noch einige weitere Bequemlichkeiten, aber wir wollen Ihnen die Gelegenheit geben, diese in Fleisch und Blutz zu übernehmen, bevor wir sie Ihnen verraten.

Bis dahin: Viel Spaß bei mehr Schreiben durch weniger Maus!

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Martin Danesch


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Patchwork-Tutorial: Requisiten-Timeline

 Gastartikel von Martin Danesch

PatchworkWährend Timelines üblicherweise die zeitliche Anordnung von Szenen innerhalb einer Zeitleiste visualisieren, wird die Requisiten-Timeline aus Ereignissen der Requisiten automatisch generiert.

Mit ihr bekommt man ein klares Feedback, wie sich die Handlungen der Figuren auf dem Plan der Schauplätze abspielen und zeitlich zueinanderpassen. Auch kann man diese Vorgänge beliebigen Ereignissen gegenüberstellen, seien es Messen, Feste, Kriege, was auch immer.

Die Handhabung ist einfach.

Screenshot PatchworkWie ja bekannt ist, hat Requisit (also Figur, Schauplatz und Gegenstand) (1) im Fußbereich bis zu fünf Eingabefelder (2), in denen beliebig viel Text eingegeben werden kann. Hier hinein schreibt mann all das, was man während des Verfassens seiner Geschichte im Blick haben möchte. Dazu gehören natürlich auch Ereignisse mit ihrer zeitlichen Verankerung – was man ohnehin meistens macht. Um eine Gegenüberstellung all dieser Ereignisse zu erhalten, braucht man lediglich das jeweilige Datum zu markieren.

Die Markierung erfolgt auf bestimmte Weise: Klick vor die erste Ziffer des Datums, dann [Strg+Shift] gemeinsam drücken und gedrückt halten, mit der Maus über das gesamte Datum fahren und dann die beiden Tasten wieder loslassen. Was sich verändert hat, ist die Hintergrundfarbe des Datums: sie ist nun lichtblau (3). Da der Text, der vor/hinter diesem Datum steht, in die Timeline-Zelle übernommen wird, empfiehlt es sich, möglichst kurze Aussagen zu wählen, da man sonst die Spaltenbreite zu groß wählen müsste, um den Text gänzlich lesen zu können – was wiederum bei kleineren Monitoren zu Ungunsten der Übersicht geht.

Sobald man nun in ein anderes Eingabefeld außerhalb des gerade aktuellen klickt, generiert Patchwork für dieses Datum einen Eintrag in der Requisiten-Timeline. Dabei wird automatisch für jede Figur eine Spalte eingerichtet (4).

Die vertikale Gliederung der Timeline sind die Jahre (5). Pro Jahr wird eine Zeile generiert, gleichgültig, ob sich darin ein Ereignis befindet oder nicht. Sind in einem Jahr mehrere Ereignisse, dann werden für alle weiteren nach dem ersten eigene Unterknoten gebildet (6).

Sind mehr als 10 Jahre ohne Ereignis (die Anzahl kann man in den Einstellungen angeben: Hauptmenü > ‘Bearbeiten’ > ‘Einstellungen’ > Bereich ‘Timeline’ > Max. Leerjahre (Requisiten-Timeline)), wird stattdessen eine graue Leerzeile eingefügt (7). Dieses Verbergen kann man aber in den Optionen der Requisiten-Timeline (8) ausschalten.

Wenn man umgekehrt auf eine der belegten Zellen klickt, wird dieses Ereignis in den Requisiten gesucht und angezeigt. Klickt man auf eine leere Zelle, wird auf den Bilderreiter der betroffenen Figur umgeschaltet.

Die Breite der Spalten lässt sich verändern (9).

Wie bereits gestreift, kann man nicht nur Figuren, sondern auch die beiden anderen Requisitentypen Schauplatz und Gegenstand verwenden. So könnte man die Renovierungsdauer einer Wohnung ebenso einbinden, wie Anfang und Ende eines Urlaubs. Wie lange eine bestimmte Arbeit benötigt oder den Zeitraum einer Schwangerschaft. Zu allem hat man hier eine Übersicht.

Zeitdifferenzen: ein sehr praktisches Feature ist dir Möglichkeit, sich die Differenz zwischen zwei Zeilen anzeigen zu lassen. Dafür klickt man auf eine Zeile. Sobald man dann mit der Maus auf- oder abfährt, wird im Titel der Jahresspalte in Klammern die Differenz angezeigt. Das brauche ich zum Beispiel oft, um nachzusehen, wie alt ein Protagonist war, als sich etwas Bestimmtes ereignete.

In der Werkzeugleiste (8) warten noch folgende Optionen auf den Anwender (von links nach rechts):

Timeline neu aufbauen: üblicherweise nicht nötig, da dies automatisch geschieht, wenn man in einem der Notizfenster der Requisiten geändert hat.

Szenen integrieren: Wenn aktiv, werden auch die Daten der Szenen in einer neuen Spalte ganz vorne mit eingebunden.

Alle Knoten immer geöffnet: Damit werden all die Knoten der Jahre geöffnet oder geschlossen, bei denen es mehrere Daten gibt.

Datumsspalte anzeigen: Damit kann man das genau Datum, also den Tag, ausblenden.

Datum im Text anzeigen: Sinnvoll gemeinsam mit dem vorherigen Knopf: Das Datum wird direkt in der Requisitenspalte angezeigt.

Leerjahr-Segmente doch anzeigen: Damit werden auch mehrere aktionslose Jahre angezeigt anstatt des grauen Balkens.

Spaltenübersicht zweizeilig: Wenn aktiv, wird in der zweiten Titelzeile die Bemerkung zur Figur angezeigt.

Hat man sich einmal an die Requisiten-Timeline gewöhnt, würde sich manch einer vielleicht – so wie ich – etwas amputiert vorkommen, hätte er sie mit einem Mal nicht mehr.

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Martin Danesch


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Patchwork-Tutorial: Recherche

 Gastartikel von Martin DaneschPatchwork

Das Sammeln und Ordnen von Informationen, die wir zum Schreiben unserer Werke benötigen, ist eine qualifizierte und umfangreiche Herausforderung.

Bei Patchwork gibt es zu diesem Thema mehrere Speicherorte:

  1. Die Szenen
    Bei jeder Szene können alle als Dateien und Links verfügbaren Informationen gespeichert werden. Diese stehen automatisch den untergeordneten Szenen ebenfalls zur Verfügung.
  2. Requisiten
    Bei Figuren, Schauplätzen und Gegenständen kann man ebenfalls Informationen in Form von Texten und Bildern abspeichern. Zudem gibt es die Möglichkeit in die beiden großen Recherchepools zu verlinken.
  3. Konzeptarbeit (Werkzeugleiste: der braune Koffer)
    Dabei handelt es sich um einen Pool, in dem man sämtliche Informationen zum aktuellen Projekt sammeln kann. Um Übersicht zu bewahren, kann man diese Informationen in beliebig viele, beliebig gestaffelte Ordner organisieren.
  4. Allgemeine Recherche (Werkzeugleiste: der blaue Koffer)
    Dieser noch bedeutend größere Pool ist von Optik und Bedienung her ident mit der Konzeptarbeit. Der Unterschied: Die Allgemeine Recherche ist projektunabhängig. Hier speichere ich zum Beispiel einfach alles, was mir über den Weg läuft und ich eventuell einmal zum Schreiben brauchen könnte.

In diesem Tutorial geht es um diese zwei großen Recherchepools ›Konzeptarbeit‹ und ›Allgemeine Recherche‹.

Screenshot PatchworkMit (1) erzeugt man neue Themenzweige (2) wie hier › Hashima‹. Diese lassen sich beliebig in die Tiefe nach rechts organisieren. Mit den drei Schaltflächen (4) kann man den Zweigen Elemente (3) hinzufügen: Texte, Bilder und beliebige Dateien. Einfacher ist es aber meistens, diese direkt mit der Maus aus dem Browser oder vom Desktop auf einen Zweig zu ziehen.

Rechts unten (5) werden die jeweiligen Daten (also Text, Bilder oder andere Dateien, die sich anzeigen lassen) dargestellt, darüber ist Platz, um Text dazu zu erfassen. Unten können Bilder der Typen jpg, png, gif und bmp direkt dargestellt werden. Weiters PDF-Dateien, mht-Dateien (gespeicherte komplette Internetseiten) und eBooks der Typen epub und mobi. So kann man die allgemeine Recherche zum Beispiel auch als eBook-Bibliothek verwenden.

Ideal ist es, wenn man für Internetlinks so vorgeht, dass man zuerst ein Bild zum Thema in den passenden Themenast zieht, um beim späteren Suchen eine schnelle optische Information zu bekommen. Dann kann man sich Textstellen aus der Seite in den oberen Textbereich (6) ziehen. Schließlich zieht man die Internetadresse aus dem Browser (9) heraus auf die Fläche oberhalb der Themenliste, wo noch der Text steht: ›Evtl. URL zu aktuellem Eintrag mit der Maus hierherziehen‹. Daraufhin verschwindet dieser Text und die Internetadresse wird eingetragen. So kann man auf einfache Weise später diesen Link wieder besuchen, hat den wichtigsten Text und ein Informationsbild als Wegweiser.

Angenehm ist es, dass man bei Bedarf das Fenster in den Vordergrund setzen kann (7), wodurch es an oberster Position sitzt. Mit (8) versteckt sich das Hauptfenster in der linken unteren Ecke des Monitors, um dem Recherchefenster Platz zu machen. Ein Klick auf den nun umgekehrten Knopf holt das Hauptfenster wieder hervor.

Neben den Schriftauszeichnungen fett, kursiv, unter- und durchgestrichen gibt es in dem Textfenster (6) noch zwei weitere Hilfen.

›Leearbsätze entfernen‹ ist immer dann praktisch, wenn man Text direkt aus dem Browser in den Textbereich gezogen hat. Dabei wird nämlich aus jedem neuen Absatz ein Leerabsatz plus Absatz. Diese Leerabsätze werden mit dieser Funktion entfernt.

›Ausgewählten Text als Titel kopieren‹ ermöglicht im Text das schnelle markieren einer kurzen Passage und das Übernehmen derselben in den Titel des Beitrags links in der Liste.

Screenshot PatchworkSämtliche Daten aus den beiden Recherchepools können mit Requisiten (1), Szenen (3) und Kreativboard-Elementen (2) verknüpft werden. Davon soll das nächste Tutorial erzählen.

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Martin Danesch

 

 

 

 

 

 

Patchwork: Patente Autorensoftware aus Österreich

Heute möchte ich Ihnen ein interessantes Schreibprogramm für Roman- und Kurzgeschichtenautoren vorstellen: Patchwork – ein Programm aus der Feder des österreichischen Autors und Verlegers Martin Danesch (Orange Cursor Verlag), das mich nach anfänglicher Skepsis rundum begeistern konnte.

Für wen ist Patchwork geeignet?

Patchwork ist ganz klar auf Roman- und Kurzgeschichtenautoren zugeschnitten. Ähnlich wie bei yWriter sieht man auch bei Patchwork an der Organisation nach Szenen, Figuren, Schauplätzen und Gegenständen, dass das Programm nicht für Blogger oder Sachbuchautoren gedacht ist. Ein Konzept, das mir sehr sympathisch ist: lieber ein hochqualifizierter Spezialist als ein “Hans-Dampf-in-allen-Gassen”, der vieles halb und nichts so richtig kann. Und wenn man sich “Patchwork” genauer ansieht, merkt man, wie viele Gedanken sich der Entwickler über die Bedürfnisse und Anforderungen von Romanautoren gemacht hat.

Einstieg und Lernkurve

Bereits beim ersten Start von Patchwork fällt sehr positiv auf, dass das Programm mit einer interaktiven Einführung kommt, die einen schnellen Einstieg ins Programm ermöglicht.

Selbst wenn man wie ich lieber einfach drauflos probiert, statt sich lange durch dicke Anleitungen zu quälen, sollte man sich die Zeit nehmen, sich über die Onlinehilfe gründlich mit den Möglichkeiten des Programms vertraut zu machen. Ansonsten läuft man Gefahr, viele der nützlichen Möglichkeiten des Programms zu übersehen. Ich gebe zu, dass ich Patchwork auf den ersten Blick ebenfalls unterschätzt hatte – denn mit der modernen und stylishen Oberfläche von Scrivener kann die Optik von Patchwork mit seinen vielen kleinen Icons im klassischen Office-Look nicht mithalten.

Doch wenn man sich erst mal etwas intensiver mit Patchwork beschäftigt, erkennt man überrascht, wie viele Möglichkeiten dieses Programm auf kompaktem Raum bietet.

Stilkontrolle, Thesaurus und Rechtschreibprüfung

An den zahlreichen Funktionen rund um Stil und Rechtschreibung erkennt man, dass Patchwork aus dem Verlagsgeschäft entstanden ist. Neben einem exzellenten Thesaurus, dessen Verhalten man an seine eigenen Vorlieben anpassen kann, hat Patchwork eine ausgezeichnete Stilkontrolle, die es durchaus mit der vielgerühmten Stilkontrolle von Papyrus Autor aufnehmen kann.

Diese beinhaltet nicht nur die Suche nach Wortwiederholungen, wie man sie vom Repetition Detector 2 kennt, sondern auch zahlreiche andere Funktionen wie die Suche nach Füllwörtern, Adjektiven, schwachen Verben, Wertungen, Konjunktiven, Amtsdeutsch, passiven Formulierungen und sogar Verstößen gegen die bekannte “Show, don’t tell”-Regel bietet. Jede dieser Prüfungen lässt sich einzeln zu- und abschalten und sogar auf drei verschiedene “Härtegrade” einstellen.

Sehr positiv ist auch, dass man nicht nur ein Benutzerwörterbuch, sondern auch ein Projektwörterbuch anlegen kann. So kann man beispielsweise erreichen, dass z.B. der Nachname “Schwartz” einer Romanfigur im laufenden Projekt als richtig akzeptiert wird, in einem anderen Buchprojekt jedoch als möglicher Fehler (meinsten Sie Schwatz, Schwarte oder Schwarz?) markiert wird.

Funktionsumfang

Den gesamten Funktionsumfang von Patchwork aufzuzählen, würde den Umfang dieses Artikels bei weitem sprengen. So verfügt Patchwork u.a. über eine nützliche Timeline-Funktion, mit der Sie jederzeit den Überblick über den zeitlichen Ablauf Ihrer Handlung behalten – ein Feature, das ich in anderen Schreibprogrammen schon oft vermisst habe und das es im Windows-Bereich meines Wissens ansonsten nur bei Papyrus Autor gibt.

Eine sehr informative Übersicht über die wichtigsten Funktionen und Möglichkeiten von Patchwork finden Sie unter:
http://www.autorenprogramm.com/m/index.php/leistungsumfang

Fazit

Wenn man Patchwork gerecht werden will, sollte man das Programm nicht mit Scrivener vergleichen – dafür sind beide Programme einfach zu unterschiedlich. Scrivener hat viele Stärken, bei denen Patchwork nicht mithalten kann; doch dafür bringt Patchwork z. B. eine hervorragende Rechtschreib-, Grammatik- und Stilkontrolle mit – etwas, das Scrivener fehlt.

Sowohl vom Aufbau als auch vom Funktionsumfang her (also z. B. in Sachen Stilkontrolle) sollte man Patchwork eher mitPapyrus Autor vergleichen – und da fällt mein Urteil ganz klar zu Gunsten von Patchwork aus. Denn schließlich kostet Patchwork bei ähnlichem Funktionsumfang mit 98 Euro nur etwas mehr als die Hälfte der stolzen 179 Euro, die man für Papyrus Autor bezahlen muss.

Auch wenn ich im Alltag bei den meisten größeren Projekten noch lieber mit Scrivener als mit Patchwork arbeite, bin ich dennoch froh, Patchwork auf meinem Rechner zu haben. Denn so kann ich anschließend das fertige Manuskript in Patchwork importieren und es dort mit der Rechtschreib- und Stilkontrolle noch einmal auf Herz und Nieren testen.

Die Kombination aus Scrivener und Patchwork deckt alles ab, was ich als Autor brauche – und das für insgesamt nicht einmal 140 Euro (98 Euro für Patchwork, ca. 38 Euro für Scrivener).

Wenn Sie Patchwork selbst einmal ausprobieren möchten, können Sie sich von der offiziellen Homepage eine voll funktionale 30-Tage-Testversion herunterladen. Vielleicht stellen ja auch Sie beim Ausprobieren fest, dass “Patchwork” perfekt auf Ihre persönliche Schreib- und Arbeitsweise zugeschnitten ist.


Tipp: Abonnieren Sie den kostenlosen WritersWorkshop Autorennewsletter und erhalten Sie alle neuen Beiträge direkt am Erscheinungstag ganz bequem per Mail.