Patchwork-Tutorial: Die Timeline II

Gastartikel von Martin Danesch

PatchworkDie Timeline + Clips = organisches Plotten

Vor der Lektüre dieses Tutorials empfehle ich, sich das erste Timeline-Tutorial einzuverleiben, weil dieses hier Kenntnisse von der Timeline voraussetzt. In dem ersten haben wir erfahren, wie wir eine Timeline anlegen, den Zeitrahmen des gesamten Projekts festlegen, den Szenen ihre eigenen Zeitabschnitte zuweisen, was die Symbole bei den Szenenzellen bedeuten und wie man mit dem Datumspflücker effizient Daten ändert.

Nun soll es um ein wichtiges weiteres Instrument der Timeline gehen, eine große Hilfestellung für das Herstellen eines plastischen Gerüsts zu einem Projekt.

Vermutlich haben Sie zum Thema Timeline bisher allgemein, beziehungsweise aus dem Tutorial ›Timeline I‹, erfahren, dass man Szenen ein Datum und eine Zeit verpassen kann, wodurch diese dann in einer Zeit-Erzählstrang-Matrix dargestellt werden. Man erhält somit eine Übersicht zur zeitlichen Abfolge, sowie eine Gegenüberstellung der Aktionen in den einzelnen Erzählsträngen. Diese Zeitzuordnung geschieht üblicherweise während der Entstehung bis zur Fertigstellung der Geschichte und hat Kontrollfunktion, dient gewöhnlich weniger dem Entwurf.

Bei Patchwork lässt sich die Timeline aber bereits zum Plotten einsetzen, also bevor ein einziges Wort des eigentlichen Texts geschrieben wurde. Man kann so ein Werk bereits im abstrakten Planungsstadium mehrdimensional vor sich sehen.

Screenshot PatchworkErinnern wir uns an einen idealen Entwurfsablauf einer Geschichte mit Patchwork und komplettieren wir ihn nun um den Zeitaspekt:

Wir beginnen ganz vorne bei der Ideensammlung. Um unseren zentralen Begriff (in der Mitte) gruppieren zuerst die einzelnen Akte der Geschichte – drei, fünf oder mehr, je nach Umfang, Thematik und Komplexität. Um diese Planeten, die um das zentrale Thema kreisen, ordnen wir anschließend die Assoziationen an. Das geschieht im Clustering (Brainstorming) (1) und der Kreativmatrix (Auswertung der generierten Ideenpaare), wozu es auch ein eigenes Tutorial gibt.

Aus den so entstandenen Bildern lassen wir uns das Kreativboard bestücken (2), auf dem nun die einzelnen Geschichtenhäppchen auf Weiterverarbeitung warten. Hier wird nach Herzenslust ergänzt, erweitert, gelöscht, verschoben. Figuren gesellen sich dazu, ebenso Schauplätze und wichtige Objekte. Für diesen Prozess sollte man sich ausreichend Zeit lassen.

Nun lernen Sie etwas Neues kennen: Bereits hier kann ein weiteres Instrument ins Spiel kommen, der sogenannte ›Clip‹. Dabei handelt es sich um eine Art dritter Dimension zu den zwei bekannten: ›Szene‹ und ›Zeit‹.

Einen Clip können wir als Klammer betrachten, die  wir an unsere Szenen klemmen. Nehmen wir an, in unserer Geschichte ginge es unter anderem um ein geheimnisvolles Buch. Dieses Buch wird in einer Szene erstmals erwähnt, wird in einer anderen gesucht, wieder wo anders gefunden, geht verloren, wird wiedergefunden, gestohlen und so weiter. An jede Szene, in der etwas zum Buch geschieht, klemmen wir einen solchen Clip und schreiben darauf, was damit passiert. Weil wir jedoch nicht nur das Thema ›Buch‹ in unserer Geschichte haben, wird es eine ganze Menge Clips geben, die Personen repräsentieren, sich wiederholende Rituale, Orte, Gegenstände, ja sogar das Wetter, wenn es eine besondere Rolle spielt.

Wir haben also eine Anzahl verschiedener Clip-Themen, die wir verfolgen wollen: das Buch, Mister X, ein Voodoo-Ritual und so weiter. Weiter hinten werden Sie sehen, wie wir jedem dieser Themen eine unterschiedliche Farbe zuweisen, die sie uns auseinanderhalten lässt.

Nun zurück zum Kreativboard (2): Bereits hier können wir die Clips in den Text einflechten, denn wir wissen ja, wann der Leser von dem Buch erfährt und wann dazu die weiteren Ereignisse stattfinden.

Das Einfügen eines Clips in den Text erledigen wir, indem wir es irgendwo im Text innerhalb einer geschweiften Klammer notieren. Hier die Syntax dazu: {Buch: erstmals erwähnt}. Dabei spielt die Form eine Rolle: Thema – Doppelpunkt – Ereignis.

Der Text eines Elements im Kreativboard, in dem sich ja auch der Clip aufhält, wird beim Erstellen von Szenen an diese weitergereicht. Wenn wir also aus dem Kreativboard Szenen generieren lassen, finden wir bei ihnen im Pitch, dem Szeneninhalt, diesen Text wieder vor – mitsamt den darin eingestreuten Clips. Ab diesem Zeitpunkt werden der Szenenpitch und der Text im Element des Kreativboards beim Bearbeiten wechselseitig synchronisiert, es kann daher der Clip an beiden Orten bearbeitet (dazuerfasst, geändert, gelöscht) werden.

Zum Tragen kommen die Clips dann in der Timeline (4). Dort werden sie rechts an die Szenen angehängt (5).

In der Timeline weisen wir den Szenen, die zu Beginn noch alle am Startdatum hängen, ihre Zeitfenster zu und verlinken sie mit dem passenden Erzählstrang, woraus sich die klassische Timeline ergibt. Treu wandern die Clips mit ihrer Szene in jede Zeit mit, wohin Sie sie beordern.  Im Gegensatz zu Volltextprogrammen (wie Word, OpenOffice, LibreOffice, Papyrus, Textmaker) kann man sehr elegant mit Szenen arbeiten, ohne dass sie noch ein einziges Wort Text enthalten müssen. Und: Später, wenn wir dann schreiben, bleibt der Pitch erhalten und wir können kontrollieren und regulieren. Das ermöglicht uns, auf abstrakter Ebene ein detailliertes Projektgerüst zu bauen und es erst danach mit Fleisch zu füllen. Aber auch später liefern uns Timeline und Clips eine perfekte Übersicht.

Screenshot PatchworkHier sehen Sie die Zusammenhänge mit Bildausschnitten aus den betreffenden Programmbereichen:

Optional entwerfen wir unsere Geschichte im Kreativboard (1), aus dem wir automatisch Szenen generieren lassen können. Natürlich kann man auch direkt bei den Szenen beginnen; das Kreativboard ist aber flexibler, außerdem kann man dort auch Figuren, Schauplätze und Objekte einbeziehen, sowie derer aller Beziehungen visualisieren.

In der Kapitelübersicht verschieben wir sie dann beliebig, dem Ablauf angepasst. Zu jeder Szene gehört (rechts oben im Schreibfenster) der sogenannte Pitch (2), also eine straffe Zusammenfassung des Szeneninhalts. Dort taucht der Text aus dem Kreativboard-Element wieder auf. Wir können ihn hier ebenfalls bearbeiten. Beim Aufbau der Timeline pickt Patchwork die Clips heraus und klammert sie rechts an die jeweilige Szene (3), was im Detail so aussieht (4). Es können pro Szene auch mehrere Clips eingefügt werden (aber immer nur im Pitch-Text, nicht im eigentlichen Szenentext).

Wie wir dieser Grafik entnehmen können, gibt es drei Orte, an denen wir Clips bearbeiten können: im Kreativboard-Element (1), im Pitch der Szene (2) und im Datumspflücker in der Timeline (5), den wir schon aus dem ersten Timeline-Tutorial kennen. Ein Clipthema springt durch seine Farbgebung sofort ins Auge: Mamma im Demoprojekt zum Beispiel in Rot. Sehen wir uns an, wie die Clipthemen zu ihrer individuellen Farbe kommen.

Rechts oben in der Timeline-Werkzeugleiste finden wir eine Schaltfläche mit einem runden Farbsymbol (1). Ein Klick darauf öffnet das Fenster für die Farbzuweisung (2). Die Themen, die wir hier antreffen, wurden automatisch aus den Clips gebildet. Würde man sich dort einmal bei der Themenbezeichnung vertippen, gäbe es hier beim nächsten Aufruf zwei Themeneinträge, etwa ›Mamma‹ und ›Mama‹.

Screenshot PatchworkBei erstmaligem Betreten des Fensters waren alle vier Clipthemen (3) weiß wie hier Olga. Mit einem Doppelklick auf ein Thema öffnen wir die Farbtabelle (6). Dort stehen zwei Farbpaletten zur Verfügung. Die Standardpalette (7) und die Patchwork-Empfehlung (8), die auf Clips abgestimmt ist; die sollten nicht zu hell sein, um sich von den Pastellfarben der Timeline abzuheben.

Mit der Leertaste auf ein Clipthema lässt es sich deaktivieren – der Haken verschwindet (4); es werden in der Folge in der Timeline alle Clips zu diesem Thema nicht mehr angezeigt. Mit der Checkbox alle (5) können sämtliche Clipthemen aktiviert oder deaktiviert werden. Beide Funktionen kombiniert erlauben es schnell, nur ein bestimmtes Thema in der Timeline verfolgen zu können: alle wegschalten und ein bestimmtes wieder anzeigen lassen.

Da es möglich ist, bei einer Szene mehrere Clips einzutragen, kann es zu Bündeln kommen wie hier (9). Die Pfeile links dokumentieren die Zugehörigkeit. Liegen Szenen nahe beisammen, kann dadurch ein Clip oder eine benachbarte Szenenbezeichnung verdeckt werden. Um trotzdem nachlesen zu können, was dort steht, kann man Clips mit der Maus beiseiteziehen. Lässt man sie los, schnappen sie wieder an ihren angestammten Platz zurück.

Clips sind ein Missing Link zur professionellen Storyplanung. Sie erlauben Ihnen bereits auf der abstrakten Ebene des Konzipierens eine umfassende Sicht auf Ihr zukünftiges Werk: die Bausteine des Inhalts (Szenen), deren zeitliches Zusammenspiel (Timeline mit Erzählsträngen) und nun auch das Erscheinen wichtiger Figuren, Schauplätze, Gegenstände und Zustände durch die Clips.

Es lohnt sich, in diese Materie einzusteigen – ganz abgesehen davon, dass es Spaß macht!

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Martin Danesch


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Patchwork-Tutorial: Die Timeline I

Gastartikel von Martin Danesch

PatchworkPatchworks Timeline ist ein mächtiges Instrument. Sie kann sowohl während des Plottens, dann natürlich während des Schreibens selbst genutzt, als auch nachträglich zugewiesen werden. Szenen müssen noch keinen Text enthalten, trotzdem kann man aber mit sogenannten Clips die Struktur des Projekts modellieren.

Weil das Thema für einen Artikel zu umfangreich ist, beschäftigen wir uns in diesem hier mit Grundwissen, die Plot-Schiene heben wir uns für das nächste Mal auf.

Auffallend ist die Anordnung. Im Gegensatz zu Filmschnitt- und Vertonungssoftware ist die Timeline nicht horizontal. Warum? Weil es absolut keinen Sinn macht, im Echtzeitabstand Knöllchen auf einer Linie zu verteilen, von denen man aber nicht weiß, was sie bedeuten. Dafür müsste man ganz tief hineinzoomen, bis man eine Szenenbezeichnung lesen kann, verliert dann aber dafür den Überblick.

Screenshot Patchwork

Bild anklicken zum Vergrößern

Deshalb ist Patchworks Timeline vertikal: So kann man die Szenentitel (1) lesen – zumindest deren Anfang – und hat nebeneinander eine beliebige Anzahl an Erzählsträngen (2).

Wir zäumen nun zum besseren Verständnis das Pferd von hinten auf: zuerst das Ergebnis und später, wie man zu den Daten gelangt.

Den Rahmen der Timeline bilden Start- und Enddatum (3), die jederzeit verändert werden können. Schreibt man eine vorchristliche Geschichte, so wird die Jahreszahl mit einem Minus davor angegeben (13.4.-127); doch Achtung, in diesem Fall ist das Jahres-Von optisch größer als das –Bis: -129 bis -114. Zugang zu diesem Datum erhält man über die Schaltfläche (4), über die man auch Spaltenbreite und Kalendeauswahl erfolgen. Über die Schaltfläche (5) gelangt man zum Kalenderdesigner, wo man nach Herzenslust eigene Fantasy-Kalender entwerfen kann.  Innerhalb des Start- und Enddatums wird pro Tag eine Zeile erzeugt (6), wobei Samstage und Sonntage anders eingefärbt sind, um ein besseres Gefühl für den zeitlichen Rhythmus zu haben. Tage, an denen keine Szenen angesiedelt sind, werden grau dargestellt. Übrigens für die Fans individueller Kalender: Im Kalenderdesigner kann man auch die tagesfarben selbst festlegen. So ist ein blauer Montag kein Hindernis.

Finden an einem Tag mehrere Szenen zu unterschiedlichen Zeiten statt, so werden die weiteren in Unterknoten bei diesem Tag untergebracht. Diese Unterknoten kann man alle auf einmal mit (7) oder einzeln mit dem [+]- oder [-]–Symbol am Zeilenanfang auf- oder zuklappen.

In den allgemeinen Einstellungen (Hauptmenü › ‚Bearbeiten‘ › ‚Einstellungen‘ › Bereich ‚Timeline‘ › Max. Leertage zwischen Szenen) kann man angeben, ab wievielen Tagen nicht mit Szenen belegte Tage ausgeblendet werden – Standard sind zehn. Solche Zeitklüfte sind durch ins Dunklere gehende Drei-Zeilen-Blöcke gekennzeichnet, in deren mittlerem die Dauer ausgegeben wird. Hier: ›dazwischen: 1 Mo 29 Tage‹ Durch diese Maßnahme entfällt ein lästiges Zoomen. Mit der Schaltfläche (8) kann man diese Tage dazwischen aufklappen, um ein besseres Zeitgefühl zu erhalten.

Die Uhrzeit einer Szene wird in der Spalte ›von – bis‹ dargestellt. Neben der numerischen Zeitangabe wird der Zeitraum weiß hervorgehoben, wodurch man auf einen Blick sieht, zu welcher Tageszeit die Szene handelt. Ganztägige Szenen sind demnach ganz weiß und durch das Symbol < ··· > ausgewiesen.

Hat man während der Geschichte Ereignisse, die einfach stattfinden, aber mit keinem Erzählstrang zu tun haben, kann man über die beiden Schaltflächen (10) Events erfassen (rechter Knopf) bzw. in voller Breite anzeigen lassen (linker Knopf). Ist die Anzeige deaktiviert, wird das Vorhandensein von Events trotzdem optisch in einem schmalen Balken angedeutet (11).

Nun noch zu den Symbolen vor den Szenentiteln (12), den blauen Blöcken, die Szenen repräsentieren. Die ersten Pfeilchen zeigen die horizontale Tiefe an, also z.B. Kapitel, Unterkapitel und so weiter und zwar nicht nach Umbruchsart, sondern nach horizontaler Tiefe, so, wie Sie sie links in der Kapitelübersicht angelegt haben: je tiefer, desto mehr.

Rechts daneben können eventuell drei unterschiedliche Symbole auftauchen: » | «. Damit sind Szenen versehen, die länger als einen Tag dauern und es bedeuten: »: an diesem Tag beginnt die Szene, |: während dieses ganzen Tags dauert die Szene an und «: an diesem Tag endet die Szene.

Wie für Events gibt es auch für Schauplätze eine eigene Spalte, die man mit (13) öffnen kann. Dabei handelt es sich um die Schauplätze, die man den Szenenrequisiten zugeordnet hat.

Mit (14) kann man Szenen von der Aufnahme in die Timeline ausnehmen. Der Zustand Schaltfläche ((nicht) gedrückt) ist also immer auf die gerade aktulle Szene bezogen. Die Szene wiederum ist die Zelle und nicht die ganze Zeile, da ja in einer Zeile, wenn die Uhrzeit dieselbe ist, durchaus mehrere Szenen angesiedelt sein können, siehe 29.11.1962.

Steht ein genügend großer Monitor zur Verfügung, kann man die Timeline in ein separates Fenster abkoppeln (15). Dann kann man den Text und die Timeline gleichzeitig sehen. Doch auch wenn der Platz nicht ausreicht, kann man zugleich Text und Pitch sehen – mit ausgeklapptem Datumspflücker (16). Zu dem kommen wir gleich.

Wenn Sie mit Patchwork neu beginnen oder ein neues Projekt anlegt haben und im Text arbeiten (Reiter ›Text und Zubehör‹), steht anstelle der Felder im hier rot umrahmten Bereich (1) noch einer der folgenden Hinweise:

Timelines nicht aktiviert. Klick › zu Einstellungen. Damit wird mitgeteilt, dass Timelines bei Ihnen generell noch nicht aktiviert wurden. Bitte draufklicken und sich führen lassen.

Keine Timeline vorhanden. Klick › Timeline anlegen. Die Meldung kann gleich nach der Anlage eines neuen Projekts kommen, bzw. wenn zu dem Projekt noch keine Timeline aktiviert wurde. Ebenfalls einfach draufklicken. Dann können Sie auswählen, welchen Kalender Sie möchten und einen groben Zeitrahmen für die Geschichte angeben.

Sind diese beiden Sachen geklärt, dann taucht das hier abgebildete Szenarium auf (links oben).

Screenshot PatchworkUnter Strang (rechts neben (1)) wählen Sie – wenn es bereits mehrere gibt – den passenden Erzählstrang für die gerade aktuelle Szene aus. Jeder Erzählstrang bekommt in der Timeline seine eigene Spalte ((2) im ersten Bild). Über (4) können Sie weitere Stränge hinzufügen. Verwalten (löschen, umbenennen) können Sie Stränge über (5), wodurch Sie in das Fenster (5) gelangen. Dort sind alle Schaltflächen selbsterklärend außer (7): Mit Aktivierung dieser Schaltfläche werden links in der Kapitelübersicht all die Szenen hervorgehoben, die demselben Strang zugehören wie die gerade aktuelle. Dasselbe können Sie auch erreichen, indem Sie auf (3) klicken.

Eine Szene nicht an die Timeline übergeben können Sie über (2), das dann rot wird und zum Datumspflücker (8) gelangen Sie über (6).

Der Datumspflücker (8) ermöglicht eine sehr schnelle Eingabe von Datum und Zeit. Der in ihm zur Verfügung gestellte Zeitrahmen bildet den Zeitraum ab, den Sie in der Timeline definiert haben. Der Inhalt wird natürlich anders aussehen, wenn Sie einen eigenen Kalender erstellt haben.

Die Auswahl von Datum und Zeit geschieht von links nach rechts: In jeder Spalte auf das Zutreffende klicken und der Szene zuweisen, indem Sie in der rechtesten Spalte doppelklicken. Dabei muss diese rechteste aber nicht die Minutenspalte sein, sondern die, die für Ihren Zeitraum zur Szene passt. Der (detaillierte) Rest wird aus den Minimal-Maximal-Werten der kleineren Einheiten automatisch gebildet. Bei dem angezeigten Beispiel bedeutet das bei Doppelklick auf:

  1. 1962: vom 1.1.1962 00:00 bis zum 31.12.1962 23:59
  2. · · › Januar: vom 1.1.1962 00:00 bis zum 31.1.1962 23:59
  3. · · › · · · › 1: vom 1.1.1962 00:00 bis zum 1.1.1962 23:59
  4. · · › · · · › · · · › 0: vom 1.1.1962 00:00 bis zum 1.1.1962 00:59
  5. Klicken Sie hingegen auf einen der Fünf-Minuten-Sprünge in der Spalte ganz rechts, dann erhalten Sie die detaillierteste Eingrenzung. Und zwar dieselbe wie unter 4., hingegen ab der gewählten Minute in Länge des Wertes, der direkt darunter, bereits im grauen Bereich, angegeben ist: also 15 Minuten. Bei Doppelklick auf 55: vom 1.1.1962 00:55 bis zum 1.1.1962 01:10

Über den grauen Winkel rechts unten kommen Sie zu noch ein paar Optionen.

Dort, wo von Haus aus 15″ steht (9), können Sie die üblichste Dauer einer Szene angeben, die dann zum Tragen kommt, wenn Sie auf die Spalte ›Min‹ doppelklicken. Klicken Sie übrigens auf (9), dann können Sie diese Standardzeit ändern (siehe Beispiel 5 oben). Über das Fragezeichen gibt es eine kurze Info.

Das Dreieck (10) ist nur dann aktiv (schwarz), wenn Sie nicht im Reiter ›Text und Zubehör‹, sondern im Reiter ›Timeline‹ stehen. Mit ihm können Sie den Datumsplücker nach rechts ausklappen und sehen dort dann auch Text und Pitch der gerade aktuellen Szene.

Ein Klick auf (11) bewirkt, dass Datum und Uhrzeit der aktuellen Szene hierher in den Datumspflücker übernommen werden. Das ist, wenn dieser Knopf (12) aktiv ist, automatisch der Fall, wenn man in der Kapitelübersicht oder der Timeline die Szene wechselt.

Mit der Schaltfläche (13) werden Datum und Zeit der aktuellen Szene direkt an die von der vorhergehenden Szene angehängt.

Wenn ein Doppelklick auf die Spalte ›Min‹ für die Dauer einer Szene unpassend ist, weil sie kürzer oder länger dauert als der unter (9) angegebene Zeitraum, können Sie über [Dauer] (14) eine individuelle Dauer wählen. In diesem Fall nirgends ein Doppelklick zur Übernahme, sondern den grünen Haken rechts wählen um Datum und Dauer an die Szene zu übergeben.

Sie sehen, dass Sie mit der Timeline ein Werkzeug an die Hand bekommen, das Ihnen einerseits eine optimale Sicht auf die zeitlichen Zusammenhänge Ihres Werks gibt und das zugleich die dafür nötigen Eingaben optimiert.

Im nächsten Tutorial erfahren Sie, wie Sie bei Patchwork die Timeline zum Plotten nutzen können.

Viel Spaß beim Gestalten des Zeitgeschehens Ihrer Werke!

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Martin Danesch


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Patchwork-Tutorial: Requisiten-Timeline

 Gastartikel von Martin Danesch

PatchworkWährend Timelines üblicherweise die zeitliche Anordnung von Szenen innerhalb einer Zeitleiste visualisieren, wird die Requisiten-Timeline aus Ereignissen der Requisiten automatisch generiert.

Mit ihr bekommt man ein klares Feedback, wie sich die Handlungen der Figuren auf dem Plan der Schauplätze abspielen und zeitlich zueinanderpassen. Auch kann man diese Vorgänge beliebigen Ereignissen gegenüberstellen, seien es Messen, Feste, Kriege, was auch immer.

Die Handhabung ist einfach.

Screenshot PatchworkWie ja bekannt ist, hat Requisit (also Figur, Schauplatz und Gegenstand) (1) im Fußbereich bis zu fünf Eingabefelder (2), in denen beliebig viel Text eingegeben werden kann. Hier hinein schreibt mann all das, was man während des Verfassens seiner Geschichte im Blick haben möchte. Dazu gehören natürlich auch Ereignisse mit ihrer zeitlichen Verankerung – was man ohnehin meistens macht. Um eine Gegenüberstellung all dieser Ereignisse zu erhalten, braucht man lediglich das jeweilige Datum zu markieren.

Die Markierung erfolgt auf bestimmte Weise: Klick vor die erste Ziffer des Datums, dann [Strg+Shift] gemeinsam drücken und gedrückt halten, mit der Maus über das gesamte Datum fahren und dann die beiden Tasten wieder loslassen. Was sich verändert hat, ist die Hintergrundfarbe des Datums: sie ist nun lichtblau (3). Da der Text, der vor/hinter diesem Datum steht, in die Timeline-Zelle übernommen wird, empfiehlt es sich, möglichst kurze Aussagen zu wählen, da man sonst die Spaltenbreite zu groß wählen müsste, um den Text gänzlich lesen zu können – was wiederum bei kleineren Monitoren zu Ungunsten der Übersicht geht.

Sobald man nun in ein anderes Eingabefeld außerhalb des gerade aktuellen klickt, generiert Patchwork für dieses Datum einen Eintrag in der Requisiten-Timeline. Dabei wird automatisch für jede Figur eine Spalte eingerichtet (4).

Die vertikale Gliederung der Timeline sind die Jahre (5). Pro Jahr wird eine Zeile generiert, gleichgültig, ob sich darin ein Ereignis befindet oder nicht. Sind in einem Jahr mehrere Ereignisse, dann werden für alle weiteren nach dem ersten eigene Unterknoten gebildet (6).

Sind mehr als 10 Jahre ohne Ereignis (die Anzahl kann man in den Einstellungen angeben: Hauptmenü > ‚Bearbeiten‘ > ‚Einstellungen‘ > Bereich ‚Timeline‘ > Max. Leerjahre (Requisiten-Timeline)), wird stattdessen eine graue Leerzeile eingefügt (7). Dieses Verbergen kann man aber in den Optionen der Requisiten-Timeline (8) ausschalten.

Wenn man umgekehrt auf eine der belegten Zellen klickt, wird dieses Ereignis in den Requisiten gesucht und angezeigt. Klickt man auf eine leere Zelle, wird auf den Bilderreiter der betroffenen Figur umgeschaltet.

Die Breite der Spalten lässt sich verändern (9).

Wie bereits gestreift, kann man nicht nur Figuren, sondern auch die beiden anderen Requisitentypen Schauplatz und Gegenstand verwenden. So könnte man die Renovierungsdauer einer Wohnung ebenso einbinden, wie Anfang und Ende eines Urlaubs. Wie lange eine bestimmte Arbeit benötigt oder den Zeitraum einer Schwangerschaft. Zu allem hat man hier eine Übersicht.

Zeitdifferenzen: ein sehr praktisches Feature ist dir Möglichkeit, sich die Differenz zwischen zwei Zeilen anzeigen zu lassen. Dafür klickt man auf eine Zeile. Sobald man dann mit der Maus auf- oder abfährt, wird im Titel der Jahresspalte in Klammern die Differenz angezeigt. Das brauche ich zum Beispiel oft, um nachzusehen, wie alt ein Protagonist war, als sich etwas Bestimmtes ereignete.

In der Werkzeugleiste (8) warten noch folgende Optionen auf den Anwender (von links nach rechts):

Timeline neu aufbauen: üblicherweise nicht nötig, da dies automatisch geschieht, wenn man in einem der Notizfenster der Requisiten geändert hat.

Szenen integrieren: Wenn aktiv, werden auch die Daten der Szenen in einer neuen Spalte ganz vorne mit eingebunden.

Alle Knoten immer geöffnet: Damit werden all die Knoten der Jahre geöffnet oder geschlossen, bei denen es mehrere Daten gibt.

Datumsspalte anzeigen: Damit kann man das genau Datum, also den Tag, ausblenden.

Datum im Text anzeigen: Sinnvoll gemeinsam mit dem vorherigen Knopf: Das Datum wird direkt in der Requisitenspalte angezeigt.

Leerjahr-Segmente doch anzeigen: Damit werden auch mehrere aktionslose Jahre angezeigt anstatt des grauen Balkens.

Spaltenübersicht zweizeilig: Wenn aktiv, wird in der zweiten Titelzeile die Bemerkung zur Figur angezeigt.

Hat man sich einmal an die Requisiten-Timeline gewöhnt, würde sich manch einer vielleicht – so wie ich – etwas amputiert vorkommen, hätte er sie mit einem Mal nicht mehr.

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Martin Danesch


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