SoftMaker FreeOffice 2016

Vor ein paar Tagen hat die deutsche Softwarefirma SoftMaker ihr kostenloses Office-Paket FreeOffice auf den neuesten Stand gebracht. Während das bisherige FreeOffice noch auf dem alten “SoftMaker Office 2012” basierte, handelt es sich beim neuen FreeOffice um eine leicht abgespeckte Version des aktuellen “SoftMaker Office 2016”, über das ich in diesem Artikel schon einmal ausführlich berichtet hatte.

Auch wenn ich zum eigentlichen Schreiben von Büchern spezialisierte Schreibsoftware wie Scrivener, Patchwork oder WriteMonkey jedem Office-Paket vorziehe, braucht man als Autor dennoch eine gute “Office-Textverarbeitung”, wenn es an die Veröffentlichung des eigenen Manuskripts geht.

Für diesen Zweck würde ich SoftMaker Office sogar dem Paket des Marktführers Microsoft vorziehen – und erst recht der kostenlosen Konkurrenz LibreOffice bzw. OpenOffice.

Ob Sie nun Ihr Manuskript an einen Verlag schicken wollen oder es als Selfpublisher zur Konvertierung in ein eBook-Format hochladen möchten – fast überall sind Dateien im Microsoft-Word-Format erwünscht oder sogar gefordert. Und während gerade bei kompexen Dokumenten mit Formatvorlagen, Illustrationen o.ä. die Kompatibilität von LibreOffice / OpenOffice oft zu wünschen übrig lässt, bietet SoftMaker Office eine unerreicht hohe Kompatibiltität zu Microsoft Office und erzeugt Word-Dateien, die sich problemlos weiterverarbeiten lassen.

Auch wenn das kostenlose FreeOffice beim Speichern auf die “alten” Office-Formate wie .doc begeschränkt ist und das neue .docx-Format (ab Office 2007) nur lesen kann, reicht das in den allermeisten Fällen aus.

Doch so richtig punkten kann FreeOffice, wenn es um die Generierung von eBooks geht. Denn während andere Office-Pakete nur im PDF-Format exportieren können (was FreeOffice natürlich auch beherrscht), können Sie aus FreeOffice heraus Ihr eBook auch direkt im EPUB-Format exportieren – samt Titelbild, Metadaten und allem, was dazu gehört.

Natürlich handelt es sich bei FreeOffice nur um eine abgespeckte Version des kommerziellen SoftMaker Office, der bestimmte Features wie die zusätzlichen Wörterbücher oder der leistungsstarke Duden-Korrektor der Professional-Version fehlen. Dennoch dürfte die kostenlose FreeOffice-Version für viele Schriftsteller völlig ausreichend sein.

Und selbst wenn Sie beim Testen von FreeOffice auf den Geschmack kommen und doch lieber zur “Professional”-Version mit Duden-Korrektor, Thesaurus und zusätzlichen Wörterbüchern greifen möchten, sparen Sie als FreeOffice-Anwender satte 50%, da Sie statt der Vollversion für 99,95 € einfach die günstige Upgrade-Version für 49,95 € kaufen können.

Sie finden das kostenlose FreeOffice 2016 für Windows und Linux unter http://www.freeoffice.com/de.


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Patchwork-Tutorial: Mit Patchwork Freundschaft schließen

Gastartikel von Martin Danesch

PatchworkDieses Tutorial unterstützt Sie dabei, Patchwork kennenzulernen, während Sie zurückgelehnt ein Glas Wein trinken – oder Kaffee oder Tee.

Im Gegensatz zu sogenannten Volltextprogrammen wie Word, Open Office, Libre Office, Papyrus und TextMaker hält Patchwork Ihre Werke in kleinen Häppchen vor. Unter anderem deshalb auch der Name Patchwork.

Hier sehen Sie links das bekannte Volltextprogramm Word und rechts daneben Patchwork. Ich verwende im Folgenden ‘die Words’ als Synonym für die oben genannten Volltextprogramme, denn sie ähneln einander.

(Klick auf das Bild, um es zu vergrößern)

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Bei beiden Programmen ist der Text (1) der Mittelpunkt des Geschehens. Jeweils auf der linken Seite ein Navigator (2), mit dem man durch die Szenen springen kann. Bei den Words und bei Patchwork lassen sich gleichermaßen im Navigator Kapitel mit der Maus anfassen und an einen anderen Ort verschieben.

Doch bereits ab hier driften die Philosophien auseinander. Während bei den Words der Navigator hauptsächlich der Übersicht dient, zeigt er bei Patchwork auch noch auf detailliertere Einheiten: auf Szenen; denn ein Kapitel – oder Unterkapitel – kann aus feineren Segmenten bestehen.

Bei den Words ist ein Kapitel eine Anzahl Absätze, die durch Überschriften Struktur erhalten. Bei Patchwork steckt hinter jedem Navigatoreintrag ein eigener Container. Dieser Ordner enthält zum Einen als eigenes Dokument den Szenentext (Der Vorteil daraus am Rande: Patchwork ist es egal, wie groß ein Projekt ist. Man kann also auch eine ganze Reihe in einem Projekt beheimaten, was viele Vorteile hat), aber es ist auch Refugium für die ganze Menge weiterer Ingredienzien (3), die zu diesen Teilen einer Geschichte gehören: Figuren, Schauplätze und herausragende Gegenstände, Notizen, Bilder, Recherchedaten (alle zusammen kurz als ‘Requisiten’ bezeichnet) und verschiedene Kennzeichen: Überarbeitungsstatus, die Perspektive, in der die Szene gehalten ist – sogar den Kamerastandpunkt kann man einstellen – die Art der Szene (die dann die Spannungskurve ergibt) und Kennzeichen zu Besonderheiten. Auch können Sie Szenen individuelle Kennzeichen zuweisen.

Zu einer Szene kann es sogar ein eigenes Brainstorming geben, was bei Schreibblockaden hilfreich ist (Näheres dazu im Tutorial 3 – Patchwork-Einstieg 2: Kreativer Projektstart).

Bei einer Szene kann man auch angeben, an welchem Tag und zu welcher Zeit sie spielt. Das schlägt sich dann in einer Timeline nieder. Der Zeitrahmen der Geschichte kann übrigens sogar im vorchristlichen Bereich liegen (Minus-Jahreszahlen) und man kann eigene Fantasy-Kalender entwerfen.

Schließlich kann man sich pro Szene anzeigen lassen, wieviele Zeichen, Wörter und Seiten lang sie ist. Übergeordnete Elemente beinhalten die Summe ihrer Kinder, wodurch man sowohl die Anzahl pro Szene sieht als auch die Summen in den höherrangigen Kapiteln. Das ist praktisch, wenn man auf ein vorgegebenes Ziel hinschreibt. Die verschiedene Szeneninformationen (4) kann man in den Einstellungen zu- und wegschalten.

Im Videoclip (Link am Ende des Artikels) wird nun beschrieben, wie wir zu unserem ersten Text, den Sie im nächsten Bild sehen, gelangen.

Sehen wir uns beim folgenden Bild den linken Bereich an. Wir können schnell den Doppelzweck davon ausmachen: die Reiter ‘Kapitelübersicht’ und ‘Requisiten’ (1) bieten alternativ zwei Informationspools an. Wer einen großen (oder zweiten) Monitor besitzt, kann per Mausklick auf den Reiter mit gedrückter [Strg]-Taste die Requisiten in ein eigenes Fenster auslagern.

(Klick auf das Bild, um es zu vergrößern)

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Damit sind wir bei der Aorta unserer Werke gelandet: Requisiten und deren Integrierung in die Geschichte. Wir wählen die Requisitenart (Figur, Schauplatz, Gegenstand) Figur aus (2). Wir legen eine Figur nach der anderen an und zwar alle, die in der Geschichte vorkommen (3). Das kann natürlich auch während des Schreibens geschehen, je nachdem ob man Planer oder Bauchschreiber ist.

Wir erfassen die notwendigen Informationen wie Name (übrigens: über das Kontextmenü, also rechte Maustaste in der Figurenliste, kann man den Namensgenerator mit Zigtausend Vorschlägen aus aller Herren Länder befragen), Alternativname und Bemerkung, um uns dann den Details (4) zuzuwenden: fünf Reiter gliedern die Informationen in eine Figurenbeschreibung (Erscheinung, Auftreten usw.), die Biografie, freie Notizen und die Entwicklung, die diese Figur im Laufe der Geschichte durchmacht. Im letzten Reiter können wir bis zu 7 Bilder hinterlegen. Wer es ganz genau möchte, was wenigstens für die Protagonisten empfehlenswert ist, begibt sich ins Figurenblatt (5), um dort mit knapp 300 Fragen die jeweilige Figur wie in einem Interview näher kennenzulernen.

Zieht man Figuren aus der Liste links mit der Maus zu den Szenenrequisiten rechts (6), so wird automatisch bei der Szene angezeigt, wer bei gewählter Ich- und der personalen Perspektive der Hauptakteur ist, also der Perspektivträger: es ist bei mehreren Figuren in der Szene immer die oberste; die Reihenfolge lässt sich per Drag&Drop verändern. Will man Figuren automatisch in die Szenenrequisiten übernehmen, aktiviert man den Figurenschnüffler (10), der die vorhandenen Figuren im Text sucht und zum Eintrag in die Szenenrequisiten gleich vorschlägt.

Über die Schaltfläche (7) kann man die Figuren hervorheben lassen. Aktiviert man auch noch die Schaltfläche (9), so wird immer diejenige Figur links in den Vordergrund geholt, die sich im Text unter dem Mauszeiger befindet.

Es gibt zu Patchwork noch eine Menge zu erzählen, was aber den Rahmen dieses Artikels sprengen würde. Für Vieles gibt es hier auch Artikel beziehungsweise auf der Patchworkseite Video-Clips. Heute wollten wir uns ja nur einmal mit Patchwork anfreunden.

Wenn Sie schnuppern möchten, was es noch alles gibt, empfehle ich Ihnen diese beiden Anlaufstellen:

  1. Tippen Sie [F1] für den Aufruf der Hilfe Dort wählen Sie links oben den zweiten Punkt ‘Themeneinstieg’. Fahren Sie mit der Maus über die Bereiche, um sich über deren Aufgaben zu informieren oder klicken Sie darauf, wenn Sie Näheres erfahren möchten
  2. Nach einer Neuinstallation wird Patchwork im Minimalzustand gestartet, um den Neueinsteiger nicht mit seiner Vielfalt zu verwirren. Sie können nun nach Ihrem Gutdünken bis zu 22 weitere, teils umfassende Features zuschalten. Begeben Sie sich dafür in die Einstellungen (Hauptmenü > ‘Bearbeiten’ > ‘Einstellungen’ oder der rechteste Knopf in der Werkzeugleiste). Gleich der oberste Abschnitt bietet diese Zusatzoptionen an. Neben jeder der Kurzbeschreibungen können Sie auf [mehr] klicken und so zu einer ausführlichenBeschreibung gelangen

Screenshot 3Wir hoffen, Ihnen mit diesem kurzen Abriss den Mund wässrig zu machen – wenn Sie Patchwork noch nicht kennen – oder den Einstieg zu erleichtern, wenn Sie gerade Ihr Patchwork-Debüt feiern.

Link zum Video

Martin Danesch


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Software-Tipp: Kreativitäts-Training mit “Writing Challenge”

Beim Stöbern im Internet bin ich neulich wieder auf eine interessante App für Android Smartphones und Tablets gestoßen: Writing Challenge. Dabei handelt es sich um ein ebenso unterhaltsames wie herausforderndes Schreibspiel, mit dem man gleichzeitig seine Kreativität trainieren und Schreibblockaden abbauen kann.

Falls Sie jetzt Sorge haben, dass Sie mit der fummeligen Bildschirmtastatur auf dem winzigen Smartphone-Bildschirm schreiben müssen: Das eigentliche Schreiben erfolgt bei “Writing Challenge” nicht etwa am Smartphone oder Tablet, sondern ganz normal am PC (oder wahlweise ganz klassisch mit Stift und Papier). Das Smartphone/Tablet mit der “Writing Challenge”-App dient ausschließlich als ‘Impulsgeber’, während man selbst eine spontan zusammenfabulierte Geschichte schreibt, in der man die zufällig ausgelosten Anregungen und Ideen einbauen muss, die das Programm einem zuwirft.

Die Optionen des Programms sind minimalistisch: Man kann die Anzahl der “Schritte”, also der Aufgaben, die einem das Programm stellt, auf eine bestimmte Anzahl begrenzen oder die Voreinstellung “unendlich” übernehmen, und man kann die Zeit zwischen zwei Schritten beliebig einstellen.

Die “Writing Challenge” App selbst gibt es nur auf Englisch, so dass man eventuell ab und zu mal im Online-Wörterbuch nachschlagen muss, was ein bestimmtes ungewohntes Wort bedeutet. Aber da man ja keinen Zeitdruck hat, ist das nicht weiter tragisch.

Writing ChallengeIn meinem ersten Test-Durchlauf präsentiert mir die App nach einem Klick auf den großen, gelben Start-Button die Aufgabe: “Beginne eine Geschichte … in der eine Person vorkommt, die einen Schlüssel findet.”

Man kann diese Herausforderung nun mit “OK” annehmen, oder sich mit dem Button “Another” eine andere Aufgabe auslosen lassen. Erst wenn man die Herausforderung mit “OK” bestätigt, beginnt der Timer zu laufen.

Ich beginne also ganz spontan mit einer Geschichte, in der jemand einen Schlüssel findet. Die erste Seite des anfangs noch leeren Dokuments füllt sich rasch, während Markus, als er mit seinem Hund aus der Haustür tritt, zwischen dem Herbstlaub auf dem Bürgersteig einen glänzenden Gegenstand entdeckt – einen Schlüssel.

In diesem Augenblick piept auch schon die App und stellt mir die nächste Aufgabe: “Füge eine Szene hinzu, die in einem Versteck spielt.”

Sofort verändert sich vor meinem geistigen Auge das Aussehen des Schlüssels. Während ich anfangs noch an einen kleinen Schlüssel wie für einen Koffer oder ein Schließfach dachte, ist der Schlüssel nun größer, verschrammt und etwas angerostet. Markus reibt die Schmutzschicht ab und entdeckt das Logo einer Firma, die schon vor Jahren geschlossen wurde und deren altes Firmengelände seitdem leer steht.

Jetzt ist es mir egal, dass die App schon wieder piepst. Solange ich keine Szene in einem Versteck geschrieben habe, brauche ich keine weiteren Aufgaben. Also lasse ich Markus mit seinem Hund einen längeren Spaziergang zum alten Firmengelände unternehmen. Er erinnert sich, dass sein Vater früher mal für diese Firma gearbeitet hatte, bevor sie wegen dubioser Machenschaften der Geschäftsführung geschlossen wurde.

Der mysteriöse Schlüssel passt nicht zum Haupttor des Geländes. Markus will schon enttäuscht aufgeben und am Maschendrahtzaun entlang zurück zur Hauptstraße gehen, als er zwischen wuchernden Hecken ein kleines, verfallenes Gebäude mit einem Tor zur Straße entdeckt, vielleicht ein ehemaliges Lagergebäude. Markus probiert den Schlüssel aus – und hier passt er.

Als Markus das Gebäude betritt, entdeckt er, dass sich hier offenbar jemand häuslich eingerichtet hat. Er findet ein Feldbett mit einem Schlafsack, einige Konserven und Vorräte … und auf dem Boden ein paar leere Patronenhülsen.

So, damit wäre die Szene im Versteck abgehakt. Mal sehen, was die App mir nun für eine Herausforderung stellt: “Schreibe einen Dialog, der mit dem Satz beginnt: ‘Ich weiß nicht, wer ich bin…'”.

Und weiter geht’s in der Geschichte: Als Markus sich gerade bückt, um eine der Patronenhülsen aufzuheben, fängt sein Hund an zu knurren. Markus dreht sich um und entdeckt eine dunkle Gestalt im Türrahmen, die ihm den Weg nach draußen versperrt…

Auch wenn ich die Geschichte von Markus und dem mysteriösen Fremden mit dem Gedächtnisverlust an dieser Stelle beende, kann man an diesem Beispiel schon recht gut erkennen, auf was für interessante und abenteuerliche Ideen einen die App bringen kann.

Das Schöne ist, dass man wie bereits erwähnt keinen der Vorschläge des Programms kritiklos übernehmen muss, wenn einem dazu überhaupt nichts einfällt oder man sich mit einer solchen Wendung sogar den bereits geschriebenen Teil der Geschichte kaputt machen würde. Bei jedem Schritt kann man das Glücksrad theoretisch beliebig oft neu drehen, bis eine Aufgabenstellung kommt, bei der es bei einem ‘Klick!’ macht. Aber die Herausforderung für wahre Kreativitäts-Profis besteht natürlich darin, jeden Ball zu verwenden, den das Programm einem zuspielt. ;-)

Natürlich werden bei solchen Schreibspielen nicht immer verwertbare Story-Ideen herauskommen. Oft sind es nur kreative Fingerübungen, die man anschließend nie wieder anschaut. Aber nicht alles, was man schreibt, muss schließlich auch für eine spätere Veröffentlichung gedacht sein. Selbst die besten Pianisten spielen nicht nur Konzerte, sondern üben täglich mehrere Stunden, um ihre Finger geschmeidig zu halten und ihre Fähigkeiten zu trainieren. Genauso sollte man auch die Schreib-Herausforderungen von “Writing Challenge” betrachten: Sie sind eine gute Übung für unsere Fähigkeiten – und wenn man Glück hat, kommt manchmal sogar etwas Verwertbares dabei heraus. Vielleicht ist es nicht die komplette Geschichte, sondern lediglich eine überraschende Wendung oder Idee, die man herauslösen und später als Basis für einen spannenden Roman oder eine interessante Kurzgeschichte verwenden kann.

Und manchmal stellt man bei den frei improvisierten Geschichten während des Schreibens fest, dass die Geschichte eine unerwartete Eigendynamik entwickelt und man plötzlich ganz genau weiß, in welche Richtung sich die Geschichte weiter entwickeln sollte.

Das ist dann der Moment, in dem das Programm seine Schuldigkeit getan hat und man den Rest der Geschichte in Eigenregie weiter schreibt – eine Geschichte, auf die man ohne die willkürlichen und teils scheinbar überhaupt nicht zusammen passenden Aufgabenstellungen von “Writing Challenge” wohl niemals gekommen wäre.

Für den geringen Kaufpreis von gerade mal 1,49 € gehört “Writing Challenge” zu den Programmen, die ich jedem Schriftsteller mit passablen Englischkenntnissen uneingeschränkt ans Herz legen kann.

Sie finden “Writing Challenge” im Google Play Store unter https://play.google.com/store/apps/details?id=com.literautas.writingchallenge&hl=de. Dort findet man auch ein kurzes Demo-Video, das das Programm in Aktion zeigt.

Aus meiner persönlichen Sicht ist das Programm eine wesentlich bessere Investition als jedes Buch mit “Writing Prompts”. Ich bin jedenfalls sicher, dass ich mich noch öfter mit dieser App zu einer inspirierenden Schreibsession hinsetzen werden.


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Die zehn besten Schreibtools

Mein Artikel “Die zehn besten Schreibtools”, den ich für die erste Ausgabe des Selfpublisher-Magazins des Uschtrin-Verlags geschrieben hatte, ist mittlerweile auch im Autorenwelt-Blog online. Wer den Artikel nicht bereits im Selfpublisher-Magazin gelesen hatte, kann das jetzt also online nachholen. ;-)

Link zum Artikel: https://www.autorenwelt.de/blog/die-zehn-besten-schreibtools


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Cold Turkey Writer – Patentrezept für ablenkungsfreies Schreiben

Wer mein Blog bzw. den WritersWorkshop Autorennewsletter schon etwas länger liest, kennt vermutlich meine Vorliebe für Schreibprogramme, die sich aufs ablenkungsfreie Schreiben spezialisiert haben.

Da wären zunächst mal die wegen ihrer schlichten, schnörkellosen und rein auf den Text fokussierten Optik als “Zenware” bezeichneten Schreibprogramme wie WriteMonkey, FocusWriter oder Q10, bei denen man während des Schreibens nur den reinen Text sieht – keine Menüs, Icons oder Formatierungsoptionen. Auch Scrivener hat einen solchen Vollbildmodus, bei dem wahlweise alle anderen Hintergrundfenster gedimmt oder komplett ausgeblendet werden.

Diese Programme sind natürlich praktisch und nützlich, doch sie zwingen einen nicht, sich wirklich ausschließlich mit dem Schreiben zu beschäftigen. Trotz der ablenkungsfreien Oberfläche sind der Browser oder das Mailprogramm stets nur einen Mausklick oder eine Tastenkombination entfernt.

Doch jetzt gibt es es ein neues Schreibtool, das sich dieser Problematik annimmt und dafür sorgt, dass man wirklich am Ball bleibt und sich nicht durch eingehende Emails oder andere Verlockungen des Internets ablenken lässt: “Cold Turkey Writer” (das früher erst “Forcedraft” und dann “Writer’s Block” hieß) ist ein simples kleines Windows-Programm, das den PC während des Schreibens in eine reine Schreibmaschine verwandelt – und zwar mit allen damit verbundenen Konsequenzen.

“Cold Turkey Writer” ist ein wirklich kleines (weniger als 1 MB), portables Programm, das Sie nicht einmal auf Ihrem Rechner installieren müssen. Es läuft sowohl vom USB-Stick als auch direkt aus Ihrem Dropbox-Verzeichnis: einfach herunterladen, in einem separaten Ordner speichern und dann das Programm starten.

Sobald Sie das Programm starten, können Sie bis zum Beenden des Programms nur noch (!) mit “Cold Turkey Writer” arbeiten. Das Programm wird im Vollbildmodus angezeigt, die Taskleiste und das Startmenü werden ausgeblendet und alle einschlägigen Tastenkombinationen, mit denen Sie üblicherweise zum Desktop gelangen, auf andere Programme umschalten oder das laufende Programm beenden, werden deaktiviert.

Solange Sie sich nur im Hauptmenü befinden und noch keine Herausforderung aktiviert haben, können Sie das Programm noch per “Quit” beenden und zur normalen Windowsoberfläche zurückkehren.

Doch das wollen Sie in der Praxis natürlich nicht. Sie wollen ja zum Schreiben kommen – deswegen haben Sie “Cold Turkey Writer” ja gestartet.

Die Optionen sind einfach: Über die beiden Haupt-Reiter wählen Sie, ob Sie mit einem neuen Dokument beginnen oder an einem bestehenden Manuskript weiter arbeiten wollen.

Jetzt haben Sie noch die Wahl, ob Sie eine bestimmte Anzahl Wörter schreiben oder eine bestimmte Anzahl Minuten lang fokussiert schreiben wollen. Was immer Sie wählen: die Entscheidung ist endgültig. Sobald Sie auf “Start” drücken, haben Sie erst dann die Möglichkeit, Ihr Manuskript zu speichern und das Programm zu beenden, wenn Sie Ihr selbst gewähltes Ziel erreicht haben.

Als dritte Option gibt es noch “Don’t block me”. Hierbei werden zwar ebenfalls alle anderen Programme und Funktionen blockiert, aber Sie können jederzeit Ihr Manuskript speichern und das Programm beenden. Aber auf solche halbherzigen Versuche lassen Sie sich natürlich nicht ein, oder? ;-)

Screenshot Writer's BlockSobald Sie also auf “Start” klicken, sehen Sie nur noch eine Schreibmaschinenseite, die den größten Teil des Bildschirms einnimmt, darüber den “Cold Turkey Writer” Schriftzug mit einem dezenten Fortschrittsbalken, der sich langsam füllt, während Sie schreiben.

Je nachdem, ob Sie ein zeitliches Ziel oder eine bestimmte Anzahl von Wörtern gewählt haben, symbolisiert dieser Balken entweder, wie viele Wörter Ihnen noch zur Erreichung Ihres Ziels fehlen oder aber, wie lange Sie noch schreiben müssen.

Sobald Sie Ihr Ziel erreicht haben, verschwindet der Fortschrittsbalken und wird durch die beiden Optionen “Snooze (10 min)” und “Save and Quit” ersetzt.

Mit “Snooze” lassen Sie sich auf weitere 10 Minuten konzentriertes Schreiben ein. Mit “Save and Quit” speichern Sie Ihr Manuskript und beenden das Programm.

Natürlich müssen Sie die “Snooze”-Funktion nicht benutzen, wenn Sie vor dem Speichern einfach noch etwas weiter schreiben wollen. Sie können auch “einfach so” weiter machen und erst dann auf “Save and Quit” gehen, wenn Sie so weit sind.

Fazit: Cold Turkey Writer ist ein wahrlich minimalistisches Schreibtool. Sie können absolut nichts an der Optik verstellen: Weder die Farben noch die Schriftart oder die Schriftgröße.

Doch was es tut, macht es wirklich klasse: Es zwingt Sie dazu, die Sache zu Ende zu bringen. Wenn Sie mindestens 500 Wörter schreiben wollten, können Sie wirklich erst dann aufhören, wenn Sie Ihre 500 Wörter voll haben. Wenn Sie mindestens 30 Minuten lang schreiben wollten, bleibt Ihr PC bis zum Ablauf dieser 30 Minuten für alle anderen Aufgaben gesperrt.

Kein schnelles Umschalten auf den Browser, um “nur mal schnell” etwas nachzuschauen oder zu recherchieren. Wenn Ihnen beim Schreiben Informationen fehlen, müssen Sie eben einen Platzhalter wie [Name des Bischofs von Köln in 1927] einsetzen und diese Lücken später bei der Überarbeitung füllen.

Es gibt ein paar Kleinigkeiten, die ich noch bei “Writer’s Block” vermisse. In erster Linie wäre das die Anzeige des aktuellen Wordcounts für das komplette Manuskript und die aktuelle Session – eventuell bei den Optionen (nur Pro-Version), die man mit einem kleinen Pfeil in der linken unteren Bildschirmecke aufklappen kann. Aber vielleicht kommt das ja noch bei einer der nächsten Versionen.

Sie finden “Writer’s Block” zum kostenlosen Download unter https://getcoldturkey.com/writer/.

Dort haben Sie auch die Möglichkeit, für 10 Dollar die kostenpflichtige Pro-Version zu bestellen. Der Haupt-Unterschied zur kostenlosen Version besteht darin, dass Sie bei der Pro-Version in den Optionen z.B. das Markieren von Text, die Cursortasten und die Delete-/Backspace-Tasten deaktivieren können, um so wirklich wie an einer klassischen Schreibmaschine ohne Korrekturband zu schreiben.

Zusätzlich können Sie in der Pro-Version Hintergrundgeräusche (Regen / Coffivity) aktivieren, um auch in lauteren Umgebungen ablenkungsfrei schreiben zu können.

Die Pro-Version ist meines Erachtens zwar zum Schreiben nicht erforderlich, bietet aber eine nette Möglichkeit, den Entwickler von “Cold Turkey Writer” für seine gute Arbeit zu honorieren.


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Der Selfpublisher: neues Magazin des Uschtrin-Verlags

Die 10 besten SchreibtoolsVor ein paar Tagen ist, pünktlich zum Start der Frankfurter Buchmesse in der kommenden Woche, die erste Ausgabe des neuen Autoren-Magazins “Der Selfpublisher” aus dem Uschtrin-Verlag mit einer Startauflage von 10.000 Exemplaren erschienen – mein Lesetipp für alle selbstverlegenden Autoren.

Artikel SchreibtoolsNeben vielen anderen interessanten Artikeln rund ums Veröffentlichen und Vermarkten von Büchern (u.a. von Sandra Uschtrin, Matthias Matting, Johannes Zum Winkel, Susanne Pavlovic und Markus Ridder) gibt es im neuen Magazin ab Seite 38 auch einen zweiseitigen Artikel von mir über die zehn besten Schreibtools.

Das Magazin kann für 5 Euro über den Shop bestellt werden: https://www.autorenwelt.de/magazin/derselfpublisher/aktuelles-heft

Alternativ gibt es das Magazin auch als Kindle-Version – zur Zeit sogar kostenlos!


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Scrivener 1.9 für Windows erschienen

Diese Woche ist die neue Version 1.9 von Scrivener für Windows erschienen.

Das wichtigste Feature der neuen Version ist ein neues Dateiformat, das die Kompatibilität mit zukünftigen mobilen Versionen sicherstellen soll. Dieses neue Dateiformat ist auch kompatibel zur aktuellen Mac-Version 2.7.

Bitte beachten Sie bei einem Update auf die neue Version, dass Sie mit Scrivener 1.9 erstellte oder bearbeitete Dateien anschließend nicht mehr mit einer älteren Version von Scrivener öffnen bzw. bearbeiten können. Beim Öffnen einer Datei im alten Dateiformat wird diese automatisch ins neue Format konvertiert und zusätzlich eine Sicherheitskopie im alten Format im Projektordner abgespeichert.

Wenn Sie Scrivener auf mehreren Rechnern nutzen, sollten Sie daher unbedingt darauf achten, dass Sie das Update auf Version 1.9 direkt auf all Ihren Rechnern installieren.

Neben dem neuen Dateiformat haben die Entwickler von Literature&Latte auch kleinere Änderungen an der Benutzeroberfläche von Scrivener vorgenommen, die überwiegend den Inspektor betreffen. So sind dort nicht nur die Buttons nach oben verlagert worden, sondern auch die Arbeit mit dem Inspektor wird durch zusätzliche Menüs und Funktionen noch komfortabler als bisher.

Das neu hinzu gekommene “Inspect”-Menü ist leider noch nicht ins Deutsche übersetzt, da man offenbar vergessen hatte, mir im Vorfeld die neuen Sprachdateien zum Übersetzen zur Verfügung zu stellen. Ich werde dies allerdings mit Literature&Latte klären, damit das neue Menü ab der nächsten Version ebenfalls inklusive deutscher Übersetzung vorliegt.

Neben den Anpassungen und neuen Funktionen behebt das neue Update auch über 30 Bugs aus Version 1.8. Eine komplette Liste aller neuen Features und Bugfixes finden Sie unter http://www.literatureandlatte.com/scrivWinChangeList.php#version-1_9.

Allein schon aufgrund der wichtigen Änderungen beim Dateiformat würde ich jedem Scrivener-Benutzer empfehlen, das neue Update zeitnah zu installieren.

Das Update ist für registrierte Benutzer kostenlos und kann entweder über die Update-Funktion von Scrivener oder über http://www.literatureandlatte.com/scrivener.php?platform=win heruntergeladen werden.


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Warum Sie sich als Schriftsteller ein Smartphone-Projekt zulegen sollten

Ich weiß ja nicht, wie es bei Ihnen ist, aber bei den meisten Schriftstellern ist die Zeit zum Schreiben am PC ein knappes und wertvolles Gut und damit das Nadelöhr, das bestimmt, wie gut wir mit unseren Schreibprojekten vorankommen. Wenn man am PC sitzt, arbeitet man meist an seinem Hauptprojekt; alles andere wird auf irgendwann später verschoben.

Doch es gibt gerade in der heutigen Zeit noch eine sinnvolle Alternative: ein “Smartphone-Projekt”, an dem Sie parallel zu Ihrem ‘normalen’ Buchprojekt arbeiten.

Vermutlich fragen Sie sich jetzt, was denn ein “Smartphone-Projekt” sein soll. Ganz einfach: Die Zeit am heimischen PC ist wie bereits anfangs erwähnt knapp – vielleicht morgens eine Stunde vor der Arbeit und etwas länger am Wochenende.

Sich in dieser ohnehin knappen Zeit zu verzetteln und zu versuchen, parallel an mehreren unterschiedlichen Projekten zu arbeiten, wäre kontraproduktiv. Lieber erst ein Projekt abschließen und sich erst danach mit voller Konzentration dem nächsten Projekt widmen.

Doch wenn wir unseren Tagesablauf genauer unter die Lupe nehmen, gibt es durchaus noch zeitliche Reserven, die wir bisher weitgehend ungenutzt verstreichen lassen. Zeiten, in denen wir durchaus etwas schreiben könnten – nur eben nicht am PC. Und da kommt das bereits erwähnte “Smartphone-Projekt” ins Spiel.

Es ist eine unbestreitbare Tatsache: Smartphones sind auf dem Vormarsch. Die meisten von uns besitzen bereits eines, egal ob es sich um ein Android-Phone, ein iPhone oder ein Windows-Phone handelt. Sie alle haben eines gemeinsam: unsere Smartphones sind äußerst leistungsfähige kleine Computer, die wir über die Apps, die wir installieren, maßgeschneidert an unsere eigenen Bedürfnisse anpassen können.

Doch während die meisten Menschen ihr Smartphone nur bei jeder passenden oder unpassenden Gelegenheit zücken, um ihre Mails zu checken, ziellos bei Facebook oder Twitter zu surfen, Selfies oder Fotos ihres Essens zu posten oder simple Casual-Games zu spielen, können Schriftsteller ihre Smartphones wesentlich produktiver nutzen – nämlich zum Schreiben von Blogposts, Kurzgeschichten oder sogar ganzen Romanen.

Das Prinzip des “Smartphone-Projekts” beruht darauf, dass Sie mit Ihrem Smartphone ansonsten ungenutzte Zeiten dazu nutzen können, um an anderen Schreibprojekten als Ihrem Hauptprojekt zu arbeiten. Das können Blogposts für Ihr Autorenblog sein, Kurzgeschichten oder sogar ein Roman. Falls Sie bei dem Gedanken schaudern, auf einem vergleichsweise winzigen Gerät wie einem Smartphone längere Texte als eine WhatsApp-Nachricht oder eine kurze Mail zu schreiben – keine Sorge. Das geht, und sogar recht komfortabel.

Prinzipiell kann man dafür so ziemlich jedes Smartphone nutzen, wenngleich die Auswahl der zur Verfügung stehenden Apps je nach Betriebssystem ziemlich unterschiedlich (und unter Windows zugegebenermaßen recht mager) ist. Ich selbst bin bekennender Android-Fan, weshalb sich die konkreten App-Empfehlungen in diesem Artikel auch auf Android konzentrieren. Manche der empfohlenen Apps gibt es auch für iOS und Windows, in anderen Fällen muss man sich selbst eine passende Alternative suchen.

Tipps zur Smartphone-Auswahl

Wenn man sein Smartphone fürs Schreiben nutzen will, sollte man lediglich auf eine vernünftige Bildschirmdiagonale und Bildschirmauflösung achten. Optimal sind meiner Erfahrung nach Smartphones mit einer Diagonale von 5″ und einer Bildschirmauflösung von 1280×720 Punkten. Größer ist natürlich schön, aber nicht erforderlich – nur kleiner als 4,5 Zoll sollte der Smartphone-Bildschirm nicht sein. Wer schon mal versucht hat, auf einem 4″-Smartphone im Hochformat über die Bildschirmtastatur einen längeren Text einzugeben, weiß, was ich meine. Da braucht man schon sehr schlanke und zierliche Finger, um zumindest meistens die richtigen Buchstaben zu erwischen.

Ein fürs Schreiben geeignetes Smartphone muss übrigens gar nicht teuer sein. Man braucht dafür kein nobles High-End-Smartphone für über 600 Euro, sondern lediglich ein solides Mittelklassegerät wie beispielsweise das Honor Holly für knapp 120 €, das ich selbst seit Ende Februar benutze und mit dem ich äußerst zufrieden bin: 5″ Display, 1280×720 Bildschirmauflösung, ein schneller Quad-Core-Prozessor, Dual SIM, 16GB Speicher und Android 4.4. Passt – mehr braucht man nicht zum Schreiben. Ebenfalls empfehlenswert sind die Handys des französischen Herstellers Wiko wie das Wiko Rainbow, das mit ähnlichen Leistungsdaten überzeugen kann, aber unterm Strich etwas teurer als das noch etwas besser ausgestattete Honor Holly ist.

Man muss übrigens nicht befürchten, dass man sich mit einem 5″-Gerät einen klobigen Klotz zulegt, der nicht mehr gut in der Hand liegt. Meine Frau hat sehr kleine und zierliche Hände und verwendet schon seit anderthalb Jahren ein 5″-Smartphone. Auch sie könnte sich nicht mehr vorstellen, nochmal auf ein kleineres Gerät zurück zu wechseln.

Aber genug von der Hardware – zurück zum eigentlichen Schreiben… ;-)

Warum sollte man unterwegs am Smartphone schreiben?

Am Smartphone zu schreiben hat eine ganze Reihe von Vorteilen:

  1. Das Smartphone hat man im Gegensatz zu Laptop, Netbook oder Tablet quasi immer und überall dabei. Man kann also jede Gelegenheit spontan nutzen, um ein paar Wörter oder Sätze an seinem aktuellen Smartphone-Projekt weiter zu schreiben – egal ob in der Frühstückspause im Büro, im Wartezimmer beim Zahnarzt, während man darauf wartet, dass sich alle zum Essen am Tisch einfinden oder während der Werbepause im Fernsehprogramm.
  2. Das Smartphone ist immer einsatzbereit. Im Gegensatz zum PC oder Laptop, den man erst hochfahren muss, braucht man sein Smartphone nur zu entsperren und auf die bereits geöffnete Schreib-App umzuschalten – und schon kann man loslegen.
  3. Da die Leute gewohnt sind, dass jeder bei jeder Gelegenheit mit seinem Smartphone herumspielt, stellt einem niemand neugierige Fragen, wenn man an seinem Smartphone schreibt. Das ist ideal, wenn man im Büro die Frühstücks- oder Mittagspause zum Schreiben nutzen möchte. Am Büro-PC könnte einem jeder über die Schulter schauen und wenn man in der Pause seinen privaten Laptop auspackt, sind neugierige Fragen vorprogrammiert. Was Sie jedoch an Ihrem Smartphone machen, interessiert erfahrungsgemäß niemanden – Sie werden höchstens als Technik-Freak belächelt, der jede freie Minute mit seinem Smartphone herumspielt.

Die besten Apps fürs mobile Schreiben

Fürs eigentliche Schreiben kann ich Ihnen die App JotterPad empfehlen. Sie können damit Texte lokal auf Ihrem Smartphone bearbeiten oder diese direkt in Ihrer Dropbox speichern. JotterPad hat alles, was man zum Schreiben braucht wie eine Wordcount-Funktion und eine sehr gute Markdown-Unterstützung (inklusive Export als RTF-Datei). Alles, was man in JotterPad geschrieben hat, wird beim Verlassen des Programms automatisch gespeichert.

Alternativ können Sie natürlich auch die beliebte Notizenverwaltung Evernote zum Schreiben nutzen. Da alle Evernote-Daten automatisch zwischen Ihren unterschiedlichen Rechnern synchronisiert werden, finden Sie alles, was Sie unterwegs in Evernote geschrieben haben, im entsprechenden Notizbuch auf Ihrem PC wieder, ohne dass Sie die Texte von Hand übertragen müssten.

Schreiben am Smartphone ist produktiver, als die meisten Leute denken. Natürlich können Sie an Ihrem Smartphone nicht annähernd so schnell tippen wie an einem PC mit einer vollwertigen Schreibmaschinentastatur, aber das ist auch gar nicht erforderlich. Mit der Bildschirmtastatur des Smartphones kommen Sie mit etwas Übung locker auf 20 Wörter pro Minute – besonders, wenn Sie eine moderne Bildschirmtastatur mit Wischeingabe wie Swype, Swiftkey oder die aktuelle Google-Tastatur verwenden. Auch damit könnten Sie also theoretisch auf über 1.000 Wörter in der Stunde kommen.

Aber in der Praxis geht es gar nicht so sehr darum, neue Geschwindigkeitsrekorde beim Schreiben aufzustellen, sondern darum, eigentlich wunderbar fürs Schreiben nutzbare Zeiten nicht einfach ungenutzt verstreichen zu lassen, nur weil gerade kein PC oder Laptop zum Schreiben verfügbar ist.

Fazit: die Vorteile eines ‘Smartphone-Projekts’

Wenn Sie sich erst einmal angewöhnen, während ansonsten unnützer Wartezeiten rasch zum Smartphone zu greifen und ein paar Wörter oder Sätze zu Papier zu bringen, hat dies gleich zwei positive Auswirkungen:

  1. Innerhalb weniger Wochen entwickeln Sie einen Blick für solche kleinen, aber feinen Zeitfenster. Sie lernen einzuschätzen, wie viele Minuten Sie wohl zur Verfügung haben, und nutzen diese dann entweder zum Nachdenken über Ihr Schreibprojekt oder zum Schreiben. Haben Sie mindestens 3-5 Minuten am Stück, lohnt es sich definitiv, das Smartphone rauszuholen. Selbst wenn es nur 1-2 Sätze sind, die Sie zu Papier bringen, sind das immer noch 1-2 Sätze mehr, als Sie sonst hätten.
  2. Dadurch, dass Sie über den Tag verteilt immer wieder ein klein wenig an Ihrem Smartphone-Schreibprojekt arbeiten, bleibt es permanent im Fokus Ihres Unterbewusstseins. Spätestens nach ein paar Tagen merken Sie, dass Ihr Unterbewusstsein Ihnen über den Tag verteilt so viele neue Ideen eingibt, dass Sie jede sich bietende Gelegenheit zum Schreiben nutzen können, ohne dass Ihnen der Stoff ausgeht.

Auch wenn Sie anfangs vielleicht das Gefühl haben, am Smartphone kaum voran zu kommen, täuscht das in den allermeisten Fällen. Viele ‘Wenigs’ ergeben zusammen bekanntlich ein ‘Viel’: Selbst wenn Sie im Schnitt nur 250 Wörter pro Tag schreiben, ergibt das aufs Jahr gerechnet die Rohfassung eines kompletten Romans – oder 52 Blogposts á 800 Wörter + 10 Kurzgeschichten á 5.000 Wörter.

Und wäre es nicht schön, wenn Sie sich in Ihrer knappen Schreibzeit zuhause z. B. voll und ganz auf Ihr aktuelles Romanprojekt konzentrieren könnten, während die wöchentlichen Blogposts für Ihr Autorenblog und die Kurzgeschichten, die Sie auch noch gerne schreiben möchten, quasi nebenbei entstehen?

Probieren Sie es doch einfach selbst einmal ein paar Wochen lang aus und ziehen Sie anschließend Bilanz, was Sie in dieser Zeit so ganz nebenbei an neuen Texten aus dem Ärmel schütteln konnten. Vielleicht können auch Sie sich danach nicht mehr vorstellen, auf ein Smartphone-Projekt zu verzichten.


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SoftMaker Office 2016 – das beste Office-Paket für Schriftsteller

Das Nürnberger Softwarehaus SoftMaker hat im Juli 2015 eine neue Version ihres beliebten Office-Pakets “SoftMaker Office” veröffentlicht. Mit “SoftMaker Office 2016” treten sie nicht nur in direkte Konkurrenz zu “Microsoft Office”, sondern haben zugleich auch das beste Office-Paket für Schriftsteller produziert – wobei letzteres keine Aussage von SoftMaker, sondern mein persönliches, vorweggenommenes Fazit ist.

“SoftMaker Office soll besser sein als Microsoft Office?” wird sich jetzt vielleicht mancher Leser skeptisch fragen.

Für Schriftsteller definitiv. Und nicht nur besser, sondern auch günstiger. Aber fangen wir einfach mal vorne an…

Standard oder Professional?

SoftMaker Office 2016 ist in zwei verschiedenen Varianten erhältlich: als günstigere Standard-Version und als Professional-Version. Ein wichtiger Punkt vorweg: Für Schriftsteller ist quasi nur die teurere Professional-Version interessant. Man sollte keinesfalls an der falschen Stelle sparen und aus Kostengründen zur günstigeren Standard-Version greifen.

Zwar kostet die Professional-Version 30 Euro mehr als die Standard-Version (bzw. beim günstigeren Upgrade-Preis immer noch 20 Euro), doch diesen Mehrpreis ist sie definitiv wert. Aber dazu gleich mehr.

Genau wie Microsoft Office besteht auch SoftMaker Office aus Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Präsentationen und einem Email-Programm. Alles sehr gute und leistungsfähige Programme, aber in diesem Artikel will ich mich ausschließlich mit TextMaker 2016, der Word-Konkurrenz von SoftMaker beschäftigen – denn die Textverarbeitung ist schließlich der Teil des Office-Pakets, den man als Schriftsteller nun mal am häufigsten benötigt.

Klassische Menüs statt klobiger Ribbons

Sehr angenehm finde ich bei SoftMaker Office, dass die Entwickler sich nicht der neuen Unsitte mit den klobigen Ribbon-Menüs am oberen Bildschirmrand angeschlossen haben, auf die Microsoft bereits seit Office 2007 setzt und die in der Praxis äußerst unübersichtlich und schlecht bedienbar sind. Ganz zu schweigen davon, dass die Ribbon-Menüs auf Geräten mit kleiner Bildschirmdiagonale wie Netbooks oder Windows-Tablets viel zu viel wertvollen Bildschirmplatz einnehmen. Doch dieses Problem hat man mit SoftMaker Office nicht.

Bei SoftMaker findet man auch in der neuen 2016er-Version immer noch die klassischen Dropdown-Menüs mit Icons und Tastatur-Shortcuts – allerdings mit ein paar pfiffigen Extras. Denn auch diesen Menüs hat SoftMaker in der neuen Version an verschiedenen Stellen ausklappbare Schnellwahl-Fenster spendiert, mit denen sich das Programm noch schneller und intuitiver bedienen lässt.

eBooks im ePub-Format direkt aus Office heraus erzeugen

Sehr gelungen ist auch der Dokumenten-Export. Mit der neuen 2016er-Version kann man nicht nur eBooks im PDF-Format erzeugen, sondern sogar im ePub-Format. Mit diesem äußerst nützlichen Feature setzt sich SoftMaker von allen Konkurrenzprodukten ab, denn einen direkten ePub-Export bietet weder Microsoft Office noch die kostenlose Konkurrenz von OpenOffice bzw. LibreOffice.

Über den Export-Dialog kann man nicht nur das eigentliche Manuskript ins ePub-Format konvertieren, sondern auch direkt das Coverbild hinzufügen und die zugehörigen Metadaten pflegen. Mit wenigen Mausklicks vom Manuskript zum fertig aufbereiteten eBook – einfacher und komfortabler geht es kaum.

Doch so richtig interessant wird es erst, wenn man sich die zusätzlichen Leistungsmerkmale der Professional-Version ansieht…

Duden-Korrektor, Universalwörterbuch und Fremdwörterbuch

Viele von Ihnen kennen bestimmt den Duden-Korrektor, den es lange Zeit als Add-In für Microsoft Word und OpenOffice gab. So wie der Duden der Standard unter den Wörterbüchern ist, ist auch der Duden-Korrektor die beste und leistungsfähigste Rechtschreib- und Grammatikprüfung, die es für den PC gibt.

Leider hat sich das Bibliographische Institut Mitte 2014 entschieden, den Duden Korrektor nicht mehr weiter anzubieten. SoftMaker hat diese Gelegenheit genutzt, um Nägel mit Köpfen zu machen und sich einen mächtigen Vorsprung vor den anderen Office-Paketen zu sichern. Denn in “SoftMaker Office Professional” ist der Duden-Korrektor, der nach wie vor vom selben Entwicklerteam wie bisher betreut und weiterentwickelt wird, weiterhin enthalten.

Zusätzlich zum Duden-Korrektor (der allein schon ein äußerst nützliches Werkzeug darstellt) enthält die Professional-Version von SoftMaker Office das Deutsche Universalwörterbuch von Duden, das Große Fremdwörterbuch von Duden und vier Langenscheidt Wörterbücher. Abgerundet wird das Komplettpaket durch einen sehr leistungsfähigen und ausgereiften Thesaurus.

Wenn man Printbücher layouten will, ist man mit SoftMaker Office ebenfalls gut beraten. Denn auch in dieser Beziehung geht der Funktionsumfang von TextMaker über das hinaus, was Microsoft Word bietet. Manche Funktionen von TextMaker wie echte Master-Seiten erinnern mehr an ein vollwertiges Desktop-Publishing-Programm als an eine ‘einfache’ Textverarbeitung.

50 € beim Kauf sparen durch den Upgrade-Trick

Auch beim Kauf von SoftMaker Office kann man noch ein richtiges Schnäppchen machen, denn SoftMaker bietet das stark vergünstigte Upgrade auf die neue 2016er-Version nicht nur für Besitzer der direkten Vorgängerversion an, sondern auch als Crossgrade für Besitzer einer beliebigen früheren Version von SoftMaker Office oder FreeOffice.

Selbst wenn Sie also noch nie eine Version von SoftMaker Office hatten, können Sie sich also den günstigen Upgrade-Preis sichern, indem Sie sich zunächst das kostenlose FreeOffice von SoftMaker (http://www.freeoffice.com/de) herunterladen und registrieren und anschließend für nur 49,95 € von FreeOffice auf SoftMaker Office 2016 Professional upgraden. 50% gespart – das nenne ich mal ein echtes Schnäppchen.

Bei diesem Preis kann Microsoft Office nicht einmal annähernd mithalten – weder mit den Kaufversionen noch mit den Miet-Versionen (Office 365). Selbst eine nur ein Jahr gültige Miet-Lizenz “Office 365 Home” ist teurer als der günstige Upgrade-Preis für “SoftMaker Office 2016 Professional”, mit dem Sie das Office-Paket auf bis zu 3 PCs gleichzeitig nutzen können.

Schnell und portabel – Office in der Hemdtasche

Ein weiterer unschätzbarer Vorteil von SoftMaker Office ist, dass man nach der normalen Installation auf dem eigenen PC als “Ableger” eine portable Version des Office-Pakets auf einem USB-Stick installieren und überall hin mitnehmen kann. Gerade wenn man viel unterwegs ist und häufig auf unterschiedlichen PCs arbeitet, ist das eine tolle Sache – so hat man sein komplettes Büro auf einem Stick in der Hemdtasche dabei.

Dazu kommt, dass SoftMaker Office alles andere als hardwarehungrig ist und auch auf älteren Rechnern oder Geräten mit schwächerer Hardware (Netbooks, Windows Tablets…) schnell und sauber läuft.

Und während das aktuelle Microsoft Office nicht mehr unter älteren Betriebssystem-Versionen wie XP oder Vista installiert werden kann, läuft SoftMaker Office 2016 unter allen Windows-Versionen von Windows XP bis hin zum brandneuen Windows 10.

Fazit

Wenn man SoftMaker Office mit anderen Office-Paketen vergleicht, sollte man es dem ebenfalls kommerziellen Microsoft Office gegenüberstellen – und diesen Vergleich gewinnt SoftMaker gerade bezogen auf die Bedürfnisse und Anforderungen von Schriftstellern definitiv.

Natürlich gibt es mit LibreOffice und OpenOffice auch kostenlose Konkurrenz, doch diese bietet weder die ausgereifte Rechtschreib- und Grammatik-Prüfung mit dem integrierten Duden-Korrektor, noch die integrierten Wörterbücher oder komfortable Features wie den ePub-Export als fertig formatiertes eBook.

Aus meiner Sicht ist der günstige Upgrade-Preis für “SoftMaker Office 2016 Professional” eine der besten Investitionen, die man zur Zeit als Schriftsteller machen kann.

Sie finden SoftMaker Office unter http://www.softmaker.de/office.htm. Unter http://www.softmaker.de/ofdemo.htm können Sie sich auch eine Demo-Version herunterladen, die Sie 30 Tage lang kostenlos ausprobieren können.


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Patchwork: Patente Autorensoftware aus Österreich

Heute möchte ich Ihnen ein interessantes Schreibprogramm für Roman- und Kurzgeschichtenautoren vorstellen: Patchwork – ein Programm aus der Feder des österreichischen Autors und Verlegers Martin Danesch (Orange Cursor Verlag), das mich nach anfänglicher Skepsis rundum begeistern konnte.

Für wen ist Patchwork geeignet?

Patchwork ist ganz klar auf Roman- und Kurzgeschichtenautoren zugeschnitten. Ähnlich wie bei yWriter sieht man auch bei Patchwork an der Organisation nach Szenen, Figuren, Schauplätzen und Gegenständen, dass das Programm nicht für Blogger oder Sachbuchautoren gedacht ist. Ein Konzept, das mir sehr sympathisch ist: lieber ein hochqualifizierter Spezialist als ein “Hans-Dampf-in-allen-Gassen”, der vieles halb und nichts so richtig kann. Und wenn man sich “Patchwork” genauer ansieht, merkt man, wie viele Gedanken sich der Entwickler über die Bedürfnisse und Anforderungen von Romanautoren gemacht hat.

Einstieg und Lernkurve

Bereits beim ersten Start von Patchwork fällt sehr positiv auf, dass das Programm mit einer interaktiven Einführung kommt, die einen schnellen Einstieg ins Programm ermöglicht.

Selbst wenn man wie ich lieber einfach drauflos probiert, statt sich lange durch dicke Anleitungen zu quälen, sollte man sich die Zeit nehmen, sich über die Onlinehilfe gründlich mit den Möglichkeiten des Programms vertraut zu machen. Ansonsten läuft man Gefahr, viele der nützlichen Möglichkeiten des Programms zu übersehen. Ich gebe zu, dass ich Patchwork auf den ersten Blick ebenfalls unterschätzt hatte – denn mit der modernen und stylishen Oberfläche von Scrivener kann die Optik von Patchwork mit seinen vielen kleinen Icons im klassischen Office-Look nicht mithalten.

Doch wenn man sich erst mal etwas intensiver mit Patchwork beschäftigt, erkennt man überrascht, wie viele Möglichkeiten dieses Programm auf kompaktem Raum bietet.

Stilkontrolle, Thesaurus und Rechtschreibprüfung

An den zahlreichen Funktionen rund um Stil und Rechtschreibung erkennt man, dass Patchwork aus dem Verlagsgeschäft entstanden ist. Neben einem exzellenten Thesaurus, dessen Verhalten man an seine eigenen Vorlieben anpassen kann, hat Patchwork eine ausgezeichnete Stilkontrolle, die es durchaus mit der vielgerühmten Stilkontrolle von Papyrus Autor aufnehmen kann.

Diese beinhaltet nicht nur die Suche nach Wortwiederholungen, wie man sie vom Repetition Detector 2 kennt, sondern auch zahlreiche andere Funktionen wie die Suche nach Füllwörtern, Adjektiven, schwachen Verben, Wertungen, Konjunktiven, Amtsdeutsch, passiven Formulierungen und sogar Verstößen gegen die bekannte “Show, don’t tell”-Regel bietet. Jede dieser Prüfungen lässt sich einzeln zu- und abschalten und sogar auf drei verschiedene “Härtegrade” einstellen.

Sehr positiv ist auch, dass man nicht nur ein Benutzerwörterbuch, sondern auch ein Projektwörterbuch anlegen kann. So kann man beispielsweise erreichen, dass z.B. der Nachname “Schwartz” einer Romanfigur im laufenden Projekt als richtig akzeptiert wird, in einem anderen Buchprojekt jedoch als möglicher Fehler (meinsten Sie Schwatz, Schwarte oder Schwarz?) markiert wird.

Funktionsumfang

Den gesamten Funktionsumfang von Patchwork aufzuzählen, würde den Umfang dieses Artikels bei weitem sprengen. So verfügt Patchwork u.a. über eine nützliche Timeline-Funktion, mit der Sie jederzeit den Überblick über den zeitlichen Ablauf Ihrer Handlung behalten – ein Feature, das ich in anderen Schreibprogrammen schon oft vermisst habe und das es im Windows-Bereich meines Wissens ansonsten nur bei Papyrus Autor gibt.

Eine sehr informative Übersicht über die wichtigsten Funktionen und Möglichkeiten von Patchwork finden Sie unter:
http://www.autorenprogramm.com/m/index.php/leistungsumfang

Fazit

Wenn man Patchwork gerecht werden will, sollte man das Programm nicht mit Scrivener vergleichen – dafür sind beide Programme einfach zu unterschiedlich. Scrivener hat viele Stärken, bei denen Patchwork nicht mithalten kann; doch dafür bringt Patchwork z. B. eine hervorragende Rechtschreib-, Grammatik- und Stilkontrolle mit – etwas, das Scrivener fehlt.

Sowohl vom Aufbau als auch vom Funktionsumfang her (also z. B. in Sachen Stilkontrolle) sollte man Patchwork eher mitPapyrus Autor vergleichen – und da fällt mein Urteil ganz klar zu Gunsten von Patchwork aus. Denn schließlich kostet Patchwork bei ähnlichem Funktionsumfang mit 98 Euro nur etwas mehr als die Hälfte der stolzen 179 Euro, die man für Papyrus Autor bezahlen muss.

Auch wenn ich im Alltag bei den meisten größeren Projekten noch lieber mit Scrivener als mit Patchwork arbeite, bin ich dennoch froh, Patchwork auf meinem Rechner zu haben. Denn so kann ich anschließend das fertige Manuskript in Patchwork importieren und es dort mit der Rechtschreib- und Stilkontrolle noch einmal auf Herz und Nieren testen.

Die Kombination aus Scrivener und Patchwork deckt alles ab, was ich als Autor brauche – und das für insgesamt nicht einmal 140 Euro (98 Euro für Patchwork, ca. 38 Euro für Scrivener).

Wenn Sie Patchwork selbst einmal ausprobieren möchten, können Sie sich von der offiziellen Homepage eine voll funktionale 30-Tage-Testversion herunterladen. Vielleicht stellen ja auch Sie beim Ausprobieren fest, dass “Patchwork” perfekt auf Ihre persönliche Schreib- und Arbeitsweise zugeschnitten ist.


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