Patchwork: Patente Autorensoftware aus Österreich

Heute möchte ich Ihnen ein interessantes Schreibprogramm für Roman- und Kurzgeschichtenautoren vorstellen: Patchwork – ein Programm aus der Feder des österreichischen Autors und Verlegers Martin Danesch (Orange Cursor Verlag), das mich nach anfänglicher Skepsis rundum begeistern konnte.

Für wen ist Patchwork geeignet?

Patchwork ist ganz klar auf Roman- und Kurzgeschichtenautoren zugeschnitten. Ähnlich wie bei yWriter sieht man auch bei Patchwork an der Organisation nach Szenen, Figuren, Schauplätzen und Gegenständen, dass das Programm nicht für Blogger oder Sachbuchautoren gedacht ist. Ein Konzept, das mir sehr sympathisch ist: lieber ein hochqualifizierter Spezialist als ein „Hans-Dampf-in-allen-Gassen“, der vieles halb und nichts so richtig kann. Und wenn man sich „Patchwork“ genauer ansieht, merkt man, wie viele Gedanken sich der Entwickler über die Bedürfnisse und Anforderungen von Romanautoren gemacht hat.

Einstieg und Lernkurve

Bereits beim ersten Start von Patchwork fällt sehr positiv auf, dass das Programm mit einer interaktiven Einführung kommt, die einen schnellen Einstieg ins Programm ermöglicht.

Selbst wenn man wie ich lieber einfach drauflos probiert, statt sich lange durch dicke Anleitungen zu quälen, sollte man sich die Zeit nehmen, sich über die Onlinehilfe gründlich mit den Möglichkeiten des Programms vertraut zu machen. Ansonsten läuft man Gefahr, viele der nützlichen Möglichkeiten des Programms zu übersehen. Ich gebe zu, dass ich Patchwork auf den ersten Blick ebenfalls unterschätzt hatte – denn mit der modernen und stylishen Oberfläche von Scrivener kann die Optik von Patchwork mit seinen vielen kleinen Icons im klassischen Office-Look nicht mithalten.

Doch wenn man sich erst mal etwas intensiver mit Patchwork beschäftigt, erkennt man überrascht, wie viele Möglichkeiten dieses Programm auf kompaktem Raum bietet.

Stilkontrolle, Thesaurus und Rechtschreibprüfung

An den zahlreichen Funktionen rund um Stil und Rechtschreibung erkennt man, dass Patchwork aus dem Verlagsgeschäft entstanden ist. Neben einem exzellenten Thesaurus, dessen Verhalten man an seine eigenen Vorlieben anpassen kann, hat Patchwork eine ausgezeichnete Stilkontrolle, die es durchaus mit der vielgerühmten Stilkontrolle von Papyrus Autor aufnehmen kann.

Diese beinhaltet nicht nur die Suche nach Wortwiederholungen, wie man sie vom Repetition Detector 2 kennt, sondern auch zahlreiche andere Funktionen wie die Suche nach Füllwörtern, Adjektiven, schwachen Verben, Wertungen, Konjunktiven, Amtsdeutsch, passiven Formulierungen und sogar Verstößen gegen die bekannte „Show, don’t tell“-Regel bietet. Jede dieser Prüfungen lässt sich einzeln zu- und abschalten und sogar auf drei verschiedene „Härtegrade“ einstellen.

Sehr positiv ist auch, dass man nicht nur ein Benutzerwörterbuch, sondern auch ein Projektwörterbuch anlegen kann. So kann man beispielsweise erreichen, dass z.B. der Nachname „Schwartz“ einer Romanfigur im laufenden Projekt als richtig akzeptiert wird, in einem anderen Buchprojekt jedoch als möglicher Fehler (meinsten Sie Schwatz, Schwarte oder Schwarz?) markiert wird.

Funktionsumfang

Den gesamten Funktionsumfang von Patchwork aufzuzählen, würde den Umfang dieses Artikels bei weitem sprengen. So verfügt Patchwork u.a. über eine nützliche Timeline-Funktion, mit der Sie jederzeit den Überblick über den zeitlichen Ablauf Ihrer Handlung behalten – ein Feature, das ich in anderen Schreibprogrammen schon oft vermisst habe und das es im Windows-Bereich meines Wissens ansonsten nur bei Papyrus Autor gibt.

Eine sehr informative Übersicht über die wichtigsten Funktionen und Möglichkeiten von Patchwork finden Sie unter: Autorenprogramm – Vorteile

Fazit

Wenn man Patchwork gerecht werden will, sollte man das Programm nicht mit Scrivener vergleichen – dafür sind beide Programme einfach zu unterschiedlich. Scrivener hat viele Stärken, bei denen Patchwork nicht mithalten kann; doch dafür bringt Patchwork z. B. eine hervorragende Rechtschreib-, Grammatik- und Stilkontrolle mit – etwas, das Scrivener fehlt.

Sowohl vom Aufbau als auch vom Funktionsumfang her (also z. B. in Sachen Stilkontrolle) sollte man Patchwork eher mitPapyrus Autor vergleichen – und da fällt mein Urteil ganz klar zu Gunsten von Patchwork aus. Denn schließlich kostet Patchwork bei größerem Funktionsumfang mit 134 Euro deutlich weniger als Papyrus Autor, wobei man sogar noch einmal 35 Euro sparen kann, wenn man auf den optionalen Duden-Korrektor verzichten kann. Auch in der Patchwork-Basisversion ohne Duden-Korrektor sind immer noch Rechtschreib-, Grammatik- und Stilprüfung enthalten.

Wenngleich ich im Alltag bei den meisten größeren Projekten noch lieber mit Scrivener als mit Patchwork arbeite, bin ich dennoch froh, Patchwork auf meinem Rechner zu haben. Denn so kann ich anschließend das fertige Manuskript in Patchwork importieren und es dort mit der Rechtschreib- und Stilkontrolle noch einmal auf Herz und Nieren testen. Die Kombination aus Scrivener und Patchwork deckt alles ab, was ich als Autor brauche.

Wenn Sie Patchwork selbst einmal ausprobieren möchten, können Sie sich von der offiziellen Homepage eine voll funktionale 30-Tage-Testversion herunterladen. Vielleicht stellen ja auch Sie beim Ausprobieren fest, dass „Patchwork“ perfekt auf Ihre persönliche Schreib- und Arbeitsweise zugeschnitten ist.


Software-Schnäppchen: Jutoh mit über 90% Rabatt

Wenn man eBooks im Kindle- oder ePub-Format selbst erstellen möchte, stehen einem verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Eine der komfortabelsten Optionen ist die eBook-Erstellungs-Software Jutoh von Anthemion Software (den Entwicklern des bekannten Schreibprogramms WritersCafe), die sowohl für Windows als auch für Mac OS X und Linux erhältlich ist.

Jutoh oder Sigil?

Im Gegensatz zum ebenfalls für alle drei Betriebssystem erhältlichen Freeware-Konkurrenten Sigil ist Jutoh einsteiger- und anwenderfreundlicher gestaltet. Um mit Jutoh eBooks zu erzeugen, müssen Sie sich nicht mit HTML- und CSS-Codierung herumschlagen, sondern können Ihre eBooks in einem an eine Textverarbeitung erinnernden Editor schreiben und formatieren.

Jutoh stellt dabei etliche Vorlagen für Absätze, Überschriften etc zur Verfügung und erlaubt es, ohne Programmierkenntnisse Tabellen, Fotos und andere Illustrationen ins eBook einzubinden.

Das fertige Buch kann schließlich im ePub- oder Kindle-Format (= Mobipocket) exportiert werden – alternativ auch im offenen OpenText-Format. Die mit Jutoh generierten Kindle-Bücher sind kompatibler zu Amazons diversen Kindle-Modellen als eBooks, die beispielsweise über Calibre aus dem ePub-Format konvertiert wurden, da Jutoh für die Umwandlung die jeweils aktuelle Version des offiziellen Kindlegen-Converters verwendet.

Im direkten Vergleich mit Sigil hat Jutoh sowohl Vor- als auch Nachteile: Sigil kann mit einer deutschen Benutzeroberfläche und fast unbeschränkten Formatierungsmöglichkeiten punkten – wobei diese allerdings Anwendern mit guten HTML- und CSS-Kenntnissen vorbehalten bleiben.

Jutoh hat lediglich eine englische Benutzeroberfläche und bietet Profis nicht ganz so viele Möglichkeiten, dafür ist jedoch die Lernkurve nicht so steil wie bei Sigil. Abgesehen davon kann Jutoh wie bereits erwähnt auch Kindle-eBooks generieren, während Sigil auf ePub-Dateien beschränkt ist.

Ein Vorteil von Sigil ist jedoch, dass man damit auch bestehende ePub-eBooks öffnen und bearbeiten kann. Jutoh setzt auf ein eigenes, proprietäres Dateiformat, so dass es sich in erster Linie für neue Projekte eignet. Es ist zwar möglich, bestehende ePub-Dateien zu importieren, aber man kann nicht so einfach wie bei Sigil ein bereits bestehendes ePub-Buch öffnen, ein paar kleinere Änderungen vornehmen und es wieder in der geänderten Form speichern.

Ein ausführliches, 248seitiges Anleitungsbuch über die Erstellung von eBooks mit Jutoh (in Englisch, ebenso wie die Programmoberfläche) kann man sich übrigens kostenlos unter http://www.jutoh.com/book.htm herunterladen.

Jutoh mit über 90% Preisvorteil

Jutoh kostet in der Standardversion 35,70 € inkl. 19% Mehrwertsteuer.

Es gibt allerdings eine Möglichkeit, eine offizielle Vollversion von Jutoh für gerade mal 2,10 € zu erhalten: Um die Bekanntheit und Verbreitung von Jutoh zu erhöhen, hatte Anthemion Software bereits Ende 2011 auf der damaligen Chip-Themen-DVD zum Thema eBooks eine uneingeschränkte Vollversion von Jutoh veröffentlicht.

Auch wenn das Magazin und die zugehörige DVD natürlich schon lange vergriffen sind, kann man die DVD immer noch über den Chip-Kiosk als reinen Download für günstige 2,10 € bestellen: http://www.chip-kiosk.de/themen-dvd-1111

Der Download ist mit 6,1 GB zwar ziemlich groß, aber es lohnt sich. Die fertig heruntergeladene ISO-Datei braucht man nicht zu brennen, sondern entpackt sie einfach mit einem Programm wie WinRAR in ein beliebiges Verzeichnis auf der Festplatte. Aus dem entpackten Verzeichnis öffnet man die Datei Starter.html und findet über die Navigation zu „Software“ direkt als erstes den Benutzernamen und die Seriennummer für die Vollversion von Jutoh. Diese notieren Sie sich.

Installieren Sie jetzt nicht die auf der DVD mitgelieferte alte Version von Jutoh, sondern laden Sie stattdessen die aktuellste Version 2.47 unter http://www.jutoh.com/download.htm herunter. Dank der vorbildlichen Upgrade-Politik von Anthemion gelten die Lizenzschlüssel der damaligen Version nämlich auch noch für das stark verbesserte und erweiterte Jutoh 2.

Wer also eine einigermaßen schnelle DSL-Verbindung hat und nicht vor dem Download einer 6-Gigabyte-Datei zurückschreckt, hat also die Möglichkeit, sich die brandaktuelle Version von Jutoh mit einem Preisvorteil von über 90% zu sichern.

Für alle eBook-Autoren, die dieses nützliche Programm noch nicht haben, ist dies ein äußerst interessanter Deal, den man sich nicht entgehen lassen sollte.

Hinweis: Wer überlegt, sich die erweiterte „Jutoh Plus“-Version (mit Scripting und HTML-Vorlagen) für 71,40 € inkl. MwSt zuzulegen, hat von diesem Deal nichts. Der Lizenzkey aus der Chip-DVD ist ausschließlich für die Standard-Version verwendbar und berechtigt nicht zu einem vergünstigten Upgrade auf die teurere Version.


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Microsoft OneNote – kostenloses Tool für Schriftsteller

Seit dem 18.03.14 stellt Microsoft sein Notizenverwaltungsprogramm OneNote, das bisher ausschließlich im Rahmen eines kompletten Office-Pakets oder einzeln für stolze 69 Euro vertrieben wurde, der Allgemeinheit kostenlos zur Verfügung – und zwar nicht irgendeine überalterte oder stark abgespeckte Version, sondern die aktuelle Version aus Office 2013.

Der Grund für Microsofts Initiative ist recht offensichtlich: Hier geht es in erster Linie um Marktanteile und darum, den Bekanntheitsgrad von OneNote zu erhöhen. Dieser Schlag zielt in Richtung des großen Konkurrenten EverNote, der sich mit seiner kostenlosen Notizverwaltungssoftware seit Jahren großer Bekanntheit und Beliebtheit erfreut. Dabei nehmen die Entwickler von Evernote ihr Geld nicht durch den Verkauf der Software ein, sondern durch den Verkauf eines günstigen Abos mit mehr Speicherplatz und zusätzlichen Funktionen.

Dieser Schritt ist mehr als Grund genug, sich Microsoft OneNote einmal genauer anzuschauen. Ist OneNote für Schriftsteller geeignet? Was genau kann man als Autor damit anfangen? Ist es besser als EverNote? Schlechter? Oder einfach nur anders?

OneNote für alle Betriebssysteme

OneNote ist seit dem März-Update als kostenloses Programm für so ziemlich alle bekannten stationären und mobilen Betriebssysteme erhältlich: Es gibt Versionen für WindowsMac OS-XAndroid, iOS (sogar als separate Versionen für iPadund iPhone), natürlich auch für Microsofts hauseigenes Smartphone-Betriebssystem Windows Phone und last not least eine webbasierte Version, die man einfach über den Browser aufrufen und benutzen kann.

Dabei gelten allerdings ein paar kleine Einschränkungen, denn um OneNote kostenlos nutzen zu können, sollte man schon ein aktuelles Betriebssystem auf seinem Rechner, Tablet oder Smartphone haben. So läuft die neue Mac-Version erst ab MacOS-X 10.6.6, die Versionen für iPad und iPhone erst ab iOS 7.0 und auch für die Windows-Version muss der eigene Rechner unter Windows 8 oder zumindest unter Windows 7 laufen.

PC-Besitzer mit Vista oder gar noch mit Windows XP bleiben außen vor. Das ist allerdings nicht unbedingt ein reiner Schachzug von Microsoft, um PC-Besitzer zum Upgrade auf ein aktuelleres Betriebssystem zu drängen. Da das neue, kostenlose OneNote auf der aktuellen Version OneNote 2013 basiert, ist es nicht überraschend, dass es ebenso wie das komplette 2013er Office-Paket nur noch unter Windows 7 und Windows 8 läuft.

Wer noch ein älteres Betriebssystem auf seinem Rechner hat, kann lediglich auf die browserbasierte Version ausweichen, die zwar auch unter XP oder Vista problemlos läuft, aber dafür im Vergleich zu den Desktop-Versionen nur über eingeschränkte Möglichkeiten verfügt.

Ältere Versionen von OneNote, die noch mit XP oder Vista kompatibel waren, werden übrigens nicht kostenlos angeboten. Diese müssen weiterhin ganz normal gekauft werden – genau wie auch OneNote 2013 überraschenderweise weiterhin auch als einzelnes Programm für 69 Euro bestellt werden kann.

Datensicherung und Synchronisierung

Das Speichern und Synchronisieren der Daten ist bei OneNote sehr einfach und unkompliziert gelöst. Das neue OneNote wurde von Microsoft als Online-Tool konzipiert und speichert standardmäßig alle Daten in der Cloud – genauer gesagt im SkyDrive, das man bei Microsoft kostenlos im Rahmen eines Microsoft-Accounts erhält.

Zum Microsoft-Konto gehört neben SkyDrive und der kostenlosen Webversion von OneNote natürlich noch mehr: ebenso wie man bei Google mit seinem Konto Zugriff auf Googlemail, den Google Kalender und Google Text&Tabellen hat, hat man bei Microsoft Zugriff auf Outlook, den Kalender, Word, Excel, Powerpoint und natürlich jetzt auch auf OneNote. All diese Programme speichern ihre Daten online im SkyDrive des Anwenders ab.

Obwohl man mit dem normalen SkyDrive bereits 7 GB Onlinespeicher hat, was für Texte, Tabellen und OneNote-Notizbücher mehr als ausreichend sein sollte, kann man bei Microsoft nun auch auf das neue OneDrive aufstocken, einen Dropbox-ähnlichen Synchronisierungsdienst. Hier erhält man schon für die Einrichtung weitere 3 GB Speicher, bis zu 5 weitere GB sind für Empfehlungen an Freunde und Bekannte drin.

Da OneNote alle Daten online speichert, ist eine Registrierung (bzw. eine Anmeldung be einem bereits vorhandenen Microsoft-Konto) natürlich erforderlich. Das war für viele User bei der Android-Version bereits Grund genug, das Programm direkt negativ zu bewerten – aber warum? Auch beim großen Konkurrenten EverNote muss man sich registrieren und sich einen Online-Cloudspeicher anlegen, ohne den auch hier nichts läuft. Ebenso wie bei Dropbox, Copy und allen anderen Online-Diensten.

Wer also generell Bedenken dagegen hat, sich irgendwo registrieren zu müssen und seine Daten online in der Cloud zu speichern, muss auf OneNote ebenso wie auf EverNote verzichten.

Die Online-Speicherung der Daten hat für den User in der Praxis große Vorteile: Man braucht bei OneNote seine Notizbücher niemals explizit zu speichern. OneNote speichert sämtliche Änderungen automatisch, so dass die online gespeicherten Daten stets auf dem aktuellen Stand sind und selbst durch einen Programm- oder Rechnerabsturz keine Daten verloren gehen können.

Die Windows-Version speichert übrigens alle Notizbücher parallel auch lokal, so dass man auch hier stets eine Offline-Sicherheitskopie hat. Nicht, dass man diese brauchen würde. Die Online-Speicherung ist in Sachen „Prävention von Datenverlust“ mindestens ebenso sicher wie jede Datensicherung, die man sich auf dem eigenen Rechner einrichten kann.

Organisation mit OneNote

Ähnlich wie EverNote speichert auch OneNote seine Notizen in Notizbüchern ab – doch damit enden die Ähnlichkeiten auch schon fast. Denn während die Notizbücher von EverNote die Notizen innerhalb eines Notizbuchs mehr chronologisch ordnen und lediglich über Schlagwörter und eine ausgefeilte Such- und Filterfunktion zugänglich machen, sind die Notizbücher in OneNote mehr wie „echte“ Notizbücher oder Akten aufgebaut.

Screenshot OneNote

Bei OneNote handelt es sich um einen echten Freiform-Organizer, in dem man so ziemlich alles ablegen kann, was einem einfällt: Texte, Bilder, Links, Audio- und Video-Aufzeichnungen und sogar freihändige Skizzen.

Dabei ist OneNote nicht wie EverNote nur eine Sammlung „loser Notizzettel“ in einzelnen Notizbüchern, sondern eine hierarchisch sauber strukturierte Datensammlung. Das macht OneNote, wie wir nachher noch sehen werden, zu einem idealen Werkzeug für Schriftsteller.

Die oberste Ebene in OneNote sind die einzelnen Notizbücher, vergleichbar mit Dateien in Word, Excel oder ähnlichen Programmen. Innerhalb eines Notizbuchs kann man beliebig viele Abschnitte definieren. Diese Abschnitte lassen sich mit Aktenreitern oder Trennblättern in einem Hängeregister oder Aktenordner vergleichen – oder mit den farbigen PostIt-Fähnchen, die man in einem normalen Notizbuch an den Seitenrändern platzieren kann, um bestimmte Stellen schneller wieder zu finden.

Innerhalb eines solchen Abschnitts kann man wiederum beliebig viele Seiten anlegen. Diese bestehen ähnlich wie bei EverNote aus einer Überschriftszeile, die zugleich den Titel des Blatts in der Übersicht ergibt, und dem eigentlichen Text.

Seiten lassen sich dabei beliebig per Drag&Drop verschieben und sogar hierarchisch anordnen. Man kann also zu einer Seite noch beliebig viele Unterseiten anlegen und diese, wenn die Hauptseite „zugeklappt“ ist, gemeinsam innerhalb von OneNote beliebig verschieben.

Auch bei den Abschnitten gibt es eine ähnliche Funktion – die Abschnittsgruppen. Hiermit legt man quasi ein Notizbuch innerhalb eines Notizbuchs an, das wiederum eigene Abschnitte und sogar Abschnittsgruppen haben kann. Sozusagen eine Mischung aus den ineinander stapelbaren russischen Holzpüppchen und der mehrstufigen Datenstruktur eines guten Outliners.

Egal, wie man seine Daten und Notizen in OneNote organisieren möchte: hier wird man kaum an die Grenzen des Möglichen stoßen.

OneNote – besser als EverNote?

An dieser Stelle werden sich viele Leser die Frage stellen, was denn nun besser ist: EverNote oder OneNote. Glücklicherweise ist dies keine Entweder-Oder-Entscheidung, sondern beide Programme haben ihre individuellen Stärken und können wunderbar in enger Symbiose nebeneinander existieren.

Was mir bei OneNote persönlich wesentlich besser als bei EverNote gefällt, ist die hierarchische und damit sehr buchähnliche Organisation der Daten. Gerade für die Planung von Romanen, Sachbüchern oder auch Blogposts finde ich es wesentlich übersichtlicher und leichter bedienbar als EverNote.

Schön ist auch die Konzeption als Freiform-Editor: Man kann überall auf jeder Seite hinklicken, dort etwas hinschreiben, ein Bild oder einen Link einfügen oder von Hand bzw. mit der Maus etwas zeichnen. Alle Notizen lassen sich jederzeit anklicken und per Drag&Drop an eine andere Stelle ziehen. Das ist wunderbar flexibel und lässt einem größtmögliche kreative Freiheiten.

Dafür hat EverNote im Vergleich zu OneNote in Sachen Schlagwörter/Tags ganz klar die Nase vorne. Hier ist OneNote eher rudimentär ausgestattet, während das Verschlagworten von Einträgen in Evernote extrem komfortabel und leistungsfähig ist.

Auch die Such- und Filterfunktion ist in EverNote noch einfacher und komfortabler als in OneNote gelöst: Schon während man im Such-/Filterfenster tippt, schränkt man die verbleibenden Notizen interaktiv immer weiter ein. Auch hier also ein Punkt für EverNote.

Doch glücklicherweise muss man sich als Autor ja nicht für eines von beiden Programmen entscheiden, sondern kann beide durchaus parallel zueinander verwenden. EverNote ist nach wie vor mein Favorit, wenn es darum geht, bei der Recherche schnelle Notizen und Webclips aus dem Internet zu kopieren und zu verschlagworten.

Allerdings ist OneNote ganz klar meine erste Wahl, wenn es um das Planen und Organisieren von Buchprojekten geht. Hier stellt es sogar die meisten Outliner in den Schatten.

Also zwei wirklich getrennte Bereiche, die sich gegenseitig nicht ins Gehege kommen.

OneNote für Schriftsteller

Wie gerade erwähnt finde ich OneNote ideal zum Planen von Büchern oder Blogs und für die themenbezogene Recherche. Hier kann man für jedes Projekt ein separates Notizbuch anlegen und so seine Notizen und Unterlagen sauber trennen. So habe ich für jedes eigenständige Buch ein separates Notizbuch und ein weiteres für Blogposts bzw. Ezine-Artikel.

Ganze Buchserien (egal ob Roman oder Sachbuch) lassen sich gut in einem Notizbuch zusammenfassen, indem man einfach für jeden einzelnen Band eine separate Abschnittsgruppe definiert, die ja quasi ein „Notizbuch im Notizbuch“ darstellt. Informationen, die die gesamte Buchserie betreffen, lassen sich in einer weiteren Abschnittsgruppe zusammenfassen und stehen so stets zur Verfügung, unabhängig davon, an welchem Band man gerade arbeitet.

Abschnitte lassen sich prima für Bereiche wie Charaktere, Setting, Szenenentwürfe o.ä. verwenden. Jede Figur, jeder Handlungsort oder jeder Szenenentwurf hat dann innerhalb dieses Abschnitts ein eigenes Blatt – oder bei komplexen Themen wie ganzen Charakterfiles eines wichtigen Protagonisten einen ganzen Stapel Blätter, die unter einem Deckblatt gebündelt werden.

Zum eigentlichen Schreiben eines Buchs ist OneNote allerdings nicht wirklich geeignet. Dazu fehlen diverse Funktionen wie ein Wordcount (den der Konkurrent EverNote bei seinen Notizen bietet) und komfortable Export-Funktionen, um aus den Notizen nachher ähnlich wie bei Scrivener ein fertiges Buch zu machen. Aber für so etwas ist ein Notizverwaltungsprogramm wie OneNote auch nicht wirklich gedacht.

Praktisch finde ich in jedem Fall, dass man über sein Tablet oder Smartphone jederzeit von unterwegs auf seine Notizbücher zugreifen und daran weiter arbeiten kann. Auch wenn die mobilen Versionen ebenso wie die Web-Version verglichen mit der Desktop-Version nur einen abgespeckten Funktionsumfang haben, hat man so dennoch einen nahtlosen mobilen Workflow, ohne sich um lästige Routineaufgaben wie die Datensynchronisierung zwischen den unterschiedlichen Rechnern oder Geräten Gedanken machen zu müssen.

Kooperation mit OneNote

Besonders praktisch erweist sich OneNote auch für die Schriftsteller, die nicht alleine im stillen Kämmerlein an ihren Projekten werkeln, sondern gemeinsam mit einem Partner an ein und demselben Projekt arbeiten – und das womöglich über größere Entfernungen hinweg.

Durch die Möglichkeit, Notizbücher freizugeben und so gemeinsam an demselben Notizebuch zu arbeiten, macht OneNote eine solche Kooperation noch einfacher. So können mehrere Autoren gemeinsam zu einem Projekt beitragen, die Notizen und Ideen der anderen lesen, diese kommentieren und mit neuen Ideen oder von ihnen recherchierten Informationen zum Fortschritt des Gesamtprojekts beitragen.

Fazit

OneNote erweist sich durch seine vielfältigen Möglichkeiten als flexibler und vielseitiger als die meisten Outliner. Der einzige Outliner, der in meiner persönlichen Hitliste der Autorentools noch mithalten kann, ist das (allerdings rein englischsprachige) RightNote.

Durch seine Buchstruktur mit Abschnitten und einzelnen Seiten ist OneNote ideal für Planung und Recherche. Obwohl es auch ein Notizbuch für „Schnelle Notizen“ gibt, in dem man noch unkategorisierte Einträge ablegen kann, fördert OneNote im Gegensatz zu EverNote das strukturierte Arbeiten. Man kann nicht einfach alles in ein großes Notizbuch packen,  man dann nach Suchbegriffen filtert, sondern sollte sich schon überlegen, in welchen Kontext eine bestimmte Information bzw. Seite gehört.

Ob das nun ein Vor- oder Nachteil ist, muss jeder Autor anhand seiner persönlichen Arbeitsweise für sich selbst beantworten. Aber da auch das fertige Buch später eine gewisse Struktur haben sollte, empfinde ich die programminterne Logik von OneNote ähnlich wie die von Scrivener als äußerst positiv und nützlich.

Dadurch, dass OneNote nun kostenlos für fast alle Betriebssysteme und mobilen Endgeräte erhältlich ist und man so von überall jederzeit auf seine aktuellen, in der Cloud gespeicherten Projektdaten zugreifen kann, wird OneNote zu einer perfekten Ergänzung von EverNote und zu einem nützlichen Bestandteil des Autoren-Workflows.

Sie können das Programm über OneNote.com für Ihr Betriebssystem (bzw. Ihre unterschiedlichen Geräte) herunterladen und sich hier auch gleich für ein kostenloses Microsoft-Konto (falls Sie noch kein solches haben) anmelden.

Testen Sie OneNote einfach mal aus – es lohnt sich!


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WriteMonkey 2.6 bringt praktische neue Funktionen

Im März ist die neue Version 2.6 des beliebten Zenware-Schreibprogramms WriteMonkey erschienen – und sie bringt gleich eine ganze Reihe nützlicher neuer und verbesserter Funktionen mit.

Dabei halten sich die Änderungen innerhalb des eigentlichen Programms sogar noch in Grenzen: Neben diversen Fixes und Patches im Hintergrund und kleinen, aber nützlichen Verbesserungen wie der neuen Version der Formatierungssprache „Markdown Extra“ fällt vor allem auf, dass das Sprünge-Fenster nun nicht mehr automatisch den Schreibbereich an die Bildschirmseite rückt. Stattdessen kann man den Schreibbereich nun sowohl mit der Maus (indem man auf einen leeren Platz in der Statusleiste klickt und ihn per Drag&Drop nach links oder rechts verschiebt) als auch mit der Tastatur („Vulkan-Griff“ STRG+ALT+SHIFT + Cursor links/rechts) beliebig innerhalb des Bildschirmfesnsters verschieben.

Diese Änderung dürfte mit der Einführung des neuen Plugins „Easy Jumps“ zusammenhängen, das in vielen Fällen das klassische Sprünge-Fenster ablösen dürfte. Aber dieses praktische kleine Tool stelle ich Ihnen nachher noch genauer vor.

Plugins statt neuer Funktionen

Generell fällt bei der neuen Version 2.6 ebenso wie bereits bei den letzten Updates auf, dass der WriteMonkey-Entwickler Iztok Strzinar immer weniger Änderungen und Ergänzungen im eigentlichen Hauptprogramm vornimmt, sondern mehr und mehr auf Plugins setzt, die man als Anwender nach Belieben installieren und so die Funktionalität von WriteMonkey gemäß den eigenen Bedürfnissen erweitern kann.

Als Basis für diese Plugins hat WriteMonkey ab der neuen Version auch eine noch bessere und leistungsstärkere API-Version an Bord, mit der es zukünftig noch leichter sein wird, mächtige und vielseitige Plugins für WriteMonkey zu entwickeln.

Dieser Trend weg von Programmänderungen und hin zu einzelnen Plugins hat eine ganze Reihe von Vorteilen – sowohl für den Programmierer als auch für die Anwender:

  1. Plugins sind modular, also eigenständige kleine Programme, die im Hintergrund laufen. Sie können unabhängig vom Hauptprogramm entwickelt, verbessert und einzeln aktiviert oder deaktiviert werden. Wenn ein Plugin Probleme macht, kann man es jederzeit einfach deaktivieren, ohne dass es die Funktion des Hauptprogramms in Mitleidenschaft zieht. Auch die Fehlersuche für Programmierer gestaltet sich einfacher, da sie sich nur auf das betroffene Plugin beschränken müssen. Für den Anwender bedeutet das, dass WriteMonkey trotz zunehmendem Funktionsumfang auch in Zukunft immer stabil, sicher und zuverlässig bleiben wird.
  2. Auch wenn alle bisher erhältlichen Plugins aus der Feder von Iztok Strzinar (dem Entwickler von WriteMonkey) stammen, können theoretisch auch andere Entwickler eigene Plugins für WriteMonkey entwickeln und so den Funktionsumfang des Programms fast beliebig erweitern. Das Projekt wird damit auf eine noch breitere Basis gestellt.
  3. WriteMonkey wird durch die Plugins für die Anwender noch einfacher konfigurierbar. Man muss nicht mehr das komplette Paket nehmen, sondern kann sich die Funktionen, die man gerne noch zusätzlich zum Leistungsumfang des Basisprogramms hätte, wie von einem Buffet zusammenstellen, indem man sich einfach die passenden Plugins herunterlädt und installiert.

Jedes der Plugins ist darum als separater Download auf der WriteMonkey-Seite erhältlich. Man entpackt lediglich die heruntergeladene ZIP-Datei mit dem jeweiligen Plugin in das Verzeichnis „Plugins“ von WriteMonkey, startet das Programm neu – und schon hat man die gewünschte Funktion mit an Bord.

Wie schalte ich die Plugins frei?

Der einzige Wermutstropfen (wenngleich zugegebenermaßen ein sehr kleiner) ist, dass die nützlichen Plugins nicht für Nutzer der kostenlosen Version von WriteMonkey zur Verfügung stehen. Ebenso wie bereits verschiedene andere Funktionen (z.B. das weiße Rauschen als Hintergrund für ablenkungsfreies Schreiben) stehen auch die Plugins nur für Spender zur Verfügung, die die Entwicklung von WriteMonkey mit einem kleinen Geldbetrag unterstützt haben.

Es ist allerdings weder schwierig noch teuer, Spender zu werden und sich so einen lebenslänglich gültigen Lizenzkey zu sichern, der nicht nur die Plugins, sondern auch alle anderen versteckten Zusatzfunktionen von WriteMonkey freischaltet: Auf der Startseite WriteMonkey.com finden Sie einen PayPal-Button (hier ein direkter Link zum Button), über den Sie dem Entwickler einen beliebigen Betrag in der Höhe, die Ihnen angemessen erscheint, zukommen lassen können. Und ein paar Euro sollte einem der Leistungsumfang eines Programms wie WriteMonkey durchaus wert sein – gerade wenn man berücksichtigt, seit wie vielen Jahren Iztok Strzinar seine Zeit unentgeltlich in die Weiterentwicklung und den Support dieses Programm steckt und wie sehr sich WriteMonkey dadurch in den letzten Jahren weiter entwickeln konnte.

Ihren Lizenzkey erhalten Sie anschließend per Mail.

Neue und verbesserte Plugins in Version 2.6

Wie bereits erwähnt sind neben Updates zu bestehenden Plugins (Pinnwand und automatisches Einrücken) mit der neuen Version 2.6 auch vier neue Plugins dazu gekommen:

RepoColor

In der letzten Version 2.5 hatte Iztok Strzinar die bei Autoren sehr beliebte farbliche Invertierung des Archivs abgeschafft. Bei WriteMonkey können Sie jederzeit mit F5 zwischen dem Haupttext und dem Archiv, einer Art versteckter Zwischenablage, hin und her schalten. Sie können das Archiv beispielsweise verwenden, um sich Notizen zu Ihrem aktuellen Text zu machen oder um Textausschnitte zwischenzulagern, die Sie später noch an anderer Stelle einfügen wollen.

Mit RepoColor kommt die farbliche Invertierung des Archvis zurück, die wirklich äußerst praktisch ist. So erkennen Sie jederzeit auf einen Blick, ob Sie sich gerade in Ihrem Haupttext oder im Archiv befinden. Schreiben Sie z.B. üblicherweise mit schwarzer Schrift auf hellgrauem Untergrund, wird das Archiv nun automatisch in hellgrauer Schrift auf schwarzem Untergrund dargestellt.

Das neue Plugin behebt das Problem der schlechten Lesbarkeit bei unterschiedlichen Farbkombinationen, das der Grund für die ursprüngliche Deaktivierung der Funktionalität in WriteMonkey 2.5 gewesen war.

MapJump

MapJump ermöglicht es Ihnen, längere Texte in WriteMonkey „aus der Vogelperspektive“ zu betrachten und schnell an eine bestimmte Stelle zu springen. Per Doppelklick neben den eigentlichen Text oder mit STRG+5 schaltet WriteMonkey die Ansicht auf einen schmalen Streifen um, der das komplette Dokument auf einen Blick zeigt. Natürlich können Sie in dieser Ansicht Ihren Text nicht mehr Wort für Wort lesen, aber Sie erkennen dennoch auf einen Blick, wo sich z.B. Kapitelüberschriften oder Absatzumbrüche befinden. Per Doppelklick in den Text können Sie nun schnell an eine beliebige Stelle springen.

WriteMonkey MapJump

Der MapJump lässt sich übrigens wunderbar mit dem Segmentfokus kombinieren. Wenn Sie einen kompletten Roman in einem einzigen WriteMonkey-Dokument schreiben (was in der Praxis natürlich nicht unbedingt die beste Lösung wäre) und per Segmentfokus alles bis auf das Kapitel ausgeblendet haben, an dem Sie momentan schreiben, zeigt die MapJump-Ansicht auch wirklich nur dieses eine Kapitel.

EasyJumps

Bei EasyJumps handelt es sich um das oben bereits erwähnte neue PlugIn, das das bisherige Sprünge-Fenster ergänzt bzw. für viele Anwender sogar ganz ablösen wird.

Während es sich beim klassischen „Sprünge-Fenster“ (das es natürlich weiterhin gibt) um ein echtes Windows-Fenster mit Rahmen und Button zum Schließen handelte, ist EasyJumps ein kleines blaues Fenster neben dem Text, das Sie beliebig verschieben und durch einen Doppelklick in die Überschriftenzeile jederzeit auf Symbolgröße verkleinern können.

Standardmäßig zeigt EasyJumps Ihnen die Überschriften der Kapitel oder Abschnitte innerhalb Ihres Textes, die Sie mit # bzw. ## markiert haben (siehe Screenshot).

Screenshot WriteMonkey

Das Fenster arbeitet dabei interaktiv. Das bedeutet: Wenn Sie eine neue Überschrift hinzufügen oder eine bestehende abändern, wird dies automatisch in der Liste aktualisiert, sobald Sie mit dem Cursor die jeweilige Zeile verlassen.

Auf diese Weise können Sie jederzeit schnell zwischen den einzelnen Kapiteln oder Abschnitten Ihres Texts hin und her navigieren, ohne lange hoch und runter scrollen zu müssen.

Auch wenn das klassische Sprünge-Fenster vom Funktionsumfang her naürlich deutlich leistungsfähiger als das kompakte EasyJumps ist, dürfte man es dennoch mit EasyJumps wesentlich seltener als bisher benötigen.

ScratchPad

Das letzte neue Plugin befindet sich noch im Beta-Stadium, wirkt aber jetzt bereits äußerst vielversprechend: Mit ScratchPad können Sie strukturierte Notizen á la ResophNotes in Ihrem WriteMonkey-Dokument hinterlegen.

Eine ausführliche Beschreibung hierzu finden Sie auf der Seite des Plugins: http://writemonkey.com/scratch_pad.php

Auch wenn ich dieses Feature, da es sich noch in einem relativ frühen Stadium befindet, noch nicht unbedingt für kritische und wichtige Daten und Projekte verwenden würde, kann man dennoch das Potential der neuen Funktion schon jetzt gut erkennen. Ich gehe davon aus, dass spätestens mit WriteMonkey 2.7 die finale Version von ScratchPad erhältlich sein wird.

Fazit

Mit den neuen Plugins und der verbesserten API ist das beste Zenware-Schreibprogramm noch einmal besser geworden. Wer bisher noch keinen Lizenzschlüssel hat, sollte mittlerweile wirklich zugreifen und durch eine kleine Spende an den Entwickler auch die Premium-Features von WriteMonkey freischalten.

Sobald man seinen Lizenzkey freigeschaltet hat, kann man sich unter http://writemonkey.com/plugins.php die passenden Plugins für WriteMonkey aussuchen und kostenlos herunterladen.

Sie finden die aktuelle Version von WriteMonkey unter http://writemonkey.com/__files/wm2603.zip.


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Mobiles Arbeiten mit Dropbox, JotterPad und Swype

Allzeit bereit mit Android?

Ist es möglich, unterwegs mit einem einfachen Tablet oder gar mit einem Smartphone sinnvoll an seinem Roman oder Sachbuch zu arbeiten? Hätte man mich das vor einigen Monaten gefragt, wäre die Antwort zweifellos Nein gewesen. Jedenfalls solange die Betonung auf sinnvoll liegt.

Dabei ist der Gedanke doch so schön. Smartphone und Tablet sind klein und handlich, so dass man sie immer dabei haben kann. Sie müssen nicht wie ein Laptop jedesmal erst hochgefahren werden, sondern sind rund um die Uhr im Standby und mit einem Knopfdruck sofort einsatzbereit. Der Touchscreen ermöglicht eine komfortable Bedienung und durch WLAN und Telefonkarte hat man stets Zugriff auf all seine Daten und ist mit seinen anderen Geräten wie PC oder Laptop vernetzt.

Das war für mich der Hauptgrund, mir fürs mobile Schreiben auch noch ein „Galaxy Tab 2″ von Samsung (3G-Version) zu holen. Die Erwartungen waren relativ hoch – schließlich sollte der 7″-Bildschirm ein flüssigeres Schreiben als das mit 4,3“ doch relativ kleine Display meines Smartphones ermöglichen. Die Ergebnisse waren anfangs jedoch eher ernüchternd.

Schreiben mit angezogener Handbremse „dank“ Bildschirm-Tastatur?

Dem sinnvollen Arbeiten mit den Android-Geräten standen dabei vor allem zwei Punkte im Weg: die Tastatur und die Synchronisation der Daten.

Zum einen finde ich, dass man mit einer normalen Bildschirmtastatur nicht gut tippen kann – und schon gar nicht schnell. Selbst auf der Bildschirmtastatur eines großen Tablets mit 10-Zoll-Display im Querformat kann man nicht wie auf einer klassischen Tastatur im 10-Finger-System schreiben, da man auf den virtuellen Tasten sehr leicht mit den Fingern verrutscht und zudem keinen richtigen Druckpunkt hat. Also tippt man doch wieder mit zwei Fingern, obwohl man es doch eigentlich besser kann. Spaß macht das nicht und man fühlt sich ausgebremst, da die Finger nie mit der Geschwindigkeit der Gedanken mithalten können.

Der zweite Nachteil ist, dass die meisten Schreibprogramme für Tablets und Smartphones ihre Daten lokal auf dem Gerät abspeichern und man diese erst zur weiteren Bearbeitung aufwändig auf den PC überspielen muss. Was nützt es mir, wenn Programme wie „Writer“ für Android eine ablenkungsfreie Schreibumgebung mit Live-Wordcount bieten, alle Texte aber in einem lokalen Verzeichnis auf dem Smartphone/Tablet ablegen, so dass ich diese erst per Mail oder gar per Kabel manuell auf den PC senden muss?

Als Kompromiss versuchte ich es mit Evernote und einer externen Bluetooth-Tastatur. Die Android-Version von Evernote synchronisiert sich zwar sauber mit dem PC und zeigt sogar die Anzahl der Wörter pro Notiz an, aber aufgrund seiner Datenstruktur, die alle Notizen nur mit Schlagworten versehen an der Zeitachse anheftet, ist es für das Schreiben von Büchern nicht gerade optimal geeignet.

Auch die Bluetooth-Tastatur war in der Praxis nicht mehr als ein Kompromiss. Zwar kann man damit fast so flüssig tippen wie mit einer großen PC-Tastatur, aber dafür hat man nochmal ein zusätzliches Gerät, das man zusätzlich zum Tablet auch noch mit sich herumschleppen muss, um unterwegs schreiben zu können. Der größte Vorteil eines Smartphones oder Tablets – nämlich dass es klein und handlich ist – geht dadurch flöten.

Da greift man dann doch lieber wieder zu Papier und Stift und lässt den Tablet-PC zum Schreiben links liegen.

Drei Tools für ein Hallelujah

Aus heutiger Sicht fällt meine Antwort allerdings anders aus. „Schuld daran“ ist die Kombination aus drei Programmen: JotterPad, Dropbox und Swype.

JotterPad ist ein Schreibprogramm aus dem Google Play Store, das selbst in der kostenlosen Standard-Version alle anderen kostenlosen Schreibprogramme für Android weit in den Schatten stellt.

Das Schöne an JotterPad ist, dass man damit die Texte nicht nur lokal auf dem Smartphone oder Tablet, sondern auf Wunsch (Internetverbindung per WLAN oder SIM-Karte vorausgesetzt) auch direkt in Dropbox speichern kann, so dass diese anschließend automatisch mit dem PC oder Laptop synchronisiert werden.

Die einzelnen Texte können dabei wahlweise als reiner Text oder im Markdown-Format angelegt werden. Das Markdown-Format ermöglicht es Ihnen, in Ihrem Text Formatierungen wie fett, kursiv, unterstrichen, Überschriften etc. zu verwenden.

Gerade diese Möglichkeit macht JotterPad so praktisch. Denn die unter Android mit Draft erstellten und via Dropbox automatisch auf den PC überspielten Texte lassen sich dort perfekt mit meinem Lieblings-Zenware-Schreibprogramm WriteMonkey weiter bearbeiten.

Wischen statt Schreiben

Dich selbst die perfekte Symbiose aus Dropbox und JotterPad macht ein Android-Tablet noch nicht zur perfekten Schreibmaschine. Denn es bleibt immer noch das Manko der Android-Bildschirmtastatur, die zum schnellen Schreiben absolut nicht geeignet ist.

Und damit kommen wir zum dritten und entscheidenden Baustein – der Swype-Tastatur. Dabei handelt es sich um eine weitere App aus dem Google Play Store, die zur Zeit noch für günstige 1,11 € angeboten wird, aber locker das zehnfache wert wäre.

Swype ersetzt die normale Android-Tastatur. Mit Swype können Sie natürlich weiterhin wie gewohnt Buchstabe für Buchstabe tippen, doch das werden Sie in der Praxis kaum noch machen, sobald Sie sich erstmal ab Swype gewöhnt haben. Mit Swype sind Sie wesentlich schneller, da Sie Wörter einfach mit Wischbewegungen eingeben können.

Dazu setzen Sie einfach den Finger auf den ersten Buchstaben des Wortes und bewegen ihn, ohne ihn von Bildschirm zu nehmen, in einer fließenden Bewegung über alle Buchstaben des Wortes. Das geht wesentlich schneller, als die einzelnen Buchstaben anzutippen – und die Erkennungsgenauigkeit von Swype ist von Anfang an beeindruckend. Selbst wenn Sie auf einen kleinen Bildschirm wie dem eines Smartphones mal nicht jeden Buchstaben exakt erwischen, ist das nicht tragisch. Swype erkennt trotzdem, was Sie schreiben wollten. Es ist beeindruckend zu erleben, wie schnell sich Swype dabei an Ihr Vokabular und Ihren Schreibstil gewöhnt.

Geübte Schreiber kommen mit Swype auf bis zu 55 Wörter pro Minute – das wären mehr als zehn Buchseiten in der Stunde. Natürlich ist das nur ein theoretischer Wert, den man in der Praxis nie erreichen dürfte – schließlich muss man sich die Formulierungen ja auch noch zurecht legen. Was ich damit sagen will ist lediglich, dass mit Swype die Tastatur nicht mehr das Nadelöhr darstellt.

Ach ja, auch dazu noch ein Tipp: Stellen Sie die Optik von Swype auf „Mitternacht“ oder „Quecksilber“ ein, da hier die „Zweitbelegungen“ der Tasten, die durch einen längeren Druck auf die jeweilige Taste aufgerufen werden können, durch die kontrastreichere Farbwahl wesentlich besser lesbar sind. So können Sie Sonderzeichen wie Anführzungszeichen, Bindestrich oder Ausführungszeichen wesentlich schneller eingeben, als wenn Sie dafür auf eine zweite oder gar dritte Tastaturansicht umschalten müssten.

Lobenswerterweise passt sich das Tastaturlayout von Swype an den zur Verfügung stehenden Platz an. Während sich Swype auf kleinen Handy-Displays auf die eigentliche Schreibmaschinen-Tastatur mit wenigen Sondertasten beschränkt, werden auf Tablets automatisch weitere Tasten (z.B. für die rasche Umschaltung auf einen 10er-Block mit Cursortasten) zugeschaltet.

Swype oder SwiftKey?

Oft wird auch das kostenlose SwiftKey als Alternative zu Swype empfohlen. Ich habe beide Tools im Praxistest miteinander verglichen und finde Swype wesentlich besser als das deutlich teurere SwiftKey. Swype ist präziser, hat ein editierbares Benutzer-Wörterbuch und ermöglicht es im Gegensatz zu SwiftKey, falsch erkannte Wörter auch im Nachhinein noch rasch zu korrigieren, indem man sie einfach antippt und die richtige Version aus den vorgeschlagenen Alternativen auswählt.

Der Vorteil von Swype gegenüber SwiftKey für Schriftsteller liegt in der unterschiedlichen Philosophie beider Programme: Swype hat von Anfang an auf die Wisch-Technologie gesetzt und übernimmt daher, nachdem man ein Wort mit „Wischen“ eingegeben hat, die aus seiner Sicht wahrscheinlichste Alternative in den Text, während weitere, ebenfalls wahrscheinliche Wortvorschläge oberhalb der Tastatur eingeblendet werden.

Hat Swype also einmal falsche Rückschlüsse gezogen, genügt meist ein Fingertipp auf das richtige Wort, um den Erkennungsfehler sofort zu korrigieren. Selbst wenn einem ein Fehler erst wesentlich später auffällt, genügt es, das falsche Wort anzutippen, um eine Vorschlagsliste einzublenden, was man stattdessen gemeint haben könnte, und dann das richtige Wort einfach anzutippen.

Dafür ist es allerdings so, dass Swype das nächste Wort im Text nur dann einblendet, wenn man das richtig erkannte (und somit optisch hervorgehobene) Wort in der Liste der Wortvorschläge durch antippen akzeptiert. Außer beim Schreiben von Kurznachrichten oder Mails, in denen sich bestimmte Wortfolgen recht häufig wiederholen, nutze ich diese Funktion aber relativ selten.

SwiftKey hat im Gegensatz zu Swype als „normale“ Tastatur für Android begonnen und die Wisch-Funktion erst in einer späteren Version als zusätzliches Feature spendiert bekommen. Dadurch ist diese Eingabemethode nicht so nahtlos in das Programm integriert wie bei Swype.

Die Stärken von SwiftKey liegen in der normalen Eingabe: Man tippt die ersten Buchstaben eines Worts und SwiftKey schlägt anhand dessen, was es über den eigenen Wortschatz und Schreibstil gelernt hat, die wahrscheinlichsten Wörter vor, die man meinen könnte. Sobald das gewünschte Wort in der Vorschlagsliste auftaucht, wählt man es per Fingertipp aus. Dann schlägt SwiftKey automatisch die Wörter vor, die man besonders häufig nach diesem Wort bzw. den zuletzt getippten Wörtern schreib. Schreibe ich z.B. „Ich habe“, schlägt SwiftKey Wörter wie „heute“, „keine“ oder „gerade“ vor. Ist einer der Wortvorschläge richtig, brauche ich ihn nur noch anzutippen und SwiftKey schlägt sofort vor, wie es im Text weitergehen könnte.

Diese Art der Eingabe hat man mit Swype allerdings auch – und ich konnte bisher nicht feststellen, dass die Wortvorschläge von SwiftKey besser als die von Swype wären. Das mag natürlich auch daran liegen, dass ich Swype bereits länger und auch häufiger als SwiftKey verwende – aber ich sehe beide Programme hier ungefähr gleichauf liegen.

Fakt ist also, dass Swype unterm Strich klar gewinnt, da die Korrektur von falsch erkannten Wischeingaben bei SwiftKey wesentlich umständlicher und zeitaufwändiger ist. Und die Wischmethode sollte für Schriftsteller die erste Wahl bei der Texteingabe sein.

Denn ganz ehrlich: Selbst wenn ein Wortvorschlag passen sollte, führt das Akzeptieren von automatischen Wortvorschlägen beim Schreiben kreativer Texte wie Romane oder Sachbücher doch dazu, dass man automatisch immer wieder dieselben Formulierungen verwendet. Für Mails oder Kurznachrichten ist das akzeptabel oder sogar produktiv, doch für Autoren ist es eine äußerst gefährliche Krücke.

Benutzen Sie daher als Eingabemethode lieber die Wischmethode – und die ist bei Swype wesentlich ausgereifter und besser implementiert als bei SwiftKey.

Fazit: Auch wenn die Kombination aus JotterPadDropbox und Swype natürlich kein Ersatz für Scrivener ist, das von Funktionsumfang her in einer ganz anderen Liga spielt (aber leider bisher nicht für Tablets erhältlich ist), hat man so doch eine komfortable und schnelle Reiseschreibmaschine.

Seit ich JotterPad benutze, schreibe ich des öfteren auch mal abends in der Couch beim Fernsehen an einem meiner Artikel weiter, wenn mal eine langweilige Passage oder eine Werbeunterbrechung kommt.

Das ist natürlich nicht so effektiv wie ungestörtes Schreiben am PC, aber gegen zwei bis drei Seiten während eines langweiligen Films, die man sonst nicht geschrieben hätte, ist schließlich auch nichts zu sagen.

Ein gewaltiger Vorteil ist, dass das Schreiben an Handy oder Smartphone gerade durch JotterPad keine „Insellösung“ mehr ist, sondern sich nahtlos in den „Workflow“ des Autors einbinden lässt. So kann ich tagsüber auf dem Handy ein paar Notizen für einen Blogpost oder Artikel in JotterPad festhalten, diese (dank der automatischen Synchronisierung über Dropbox) abends in der Couch mit meinem Tablet zu einem ersten Rohentwurf des Artikels erweitern und am nächsten Morgen ganz komfortabel am PC mit WriteMonkey ausfeilen und fertigstellen.

Lassen Sie es einfach mal auf einen Versuch ankommen, falls auch Sie ein Smartphone und/oder Tablet haben. Dropbox ist in der für unsere Zwecke ausreichenden Basisversion kostenlos und die Kombination aus JotterPad (in der Standard-Version kostenlos) und Swype (1,11 €) kostet weniger als ein Kaffee bei Starbucks.


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yWriter – kostenlose Konkurrenz für Scrivener?

yWriter, ein Schreibprogramm aus der Feder des australischen Science-Fiction-Autors Simon Haynes („Hal Spacejock“), stellt das meines Wissens einzige kostenlos erhältliche komplette Schreibsystem für Schriftsteller dar. Sein Funktionsumfang geht weit über den eines normalen Textverarbeitungssystems hinaus und unterstützt die komplette Entwicklung eines Romans von der Planung über das Schreiben und die Revision bis hin zum Export für eine spätere Veröffentlichung.

Als „Komplettsystem“ tritt es in direkte Konkurrenz zu kommerziellen Programmen wie Scrivener, Patchwork, Papyrus oder WritersCafe 2. Und eins muss man sagen: yWriter schlägt sich im Vergleich zur Konkurrenz äußerst wacker.

Eine kurze Vorbemerkung: yWriter enthält nicht nur eine, sondern gleich zwei deutschsprachige Übersetzungen. Leider ist die eine so unvollständig wie die andere, so dass auch bei einer auf „Deutsch“ umgestellten Benutzeroberfläche dennoch recht gelegentlich Befehle und ganze Menüpunkte auf Englisch erscheinen. Da ich in dieser Beziehung eine „Ganz-oder-gar-nicht-Mentalität“ habe, lasse ich yWriter lieber auf Englisch eingestellt und verwende daher auch in diesem Artikel die englischen statt der deutschen Befehle/Menüeinträge.

Die Hauptvorteile von yWriter gegenüber einer „normalen“ Textverarbeitung wie Microsoft Word oder OpenOffice Writer liegen in der mehrstufigen Organisation größerer Texte und im Verwalten von Notizen.

Auch wenn yWriter nicht wie Scrivener beliebig viele Gliederungsebenen zulässt, kann man seinen Text dennoch zunächst in Kapitel und innerhalb der Kapitel in Szenen unterteilen.

Dass man nicht mehr als zwei Ebenen (Kapitel/Szene) in die Tiefe gehen kann, mag einem anfangs noch als Handicap erscheinen. Schließlich kann man z.B. in Scrivener jedes Projekt so tief auseinanderbröseln, wie man das möchte. Auf der anderen Seite zwingt einen yWriter dadurch dazu, das eigene Schreibprojekt klarer zu durchdenken. Kapitel und Szenen – braucht man in der Praxis wirklich darüber hinaus noch andere Unterteilungen?

Sowohl für Kapitel als auch für Szenen kann man in yWriter bereits in der Planungsphase ausführliche Notizen hinterlegen, die man sich auch während des Schreibens als nützliche Gedankenstütze anzeigen lassen kann.

Der Bildschirm von yWriter ist dazu in vier Sektoren aufgeteilt, deren Größe sich mit der Maus beliebig an die Bildschirmgröße und die eigenen Vorlieben anpassen lässt.

Screenshot yWriter 6Links oben befindet sich die Übersicht der bereits angelegten Kapitel. Neue Kapitel können jederzeit über die rechte Maustaste und „Create New Chapter“ angelegt werden. In dem nun aufpoppenden Fenster kann man dem Kapitel einen Namen verpassen und in der Beschreibung hinterlegen, worum es in dem Kapitel gehen soll. Nachdem man das Kapitel mit OK gespeichert hat, steht es zunächst am Ende der Kapitelliste, kann aber ggf. einfach per Drag&Drop an eine andere Stelle innerhalb der Handlung verschoben werden.

Durch Anklicken eines Kapitels in der Kapitelübersicht (einzelner Mausklick), wird im zweiten Sektor (links unten) die Beschreibung (also der Inhalt) des Kapitels angezeigt und im dritten Sektor (rechts oben) erscheint eine Liste aller Szenen innerhalb dieses Kapitels.

Auch hier ist das Handling ähnlich: Über die rechte Maustaste und „Add Scene“ können neue Szenen angelegt werden, deren Beschreibung später jederzeit im vierten Sektor (rechts unten) nicht nur einsehbar, sondern auch änderbar ist.

Praktisch ist in diesem Zusammenhang, dass man pro Szene nicht nur eine Beschreibung hinterlegen kann, sondern auch davon unabhängige Notizen.

Damit sind die Möglichkeiten von yWriter aber noch nicht einmal annähernd aufgelistet: Wie es sich für ein auf das Schreiben von Romanen spezialisiertes Schreibprogramm gehört, können Sie auch eine Liste aller Figuren, Handlungsorte und wichtigen Objekte Ihres Romans anlegen und diese den einzelnen Szenen zuordnen.

Für jede Szene können Sie auch einen Perspektivcharakter (Viewpoint) festlegen, aus dessen Perspektive die jeweilige Szene erzählt werden soll. So können Sie später jederzeit prüfen, wieviel Szenen eine bestimmte Figur hat und wie sich die Gesamtlänge Ihres Romans auf die einzelnen Perspektivcharaktere verteilt.

Auf diese Weise können Sie frühzeitig erkennen und vermeiden, dass am Ende Ihres Romans einer Ihrer Lieblings-Nebencharaktere mehr Szenen und einen größeren Anteil an der Handlung als Ihr eigentlicher Protagonist hat.

Pro Szene können Sie unter „Details“ auch angeben, wie weit Sie bereits mit dieser Szene sind, indem Sie ihr einen Status von „Outline“ (also Gliederung/Planung) über „Draft“ (Rohfassung), „1st Edit“ (Erste Revision) und „2nd Edit“ (Zweite Revision) bis hin zu „Done“ (fertig) verpassen. So sehen Sie jederzeit, wo noch Handlungsbedarf ist und wie viel Arbeit noch vor Ihnen liegt.

Sehr nützlich ist auch der automatische Wordcount von yWriter. Während des Schreibens sehen Sie jederzeit die Länge Ihres kompletten Manuskripts sowie die Info, wie viele Wörter Sie heute geschrieben haben.

Das fertige Manuskript können Sie schließlich über die Export-Funktion in diversen Formaten (HTML zur Weiterverarbeitung in Sigil, RTF oder auch als eBook) zur weiteren Bearbeitung und Veröffentlichung exportieren.

Fazit: yWriter6 ist das wohl beste und vielseitigste kostenlose Schreibprogramm für Romanautoren. Auch wenn es im direkten Vergleich mit Scrivener nicht ganz mithalten kann, sollte man nicht vergessen, dass yWriter kostenlos angeboten wird, während Scrivener 40 Dollar kostet – und dass man yWriter im Gegensatz zu Scrivener sogar auf einem USB-Stick installieren und unterwegs benutzen kann. Falls Sie yWriter noch nicht kennen, kann ich Ihnen nur empfehlen, es mal auszuprobieren.

Sie finden yWriter6 auf der offiziellen Seite von Simon Haynes unter http://www.spacejock.com/yWriter6.html


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Deutsche Anführungszeichen in Scrivener für Windows

Viele Benutzer der Windows-Version von Scrivener haben das Problem, dass sie gerne deutsche Anführungszeichen in Scrivener verwenden wollen, während Scrivener standardmäßig leider nur normale typographische Anführungszeichen unterstützt.

Doch mit einem kleinen Trick kann man Scrivener auch „deutsche Anführungszeichen“ beibringen:

1) In den Optionen das Häkchen bei „Verwende typographische Anführungszeichen“ setzen, mit OK bestätigen.

2) Einen Text in Scrivener schreiben, der die typographischen Anführungszeichen von Scrivener enthält, z.B. “Test”

3) Diesen Text mitsamt der typographischen Anführungszeichen in ein separates Textdokument (z.B. in OpenOffice) kopieren.

4) In demselben Textdokument einen kurzen Text mit „deutschen Anführungszeichen“ schreiben. Wichtig ist, dass Sie anschließend beide Varianten der Anführungszeichen (die von Scrivener und die deutschen „Gänsefüßchen“) einfach in die Zwischenablage kopieren können, um in Scrivener entsprechende automatische Ersetzungen einzurichten.

5) Wieder bei Scrivener in die Optionen gehen, Häkchen bei „Zusätzliche Ersetzungen aktivieren“ setzen, mit „Anwenden“ aktivieren.

6) Dann in den Optionen von Scrivener auf „Ersetzungen verwalten“ klicken:

7) Über den „+“-Button zwei neue Ersetzungen definieren (jeweils das Anführungszeichen von Scrivener durch das deutsche Anführungszeichen ersetzen). Die Anführungszeichen (sowohl die von Scrivener als auch die deutschen „Gänsefüßchen“) kopieren Sie aus dem unter Punkt 3/4 angelegten Textdokument in die entsprechenden Felder.

8) Die neuen Ersetzungen mit „OK“ bestätigen – und schon beherrscht Scrivener auch deutsche Anführungszeichen.

Dieselbe Methode funktioniert natürlich auch für andere Formen von Anführungszeichen wie die ebenfalls sehr beliebten »französischen Anführungszeichen« (Guillemets). In diesem Fall definieren Sie stattdessen einfach Ersetzungen für » und « statt für die deutschen „Gänsefüßchen“.

Sie können auch beide Varianten in Scrivener hinterlegen und in den Optionen durch das Setzen (oder Herausnehmen) der Häkchen bei der jeweiligen Variante bestimmen, welche Art von Anführungszeichen Sie zur Zeit verwenden wollen. Das ist zwar etwas komplizierter als in anderen Schreibprogrammen, aber es geht.