Nur noch wenige Tage: Kostenlose (englische) Schreibratgeber, Schreibkurse und Hörbücher

Heute habe ich wieder mal einen besonderen (und zeitkritischen!) Webtipp für Sie, der sich wirklich lohnt – jedenfalls, wenn Sie gerne auch mal englischsprachige Schreibratgeber lesen.

Zur Eröffnung der Seite Goodriter.com, die Schriftstellern günstige / reduzierte eBooks, Kurse u.ä. rund ums Schreiben anbieten will, haben diverse internationale Autoren und Schreibexperten sich bereiterklärt, einige ihrer ansonsten recht teuren eBooks, Hörbücher und Schreibkurse zu einem üppigen Gratis-Paket von insgesamt über 50 Titeln beizusteuern.

Wer sich bis zum 20.12.15 über http://goodriter.com/huge-giveaway für den Newsletter anmeldet, erhält im Gegenzug einen Download-Link, über den er sich die Bücher, Hörbücher etc. kostenlos herunterladen kann bzw. Gutscheine für die kostenlose Anmeldung zu den Online-Kursen erhält – ein wirklich schönes vorgezogenes Weihnachtsgeschrenk.

Während es sich sonst bei solchen Giveaway-Angeboten meist nur um eine Sammlung billiger Teaser und kurzer Mini-eBooks handelt, für die man normalerweise niemals Geld ausgeben würde, ist dieses Gratis-Paket ist wirklich beeindruckend gut: komplette Schreibratgeber von KM Weiland („Structuring Your Novel„), Monica Leonelle („Write Better, Faster„, „Nail Your Story„, „The 8 Minute Writing Habit“ etc), Joanna Penn, Roz Morris und vielen anderen, sowie 100%-Gutscheine für diverse Udemy-Kurse im Wert von einigen hundert Euro (u.a. ein sehr guter Kurs über das Planen von Romanen mit Scrivener).

Auch wenn natürlich (wie immer im Leben) nicht alles für jeden geeignet ist, dürfte dennoch jeder Schriftsteller hier etwas Interessantes finden.

Den eigentlichen Newsletter, der wohl dreimal wöchentlich (!) kommen soll, kann man ja später immer noch abbestellen – oder man abonniert den Newsletter von vorneherein nur über eine Wegwerf-Mailadresse. Wichtig ist lediglich, dass man den Link aus der Bestätigungsmail anklickt, damit man anschließend den Link zur Seite mit den Downloads und das benötigte Passwort zugemailt bekommt.

Wer sich für die Aktion interessiert, sollte allerdings schnell zugreifen, da diese bis zum 20.12.15 läuft. Auch anschließend sollte man rasch alle Geschenke herunterladen bzw. sich für die kostenlosen Kurse anmelden, da man nie weiß, wie lange die Downloadseite nach dem Ende der Aktion noch zur Verfügung steht.

Hier noch einmal der Link zum großen Giveaway: http://goodriter.com/huge-giveaway

Viel Spaß beim Stöbern und Lesen!


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Scrivener 1.9 für Windows erschienen

Diese Woche ist die neue Version 1.9 von Scrivener für Windows erschienen.

Das wichtigste Feature der neuen Version ist ein neues Dateiformat, das die Kompatibilität mit zukünftigen mobilen Versionen sicherstellen soll. Dieses neue Dateiformat ist auch kompatibel zur aktuellen Mac-Version 2.7.

Bitte beachten Sie bei einem Update auf die neue Version, dass Sie mit Scrivener 1.9 erstellte oder bearbeitete Dateien anschließend nicht mehr mit einer älteren Version von Scrivener öffnen bzw. bearbeiten können. Beim Öffnen einer Datei im alten Dateiformat wird diese automatisch ins neue Format konvertiert und zusätzlich eine Sicherheitskopie im alten Format im Projektordner abgespeichert.

Wenn Sie Scrivener auf mehreren Rechnern nutzen, sollten Sie daher unbedingt darauf achten, dass Sie das Update auf Version 1.9 direkt auf all Ihren Rechnern installieren.

Neben dem neuen Dateiformat haben die Entwickler von Literature&Latte auch kleinere Änderungen an der Benutzeroberfläche von Scrivener vorgenommen, die überwiegend den Inspektor betreffen. So sind dort nicht nur die Buttons nach oben verlagert worden, sondern auch die Arbeit mit dem Inspektor wird durch zusätzliche Menüs und Funktionen noch komfortabler als bisher.

Das neu hinzu gekommene „Inspect“-Menü ist leider noch nicht ins Deutsche übersetzt, da man offenbar vergessen hatte, mir im Vorfeld die neuen Sprachdateien zum Übersetzen zur Verfügung zu stellen. Ich werde dies allerdings mit Literature&Latte klären, damit das neue Menü ab der nächsten Version ebenfalls inklusive deutscher Übersetzung vorliegt.

Neben den Anpassungen und neuen Funktionen behebt das neue Update auch über 30 Bugs aus Version 1.8. Eine komplette Liste aller neuen Features und Bugfixes finden Sie unter http://www.literatureandlatte.com/scrivWinChangeList.php#version-1_9.

Allein schon aufgrund der wichtigen Änderungen beim Dateiformat würde ich jedem Scrivener-Benutzer empfehlen, das neue Update zeitnah zu installieren.

Das Update ist für registrierte Benutzer kostenlos und kann entweder über die Update-Funktion von Scrivener oder über http://www.literatureandlatte.com/scrivener.php?platform=win heruntergeladen werden.

Schreiben mit dem Windows-Tablet – Scrivener für die Jackentasche?

Der Gedanke, einen Schreibcomputer in der Jackentasche dabei zu haben, klingt für die meisten Schriftsteller äußerst reizvoll. Schließlich schreibt kaum noch jemand die Rohfassung seiner Manuskripte von Hand und überträgt sie erst später bei der Revision in den Computer – obwohl auch das seine Vorteile haben kann.

Der naheliegendste Gedanke ist dabei das Smartphone, das man schließlich immer und überall dabei hat. Doch in der Praxis scheitert dies meist schon am relativ kleinen Bildschirm, der für das Schreiben längerer Texte nicht gerade optimal ist.

Netbooks sind zwar verglichen mit ihren großen Brüdern, den Laptops, klein und handlich – aber trotzdem immer noch viel zu groß und schwer, um sie jederzeit mit sich herum zu schleppen.

Was bleibt, sind Tablet-Computer – und zwar bevorzugt die kleinen, handlichen 7″-Geräte, die kaum größer als eine Brieftasche sind und damit in jede Jacken-Innentasche passen.

Auch wenn die „Phablets“ (ein Mischwort aus „Phone“ und „Tablet“, das für Smartphones mit mindestens 6″ großem Display steht – also quasi ein Mini-Tablet, mit dem man auch telefonieren kann) definitiv auf dem Vormarsch sind, finde ich persönlich alles über 5″ Diagonale fürs Telefonieren zu unhandlich, so dass die Trennung zwischen Telefon und Tablet aus meiner Sicht auch weiterhin sinnvoll ist.

Auch wenn ich persönlich zum Telefonieren nie auf ein Windows-Phone wechseln würde, stellt sich in Sachen Tablet also immer noch die Frage: Android oder Windows?

Ich verwende mein Android-Tablet gerne, um unterwegs oder auch abends in der Couch Texte zu schreiben oder zu überarbeiten. Dennoch ist ein solches Android-Tablet natürlich nicht dasselbe wie ein großer Windows-PC. Apps wie Jotterpad sind zwar ein adäquater Ersatz für Zenware-Schreibprogramme wie FocusWriter oder WriteMonkey und auch Online-Tools wie Checkvist lassen sich problemlos nutzen, doch es fehlen natürlich „richtige“ Schreibprogramme wie Scrivener oder yWriter.

Und da sind wir auch schon bei dem Punkt, an dem ich anfing, mich für ein Windows-Tablet zu interessieren. Denn glücklicherweise ist Microsoft ja von dem Holzweg mit seinen nur auf Apps ausgelegten „Windows RT“-Tablets/Netbooks abgekommen, sondern setzt mittlerweile auch für Tablets auf ein vollwertiges Windows-Betriebssystem.

Somit laufen auf einem Windows-Tablet (abgesehen von der meist relativ schwachbrüstigen RAM- und Festplattenspeicher-Ausstattung) theoretisch dieselben Programme wie auf dem großen PC: Scrivener, Jutoh, WriteMonkey – wohl jeder Schriftsteller hat hier seine persönlichen Favoriten, die er gerne auch unterwegs verwenden würde.

Daher habe ich mich mal nach einem Windows-Tablet fürs mobile Schreiben umgesehen und bin letztendlich im Microsoft-Store beim „HP Stream 7“ gelandet.

Natürlich gibt es größere und leistungsstärkere Tablets bis hin zu den High-End-Geräten aus Microsofts Surface-Reihe, doch mir ging es in erster Linie um ein handliches, kleines Gerät, das ich auch in meinem Sakko oder meiner Lederjacke verstauen kann. Geräte mit 9″ oder gar 10″ sind natürlich komfortabler zu bedienen – doch dafür wird man sie aufgrund ihrer Größe nicht mehr immer und überallhin mitnehmen. Und zuhause kann ich auch zum Laptop oder Netbook greifen, der durch seine vollwertige Tastatur fürs Schreiben immer besser geeignet ist als ein Tablet.

Unter den 7″-Geräten ist das „HP Stream 7“ eine gute Wahl: mit einem Preis von gerade mal 99 Euro inklusive Mehrwertsteuer und kostenlosem Versand kostet der kleine Tablet-PC nur einen Bruchteil dessen, was man für ein Gerät aus der Surface-Reihe hinlegen müsste.

Dennoch hat HP bei der Hardware-Ausstattung nicht am falschen Ende gespart: Das IPS-Display hat mit 1280×800 Bildpunkten eine angenehm hohe Auflösung, zudem verfügt das Gerät über einen recht schnellen Quad-Core-Prozessor. Der RAM-Speicher ist zwar mit lediglich 1 GB relativ gering gehalten, doch für die Arbeit mit Schreib- oder Office-Programmen ist dies völlig ausreichend.

Einer der Hauptpunkte, die für das Stream 7 sprechen, ist der üppige interne Speicher von 32 GB (das Pendant zur internen Festplatte normaler PCs). Hier bieten andere Windows-Tablets oft nur 16 GB, die nach der Einrichtung von Windows mit allen Updates und Programmen auch schon fast voll sind. Das Stream 7 bietet hingegen mehr als genügend Platz, um auch noch alle benötigten Schreibprogramme zu installieren.

Für die eigenen Dokumente ist man dabei nicht unbedingt auf den internen Speicher angewiesen: Wenn man die rückseitige Klappe entfernt, kann man in das HP Stream 7 zusätzlich eine Micro-SD-Speicherkarte mit bis zu 32 GB einlegen, die genügend Platz für Texte und Arbeitsunterlagen bietet.

Doch damit kommen wir auch schon zu einem kleineren Knackpunkt: Dropbox. Denn Dropbox erkennt die eingelegte Speicherkarte nicht als weitere Festplatte, sondern nur als externen Speicher – und auf diesem kann man kein Dropbox-Verzeichnis anlegen.

Wer also eine etwas größere Dropbox hat, sollte lediglich ganz gezielt die Arbeitsverzeichnisse mit dem Tablet synchronisieren, die er unterwegs wirklich braucht – denn sonst schaufelt Dropbox einem sehr schnell den ansonsten mehr als ausreichenden internen Speicher zu.

Doch wie laufen die Schreibprogramme, die man vom PC gewohnt ist, auf dem kleinen Tablet?

Zunächst einmal sollte man, wenn man keine Adleraugen hat, die Darstellung der Schriftarten auf dem Stream 7 etwas vergrößern, denn durch die Kombination aus kleinem Bildschirm und hoher Auflösung ist diese in der Grundeinstellung so winzig, dass die Arbeit auf Dauer recht anstrengend für die Augen ist, wenn man die Schriftgröße nicht etwas größer einstellt.

Die Installation von Programmen wie Scrivener ist wie erwartet recht unproblematisch – schließlich ist das Stream 7 ein vollwertiger kleiner Windows-PC, nur ohne Tastatur.

Und hier wird es dann kniffelig. Denn im Gegensatz zu den Windows-Apps aus Microsofts App-Store, die für eine Bedienung per Touchscreen optimiert sind, sind klassische Windows-Programme wie Scrivener & Co. auf eine Bedienung per Maus und Tastatur ausgelegt.

Natürlich kann man eine externe Maus und eine Bluetooth-Tastatur anschließen und hat dann für kleines Geld einen Mini-Laptop, doch ich sehe den Hauptvorteil eines Tablets darin, dass man es unterwegs benutzen kann – also ohne externe Tastatur oder Maus.

Tipp: Standardtastatur aktivieren

Scrivener am Tablet

Da die normale Bildschirmtastatur von Windows 8.1 mehr auf das Schreiben von Mails und das Surfen im Internet als auf das Bedienen von Windows-Programmen ausgerichtet ist, fehlen hier nicht nur die Funktionstasten, sondern auch diverse andere Tasten wie die Windows-Taste, die Alt-Tasten und sogar die Tasten für die Umlaute. Letztere müssen standardmäßig wie unter Android durch längeres Drücken auf den normalen Vokal aus einem Popup-Menü ausgewählt werden.

Wenn man am Tablet also wirklich schreiben will, sollte man unbedingt das Standard-Tastaturlayout aktivieren, das all diese Tasten enthält. Doch leider ist dieses in Windows recht gut versteckt, so dass die meisten Anwender nicht einmal etwas von seiner Existenz wissen.

Um das Standard-Tastaturlayout zu aktivieren, geben Sie in der Windows-Suche „Standardtastaturlayout“ ein und klicken die entsprechende Option an. Schieben Sie in den Optionen unter „Bildschirmtastatur“ den unteren Regler auf „Ein“ (siehe rote Markierung auf dem Screenshot).

Anschließend können Sie bei der Bildschirmtastatur unten rechts (direkt über dem Befehl „Tastatur ausblenden“) das Standardlayout aktivieren (das Symbol ganz rechts).

Durch die zusätzlichen Tasten sind die einzelnen Tasten zwar noch etwas kleiner als bei der ’normalen‘ Bildschirmtastatur, aber gerade im Querformat lässt es sich trotzdem noch sehr gut bedienen.

Auch die gewohnten Funktionstasten der normalen PC-Tastatur lassen sich übrigens über die Taste „Fnkt“ vorübergehend einblenden. Somit hat man dann also wirklich eine vollwertige Tastatur auf dem Bildschirm.

Scrivener am Tablet

Mit der Standardtastatur-Variante lassen sich auch die Menüs der Programme wesentlich einfacher bedienen als per Touchscreen. Denn um die Menüs auf dem kleinen Tablet mit den Fingern zu bedienen, braucht man kleine, schlanke Finger mit viel Fingerspitzengefühl oder eine hohe Frustrationstoleranz. Wer etwas größere Hände hat, kommt sich beim Versuch, kleine Icons oder Menüeinträge anzuklicken, oft vor wie bei dem Versuch, mit Fausthandschuhen ein Puzzle zusammenzusetzen. ;-)

Aber wenn man erst einmal am Schreiben ist, benutzt man ohnehin mehr die Bildschirmtastatur als die Menüs.

Scrivener am TabletUnd damit kommen wir zum nächsten Knackpunkt. Die Windows-Bildschirmtastatur ist zwar (wie bei Microsoft nicht anders zu erwarten) gut durchdacht, aber nicht mit den modernen Android-Bildschirmtastaturen zu vergleichen.

Eine komfortable Wisch-Eingabe wie bei Swype, SwiftKey oder der Google-Tastatur für die schnelle und fließende Texteingabe gibt es hier nicht – man muss schon Taste für Taste drücken. Da die Microsoft-Bildschirmtastatur unter Windows 8.1 sehr eng mit dem Betriebssystem verknüpft ist, ist es auch nicht möglich, einfach eine andere Bildschirmtastatur zu installieren.

Der zweite Nachteil der Bildschirmtastatur ist natürlich, dass sie einen relativ großen Teil des Bildschirms einnimmt.

Verwendet man das Stream 7 hochkant wie ein Blatt Papier, hat man mit einem Schreibprogramm wie FocusWriter oder WriteMonkey einen ausreichend großen Arbeitsbereich. Die Tastatur ist auch im Hochkant-Modus groß genug, um sie angenehm bedienen zu können.

Kritisch hingegen wird es bei Programmen wie Scrivener, die man meist eher im Querformat-Modus wie an einem klassischen Monitor verwenden wird. Hier verdeckt die Windows-Bildschirmtastatur einen so großen Bereich des Bildschirms, dass man nur noch einen relativ geringen Bildschirmausschnitt sehen kann (siehe Screenshot oben).

Natürlich kann man die Bildschirmtastatur jederzeit ein- und wieder ausklappen, aber ein wirklich flüssiges Arbeiten ist so gerade beim Arbeiten mit der Pinwand oder Gliederung kaum möglich.

Der Haupt-Nachteil ist wie bereits erwähnt jedoch die fehlende Wisch-Eingabe. Während man unter Android mit Swype oder Swiftkey durchaus auf Tippgeschwindigkeiten von 20-30 Wörtern pro Minute kommen kann, ist man am Windows-Tablet deutlich langsamer, da man jeden Buchstaben einzeln antippen muss.

Auch Wortvorschläge, wie sie bei Android-Tastaturen gang und gäbe sind, sucht man bei der Windows-Tastatur leider vergeblich.

Fazit: Lohnt sich ein Windows-Tablet für Schriftsteller?

Die Entscheidung, was das richtige Tablet fürs mobile Schreiben ist, muss letztendlich jeder Schriftsteller für sich alleine treffen.

Ein klarer Vorteil des Windows-Tablets ist die Möglichkeit, klassische Windows-Schreibprogramme auch mobil auf dem Tablet nutzen zu können.

Allerdings ist die Bedienbarkeit schlechter als bei Android-Tablets – nicht zuletzt durch das Fehlen einer Wisch-Eingabe wie bei Swype/SwiftKey. Auch das Diktieren von Texten, das unter Android bei den meisten Bildschirmtastaturen direkt integriert ist, ist unter Windows nur recht umständlich möglich.

Ein weiterer Nachteil ist die geringe Anzahl guter Apps für Schriftsteller in Microsofts App-Store. Apps haben gegenüber Desktop-Programmen wie Scrivener den klaren Vorteil, dass sie auf kleine Bildschirme mit geringerer Bildschirmauflösung ausgelegt und für die Bedienung per Touchscreen optimiert sind. Sie setzen auf leicht bedienbare Icons und Symbolleisten statt auf fitzelige Windows-Menüs – doch hier macht sich wie gesagt der Rückstand von Windows gegenüber Android deutlich bemerkbar.

Auch die Dropbox-Anbindung auf dem Windows-Tablet ist eine zweischneidige Angelegenheit: Aufgrund des relativ geringen internen Speichers (die SD-Karte kann nicht für Dropbox genutzt werden!) wird man höchstens einzelne Arbeitsverzeichnisse gezielt zwischen PC und Tablet synchronisieren, und auch dafür muss Dropbox als Hintergrundprozess laufen.

Da Android noch nie eine vollständige Dropbox-Synchronisation hatte, sondern lediglich auf die einzelnen in der Cloud gespeicherten Dateien zugreifen kann, sind die App-Entwickler hier erfinderischer geworden: Statt alle Daten aus der Dropbox (oder einzelnen Verzeichnissen) zwischen Android und Dropbox zu synchronisieren, gibt man einzelnen Apps wie Jotterpad die Berechtigung für Schreib-/Lese-Zugriff auf die eigenen Dropbox-Verzeichnisse.

Wenn ich mich daher entscheiden müsste, entweder ein Android-Tablet oder ein Windows-Tablet zum Schreiben zu benutzen, würde die Entscheidung wohl zu Gunsten des Android-Geräts ausfallen.

Doch als zusätzliche Option „in der Westentasche“ ist das Windows-Tablet eine feine Sache. Manchmal will man eben statt mit einer App doch lieber mit Scrivener, yWriter oder einer anderen Windows-Anwendung arbeiten. Und dann ist es äußerst praktisch, schnell mal den kleinen 99-Euro-PC hochfahren zu können.


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Buchtipp: „Scrivener – Romane, Sach- und Drehbücher professionell schreiben“ von Christian Fleischhauer

Viele Schriftsteller, die nach einer guten Schreibsoftware suchen, landen früher oder später bei Scrivener. Doch auch wenn die Software selbst inzwischen auf Deutsch erhältlich ist, gibt es das mitgelieferte PDF-Handbuch ausschließlich auf Englisch. Das ist natürlich ein Handicap für diejenigen, die lediglich über ein etwas eingerostetes Schulenglisch verfügen – denn Scrivener ist zwar ein brillantes Schreibwerkzeug, aber alles andere als selbsterklärend.

Diese Lücke schließt nun das Buch „Scrivener – Romane, Sach- und Drehbücher professionell schreiben“ von Christian Fleischhauer, das kürzlich bei SmartBooks erschienen ist.

Auf guten 300 Seiten liefert Fleischhauer nicht nur einen Einstieg in Scrivener, sondern geht nach einer kurzen Einführung systematisch auf alle wichtigen Aspekte des Schreibens mit Scrivener ein – von der Projektmappe über den Editor, den Inspektor, Pinnwand und Gliederungsansicht bis hin zur Kompilierung des fertigen Manuskripts in ein eBook.

In weiteren Kapiteln geht Christian Fleischhauer anschließend auf Sonderthemen wie die Arbeit mit Mindmaps und Clustern über Scapple und andere Mindmapping-Programme, Besonderheiten bei der Formatierung von Sachbüchern und Drehbüchern sowie die Formatierung des eigenen Manuskripts mit Multimarkdown und Latex ein. Den Abschluss bildet schließlich ein Kapitel über das Anlegen eigener Projektvorlagen.

Eine weitere Stärke des Buchs ist, dass es sich gleichermaßen mit der Windows- und der Mac-Version von Scrivener beschäftigt, während andere Scrivener-Bücher oft ausschließlich auf die Mac-Version des Programms ausgelegt sind. Aufgrund der immer noch vorhandenen Unterschiede zwischen beiden Versionen ist dies zwar teils ein ziemlicher Spagat, der Herrn Fleischhauer jedoch souverän gelungen ist.

Da der Preisunterschied zwischen der broschierten Ausgabe (26,90 €) und der Kindle-Version (21,90 €) extrem „sparsam“ ausfällt, würde ich definitiv zum Kauf der broschierten Ausgabe raten – zumal ein Rezensent bei Amazon kritisiert, dass die Screenshots in der Kindle-Version eine zu geringe Auflösung haben und daher etwas unscharf wirken. Ein Problem, das man bei der broschierten Version definitiv nicht hat.

Sie finden „Scrivener – Romane, Sach- und Drehbücher professionell schreiben“ bei Amazon über diesen Link. Wer Scrivener besitzt, aber bisher mit dem Programm nie so richtig warm werden konnte, sollte bei diesem Buch definitiv zugreifen.


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Patchwork: Patente Autorensoftware aus Österreich

Heute möchte ich Ihnen ein interessantes Schreibprogramm für Roman- und Kurzgeschichtenautoren vorstellen: Patchwork – ein Programm aus der Feder des österreichischen Autors und Verlegers Martin Danesch (Orange Cursor Verlag), das mich nach anfänglicher Skepsis rundum begeistern konnte.

Für wen ist Patchwork geeignet?

Patchwork ist ganz klar auf Roman- und Kurzgeschichtenautoren zugeschnitten. Ähnlich wie bei yWriter sieht man auch bei Patchwork an der Organisation nach Szenen, Figuren, Schauplätzen und Gegenständen, dass das Programm nicht für Blogger oder Sachbuchautoren gedacht ist. Ein Konzept, das mir sehr sympathisch ist: lieber ein hochqualifizierter Spezialist als ein „Hans-Dampf-in-allen-Gassen“, der vieles halb und nichts so richtig kann. Und wenn man sich „Patchwork“ genauer ansieht, merkt man, wie viele Gedanken sich der Entwickler über die Bedürfnisse und Anforderungen von Romanautoren gemacht hat.

Einstieg und Lernkurve

Bereits beim ersten Start von Patchwork fällt sehr positiv auf, dass das Programm mit einer interaktiven Einführung kommt, die einen schnellen Einstieg ins Programm ermöglicht.

Selbst wenn man wie ich lieber einfach drauflos probiert, statt sich lange durch dicke Anleitungen zu quälen, sollte man sich die Zeit nehmen, sich über die Onlinehilfe gründlich mit den Möglichkeiten des Programms vertraut zu machen. Ansonsten läuft man Gefahr, viele der nützlichen Möglichkeiten des Programms zu übersehen. Ich gebe zu, dass ich Patchwork auf den ersten Blick ebenfalls unterschätzt hatte – denn mit der modernen und stylishen Oberfläche von Scrivener kann die Optik von Patchwork mit seinen vielen kleinen Icons im klassischen Office-Look nicht mithalten.

Doch wenn man sich erst mal etwas intensiver mit Patchwork beschäftigt, erkennt man überrascht, wie viele Möglichkeiten dieses Programm auf kompaktem Raum bietet.

Stilkontrolle, Thesaurus und Rechtschreibprüfung

An den zahlreichen Funktionen rund um Stil und Rechtschreibung erkennt man, dass Patchwork aus dem Verlagsgeschäft entstanden ist. Neben einem exzellenten Thesaurus, dessen Verhalten man an seine eigenen Vorlieben anpassen kann, hat Patchwork eine ausgezeichnete Stilkontrolle, die es durchaus mit der vielgerühmten Stilkontrolle von Papyrus Autor aufnehmen kann.

Diese beinhaltet nicht nur die Suche nach Wortwiederholungen, wie man sie vom Repetition Detector 2 kennt, sondern auch zahlreiche andere Funktionen wie die Suche nach Füllwörtern, Adjektiven, schwachen Verben, Wertungen, Konjunktiven, Amtsdeutsch, passiven Formulierungen und sogar Verstößen gegen die bekannte „Show, don’t tell“-Regel bietet. Jede dieser Prüfungen lässt sich einzeln zu- und abschalten und sogar auf drei verschiedene „Härtegrade“ einstellen.

Sehr positiv ist auch, dass man nicht nur ein Benutzerwörterbuch, sondern auch ein Projektwörterbuch anlegen kann. So kann man beispielsweise erreichen, dass z.B. der Nachname „Schwartz“ einer Romanfigur im laufenden Projekt als richtig akzeptiert wird, in einem anderen Buchprojekt jedoch als möglicher Fehler (meinsten Sie Schwatz, Schwarte oder Schwarz?) markiert wird.

Funktionsumfang

Den gesamten Funktionsumfang von Patchwork aufzuzählen, würde den Umfang dieses Artikels bei weitem sprengen. So verfügt Patchwork u.a. über eine nützliche Timeline-Funktion, mit der Sie jederzeit den Überblick über den zeitlichen Ablauf Ihrer Handlung behalten – ein Feature, das ich in anderen Schreibprogrammen schon oft vermisst habe und das es im Windows-Bereich meines Wissens ansonsten nur bei Papyrus Autor gibt.

Eine sehr informative Übersicht über die wichtigsten Funktionen und Möglichkeiten von Patchwork finden Sie unter:
http://www.autorenprogramm.com/m/index.php/leistungsumfang

Fazit

Wenn man Patchwork gerecht werden will, sollte man das Programm nicht mit Scrivener vergleichen – dafür sind beide Programme einfach zu unterschiedlich. Scrivener hat viele Stärken, bei denen Patchwork nicht mithalten kann; doch dafür bringt Patchwork z. B. eine hervorragende Rechtschreib-, Grammatik- und Stilkontrolle mit – etwas, das Scrivener fehlt.

Sowohl vom Aufbau als auch vom Funktionsumfang her (also z. B. in Sachen Stilkontrolle) sollte man Patchwork eher mitPapyrus Autor vergleichen – und da fällt mein Urteil ganz klar zu Gunsten von Patchwork aus. Denn schließlich kostet Patchwork bei ähnlichem Funktionsumfang mit 98 Euro nur etwas mehr als die Hälfte der stolzen 179 Euro, die man für Papyrus Autor bezahlen muss.

Auch wenn ich im Alltag bei den meisten größeren Projekten noch lieber mit Scrivener als mit Patchwork arbeite, bin ich dennoch froh, Patchwork auf meinem Rechner zu haben. Denn so kann ich anschließend das fertige Manuskript in Patchwork importieren und es dort mit der Rechtschreib- und Stilkontrolle noch einmal auf Herz und Nieren testen.

Die Kombination aus Scrivener und Patchwork deckt alles ab, was ich als Autor brauche – und das für insgesamt nicht einmal 140 Euro (98 Euro für Patchwork, ca. 38 Euro für Scrivener).

Wenn Sie Patchwork selbst einmal ausprobieren möchten, können Sie sich von der offiziellen Homepage eine voll funktionale 30-Tage-Testversion herunterladen. Vielleicht stellen ja auch Sie beim Ausprobieren fest, dass „Patchwork“ perfekt auf Ihre persönliche Schreib- und Arbeitsweise zugeschnitten ist.


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Scapple von Literature&Latte auf Deutsch

Wer ebenso wie ich gerne das praktische Kreativitäts- und Planungstool Scapple von Literature & Latte (den Erfindern von Scrivener) verwendet, hat die Möglichkeit, bereits jetzt die von mir übersetzte deutsche Benutzeroberfläche für die Windows-Version zu nutzen.

Diese wird zwar offiziell erst beim nächsten Update eingeführt, aber über einen kleinen Umweg lässt sie sich auch jetzt schon mit der aktuellen Version 1.0 nutzen. Laden Sie dafür die Datei scapple_scifi.qm über den folgenden Link herunter: https://dl.dropboxusercontent.com/u/3718988/Scapple/scapple_scifi.qm

Kopieren Sie die Datei in den Unterordner „translations“ Ihres Scapple-Programmverzeichnisses. Die bereits vorhandene Scifi-Datei können Sie entweder vorher sichern/umbenennen oder einfach überschreiben.

Starten Sie anschließend Scapple und stellen Sie die Sprache in den Optionen auf „Science Fiction“ um. Und Voilá, schon haben Sie jetzt schon eine deutsche Benutzeroberfläche für Scapple.

Screenshot Scapple deutschDer kleine Umweg über die Science-Fiction-Sprache ist notwendig, da in der Version 1.0 von Scapple neben Englisch nur diese Sprache anwählbar ist. Aber der Zweck heiligt bekanntlich die Mittel… ;-)


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yWriter – kostenlose Konkurrenz für Scrivener?

yWriter, ein Schreibprogramm aus der Feder des australischen Science-Fiction-Autors Simon Haynes („Hal Spacejock“), stellt das meines Wissens einzige kostenlos erhältliche komplette Schreibsystem für Schriftsteller dar. Sein Funktionsumfang geht weit über den eines normalen Textverarbeitungssystems hinaus und unterstützt die komplette Entwicklung eines Romans von der Planung über das Schreiben und die Revision bis hin zum Export für eine spätere Veröffentlichung.

Als „Komplettsystem“ tritt es in direkte Konkurrenz zu kommerziellen Programmen wie Scrivener, Patchwork, Papyrus oder WritersCafe 2. Und eins muss man sagen: yWriter schlägt sich im Vergleich zur Konkurrenz äußerst wacker.

Eine kurze Vorbemerkung: yWriter enthält nicht nur eine, sondern gleich zwei deutschsprachige Übersetzungen. Leider ist die eine so unvollständig wie die andere, so dass auch bei einer auf „Deutsch“ umgestellten Benutzeroberfläche dennoch recht gelegentlich Befehle und ganze Menüpunkte auf Englisch erscheinen. Da ich in dieser Beziehung eine „Ganz-oder-gar-nicht-Mentalität“ habe, lasse ich yWriter lieber auf Englisch eingestellt und verwende daher auch in diesem Artikel die englischen statt der deutschen Befehle/Menüeinträge.

Die Hauptvorteile von yWriter gegenüber einer „normalen“ Textverarbeitung wie Microsoft Word oder OpenOffice Writer liegen in der mehrstufigen Organisation größerer Texte und im Verwalten von Notizen.

Auch wenn yWriter nicht wie Scrivener beliebig viele Gliederungsebenen zulässt, kann man seinen Text dennoch zunächst in Kapitel und innerhalb der Kapitel in Szenen unterteilen.

Dass man nicht mehr als zwei Ebenen (Kapitel/Szene) in die Tiefe gehen kann, mag einem anfangs noch als Handicap erscheinen. Schließlich kann man z.B. in Scrivener jedes Projekt so tief auseinanderbröseln, wie man das möchte. Auf der anderen Seite zwingt einen yWriter dadurch dazu, das eigene Schreibprojekt klarer zu durchdenken. Kapitel und Szenen – braucht man in der Praxis wirklich darüber hinaus noch andere Unterteilungen?

Sowohl für Kapitel als auch für Szenen kann man in yWriter bereits in der Planungsphase ausführliche Notizen hinterlegen, die man sich auch während des Schreibens als nützliche Gedankenstütze anzeigen lassen kann.

Der Bildschirm von yWriter ist dazu in vier Sektoren aufgeteilt, deren Größe sich mit der Maus beliebig an die Bildschirmgröße und die eigenen Vorlieben anpassen lässt.

Screenshot yWriter 6Links oben befindet sich die Übersicht der bereits angelegten Kapitel. Neue Kapitel können jederzeit über die rechte Maustaste und „Create New Chapter“ angelegt werden. In dem nun aufpoppenden Fenster kann man dem Kapitel einen Namen verpassen und in der Beschreibung hinterlegen, worum es in dem Kapitel gehen soll. Nachdem man das Kapitel mit OK gespeichert hat, steht es zunächst am Ende der Kapitelliste, kann aber ggf. einfach per Drag&Drop an eine andere Stelle innerhalb der Handlung verschoben werden.

Durch Anklicken eines Kapitels in der Kapitelübersicht (einzelner Mausklick), wird im zweiten Sektor (links unten) die Beschreibung (also der Inhalt) des Kapitels angezeigt und im dritten Sektor (rechts oben) erscheint eine Liste aller Szenen innerhalb dieses Kapitels.

Auch hier ist das Handling ähnlich: Über die rechte Maustaste und „Add Scene“ können neue Szenen angelegt werden, deren Beschreibung später jederzeit im vierten Sektor (rechts unten) nicht nur einsehbar, sondern auch änderbar ist.

Praktisch ist in diesem Zusammenhang, dass man pro Szene nicht nur eine Beschreibung hinterlegen kann, sondern auch davon unabhängige Notizen.

Damit sind die Möglichkeiten von yWriter aber noch nicht einmal annähernd aufgelistet: Wie es sich für ein auf das Schreiben von Romanen spezialisiertes Schreibprogramm gehört, können Sie auch eine Liste aller Figuren, Handlungsorte und wichtigen Objekte Ihres Romans anlegen und diese den einzelnen Szenen zuordnen.

Für jede Szene können Sie auch einen Perspektivcharakter (Viewpoint) festlegen, aus dessen Perspektive die jeweilige Szene erzählt werden soll. So können Sie später jederzeit prüfen, wieviel Szenen eine bestimmte Figur hat und wie sich die Gesamtlänge Ihres Romans auf die einzelnen Perspektivcharaktere verteilt.

Auf diese Weise können Sie frühzeitig erkennen und vermeiden, dass am Ende Ihres Romans einer Ihrer Lieblings-Nebencharaktere mehr Szenen und einen größeren Anteil an der Handlung als Ihr eigentlicher Protagonist hat.

Pro Szene können Sie unter „Details“ auch angeben, wie weit Sie bereits mit dieser Szene sind, indem Sie ihr einen Status von „Outline“ (also Gliederung/Planung) über „Draft“ (Rohfassung), „1st Edit“ (Erste Revision) und „2nd Edit“ (Zweite Revision) bis hin zu „Done“ (fertig) verpassen. So sehen Sie jederzeit, wo noch Handlungsbedarf ist und wie viel Arbeit noch vor Ihnen liegt.

Sehr nützlich ist auch der automatische Wordcount von yWriter. Während des Schreibens sehen Sie jederzeit die Länge Ihres kompletten Manuskripts sowie die Info, wie viele Wörter Sie heute geschrieben haben.

Das fertige Manuskript können Sie schließlich über die Export-Funktion in diversen Formaten (HTML zur Weiterverarbeitung in Sigil, RTF oder auch als eBook) zur weiteren Bearbeitung und Veröffentlichung exportieren.

Fazit: yWriter6 ist das wohl beste und vielseitigste kostenlose Schreibprogramm für Romanautoren. Auch wenn es im direkten Vergleich mit Scrivener nicht ganz mithalten kann, sollte man nicht vergessen, dass yWriter kostenlos angeboten wird, während Scrivener 40 Dollar kostet – und dass man yWriter im Gegensatz zu Scrivener sogar auf einem USB-Stick installieren und unterwegs benutzen kann. Falls Sie yWriter noch nicht kennen, kann ich Ihnen nur empfehlen, es mal auszuprobieren.

Sie finden yWriter6 auf der offiziellen Seite von Simon Haynes unter http://www.spacejock.com/yWriter6.html


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Deutsche Anführungszeichen in Scrivener für Windows

Viele Benutzer der Windows-Version von Scrivener haben das Problem, dass sie gerne deutsche Anführungszeichen in Scrivener verwenden wollen, während Scrivener standardmäßig leider nur normale typographische Anführungszeichen unterstützt.

Doch mit einem kleinen Trick kann man Scrivener auch „deutsche Anführungszeichen“ beibringen:

1) In den Optionen das Häkchen bei „Verwende typographische Anführungszeichen“ setzen, mit OK bestätigen.

2) Einen Text in Scrivener schreiben, der die typographischen Anführungszeichen von Scrivener enthält, z.B. “Test”

3) Diesen Text mitsamt der typographischen Anführungszeichen in ein separates Textdokument (z.B. in OpenOffice) kopieren.

4) In demselben Textdokument einen kurzen Text mit „deutschen Anführungszeichen“ schreiben. Wichtig ist, dass Sie anschließend beide Varianten der Anführungszeichen (die von Scrivener und die deutschen „Gänsefüßchen“) einfach in die Zwischenablage kopieren können, um in Scrivener entsprechende automatische Ersetzungen einzurichten.

5) Wieder bei Scrivener in die Optionen gehen, Häkchen bei „Zusätzliche Ersetzungen aktivieren“ setzen, mit „Anwenden“ aktivieren.

6) Dann in den Optionen von Scrivener auf „Ersetzungen verwalten“ klicken:

7) Über den „+“-Button zwei neue Ersetzungen definieren (jeweils das Anführungszeichen von Scrivener durch das deutsche Anführungszeichen ersetzen). Die Anführungszeichen (sowohl die von Scrivener als auch die deutschen „Gänsefüßchen“) kopieren Sie aus dem unter Punkt 3/4 angelegten Textdokument in die entsprechenden Felder.

8) Die neuen Ersetzungen mit „OK“ bestätigen – und schon beherrscht Scrivener auch deutsche Anführungszeichen.

Dieselbe Methode funktioniert natürlich auch für andere Formen von Anführungszeichen wie die ebenfalls sehr beliebten »französischen Anführungszeichen« (Guillemets). In diesem Fall definieren Sie stattdessen einfach Ersetzungen für » und « statt für die deutschen „Gänsefüßchen“.

Sie können auch beide Varianten in Scrivener hinterlegen und in den Optionen durch das Setzen (oder Herausnehmen) der Häkchen bei der jeweiligen Variante bestimmen, welche Art von Anführungszeichen Sie zur Zeit verwenden wollen. Das ist zwar etwas komplizierter als in anderen Schreibprogrammen, aber es geht.