Normseiten-Plugin für WriteMonkey

Nachdem ich bereits Ende April 2014 über die neue Version 2.6 des beliebten Zenware-Schreibprogramms WriteMonkey berichten konnte, gibt es auch in jetzt wieder Neuigkeiten, über die sich insbesondere deutsche Schriftsteller freuen dürften.

Anlässlich der Recherche für mein Buchprojekt “Wie viele Seiten hat (m)ein eBook?” hatte ich mit dem Entwickler von WriteMonkey eine interessante Diskussion über Textstatistiken. Das greifbare Ergebnis dieser Diskussion ist ein neues Plugin für WriteMonkey: Normseiten.

Schon die “normale” Ermittlung der Seitenzahl eines Dokuments ist in WriteMonkey sehr komfortabel gelöst. Während man bei anderen Programmen auf eine feste Formel angewiesen ist, kann man diese bei WriteMonkey in den Optionen an seine eigenen Vorstellungen anpassen: Anzahl der Wörter oder Anzahl der Anschläge mit/ohne Leerzeichen – denkbar ist fast alles.

Allerdings kann keine Faustformel, egal wie nah sie an den realen Wert heran kommt, es dem Autor abnehmen, sein fertiges Manuskript auf Normseiten mit 30 Zeilen á 60 Zeichen umzuformatieren, um die tatsächliche Länge in Normseiten gemäß dem Normvertrag zwischen Verband deutscher Schriftsteller und dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels zu ermitteln. In meinem eBook liefere ich auch aus diesem Grund zwei Dokumentenvorlagen für Word und OpenOffice/LibreOffice mit, die einem diese aus mehreren Gründen recht knifflige Umformatierung erleichtern.

Doch das neue WriteMonkey-Plugin “Normseiten” bietet die zweifellos einfachste und schnellste Möglichkeit, zu jedem beliebigen Zeitpunkt (!) in Sekundenschnelle zu ermitteln, wie viele Normseiten ein Manuskript tatsächlich hat: Wenn das Plugin installiert ist und (was standardmäßig der Fall ist) die Anzeige von Benachrichtigungen in der Statuszeile aktiviert ist, kann man jederzeit mit STRG+3 die aktuelle Länge in Zeilen und Normseiten einblenden.

Das neue Normseiten-Plugin wertet das Manuskript exakt genauso aus, als ob man es von Hand in eine Normseiten-Vorlage eingefügt und umgerechnet hätte. Selbst Seitenumbrüche, die in WriteMonkey durch die Verwendung der Markdown-Formatierungssprache mit +++ möglich sind, werden ebenso wie leere Abstandszeilen korrekt berücksichtigt.

Sie finden das neue Normseiten-Plugin in der Übersicht der verfügbaren Plugins unter http://writemonkey.com/plugins.php. Wie alle Plugins funktioniert es natürlich nur mit einem Lizenzkey, den man für eine kleine PayPal-Spende an den Entwickler erhält und der alle Premium-Features in WriteMonkey dauerhaft freischaltet – aber den sollte ohnehin jeder Autor haben, der ernsthaft mit WriteMonkey arbeitet.

Deutsche Version des Plugins: Da die Originalversion des Plugins auf Englisch ist und daher die Angaben als „Lines“ und „Pages“ ausgibt, habe ich das Plugin noch übersetzt, so dass in der deutschen Version die Werte als „Zeilen“ und „Norm­seiten“ ausgegeben werden.

Die deutsche Version des Normseiten-Plugins können Sie unter http://writersworkshop.de/files/Normseiten.zip herunterladen.


Tipp: Abonnieren Sie den kostenlosen WritersWorkshop Autorennewsletter und erhalten Sie alle neuen Beiträge direkt am Erscheinungstag ganz bequem per Mail.

WriteMonkey 2.6 bringt praktische neue Funktionen

Im März ist die neue Version 2.6 des beliebten Zenware-Schreibprogramms WriteMonkey erschienen – und sie bringt gleich eine ganze Reihe nützlicher neuer und verbesserter Funktionen mit.

Dabei halten sich die Änderungen innerhalb des eigentlichen Programms sogar noch in Grenzen: Neben diversen Fixes und Patches im Hintergrund und kleinen, aber nützlichen Verbesserungen wie der neuen Version der Formatierungssprache “Markdown Extra” fällt vor allem auf, dass das Sprünge-Fenster nun nicht mehr automatisch den Schreibbereich an die Bildschirmseite rückt. Stattdessen kann man den Schreibbereich nun sowohl mit der Maus (indem man auf einen leeren Platz in der Statusleiste klickt und ihn per Drag&Drop nach links oder rechts verschiebt) als auch mit der Tastatur (“Vulkan-Griff” STRG+ALT+SHIFT + Cursor links/rechts) beliebig innerhalb des Bildschirmfesnsters verschieben.

Diese Änderung dürfte mit der Einführung des neuen Plugins “Easy Jumps” zusammenhängen, das in vielen Fällen das klassische Sprünge-Fenster ablösen dürfte. Aber dieses praktische kleine Tool stelle ich Ihnen nachher noch genauer vor.

Plugins statt neuer Funktionen

Generell fällt bei der neuen Version 2.6 ebenso wie bereits bei den letzten Updates auf, dass der WriteMonkey-Entwickler Iztok Strzinar immer weniger Änderungen und Ergänzungen im eigentlichen Hauptprogramm vornimmt, sondern mehr und mehr auf Plugins setzt, die man als Anwender nach Belieben installieren und so die Funktionalität von WriteMonkey gemäß den eigenen Bedürfnissen erweitern kann.

Als Basis für diese Plugins hat WriteMonkey ab der neuen Version auch eine noch bessere und leistungsstärkere API-Version an Bord, mit der es zukünftig noch leichter sein wird, mächtige und vielseitige Plugins für WriteMonkey zu entwickeln.

Dieser Trend weg von Programmänderungen und hin zu einzelnen Plugins hat eine ganze Reihe von Vorteilen – sowohl für den Programmierer als auch für die Anwender:

  1. Plugins sind modular, also eigenständige kleine Programme, die im Hintergrund laufen. Sie können unabhängig vom Hauptprogramm entwickelt, verbessert und einzeln aktiviert oder deaktiviert werden. Wenn ein Plugin Probleme macht, kann man es jederzeit einfach deaktivieren, ohne dass es die Funktion des Hauptprogramms in Mitleidenschaft zieht. Auch die Fehlersuche für Programmierer gestaltet sich einfacher, da sie sich nur auf das betroffene Plugin beschränken müssen. Für den Anwender bedeutet das, dass WriteMonkey trotz zunehmendem Funktionsumfang auch in Zukunft immer stabil, sicher und zuverlässig bleiben wird.
  2. Auch wenn alle bisher erhältlichen Plugins aus der Feder von Iztok Strzinar (dem Entwickler von WriteMonkey) stammen, können theoretisch auch andere Entwickler eigene Plugins für WriteMonkey entwickeln und so den Funktionsumfang des Programms fast beliebig erweitern. Das Projekt wird damit auf eine noch breitere Basis gestellt.
  3. WriteMonkey wird durch die Plugins für die Anwender noch einfacher konfigurierbar. Man muss nicht mehr das komplette Paket nehmen, sondern kann sich die Funktionen, die man gerne noch zusätzlich zum Leistungsumfang des Basisprogramms hätte, wie von einem Buffet zusammenstellen, indem man sich einfach die passenden Plugins herunterlädt und installiert.

Jedes der Plugins ist darum als separater Download auf der WriteMonkey-Seite erhältlich. Man entpackt lediglich die heruntergeladene ZIP-Datei mit dem jeweiligen Plugin in das Verzeichnis “Plugins” von WriteMonkey, startet das Programm neu – und schon hat man die gewünschte Funktion mit an Bord.

Wie schalte ich die Plugins frei?

Der einzige Wermutstropfen (wenngleich zugegebenermaßen ein sehr kleiner) ist, dass die nützlichen Plugins nicht für Nutzer der kostenlosen Version von WriteMonkey zur Verfügung stehen. Ebenso wie bereits verschiedene andere Funktionen (z.B. das weiße Rauschen als Hintergrund für ablenkungsfreies Schreiben) stehen auch die Plugins nur für Spender zur Verfügung, die die Entwicklung von WriteMonkey mit einem kleinen Geldbetrag unterstützt haben.

Es ist allerdings weder schwierig noch teuer, Spender zu werden und sich so einen lebenslänglich gültigen Lizenzkey zu sichern, der nicht nur die Plugins, sondern auch alle anderen versteckten Zusatzfunktionen von WriteMonkey freischaltet: Auf der Startseite WriteMonkey.com finden Sie einen PayPal-Button (hier ein direkter Link zum Button), über den Sie dem Entwickler einen beliebigen Betrag in der Höhe, die Ihnen angemessen erscheint, zukommen lassen können. Und ein paar Euro sollte einem der Leistungsumfang eines Programms wie WriteMonkey durchaus wert sein – gerade wenn man berücksichtigt, seit wie vielen Jahren Iztok Strzinar seine Zeit unentgeltlich in die Weiterentwicklung und den Support dieses Programm steckt und wie sehr sich WriteMonkey dadurch in den letzten Jahren weiter entwickeln konnte.

Ihren Lizenzkey erhalten Sie anschließend per Mail.

Neue und verbesserte Plugins in Version 2.6

Wie bereits erwähnt sind neben Updates zu bestehenden Plugins (Pinnwand und automatisches Einrücken) mit der neuen Version 2.6 auch vier neue Plugins dazu gekommen:

RepoColor

In der letzten Version 2.5 hatte Iztok Strzinar die bei Autoren sehr beliebte farbliche Invertierung des Archivs abgeschafft. Bei WriteMonkey können Sie jederzeit mit F5 zwischen dem Haupttext und dem Archiv, einer Art versteckter Zwischenablage, hin und her schalten. Sie können das Archiv beispielsweise verwenden, um sich Notizen zu Ihrem aktuellen Text zu machen oder um Textausschnitte zwischenzulagern, die Sie später noch an anderer Stelle einfügen wollen.

Mit RepoColor kommt die farbliche Invertierung des Archvis zurück, die wirklich äußerst praktisch ist. So erkennen Sie jederzeit auf einen Blick, ob Sie sich gerade in Ihrem Haupttext oder im Archiv befinden. Schreiben Sie z.B. üblicherweise mit schwarzer Schrift auf hellgrauem Untergrund, wird das Archiv nun automatisch in hellgrauer Schrift auf schwarzem Untergrund dargestellt.

Das neue Plugin behebt das Problem der schlechten Lesbarkeit bei unterschiedlichen Farbkombinationen, das der Grund für die ursprüngliche Deaktivierung der Funktionalität in WriteMonkey 2.5 gewesen war.

MapJump

MapJump ermöglicht es Ihnen, längere Texte in WriteMonkey “aus der Vogelperspektive” zu betrachten und schnell an eine bestimmte Stelle zu springen. Per Doppelklick neben den eigentlichen Text oder mit STRG+5 schaltet WriteMonkey die Ansicht auf einen schmalen Streifen um, der das komplette Dokument auf einen Blick zeigt. Natürlich können Sie in dieser Ansicht Ihren Text nicht mehr Wort für Wort lesen, aber Sie erkennen dennoch auf einen Blick, wo sich z.B. Kapitelüberschriften oder Absatzumbrüche befinden. Per Doppelklick in den Text können Sie nun schnell an eine beliebige Stelle springen.

WriteMonkey MapJump

Der MapJump lässt sich übrigens wunderbar mit dem Segmentfokus kombinieren. Wenn Sie einen kompletten Roman in einem einzigen WriteMonkey-Dokument schreiben (was in der Praxis natürlich nicht unbedingt die beste Lösung wäre) und per Segmentfokus alles bis auf das Kapitel ausgeblendet haben, an dem Sie momentan schreiben, zeigt die MapJump-Ansicht auch wirklich nur dieses eine Kapitel.

EasyJumps

Bei EasyJumps handelt es sich um das oben bereits erwähnte neue PlugIn, das das bisherige Sprünge-Fenster ergänzt bzw. für viele Anwender sogar ganz ablösen wird.

Während es sich beim klassischen “Sprünge-Fenster” (das es natürlich weiterhin gibt) um ein echtes Windows-Fenster mit Rahmen und Button zum Schließen handelte, ist EasyJumps ein kleines blaues Fenster neben dem Text, das Sie beliebig verschieben und durch einen Doppelklick in die Überschriftenzeile jederzeit auf Symbolgröße verkleinern können.

Standardmäßig zeigt EasyJumps Ihnen die Überschriften der Kapitel oder Abschnitte innerhalb Ihres Textes, die Sie mit # bzw. ## markiert haben (siehe Screenshot).

Screenshot WriteMonkey

Das Fenster arbeitet dabei interaktiv. Das bedeutet: Wenn Sie eine neue Überschrift hinzufügen oder eine bestehende abändern, wird dies automatisch in der Liste aktualisiert, sobald Sie mit dem Cursor die jeweilige Zeile verlassen.

Auf diese Weise können Sie jederzeit schnell zwischen den einzelnen Kapiteln oder Abschnitten Ihres Texts hin und her navigieren, ohne lange hoch und runter scrollen zu müssen.

Auch wenn das klassische Sprünge-Fenster vom Funktionsumfang her naürlich deutlich leistungsfähiger als das kompakte EasyJumps ist, dürfte man es dennoch mit EasyJumps wesentlich seltener als bisher benötigen.

ScratchPad

Das letzte neue Plugin befindet sich noch im Beta-Stadium, wirkt aber jetzt bereits äußerst vielversprechend: Mit ScratchPad können Sie strukturierte Notizen á la ResophNotes in Ihrem WriteMonkey-Dokument hinterlegen.

Eine ausführliche Beschreibung hierzu finden Sie auf der Seite des Plugins: http://writemonkey.com/scratch_pad.php

Auch wenn ich dieses Feature, da es sich noch in einem relativ frühen Stadium befindet, noch nicht unbedingt für kritische und wichtige Daten und Projekte verwenden würde, kann man dennoch das Potential der neuen Funktion schon jetzt gut erkennen. Ich gehe davon aus, dass spätestens mit WriteMonkey 2.7 die finale Version von ScratchPad erhältlich sein wird.

Fazit

Mit den neuen Plugins und der verbesserten API ist das beste Zenware-Schreibprogramm noch einmal besser geworden. Wer bisher noch keinen Lizenzschlüssel hat, sollte mittlerweile wirklich zugreifen und durch eine kleine Spende an den Entwickler auch die Premium-Features von WriteMonkey freischalten.

Sobald man seinen Lizenzkey freigeschaltet hat, kann man sich unter http://writemonkey.com/plugins.php die passenden Plugins für WriteMonkey aussuchen und kostenlos herunterladen.

Sie finden die aktuelle Version von WriteMonkey unter http://writemonkey.com/__files/wm2603.zip.


Tipp: Abonnieren Sie den kostenlosen WritersWorkshop Autorennewsletter und erhalten Sie alle neuen Beiträge direkt am Erscheinungstag ganz bequem per Mail.