Markdown für Schriftsteller

Neben der ewigen Diskussion zwischen ‚Plottern‘ und ‚Pantsern‘, ob man Romane im Voraus planen oder ob sich die Handlung erst beim Schreiben entwickeln sollte, ist die wohl häufigste Diskussion unter Schriftstellern die darüber, was die optimale Software zum Schreiben ist.

Die einen schwören auf Scrivener, andere auf Papyrus oder Microsoft Word und noch andere auf minimalistische, ablenkungsfreie Schreibprogramme wie WriteMonkey, FocusWriter oder Q10.

Und seit immer mehr Schriftsteller nebenbei auch mobil auf ihren Tablets oder gar Smartphones an ihren Büchern und Geschichten arbeiten, ist nicht nur die Auswahl möglicher Programme sogar noch größer geworden, sondern es ergibt sich zusätzlich auch noch ein nicht zu unterschätzendes neues Problem: das der Kompatibilität und des Datenaustauschs zwischen den unterschiedlichen Programmen.

Auch wenn es auf Smartphones und speziell Tablets mittlerweile auch ausgewachsene Office-Pakete wie das von SoftMaker gibt, die vollständig kompatibel zu ihrem PC-Pendant sind, werden die meisten Schriftsteller am Tablet und erst recht am Smartphone eher auf minimalistische Schreibapps wie Jotterpad zurückgreifen, die auf eine unübersichtliche und platzraubende Benutzeroberfläche verzichten und dadurch mehr Bildschirmplatz für das bieten, was wirklich zählt: den eigentlichen Text.

Und da fangen dann auch schon die Probleme an. Denn (außer am iPad) gibt es keine kompatible App, mit der man beispielsweise seine Scrivener-Projekte unterwegs öffnen kann – selbst wenn man diese per Dropbox in der Cloud speichert. Und wie bekommt man die Texte, die man unterwegs an seinem Tablet oder Smartphone geschrieben hat, zuhause wieder in sein Scrivener-Projekt eingebettet?

Wer nur an einem festen Rechner (also beispielsweise am heimischen Desktop-PC oder am Laptop) an seinen Schreibprojekten arbeitet, hat hiermit natürlich überhaupt kein Problen und kann somit glücklich und zufrieden mit dem Schreibprogramm seiner Wahl arbeiten.

Doch wer je nach Aufenthaltsort und sich bietender Gelegenheit zum Schreiben zwischen Desktop, Laptop, Tablet und Smartphone hin und her wechselt und vielleicht zusätzlich auch noch in der Mittagspause am Büro-PC über eine cloudbasierte App im Browser schreibt, kennt das Problem nur zu gut: Wie greife ich von jedem meiner Schreibgeräte aus auf den aktuellen Stand meines aktuellen Schreibprojekts zu und wie kann ich daran weiter arbeiten, ohne die Texte später aufwändig mit viel manueller Arbeit wieder in mein Schreibprojekt importieren zu müssen?

Glücklicherweise gibt es eine einfache Lösung für das Problem: Textdateien mit Markdown-Formatierung.

Jeder Rechner (was auch Tablets und Smartphones mit einschließt) und jedes Betriebssystem hat einen Editor für simple Textdateien. Wenn man also sein Manuskript als Textdateien in einem Cloud-Speicher wie Dropbox speichert, kann man von jedem Rechner mit Internet-Zugriff aus jederzeit an diesen Dokumenten arbeiten.

So kann man unter Android beispielsweise mit JotterPad auf Textdateien aus seiner Dropbox zugreifen oder sogar unterwegs neue Dateien erstellen, die einem dann dank automatischer Synchronisierung auch zuhause am Desktop-PC sofort zur Verfügung stehen.

Am PC kann man diese Dateien mit jedem Texteditor oder natürlich mit ablenkungsfreien Zenware-Schreibprogrammen wie WriteMonkey, FocusWriter oder Q10 bearbeiten – und mehr braucht man eigentlich nicht, um produktiv zu arbeiten.

An dieser Stelle werden vermutlich viele Leser frustriert aufstöhnen: Was ist denn mit Formatierungen wie Überschriften, fett, kursiv oder gar Auflistungen, die es im reinen Textformat überhaupt nicht gibt? Soll man diese etwa alle erst später bei der Überarbeitung des Manuskripts in einer „richtigen“ Textverarbeitung nachpflegen?

Keine Sorge: hier kommt Markdown ins Spiel. Markdown ist eine einfache Formatierungssprache, die man in jedem Texteditor schreiben kann und die man später mit kostenlosen Programmen wie Pandoc (http://pandoc.org/) in RTF, DOC und andere Formate umwandeln kann.

Eine kurze Einfühurung mit den wichtigsten Markdown-Formatierungen für Autoren finden Sie unter http://texwelt.de/wissen/markdown_help/. Bei Heise gibt es auch eine Syntaxübersicht zu Markdown im PDF-Format zum Download.

Hier bekommen Sie einen schnellen Überblick, wie Sie in Markdown beispielsweise Wörter oder ganze Textpassagen als fett oder kursiv kennzeichnen können, mit mehreren Ebenen von Überschriften, eingerückten Zitaten oder unterschiedlichen Typen von Listen arbeiten können – und das alles innerhalb eines ganz normalen Textdokuments.

Doch es gibt noch einen anderen Grund, sich beim Schreiben auf das Markdown-Format einzulassen: die langfristige Kompatibilität und Verfügbarkeit der eigenen Texte. Es wird auch in zehn, zwanzig oder fünfzig Jahren immer noch Programme geben, die simple Textdateien öffnen können – egal, mit welchem Betriebssystem die Rechner bis dahin arbeiten und was bis dahin aus den heute bekannten Software-Firmen geworden sein mag.

Aber können Sie mit Sicherheit sagen, ob es in 20 Jahren noch Scrivener, Papyrus etc. geben wird? Was schlimmstenfalls bedeutet, dass Sie irgendwann keinen Rechner und kein Programm mehr haben, mit dem Sie Ihre heutigen Manuskripte noch öffnen können – selbst wenn Sie die eigentlichen Dateien gut aufgehoben haben. Denken Sie beispielsweise an Textverarbeitungsprogramme aus den 80er- und 90er-Jahren, deren Dateien heutzutage kein aktuelles Programm mehr öffnen kann. Oder an eigentlich tolle Schreibprogramme wie den „Liquid Story Binder“, die irgendwann von ihren Entwickern aufgegeben und nicht mehr weiter entwickelt werden und daher früher oder später auf keinem aktuellen Rechner mehr laufen. Mit jedem dieser Programme sterben auch alle Dateien, die nur mit diesem einen Programm geöffnet und bearbeitet werden konnten. Mit dem Textformat und Markdown kann Ihnen das nicht passieren.

Natürlich hat die Entscheidung für Textdateien mit Markdown gegenüber leistungsstarken Schreibprogrammen wie Scrivener auch Nachteile. Wer gerne mit der Pinwand von Scrivener arbeitet, um seine Schreibprojekte zu planen und zu strukturieren, muss sich bei der Arbeit mit simplen Textdateien an eine andere Arbeitsweise gewöhnen.

Am PC kann man mit zwei getrennten Programmen arbeiten, deren Fenster man per Split-Screen nebeneinander auf dem Monitor anordnet – beispielsweise links den Texteditor zum Schreiben und rechts ein Gliederungsprogramm wie „RightNote“ oder „Keynote NF“ (oder ein Mindmapping-Programm) für Struktur und Planung. Noch komfortabler ist es natürlich, wenn man zwei Monitore an seinen PC (oder einen zusätzlichen externen Monitor an seinen Laptop) anschließt und den Hauptmonitor zum Schreiben verwenden kann, während auf dem zweiten Monitor die Strutur- und Recherche-Unterlagen in einem separaten Programm angezeigt werden.

Doch da mobile Geräte wie Tablets oder Smartphones ohnehin nicht genug Platz am Bildschirm bieten, um Text und Notizen nebeneinander einzublenden, kann ich für mobile Schriftsteller in erster Linie die guten alten Karteikarten empfehlen.

Ich plane meine Schreibprojekte auf linierten Karteikarten im Format A6. Jede Karte enthält die Notizen zu einer Szene bzw. zu einem Abschnitt/Unterthema eines Sachbuch-Projekts. Mit einer Büroklammer lassen sich mehrere Szenen/Abschnitte bequem zu einem Kapitel bündeln, wobei das „Kapitel-Deckblatt“, für das ich aus Gründen der leichteren Unterscheidbarkeit gelbe Karteikarten verwende, nochmal eine summarische Zusammenfassung des geplanten Kapitels enthält.

Ein komplettes Buchprojekt kann je nach Umfang aus bis zu 200 Karteikarten bestehen. Um diese jederzeit griffbereit dabei zu haben, verwende ich ein sogenanntes „CardSkin“ (Link siehe unten), das auch unterwegs stets in meiner Jackentasche steckt.

Wenn man sich erst einmal an diese Arbeitsweise gewöhnt hat, ist das ähnlich komfortabel wie die Arbeit mit Scrivener oder einer ähnlichen Schreibsoftware.

Sogar wenn ich unterwegs mal weder mit dem Laptop noch mit dem Tablet, sondern lieber von Hand in mein Notizbuch schreibe, brauche ich meine Arbeitsweise nicht zu ändern: dank Karteikarten habe ich meine komplette Planung und Struktur jederzeit griffbereit dabei und sogar handschriftlich kann man mit Markdown-Formatierung schreiben und diese Passagen dann später zu Hause einfach und schnell abtippen.

Probieren Sie es ruhig einmal aus. Vielleicht werden auch Sie dann zu dem Schluss kommen, dass „einfach“ einfach die bessere Lösung ist.

Links:


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George R.R. Martin und das Geheimnis der Produktivität

Was würden Sie vermuten, was man für einen „optimalen Schreib-PC“ ausgeben muss? Ist es ein teurer Apple-Rechner mit riesigem Flachbildschirm? Oder doch eher ein superflaches Ultrabook mit Full-HD-Display und Hochleistungs-Akku?

Wenn Sie George R.R. Martin, den Autor der bekannten Fantasy-Romanserie „Ein Lied von Eis und Feuer“ (in Deutschland besser bekannt unter dem Titel der Serien-Verfilmung „Game of Thrones“) fragen, würde dieser über derartige Vorschläge höchstens amüsiert schmunzeln.

Denn George R.R. Martin schreibt, obwohl er zweifellos jeden noch so leistungsfähigen High-Tech-Rechner und die modernste Schreibsoftware aus der Portokasse bezahlen könnte, seine Romane auch heute noch auf einem alten DOS-Rechner unter WordStar 4.0.

Das muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen: Wir reden hier von einem Rechner der Prä-Windows-Ära, dessen Betriebssystem noch auf einer Diskette ausgeliefert wurde, und einem Schreibprogramm, das bereits 1987 erschienen ist und somit nächstes Jahr schon seinen 30. Geburtstag feiert.

Doch warum bleibt jemand wie George R.R. Martin bei einer derart antiquierten Hard- und Software, die nach heutigen Gesichtspunkten so gut wie überhaupt nichts kann?

Gut, wir wissen nicht, ob es sich bei seinem Schreib-PC immer noch um denselben alten Rechner von Anno Tobak handelt, oder um einen aktuellen PC, auf dem das alte DOS-Betriebssystem und Wordstar 4.0 neu installiert wurden – aber Fakt ist, dass sein Schreib-PC nicht mit dem Internet verbunden ist und er eine altertümliche Schreibsoftware verwendet, die vom Aussehen und vom Leistungsspektrum her mit einer modernen Textverarbeitung wie Word 2016 ungefähr genausoviel gemein hat wie der erste Ford-Oldtimer „Tin Lizzy“ mit einem modernen Tesla-Sportwagen.

Der Grund für George R.R. Martins Treue zum alten WordStar 4.0 ist bemerkenswert: In einem Interview sagte Martin, dass WordStar 4.0 alles könne, was er bei einem Schreibprogramm benötige. Er brauche weder eine Autokorrektur noch eine Rechtschreibprüfung, die ohnehin nur über jeden der zahllosen Namen in seinem Fantasy-Epos stolpern würde. Windows und moderne Schreibprogramme hätten zu viele Features, die er beim besten Willen nicht gebrauchen kann – aber dafür zahlreiche Bugs und Schwachstellen, die zu Abstürzen und Datenverlust führen können, während seine archaische Kombination aus DOS und WordStar 4.0 seit Jahrzehnten stabil und zuverlässig läuft.

Für andere Dinge wie zum Surfen im Internet, das Empfangen und Schreiben von Emails oder seine Steuererklärung, habe er einen zweiten, moderneren PC, der, wie man es gewohnt ist, permanent mit dem Internet verbunden ist.

So mancher jüngere Leser, der mit Windows, Android und iOS groß geworden ist und der sich schon unwohl fühlt, wenn er mehrere Stunden am Stück ohne WLAN, DSL und LTE offline ist, wird über George R.R. Martins Arbeitswerkzeug vielleicht verwundert den Kopf schütteln.

Andere werden jetzt direkt zu Google wechseln und recherchieren, wo man heute noch eine Lizenz von WordStar 4.0 bekommt oder wie man das alte DOS-Betriebssystem auf einem modernen Quad-Core-PC installieren kann.

Aber es geht nicht darum, die Arbeitsweise eines anderen Schriftsteller zu kopieren. Es wird immer Hobby-Schriftsteller geben, die auf der Suche nach dem Geheimis des Erfolgs Artikel über die Arbeitsweise und die Rituale erfolgreicher Bestseller-Autoren lesen und diese in der irrigen Hoffnung nachahmen, dass irgendwo darin das Geheimnis ihres Erfolgs verborgen sein müsse. Wenn Stephen King beim Schreiben laute Heavy-Metal-Musik hört, passt das für King. Mich würde es wahnsinnig machen, obwohl ich Heavy Metal liebe. Beim Schreiben brauche ich meine Ruhe – da müssen Lemmy und Angus warten.

Statt die Arbeitsweisen und Gewohnheiten erfolgreicher Schriftsteller kritiklos zu übernehmen, sollten wir eher hinterfragen und ergründen, warum sie sich für diese Arbeitsweise entschieden haben. Solche Überlegungen können uns weitaus mehr dabei helfen, herauszufinden, ob und wie weit wir die Vorteile dieses Ansatzes auch für uns nutzbar machen können.

Statt also nach diesem vielleicht etwas schrullig wirkenden Bekenntnis des Erfolgsschriftstellers gleich nach einem alten DOS-Rechner und einer WordStar-Lizenz Ausschau zu halten, sollten wir aus dem Einblick in G.R.R. Martins Arbeitsalltag lieber zwei Dinge herauslesen, die wir auch auf unseren Schreiballtag übertragen können:

1. Es gibt niemals ein optimales Schreibwerkzeug, aber mit Sicherheit eines, das „gut genug“ ist.

Viele von uns sind permanent auf der Suche nach einem noch besseren Schreibprogramm, das es uns endlich leichter macht, unsere Bücher zu schreiben. Frei nach dem Motto „Drum prüfe, wer sich ewig bindet, ob sich nicht noch was besseres findet“ schielen wir immer nach links und rechts – stets in der Hoffnung, dass irgendwann jemand das perfekte Schreibtool entwickelt: die eierlegende Wollmilchsau, die Szenen, Charaktere, Zeitstrahl, Handlungsbögen etc. verwaltet und verknüpft und das Schreiben eines Bestsellers zu einem Spaziergang macht.

Und selbst wenn wir uns für eine Schreibsoftware entschieden haben, warten wir dennoch freudig auf jede neue Version und jedes neue Update – stets in der Hoffnung, dass vielleicht ein paar neue Funktionen und Möglichkeiten dabei sind, die uns das Leben (und das Schreiben) einfacher machen.

Aber was davon braucht man wirklich, um gute Bücher zu schreiben?

William Shakespeare und seine Zeitgenossen schrieben ihre Stücke mit Feder und Papier und schafften es trotzdem, produktiver als viele heutige Schrifsteller zu sein und Werke zu erschaffen, die auch nach Jahrhunderten noch lange nicht in Vergessenheit geraten sind.

Oder nehmen Sie die Schriftsteller der klassischen Pulp-Romane, die wie auch Hemingway ihre Manuskripte in schwergängige mechanische Schreibmaschinen hämmerten. Kein Copy&Paste, kein Drag&Drop, keine Autokorrektur – nicht einmal eine Backspace-Taste. Dennoch schafften viele dieser Pulp-Autoren es, über etliche Jahre hinweg pünktlich und präzise wie ein Schweizer Uhrwerk alle paar Wochen ein neues Manuskript beim Verlag abzuliefern.

Nein, die Wahl des PCs und der Schreibsoftware ist zweitrangig. Suchen Sie sich ein Programm aus, das Ihnen gefällt, mit dem Sie gut klar kommen und dessen interne Logik Ihrer Arbeisweise entspricht, und dann bleiben Sie dabei – genau wie George R.R. Martin bis heute seinem WordStar treu geblieben ist. Denn das einzige Schreibwerkzeug, auf das es wirklich ankommt, ist unser Gehirn – und es fällt wesentlich leichter, sich beim Schreiben auf das eigentliche Manuskript zu konzentrieren, wenn man die Schreibsoftware und ihre Bedienung längst wie im Schlaf beherrscht.

2. Zum Schreiben braucht man kein Internet

Die strikte Trennung zwischen einem reinen Schreibcomputer, der nicht mit dem Internet verbunden ist und ausschließlich zum Schreiben dient, und einem normalen Internet-PC für alle sonstigen Tätigkeiten, wie George R.R. Martin sie praktiziert, ist eines der besten Dinge, die man für seine Produktivität als Schriftsteller tun kann.

Es fällt oft schwer, sich aufs Schreiben zu konzentrieren, wenn Emails, Twitter, Facebook, YouTube und andere Ablenkungen stets nur einen Mausklick entfernt sind. Selbst wenn man akustische Benachrichtigungen und Popup-Fenster für neue Nachrichten ausgeschaltet hat, ist doch immer die Verlockung da, „nur mal schnell“ etwas online zu recherchieren oder zu verifizieren.

Auch ich habe aus diesem Grund meinen Schreib-PC (einen alten Pentium 4 mit Windows XP und 512 MB RAM, der weder über WLAN noch über Kabel mit dem Internet verbunden ist) in einem anderen Raum als meinen normalen Internet-PC.

Dort schreibe ich im Stehen an meinem selbstgebauten Schreibpult mit einer guten mechanischen Tastatur, deren Tastenklicken das einzige Geräusch ist, das ich beim Schreiben höre. Auf dem PC ist außer WriteMonkey, das ich bevorzugt zum Schreiben meiner Rohfassungen verwende, und Wikidpad, das ich zum Verwalten der Hintergrundinformationen für mein aktuelles Romanprojekt benötige, kein weiteres Programm installiert. Keine Spiele, keine anderen Anwendungsprogramme – gar nichts. Alle Notizen und Informationen, die ich zum Schreiben benötige, nehme ich nur in Papierform in meinen Schreibraum mit.

Der PC ist so konfiguriert, dass er beim Hochfahren direkt WriteMonkey startet und mein aktuelles Manuskript lädt, so dass ich sofort mit dem Schreiben loslegen kann.

Was WordStar 4.0 für George R.R. Martin ist, ist WriteMonkey für mich: eine ablenkungsfreie Schreibumgebung, die genau das kann, was ich zum Schreiben von Artikeln, Sachbüchern, Kurzgeschichten und Romanen brauche, und die auf unnötige Spielereien verzichtet.

Diese Konfiguration hat für mich gleich mehrere Vorteile:

Das Schreiben im Stehen ist nicht nur gut für die Gesundheit (wenn Sie mehr hierüber lesen möchten, empfehle ich Ihnen meinen Kompaktratgeber „(M)ein Platz zum Schreiben„), sondern auch für die Konzentration. Es ist wesentlich leichter, im Sitzen zu faulenzen, als im Stehen. ;-)

Das Fehlen jeglicher Internetverbindung (ich nehme üblicherweise nicht einmal einen Tablet-PC oder mein Smartphone mit in meinen Schreibraum) sorgt dafür, dass ich mich hier ausschließlich aufs Schreiben konzentrieren kann.

Als ich noch versucht habe, meine Manuskripte an meinem normalen Internet-PC zu schreiben, war die Versuchung immer groß, nur noch schnell nach Mails zu schauen, ein wenig bei Amazon oder bei eBay zu stöbern, ein neues Simons-Cat-Video anzusehen oder etwas an meiner Webseite herum zu basteln, statt wirklich an meinem aktuellen Manuskript zu arbeiten. Nur noch fünf Minütchen, bis der Kaffee wirkt oder bis ich den richtigen Ansatz habe, wie ich diesen Artikel oder jene Szene angehen könnte… Unnötig zu sagen, dass aus den „fünf Minütchen“ nur allzu oft eine halbe oder gar eine ganze Stunde wurde.

Mit dem reinen Schreib-PC habe ich dieses Problem nicht mehr. Erstens ist das Faulenzen und Herumtrödeln im Stehen nicht mehr so gemütlich und entspannend wie im Sitzen, und zweitens fehlen die Ablenkungen und Alternativen. Wenn man nur das geöffnete Manuskript vor sich hat, dauert es nicht lange, bis man tatsächlich mit dem Schreiben beginnt – und wie bei fast allen Dingen ist es auch hier so, dass das Anfangen eigentlich das Schwerste ist. Ist man erst einmal dran, läuft es fast von alleine.

Wenn mir beim Schreiben eine Information fehlt, die ich erst recherchieren müsste, habe ich offenbar schlecht vorgeplant. Aber schlimm ist das auch nicht. Allein der Aufwand, in einen anderen Raum gehen zu müssen, um „mal schnell“ etwas zu googeln, sorgt schon dafür, dass man beim Schreiben eher einen Platzhalter einsetzt (z.B. [hier Name des Erzbischofs von Köln im Jahr 1782 einsetzen]) und die fehlenden Informationen später bei der Überarbeitung des Manuskripts in einem Aufwasch recherchiert und nachträgt.

Probieren Sie es einfach einmal aus. Sie müssen natürlich nicht unbedingt im Stehen schreiben, aber ein billiger, altmodischer Schreib-PC ohne Internetzugang (bekommt man gebraucht schon unter 50 Euro) mit einer relativ simplen Schreibsoftware könnte sich durchaus auch für Sie als wahre Produktivitäts-Geheimwaffe erweisen – sozusagen auf den Spuren von George R.R. Martin. Sie befinden sich also in guter Gesellschaft.


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Schreibsprints mit WriteMonkey

Gerade im NaNoWriMo ist es wichtig, innerhalb der knappen Zeit, die einem zum Schreiben zur Verfügung steht, möglichst gut voran zu kommen. Schließlich will man innerhalb von nur 30 Tagen ein komplettes Roman-Manuskript von mindestens 50.000 Wörtern in den Computer hämmern.

Ein probates Mittel, um einen gleichbleibend hohen Output zu erzielen, sind Schreibsprints. Dabei stellt man einen Timer auf eine bestimmte Zeit (beispielsweise 10 Minuten) und versucht dann, innerhalb dieser Zeit möglichst viel zu schreiben – mindestens jedoch eine bestimmte Anzahl von Wörtern.

Gerade während des NaNoWriMos sind Schreibsprints praktisch, um sicherzustellen, dass man tatsächlich so gut wie geplant vorankommt. Sagen wir, dass Sie Ihren NaNoWriMo-Roman recht gut vorgeplant haben und die Rohfassung mit mindestens 1.200 Wörtern pro Stunde runterreißen wollen, damit Sie in 90 Minuten pro Tag Ihr statistisches Tagessoll (50.000 Wörter / 30 Tage = 1.667 Wörter pro Tag) nicht nur erreichen, sondern sich sogar noch einen kleinen Puffer aufbauen.

Es ist wesentlich einfacher, über den Tag verteilt immer wieder mal zwischendurch 10 Minuten Zeit fürs Schreiben zu finden, als 90 Minuten am Stück freizuschaufeln. Wenn Sie die 1.200 Wörter pro Stunde also auf sechs Schreibsprints á 10 Minuten aufteilen, müssten Sie je Schreibsprint 200 Wörter schaffen.

Doch wie sehen Sie während des Schreibens, ob Sie gut im Plan liegen? Dies ging früher sehr gut mit dem Programm „Write Or Die“ von Dr. Wicked, doch während die erste Version zwei sich langsam füllende Balken für Wordcount und Zeit zeigte, an denen man jederzeit exakt ablesen konnte, ob man gut im Rennen liegt, wurde dieses nützliche Feature leider bei der ansonsten optisch aufgewerteten Version 2.0 weggelassen

Es gibt allerdings die Möglichkeit, das Schreibprogramm WriteMonkey so zu konfigurieren, dass es für Schreibsprints perfekt geeignet ist. Ich zeige Ihnen in diesem kurzen Tutorial, welche Einstellungen Sie vornehmen müssen, um WriteMonkey zum perfekten Tool für Schreibsprints zu machen.

Screenshot WriteMonkey

Aktivieren Sie in den Optionen im Reiter „Bildschirmelemente“ den grafischen Fortschrittsbalken. Wie breit dieser Balken dargestellt werden soll, können Sie direkt darunter einstellen.

Durch diese Option wird der Wordcount des aktuellen Dokuments nicht mehr nur als Zahl, sondern zusätzlich auch als Balken in Relation zur geplanten Länge des Dokuments angezeigt.

Vor dem Start eines neuen Schreibsprints drücken Sie in WriteMonkey F6 (= Segmentfokus aktivieren), um den bisher geschriebenen Text auszublenden. Egal, wie lang Ihr Manuskript bereits ist – der bisherige Text wird nun ausgeblendet und beim Wordcount nicht mehr mitgezählt. Sie beginnen also mit jedem neuen Schreibsprint wieder bei null.

Wenn Sie erneut F6 drücken, wird der Segmentfokus aufgehoben und das komplette Manuskript wieder eingeblendet. Es besteht also nicht die Gefahr, durch den Segmentfokus Daten zu verlieren – hierbei wird wirklich nur der zuvor geschriebene Text ausgeblendet.

Nachdem Sie mit F6 den Segmentfokus aktiviert haben (der Bildschirm ist also leer, der komplette Text ausgeblendet), drücken Sie F12 für die Textstatistiken.

Screenshot WriteMonkeyHier können Sie den Fortschrittszähler aktivieren (oberer roter Rahmen) und die Anzahl der Wörter festlegen, die Sie innerhalb des kommenden Schreibsprints schreiben wollen.

Im unteren Bereich „Schnellschreiben“ aktivieren Sie den Countdown-Zähler (Häkchen setzen, Zeit auf beispielsweise 10 Minuten einstellen).

Sobald Sie so weit sind, dass Sie mit dem Schreibsprint beginnen wollen, klicken Sie auf „Start“ und schließen das Fenster mit OK.

Screenshot WriteMonkeyWährend Sie nun konzentriert an Ihrem Manuskript schreiben, füllt sich langsam der Fortschrittsbalken am unteren Rand. Sobald Sie Ihr Soll (in unserem Beispiel 200 Wörter) erreicht haben, beginnt der Balken am linken Bildschirmrand von vorne – diesmal allerdings in Rot, um zu zeigen, dass Sie das Ziel nicht nur erreicht, sonderns sogar schon überschritten haben).

Die kleine Markierung über dem Fortschrittsbalken (siehe Pfeil) ist der Countdown-Uhrzeiger, der langsam in Richtung des rechten Bildschirmrands wandert. Erreicht der Zeiger den rechten Rand, ist die Zeit um.

Durch diesen kleinen Trick sehen Sie jederzeit auf einen Blick, wie Sie im Rennen liegen. Solange der Countdown-Uhrzeiger den Balken für den Wordcount nicht überholt, liegen Sie gut im Rennen. Hängt dieser Sie ab und wandert schneller nach rechts, als Ihr Wordcount-Fortschrittsbalken wächst, sind Sie zu langsam und müssen einen Zahn zulegen.

Nach Ende des Schreibsprints drücken Sie wieder F12 und klicken zum Abschluss auf den Button „Stop/Zurücksetzen“.

Um direkt nach Ablauf der Zeit den nächsten Schreibsprint zu starten, können Sie die Sache abkürzen: Falls Sie kein neues Manuskript begonnen hatten, sondern anfangs mit F6 Ihr bisheriges Manuskript ausgeblendet hatten, drücken Sie F6, um alles wieder einzublenden. Drücken Sie anschließend erneut F6, um den Segmentfokus wieder für den nächsten Schreibsprint zu aktivieren. Der Bildschirm müsste anschließend wieder leer sein und der Wordcount auf 0 stehen.

Drücken Sie F12 für die Textstatistiken, Stoppen Sie den Timer mit „Stop/Zurücksetzen“ und starten Sie ihn anschließend direkt wieder mit „Start“ neu. Verlassen Sie das Fenster mit „OK“ – und der nächste Schreibsprint beginnt sofort.

Probieren Sie es einfach einmal aus – es ist äußerst motivierend. Sie können diese Technik auch nutzen, um beispielsweise Anthony Trollope nachzueifern, der dafür bekannt war, während seiner morgendlichen Schreibsessions alle 15 Minuten 250 Wörter (also eine Seite) seines aktuellen Roman-Manuskripts zu schreiben. In diesem Sinne: Do the Trollope! ;-)


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Ablenkungsfreies Schreiben mit ZenPen

ZenPenBeim Stöbern im Internet bin ich wieder mal auf eine interessante Online-Schreib-App für Schriftsteller gestoßen: ZenPen.

Im Gegensatz zu den meisten Online-Apps erfordert ZenPen keinerlei Registrierung: Sie rufen einfach die Seite im Browser auf, löschen den Beispieltext und fangen an zu schreiben.

Das hat sowohl Vor- als auch Nachteile. Es gibt keine Benutzernamen und Passwörter, die man sich merken müsste, und auch keine Daten, die irgendwo in der Cloud gespeichert sind. Doch auf der anderen Seite gibt es auch keine Möglichkeit, die geschriebenen Texte im Internet zu speichern und später von einem anderen PC daruf zuzugreifen, wie es beispielsweise mit Google Text oder der Online-Version von Microsoft Office möglich ist.

Stattdessen können Sie die geschriebenen Texte jederzeit im Markdown-Format, im HTML-Format oder als reinen Text lokal abspeichern (unterwegs z.B. auf einem USB-Stick) oder sie alternativ in einem der drei Formate in die Zwischenablage kopieren, um sie anschließend mit einem anderen Programm weiter zu bearbeiten.

ZenPen beschränkt sich auf relativ wenige Features, doch diese sind für die meisten Fälle völlig ausreichend: ein ablenkungsfreier Vollbildmodus, ein Nachtmodus mit heller Schrift auf dunklem Grund und die Möglichkeit, Texte als fett, kursiv oder als eingerücktes Zitat zu fomatieren. Auch Hyperlinks zu Webseiten und externen Quellen lassen sich schnell und einfach hinterlegen.

ZenPen ist eine gute Alternative, wenn man auf seinem Rechner kein Programm wie WriteMonkey, FocusWriter oder Q10 installiert hat und „nur mal schnell“ einen kurzen Text wie einen Blogpost schreiben möchte. Für längere Texte ist es nicht geeignet, da man zwar Texte exportieren/speichern, aber keine bestehenden Texte laden kann.

Schließt man versehentlich den Browser oder stürzt dieser ab, bevor man seinen Text speichern konnte, ist dieser verloren. Da man also immer einen USB-Stick zum Speichern braucht, um an einem fremden Rechner mit ZenPen arbeiten zu können, kann man sich auf denselben Stick auch gleich die portablen Versionen von WriteMonkey, FocusWriter oder Q10 installieren, die deutlich mehr Möglichkeiten bieten und bei denen man nicht Gefahr läuft, seinen Text durch einen falschen Mausklick zu verlieren.

Fazit: Falls ZenPen in einer späteren Mögichkeit bieten sollte, ähnlich wie beispielsweise Protectedtext die geschriebenen Texte passwortgeschützt auf dem Server des Anbieters zu speichern, würde ich es durchaus als Online-Alternative zu den bekannten Zenware-Schreibprogrammen empfehlen. Auf dem jetzigen Stand ist ZenPen jedoch nichts als eine nette Spielerei, für die sich leider in der Praxis kaum eine Anwendungsmöglichkeit findet.

Sie finden ZenPen unter http://www.zenpen.io.


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Thought Plan: praktisches Online-Planungstool für Schriftsteller

Vor einigen Wochen bin ich über Twitter auf ThoughtPlan gestoßen, ein praktisches neues Online-Planungstool vom deutschen Entwickler Maximilian Schmitt, das gerade für Schriftsteller sehr empfehlenswert ist.

Dass es sich bei ThoughtPlan um eine deutsche Entwicklung handelt, sieht man dem Programm und der Webseite nicht auf Anhieb an, da alles komplett in Englisch gehalten ist. Aber da der Textanteil der Benutzeroberfläche nur minimal ist, kann man hiermit gut leben.

Wenn man die programmspezifischen Begriffe wie ThoughtPlan (also der „Gedankenplan“) und die darin enthaltenen „Gedanken“ einmal außen vor lässt, handelt es sich bei ThoughtPlan schlicht und einfach um einen webbasierten Outliner mit Markdown-Funktionalität.

Jeder „Gedankenplan“ ist nichts anderes als ein Ordner, den man für ein bestimmtes Projekt anlegt. Innerhalb dieses Ordners kann man dann beliebig viele „Gedanken“ (also einzelne Texte) anlegen, die man jederzeit per Drag&Drop umsortieren und in die optimale Reihenfolge bringen kann.

Die Benutzeroberfläche ist dabei angenehm minimalistisch und erinnert positiv an Zenware-Schreibprogramme wie WriteMonkey, mit dem ThoughtPlan übrigens wunderbar zusammenarbeitet – aber dazu später mehr…

Wie anfangs erwähnt ist ThoughtPlan gerade für Schriftsteller ein sehr nützliches Tool: Man hat immer etwas in Planung, für das man Ideen sammelt. Das kann ein Roman, eine Kurzgeschichte, ein Blogpost, Notizen für das Redesign der eigenen Autorenhomepage oder ein Marketingplan für das eigene Buch sein.

Mit ThoughtPlan können Sie für jedes dieser Projekte einen eigenen ThoughtPlan anlegen und zu jedem dieser Projekte Ihre Gedanken und Ideen erfassen.

Der große Vorteil von ThoughtPlan ist, dass es als webbasierter Dienst von jedem Internet-Rechner aus verfügbar ist. Sie können also an Ihrem heimischen Desktop-PC, am Laptop oder auch in der Mittagspause im Büro an Ihren Projekten weiterarbeiten, ohne die Daten zwischen den einzelnen Rechnern synchronisieren zu müssen.

Die Bedienung von ThoughtPlan ist zugleich einfach und komfortabel. Wenn man sich anmeldet, ist man zunächst in der Übersicht aller bereits angelegten ThoughtPlans. Per Klick kann man von hier aus einen bestehenden ThoughtPlan aufrufen oder mit dem blauen Button „New ThoughtPlan“ einen neuen Plan anlegen.

Screenshot ThoughtPlan

Jeder ThoughtPlan besteht aus einer beliebigen Anzahl von Textdokumenten.

Screenshot ThoughtPlanNeben jedem Dokument finden sich zwei Symbole: Die Mülltonne dient zum Löschen nicht mehr benötigter / zwischenzeitlich verworfener Ideen. Mit dem Streifensymbol rechts daneben kann man einen Gedanken per Drag & Drop an eine andere Stelle innerhalb des Plans ziehen und seine Gedanken so mit wenigen Mausklicks neu sortieren.

Um eine neue Idee zu erfassen, klickt man einfach in das Feld „New Thought“, gibt den Titel der Idee ein und bestätigt mit Enter.

Screenshot ThoughtPlan

Um einen Text zur Idee zu hinterlegen, wechselt man per Doppelklick auf den Text in die Editoransicht. Hier kann man nun beliebig lange Texte im Markdown-Format hinterlegen.

Über das blaue Stift-/Augensymbol rechts oberhalb des Textes kann man jederzeit zwischen der Editor-Sicht (Stift) und der Markdown-Vorschau (Auge) umschalten, so dass man jederzeit überprüfen kann, wie der fertige Text aussehen wird. Alternativ kann man auch durch Drücken der Escape-Taste aus der Bearbeitung in die Vorschau wechseln.

Das Markdown-Format

Der große Vorteil von ThoughtPlan ist, dass man hier seine Notizen im Markdown-Format hinterlegen kann – dasselbe Format zur Formatierung von Texten, das auch vom Zenware-Schreibprogramm WriteMonkey verwendet wird.

Das komplette Markdown-Format hier zu erläutern, würde den Rahmen dieses Artikels sprengen, zumal es hierzu bereits zahlreiche gute Artikel im Internet gibt. Meine Empfehlung für alle, die sich für das Markdown-Format interessieren, ist der Artikel unter http://www.designbits.de/artikel/text/markdown-eine-kleine-einfuehrung/.

Die Kombination aus ThoughtPlan und WriteMonkey eröffnet einem ganz neue Möglichkeiten: So kann man die Struktur eines Textes erst in ThoughtPlan vorbereiten und dann den Text in WriteMonkey weiter bearbeiten.

Dazu bietet ThoughtPlan die Möglichkeit, einen kompletten ThoughtPlan als ZIP-Datei zu exportieren. Diese ZIP-Datei enthält alle Gedanken eines ThoughtPlans als separate MD-Dateien (Markdown). Die ZIP-Datei kann man dann in ein beliebiges Arbeitsverzeichnis entpacken und die einzelnen Texte mit WriteMonkey weiter bearbeiten.

Um sich die Arbeit zu erleichtern, kann man in Windows den Dateityp .MD standardmäßig WriteMonkey zuordnen, so dass die Texte per Doppelklick ohne Nachfrage direkt mit WriteMonkey geöffnet werden können.

Was kostet ThoughtPlan?

Bisher ist die Registrierung und die Benutzung von ThoughtPlan komplett kostenlos – und das soll nach Aussage des Entwicklers Maximilian Schmitt auch so bleiben.

Möglich wäre lediglich, dass es in Zukunft irgendwann nach dem Freemium-Konzept eine kostenlose Basisversion und eine Bezahlversion mit zusätzlichen Möglichkeiten wie Online-Kooperation (gemeinsames Arbeiten an ThoughtPlans) geben wird. Aber der grundlegende Funktionsumfang von ThoughtPlan, den ich Ihnen hier vorgestellt habe, soll auch in Zukunft kostenlos bleiben.

Fazit:

ThoughtPlan ist ein nützliches Online-Tool, das ich jedem Schriftsteller und Blogger uneingeschränkt empfehlen kann. Gerade wenn man ohnehin in WriteMonkey oder einem anderen Schreibprogramm mit dem Markdown-Format arbeitet, lässt sich ThoughtPlan wunderbar in den eigenen Workflow einbinden.

Ich selbst benutze ThoughtPlan beispielsweise, um Blogposts, Artikel für den WritersWorkshop Autorennewsletter oder neue Buchprojekte zu planen.

Äußerst positiv finde ich auch das Userforum unter http://thoughtplan.uservoice.com, in dem jeder Benutzer von ThoughtPlan neue Feature-Wünsche und Verbesserungsvorschläge einreichen und sich an der Diskussion über bereits vorgeschlagene Features beteiligen kann.

Je mehr User sich für ein bestimmtes neues Feature erwärmen können (und dafür abstimmen), desto weiter rückt dieses in der Liste nach oben und desto wahrscheinlicher ist es, dass es in einer zukünftigen Version von ThoughtPlan umgesetzt werden wird.

Unter https://thoughtplan.com können Sie sich für einen kostenlosen Account registrieren. Probieren Sie es einfach einmal aus. Vielleicht finden Sie es genauso praktisch wie ich.


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WriteMonkey 2.7 erschienen: Markdown-Preview und verbesserte Rechtschreibprüfung

Nachdem das letzte Update des beliebten Zenware-Schreibprogramms WriteMonkey schon ein gutes halbes Jahr zurück liegt, ist nach einer langen Beta-Phase am 08.11.14 endlich Version 2.7 von WriteMonkey offiziell erschienen.

WriteMonkey

Die größte Änderung im Programm ist diesmal die verbesserte Rechtschreibprüfung, die nun auf der Rechtschreib-Engine Hunspell basiert – derselben Rechtschreibprüfung, die auch von OpenOffice, Thunderbird, Firefox, Google Chrome und Mac OS-X verwendet wird.

Im Rahmen dieser Umstellung wurde auch die Benutzeroberfläche der Rechtschreibprüfung neu konzipiert und an das moderne, flache Design von WriteMonkey angepasst.

WriteMonkey

Auch die Arbeit mit dem eingebauten Thesaurus ist nun so einfach wie nie zuvor: Klicken Sie mit gedrückter STRG-Taste auf ein Wort, klappt die Vorschlagsliste des Thesaurus auf und ermöglicht es Ihnen, mit einem einzigen Mausklick eine passende Alternative in den Text zu übernehmen.

Auch die Unterstützung für externe Plugins wurde in der neuen Version nochmals verbessert und es sind mehrere neue Plugins dazu gekommen, die man von der Plugins-Seite (http://writemonkey.com/plugins.php) herunterladen und ins Plugins-Verzeichnis von WriteMonkey entpacken kann:

Clandestine Files

Das Clandestine-Plugin ermöglicht es erstmals, Texte in WriteMonkey mit einem Passwortschutz zu versehen. Sobald der Passwortschutz für einen Text aktiviert ist, wird die Dateiendung auf .LCKD geändert. Dieses Dateiformat basiert auf dem ZIP-Format, was gleich zwei Vorteile hat. Zunächst mal können Sie (wenn Sie das Passwort kennen!) die Datei auch ohne WriteMonkey mit einem beliebigen ZIP-Programm öffnen; zum anderen werden Ihre Texte nicht nur verschlüsselt, sondern gleichzeitig auch noch komprimiert.

Preview

WriteMonkey

Mit dem Preview-Plugin können Sie ein Vorschau-Fenster für das Markdown-Format einblenden. Dieses Fenster, das interaktiv aktualisiert wird, während Sie tippen, können Sie per Drag & Drop vergrößern und an einer beliebige Stelle neben dem Text platzieren oder es per ALT+Y je nach Bedarf ein- und wieder ausblenden.

Hinweis: Die neuen Plugins funktionieren, ebenso wie die anderen Addons für WriteMonkey, nur mit einem „Donor Key“ – einem Lizenzschlüssel, den Sie vom Entwickler von WriteMonkey erhalten, wenn Sie die Entwicklung des Programms mit einer kleinen Spende unterstützen.

Fazit: Selbst wenn man nur die kostenlose Basisversion von WriteMonkey nutzt, lohnt sich das Update auf die neue Version 2.7 schon allein wegen der verbesserten Rechtschreibprüfung. Sie finden die neue Verson unterhttp://writemonkey.com/download.php.

Bitte denken Sie bei der Installation des Updates auch daran, die aktualisierte deutsche Übersetzunghttp://writemonkey.com/__files/languages/wm_localization_de-DE_270.zip herunterzuladen und diese anschließend ins Programmverzeichnis zu entpacken.

Falls Sie die neuen Plugins verwenden wollen, müssen Sie diese manuell unterhttp://writemonkey.com/clandestine_files.php und http://writemonkey.com/preview.php herunterladen und ins Plugins-Verzeichnis von WriteMonkey entpacken, da diese kein Bestandteil des Hauptprogramms sind.


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Normseiten-Plugin für WriteMonkey

Nachdem ich bereits Ende April 2014 über die neue Version 2.6 des beliebten Zenware-Schreibprogramms WriteMonkey berichten konnte, gibt es auch in jetzt wieder Neuigkeiten, über die sich insbesondere deutsche Schriftsteller freuen dürften.

Anlässlich der Recherche für mein Buchprojekt „Wie viele Seiten hat (m)ein eBook?“ hatte ich mit dem Entwickler von WriteMonkey eine interessante Diskussion über Textstatistiken. Das greifbare Ergebnis dieser Diskussion ist ein neues Plugin für WriteMonkey: Normseiten.

Schon die „normale“ Ermittlung der Seitenzahl eines Dokuments ist in WriteMonkey sehr komfortabel gelöst. Während man bei anderen Programmen auf eine feste Formel angewiesen ist, kann man diese bei WriteMonkey in den Optionen an seine eigenen Vorstellungen anpassen: Anzahl der Wörter oder Anzahl der Anschläge mit/ohne Leerzeichen – denkbar ist fast alles.

Allerdings kann keine Faustformel, egal wie nah sie an den realen Wert heran kommt, es dem Autor abnehmen, sein fertiges Manuskript auf Normseiten mit 30 Zeilen á 60 Zeichen umzuformatieren, um die tatsächliche Länge in Normseiten gemäß dem Normvertrag zwischen Verband deutscher Schriftsteller und dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels zu ermitteln. In meinem eBook liefere ich auch aus diesem Grund zwei Dokumentenvorlagen für Word und OpenOffice/LibreOffice mit, die einem diese aus mehreren Gründen recht knifflige Umformatierung erleichtern.

Doch das neue WriteMonkey-Plugin „Normseiten“ bietet die zweifellos einfachste und schnellste Möglichkeit, zu jedem beliebigen Zeitpunkt (!) in Sekundenschnelle zu ermitteln, wie viele Normseiten ein Manuskript tatsächlich hat: Wenn das Plugin installiert ist und (was standardmäßig der Fall ist) die Anzeige von Benachrichtigungen in der Statuszeile aktiviert ist, kann man jederzeit mit STRG+3 die aktuelle Länge in Zeilen und Normseiten einblenden.

Das neue Normseiten-Plugin wertet das Manuskript exakt genauso aus, als ob man es von Hand in eine Normseiten-Vorlage eingefügt und umgerechnet hätte. Selbst Seitenumbrüche, die in WriteMonkey durch die Verwendung der Markdown-Formatierungssprache mit +++ möglich sind, werden ebenso wie leere Abstandszeilen korrekt berücksichtigt.

Sie finden das neue Normseiten-Plugin in der Übersicht der verfügbaren Plugins unter http://writemonkey.com/plugins.php. Wie alle Plugins funktioniert es natürlich nur mit einem Lizenzkey, den man für eine kleine PayPal-Spende an den Entwickler erhält und der alle Premium-Features in WriteMonkey dauerhaft freischaltet – aber den sollte ohnehin jeder Autor haben, der ernsthaft mit WriteMonkey arbeitet.

Deutsche Version des Plugins: Da die Originalversion des Plugins auf Englisch ist und daher die Angaben als „Lines“ und „Pages“ ausgibt, habe ich das Plugin noch übersetzt, so dass in der deutschen Version die Werte als „Zeilen“ und „Norm­seiten“ ausgegeben werden.

Die deutsche Version des Normseiten-Plugins können Sie unter http://writersworkshop.de/files/Normseiten.zip herunterladen.


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WriteMonkey 2.6 bringt praktische neue Funktionen

Im März ist die neue Version 2.6 des beliebten Zenware-Schreibprogramms WriteMonkey erschienen – und sie bringt gleich eine ganze Reihe nützlicher neuer und verbesserter Funktionen mit.

Dabei halten sich die Änderungen innerhalb des eigentlichen Programms sogar noch in Grenzen: Neben diversen Fixes und Patches im Hintergrund und kleinen, aber nützlichen Verbesserungen wie der neuen Version der Formatierungssprache „Markdown Extra“ fällt vor allem auf, dass das Sprünge-Fenster nun nicht mehr automatisch den Schreibbereich an die Bildschirmseite rückt. Stattdessen kann man den Schreibbereich nun sowohl mit der Maus (indem man auf einen leeren Platz in der Statusleiste klickt und ihn per Drag&Drop nach links oder rechts verschiebt) als auch mit der Tastatur („Vulkan-Griff“ STRG+ALT+SHIFT + Cursor links/rechts) beliebig innerhalb des Bildschirmfesnsters verschieben.

Diese Änderung dürfte mit der Einführung des neuen Plugins „Easy Jumps“ zusammenhängen, das in vielen Fällen das klassische Sprünge-Fenster ablösen dürfte. Aber dieses praktische kleine Tool stelle ich Ihnen nachher noch genauer vor.

Plugins statt neuer Funktionen

Generell fällt bei der neuen Version 2.6 ebenso wie bereits bei den letzten Updates auf, dass der WriteMonkey-Entwickler Iztok Strzinar immer weniger Änderungen und Ergänzungen im eigentlichen Hauptprogramm vornimmt, sondern mehr und mehr auf Plugins setzt, die man als Anwender nach Belieben installieren und so die Funktionalität von WriteMonkey gemäß den eigenen Bedürfnissen erweitern kann.

Als Basis für diese Plugins hat WriteMonkey ab der neuen Version auch eine noch bessere und leistungsstärkere API-Version an Bord, mit der es zukünftig noch leichter sein wird, mächtige und vielseitige Plugins für WriteMonkey zu entwickeln.

Dieser Trend weg von Programmänderungen und hin zu einzelnen Plugins hat eine ganze Reihe von Vorteilen – sowohl für den Programmierer als auch für die Anwender:

  1. Plugins sind modular, also eigenständige kleine Programme, die im Hintergrund laufen. Sie können unabhängig vom Hauptprogramm entwickelt, verbessert und einzeln aktiviert oder deaktiviert werden. Wenn ein Plugin Probleme macht, kann man es jederzeit einfach deaktivieren, ohne dass es die Funktion des Hauptprogramms in Mitleidenschaft zieht. Auch die Fehlersuche für Programmierer gestaltet sich einfacher, da sie sich nur auf das betroffene Plugin beschränken müssen. Für den Anwender bedeutet das, dass WriteMonkey trotz zunehmendem Funktionsumfang auch in Zukunft immer stabil, sicher und zuverlässig bleiben wird.
  2. Auch wenn alle bisher erhältlichen Plugins aus der Feder von Iztok Strzinar (dem Entwickler von WriteMonkey) stammen, können theoretisch auch andere Entwickler eigene Plugins für WriteMonkey entwickeln und so den Funktionsumfang des Programms fast beliebig erweitern. Das Projekt wird damit auf eine noch breitere Basis gestellt.
  3. WriteMonkey wird durch die Plugins für die Anwender noch einfacher konfigurierbar. Man muss nicht mehr das komplette Paket nehmen, sondern kann sich die Funktionen, die man gerne noch zusätzlich zum Leistungsumfang des Basisprogramms hätte, wie von einem Buffet zusammenstellen, indem man sich einfach die passenden Plugins herunterlädt und installiert.

Jedes der Plugins ist darum als separater Download auf der WriteMonkey-Seite erhältlich. Man entpackt lediglich die heruntergeladene ZIP-Datei mit dem jeweiligen Plugin in das Verzeichnis „Plugins“ von WriteMonkey, startet das Programm neu – und schon hat man die gewünschte Funktion mit an Bord.

Wie schalte ich die Plugins frei?

Der einzige Wermutstropfen (wenngleich zugegebenermaßen ein sehr kleiner) ist, dass die nützlichen Plugins nicht für Nutzer der kostenlosen Version von WriteMonkey zur Verfügung stehen. Ebenso wie bereits verschiedene andere Funktionen (z.B. das weiße Rauschen als Hintergrund für ablenkungsfreies Schreiben) stehen auch die Plugins nur für Spender zur Verfügung, die die Entwicklung von WriteMonkey mit einem kleinen Geldbetrag unterstützt haben.

Es ist allerdings weder schwierig noch teuer, Spender zu werden und sich so einen lebenslänglich gültigen Lizenzkey zu sichern, der nicht nur die Plugins, sondern auch alle anderen versteckten Zusatzfunktionen von WriteMonkey freischaltet: Auf der Startseite WriteMonkey.com finden Sie einen PayPal-Button (hier ein direkter Link zum Button), über den Sie dem Entwickler einen beliebigen Betrag in der Höhe, die Ihnen angemessen erscheint, zukommen lassen können. Und ein paar Euro sollte einem der Leistungsumfang eines Programms wie WriteMonkey durchaus wert sein – gerade wenn man berücksichtigt, seit wie vielen Jahren Iztok Strzinar seine Zeit unentgeltlich in die Weiterentwicklung und den Support dieses Programm steckt und wie sehr sich WriteMonkey dadurch in den letzten Jahren weiter entwickeln konnte.

Ihren Lizenzkey erhalten Sie anschließend per Mail.

Neue und verbesserte Plugins in Version 2.6

Wie bereits erwähnt sind neben Updates zu bestehenden Plugins (Pinnwand und automatisches Einrücken) mit der neuen Version 2.6 auch vier neue Plugins dazu gekommen:

RepoColor

In der letzten Version 2.5 hatte Iztok Strzinar die bei Autoren sehr beliebte farbliche Invertierung des Archivs abgeschafft. Bei WriteMonkey können Sie jederzeit mit F5 zwischen dem Haupttext und dem Archiv, einer Art versteckter Zwischenablage, hin und her schalten. Sie können das Archiv beispielsweise verwenden, um sich Notizen zu Ihrem aktuellen Text zu machen oder um Textausschnitte zwischenzulagern, die Sie später noch an anderer Stelle einfügen wollen.

Mit RepoColor kommt die farbliche Invertierung des Archvis zurück, die wirklich äußerst praktisch ist. So erkennen Sie jederzeit auf einen Blick, ob Sie sich gerade in Ihrem Haupttext oder im Archiv befinden. Schreiben Sie z.B. üblicherweise mit schwarzer Schrift auf hellgrauem Untergrund, wird das Archiv nun automatisch in hellgrauer Schrift auf schwarzem Untergrund dargestellt.

Das neue Plugin behebt das Problem der schlechten Lesbarkeit bei unterschiedlichen Farbkombinationen, das der Grund für die ursprüngliche Deaktivierung der Funktionalität in WriteMonkey 2.5 gewesen war.

MapJump

MapJump ermöglicht es Ihnen, längere Texte in WriteMonkey „aus der Vogelperspektive“ zu betrachten und schnell an eine bestimmte Stelle zu springen. Per Doppelklick neben den eigentlichen Text oder mit STRG+5 schaltet WriteMonkey die Ansicht auf einen schmalen Streifen um, der das komplette Dokument auf einen Blick zeigt. Natürlich können Sie in dieser Ansicht Ihren Text nicht mehr Wort für Wort lesen, aber Sie erkennen dennoch auf einen Blick, wo sich z.B. Kapitelüberschriften oder Absatzumbrüche befinden. Per Doppelklick in den Text können Sie nun schnell an eine beliebige Stelle springen.

WriteMonkey MapJump

Der MapJump lässt sich übrigens wunderbar mit dem Segmentfokus kombinieren. Wenn Sie einen kompletten Roman in einem einzigen WriteMonkey-Dokument schreiben (was in der Praxis natürlich nicht unbedingt die beste Lösung wäre) und per Segmentfokus alles bis auf das Kapitel ausgeblendet haben, an dem Sie momentan schreiben, zeigt die MapJump-Ansicht auch wirklich nur dieses eine Kapitel.

EasyJumps

Bei EasyJumps handelt es sich um das oben bereits erwähnte neue PlugIn, das das bisherige Sprünge-Fenster ergänzt bzw. für viele Anwender sogar ganz ablösen wird.

Während es sich beim klassischen „Sprünge-Fenster“ (das es natürlich weiterhin gibt) um ein echtes Windows-Fenster mit Rahmen und Button zum Schließen handelte, ist EasyJumps ein kleines blaues Fenster neben dem Text, das Sie beliebig verschieben und durch einen Doppelklick in die Überschriftenzeile jederzeit auf Symbolgröße verkleinern können.

Standardmäßig zeigt EasyJumps Ihnen die Überschriften der Kapitel oder Abschnitte innerhalb Ihres Textes, die Sie mit # bzw. ## markiert haben (siehe Screenshot).

Screenshot WriteMonkey

Das Fenster arbeitet dabei interaktiv. Das bedeutet: Wenn Sie eine neue Überschrift hinzufügen oder eine bestehende abändern, wird dies automatisch in der Liste aktualisiert, sobald Sie mit dem Cursor die jeweilige Zeile verlassen.

Auf diese Weise können Sie jederzeit schnell zwischen den einzelnen Kapiteln oder Abschnitten Ihres Texts hin und her navigieren, ohne lange hoch und runter scrollen zu müssen.

Auch wenn das klassische Sprünge-Fenster vom Funktionsumfang her naürlich deutlich leistungsfähiger als das kompakte EasyJumps ist, dürfte man es dennoch mit EasyJumps wesentlich seltener als bisher benötigen.

ScratchPad

Das letzte neue Plugin befindet sich noch im Beta-Stadium, wirkt aber jetzt bereits äußerst vielversprechend: Mit ScratchPad können Sie strukturierte Notizen á la ResophNotes in Ihrem WriteMonkey-Dokument hinterlegen.

Eine ausführliche Beschreibung hierzu finden Sie auf der Seite des Plugins: http://writemonkey.com/scratch_pad.php

Auch wenn ich dieses Feature, da es sich noch in einem relativ frühen Stadium befindet, noch nicht unbedingt für kritische und wichtige Daten und Projekte verwenden würde, kann man dennoch das Potential der neuen Funktion schon jetzt gut erkennen. Ich gehe davon aus, dass spätestens mit WriteMonkey 2.7 die finale Version von ScratchPad erhältlich sein wird.

Fazit

Mit den neuen Plugins und der verbesserten API ist das beste Zenware-Schreibprogramm noch einmal besser geworden. Wer bisher noch keinen Lizenzschlüssel hat, sollte mittlerweile wirklich zugreifen und durch eine kleine Spende an den Entwickler auch die Premium-Features von WriteMonkey freischalten.

Sobald man seinen Lizenzkey freigeschaltet hat, kann man sich unter http://writemonkey.com/plugins.php die passenden Plugins für WriteMonkey aussuchen und kostenlos herunterladen.

Sie finden die aktuelle Version von WriteMonkey unter http://writemonkey.com/__files/wm2603.zip.


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