Ablenkungsfreies Schreiben mit ZenPen

ZenPenBeim Stöbern im Internet bin ich wieder mal auf eine interessante Online-Schreib-App für Schriftsteller gestoßen: ZenPen.

Im Gegensatz zu den meisten Online-Apps erfordert ZenPen keinerlei Registrierung: Sie rufen einfach die Seite im Browser auf, löschen den Beispieltext und fangen an zu schreiben.

Das hat sowohl Vor- als auch Nachteile. Es gibt keine Benutzernamen und Passwörter, die man sich merken müsste, und auch keine Daten, die irgendwo in der Cloud gespeichert sind. Doch auf der anderen Seite gibt es auch keine Möglichkeit, die geschriebenen Texte im Internet zu speichern und später von einem anderen PC daruf zuzugreifen, wie es beispielsweise mit Google Text oder der Online-Version von Microsoft Office möglich ist.

Stattdessen können Sie die geschriebenen Texte jederzeit im Markdown-Format, im HTML-Format oder als reinen Text lokal abspeichern (unterwegs z.B. auf einem USB-Stick) oder sie alternativ in einem der drei Formate in die Zwischenablage kopieren, um sie anschließend mit einem anderen Programm weiter zu bearbeiten.

ZenPen beschränkt sich auf relativ wenige Features, doch diese sind für die meisten Fälle völlig ausreichend: ein ablenkungsfreier Vollbildmodus, ein Nachtmodus mit heller Schrift auf dunklem Grund und die Möglichkeit, Texte als fett, kursiv oder als eingerücktes Zitat zu fomatieren. Auch Hyperlinks zu Webseiten und externen Quellen lassen sich schnell und einfach hinterlegen.

ZenPen ist eine gute Alternative, wenn man auf seinem Rechner kein Programm wie WriteMonkey, FocusWriter oder Q10 installiert hat und „nur mal schnell“ einen kurzen Text wie einen Blogpost schreiben möchte. Für längere Texte ist es nicht geeignet, da man zwar Texte exportieren/speichern, aber keine bestehenden Texte laden kann.

Schließt man versehentlich den Browser oder stürzt dieser ab, bevor man seinen Text speichern konnte, ist dieser verloren. Da man also immer einen USB-Stick zum Speichern braucht, um an einem fremden Rechner mit ZenPen arbeiten zu können, kann man sich auf denselben Stick auch gleich die portablen Versionen von WriteMonkey, FocusWriter oder Q10 installieren, die deutlich mehr Möglichkeiten bieten und bei denen man nicht Gefahr läuft, seinen Text durch einen falschen Mausklick zu verlieren.

Fazit: Falls ZenPen in einer späteren Mögichkeit bieten sollte, ähnlich wie beispielsweise Protectedtext die geschriebenen Texte passwortgeschützt auf dem Server des Anbieters zu speichern, würde ich es durchaus als Online-Alternative zu den bekannten Zenware-Schreibprogrammen empfehlen. Auf dem jetzigen Stand ist ZenPen jedoch nichts als eine nette Spielerei, für die sich leider in der Praxis kaum eine Anwendungsmöglichkeit findet.

Sie finden ZenPen unter http://www.zenpen.io.


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